Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Relationships and Family

Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit

Vorstellung des Ansatzes und Diskussion der Darstellungen der Männlichkeit, der Weiblichkeit und der Reproduktion der Geschlechterverhältnisse bei Connell

Title: Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit

Thesis (M.A.) , 2000 , 109 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rene Stauß (Author)

Sociology - Relationships and Family
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Connells Konzept der Hegemonialen Männlichkeit wird umfassend vorgestellt. Es wird aufgezeigt, welche Antworten Connell mit dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit bietet, welche Vorschläge er macht und in welche Richtung dieses Konzept thematisch weist. Dabei werde ich mich auf drei Problempunkte konzentrieren:
1.) Wie definiert Connell die Pluralität von Männern und Männlichkeit? Wie beschreibt er das Verhältnis von Macht und Männlichkeit? Welche Rolle spielen die Männer bei Connell für die Erhaltung und Reproduktion der Geschlechterhierarchie?
2.) Wie bezieht Connell die Frauen diesbezüglich ein? Welche Fragen hinsichtlich des weiblichen Geschlechts ergeben sich aus Connells Konzept?
3.) In welcher Richtung könnte sich, anknüpfend an oder in Reaktion auf Connells Konzept, die Geschlechterforschung weiterentwickeln? Was sind aus meiner Sicht Kritikpunkte und mögliche neue Ansatzpunkte?

Da Connells Konzept sich auf Männer und Männlichkeit bezieht, ist für den zweiten Punkt natürlich nur eine begrenzte Diskussion der weiblichen Rolle für das Verhältnis von Macht und Geschlecht zu erwarten. Ich werden diesen Punkt trotzdem bearbeiten und zwar unter dem Gesichtspunkt, daß Connells Konstruktion eingedenk der Relationalität der Geschlechter zumindest Ansätze und Anknüpfungspunkte in dieser Richtung erkennen lassen sollte.

Zur Struktur der Arbeit: In den ersten beiden Teilen der Arbeit werde ich Connells Konzept ausführlich darstellen. Dazu werde ich im ersten Teil seine Vorstellungen zu einer Analyse der Geschlechter referieren, um im zweiten Teil dann auf seine Analyse von Männlichkeit einzugehen. Diese beiden Teile sind eng miteinander verflochten und ergänzen und bedingen einander. Dabei werden von Connell eine Reihe von bestehenden Ansätzen und Konzepten besprochen. Zum einen solche, die für die Entwicklung des Konzeptes der hegemonialen Männlichkeit in passivem Sinne grundlegend sind, auf die sich Connell z.B. kritisch bezieht. Zum anderen diejenigen, auf die Connell sein Konzept theoretisch aufbaut. Im dritten Teil der Arbeit werde ich kurz auf die Anwendung des Konzeptes in Deutschland eingehen, um dann im vierten Teil die meines Erachtens bedeutendsten Aspekte des Konzeptes bei der Darstellung von Männlichkeit, Weiblichkeit und der Reproduktion der Geschlechterverhältnisse darzustellen. Dabei werde ich dann Connells Konzept diskutieren und versuchen, die oben gestellten Fragen zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. CONNELLS ANALYSE DER GESCHLECHTERVERHÄLTNISSE

