Im Alltag wird und in unserer Gesellschaft selten von Erwachsenen gesprochen, die auch vom ADHS betroffen sind. Die Arbeit beschäftigt sich genau mit dieser Zielgruppe, welche häufig in unserer Gesellschaft Schwierigkeiten hat, sich zurechtzufinden. Außerdem zeigt sie auf, mit welchen Methoden gewünschte Ziele erreicht werden können. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in sozialarbeiterische, theoretisch fundierte Methoden für eine spezielle Zielgruppe zu geben.
Die Sozialarbeit kommt häufig in Kontakt mit Erwachsenen, die ADHS haben. Arbeitsfelder diesbezüglich sind beispielsweise Beratungskontexte in sozialpsychiatrischen Diensten, Psychiatrien, bei der Berufsfindung oder beim Übergang von Schule/ Studium zu Beruf. Außerdem können Sozialarbeiter mit Eltern in Kontakt kommen, die ADHS haben und Hilfen bei der Erziehung suchen. Auch möglich ist, dass ein Klient aufgrund von Schwierigkeiten seinen Alltag zu meistern, sich Hilfe bei den zuständigen Behörden sucht. Die Besonderheit des Sozialarbeiters ist, dass er im Gegensatz zu behandelnden Ärzten und Therapeuten einen anderen