1.1. DIE KRITIK DES GESCHLECHTSROLLENKONZEPTES

1.1.1. Talcott Parsons

1.1.2. Joseph Pleck

1.2. MACHTANALYSE UND KATEGORIALISMUS

1.3. BIOLOGISCHE VS. SOZIALE FAKTOREN

1.4. ANSATZ EINER THEORIE DER GESCHLECHTER

1.4.1. Das soziale Geschlecht

1.4.2. Soziale Praxis - körperreflexive Praxis

1.4.3. Konfigurationen der Geschlechterpraxis

1.4.4. Die Struktur von Geschlecht

1.5. POLITISCHES WISSEN

1.5.1. Die Schwulenbewegung

1.5.2. Der Feminismus

1.6. GESCHLECHT UND STAAT

1.6.1. Zum Patriarchatsbegriff

1.6.2. Connells neuer theoretischen Rahmen

1.6.3. Krisentendenzen

2. CONNELLS ANALYSE VON MÄNNLICHKEITEN

2.1. IN DER TRADITION DER PSYCHOANALYSE

2.1.1. Siegmund Freud

2.1.2. Carl Gustav Jung

2.1.3. Alfred Adler

2.1.4. Weitere wissenschaftliche Richtungen in Anlehnung an die Psychoanalyse

2.2. DIE EINBEZIEHUNG DES KÖRPERS IN DIE ANALYSE VON GESCHLECHT UND MÄNNLICHKEIT

2.2.1. Das bisherige Verständnis

2.2.2. Connells Ansatz

2.3. BESTEHENDE DEFINITIONEN VON MÄNNLICHKEIT

2.3.1. Essentialistische Definitionen

2.3.2. Die Definition der positivistischen Sozialwissenschaft

2.3.3. Normative Definitionen

2.3.4. Semiotische Ansätze

2.4. ZUR KONSTRUKTION VON MÄNNLICHKEIT

2.5. MÄNNLICHKEITEN IM RAHMEN VON GESCHLECHTERBEZIEHUNGEN

2.6. MÄNNLICHKEITEN UND IHRE BEZIEHUNGEN UNTEREINANDER

2.6.1. Hegemonie

2.6.2. Unterordnung

2.6.3. Komplizenschaft

2.6.4. Marginalisierung und Ermächtigung

2.7. DIE BESONDERE ROLLE DER HOMOSEXUALITÄT

2.8. ETHNOGRAPHIE, GESCHICHTE UND WANDEL VON MÄNNLICHKEITEN

2.9. MÄNNLICHKEITEN UND STAAT

2.10. GEWALT, KRISENTENDENZEN UND GEGENWÄRTIGE VERÄNDERUNGEN VON MÄNNLICHKEITEN

2.11. AUSBLICK

3. CONNELL IN DEUTSCHLAND

3.1. MICHAEL MEUSER: DER MÄNNLICHE HABITUS

3.2. JOACHIM KERSTEN: KRIMINALITÄT UND GESCHLECHT

4. DISKUSSION DES KONZEPTES

4.1. PRAXISORIENTIERUNG

4.2. DIE DARSTELLUNG VON MÄNNLICHKEIT

4.2.1. Der männliche Körper

4.2.2. Die Nutzung psychoanalytischer Erkenntnisse

4.2.3. Differenzierung in Männlichkeiten

4.2.4. Männlichkeit und Gewalt

4.2.5. Männlichkeit und Macht

4.3. DARSTELLUNG VON WEIBLICHKEIT

4.4. DIE REPRODUKTION DES GESCHLECHTERVERHÄLTNISSES

4.5. RELATIONALITÄT

4.5.1. Der Hegemoniebegriff

4.6. MÖGLICHKEITEN DES KONZEPTES DER HEGEMONIALEN MÄNNLICHKEIT

5. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert das Konzept der „hegemonialen Männlichkeit“ von Robert W. Connell, um die Dynamik von Macht und Geschlecht in der gegenwärtigen Gesellschaft besser zu verstehen. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie Geschlechterungleichheiten reproduziert werden und welche Rolle sowohl Männer als auch Frauen bei dieser Aufrechterhaltung der Geschlechterhierarchie spielen.

  • Analyse und kritische Diskussion des Konzepts der hegemonialen Männlichkeit nach R.W. Connell.
  • Untersuchung der theoretischen Grundlagen von Macht, Geschlecht und deren Reproduktion.
  • Reflexion über die „Schieflage“ in der aktuellen Geschlechterforschung durch Einbeziehung relationaler Aspekte.
  • Betrachtung der Rolle des männlichen Körpers und psychoanalytischer Erkenntnisse in der Männerforschung.
  • Diskussion der Anwendbarkeit des Konzepts auf den deutschen wissenschaftlichen Diskurs.

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Kritik des Geschlechtsrollenkonzeptes

Das Konzept der Geschlechtsrolle ist wesentlicher Bestandteil der theoretischen Bezüge, auf denen Connell sein neues Konzept aufbaut, da es bei den Versuchen, eine Sozialwissenschaft der Männlichkeit zu erstellen, eine zentrale Rolle spielte. Der Rollenbegriff an sich stammt aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Während der umfangreichen Erforschung von Geschlechtsunterschieden Mitte des vorigen Jahrhunderts kam das Konzept der sozialen Rolle auf. Es wurden zwei Möglichkeiten der Verbindung des Rollenkonzeptes und des sozialen Geschlechts gesehen. Erstens, die Rolle als abhängig von bestimmten Situationen zu betrachten und zweitens, Männlichkeit und Weiblichkeit als ein dem biologischen Geschlecht anhaftendes Bündel allgemeiner Erwartungen zu begreifen und dies als Geschlechtsrolle zu benennen. Dabei war diese zweite Möglichkeit die öfter angewandte. Die Geschlechtsrolle wurde in der Regel als kulturelle Ausformung der biologischen Geschlechtsunterschiede betrachtet (vgl. Connell 1999: 41).

Zusammenfassung der Kapitel

1. CONNELLS ANALYSE DER GESCHLECHTERVERHÄLTNISSE: Dieses Kapitel führt in Connells theoretischen Ansatz ein, kritisiert klassische Rollenkonzepte und erörtert die soziale Konstruktion von Geschlecht sowie die Bedeutung von Machtstrukturen.

2. CONNELLS ANALYSE VON MÄNNLICHKEITEN: Hier steht die psychoanalytische Fundierung von Männlichkeit, die Einbeziehung des Körpers und die Differenzierung in verschiedene Männlichkeitstypen unter Berücksichtigung von Hegemonie im Mittelpunkt.

3. CONNELL IN DEUTSCHLAND: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rezeption und Anwendung des Connell'schen Konzepts in der deutschen Soziologie, insbesondere am Beispiel von Michael Meuser und Joachim Kersten.

4. DISKUSSION DES KONZEPTES: In diesem Hauptteil wird Connells Konzept kritisch reflektiert, wobei die Aspekte Praxisorientierung, Darstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie die relationale Reproduktion der Geschlechterverhältnisse diskutiert werden.

5. FAZIT: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, Geschlechterforschung als relationale Theorie zu begreifen, in der beide Geschlechter aktiv an der Gestaltung und Reproduktion der Verhältnisse beteiligt sind.

Schlüsselwörter

Hegemoniale Männlichkeit, Robert W. Connell, Geschlechterverhältnisse, Patriarchat, Macht, soziale Konstruktion, Körper, Psychoanalyse, Geschlechterhierarchie, Reproduktion, Relationalität, Männerforschung, Feminismus, Geschlechterordnung, soziale Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Konzept der „hegemonialen Männlichkeit“ von Robert W. Connell als soziologischen Erklärungsansatz für die bestehende Geschlechterhierarchie.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Analyse von Machtstrukturen, die Rolle des männlichen Körpers, psychoanalytische Ansätze in der Männlichkeitsforschung und die relationale Einbeziehung von Frauen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte aufzeigen, wie Geschlechterhierarchien durch aktive Prozesse von Frauen und Männern reproduziert werden und fordert eine Abkehr von einer einseitigen Betrachtung, die nur Männer als Täter und Frauen als Opfer sieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse soziologischer Fachliteratur, insbesondere des Werks von Robert W. Connell, sowie ergänzender Studien zur Geschlechterforschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Connells Theorien, die Anwendung auf den deutschen wissenschaftlichen Diskurs und eine kritische Diskussion der Konzepte zur Macht, Männlichkeit und Weiblichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind hegemoniale Männlichkeit, Geschlechterverhältnisse, Patriarchat, Macht, Relationalität und die soziale Konstruktion von Geschlecht.

Warum spielt der „männliche Körper“ eine so große Rolle bei Connell?

Für Connell ist der Körper kein passives biologisches Faktum, sondern ein aktiver Bestandteil der sozialen Praxis, durch den Männlichkeit und Weiblichkeit ständig (re-)konstruiert werden.

Welche Kritik übt der Autor an der bisherigen Geschlechterforschung?

Der Autor kritisiert eine einseitige Fokussierung, die Männlichkeit meist nur als Unterdrückung darstellt und Frauen oft als passive, homogene Gruppe betrachtet, wodurch die Komplexität der wechselseitigen Verhältnisse ausgeblendet wird.

Excerpt out of 109 pages  - scroll top

Details

Title
Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit
Subtitle
Vorstellung des Ansatzes und Diskussion der Darstellungen der Männlichkeit, der Weiblichkeit und der Reproduktion der Geschlechterverhältnisse bei Connell
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Grade
1,3
Author
Rene Stauß (Author)
Publication Year
2000
Pages
109
Catalog Number
V1189713
ISBN (eBook)
9783346624192
ISBN (Book)
9783346624208
Language
German
Tags
Männlichkeit Weiblichkeit Geschlechterforschung Männerforschung Maskulinität Connell Geschlechterverhältnisse Geschlechterrollen Patriarchat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rene Stauß (Author), 2000, Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189713
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  109  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint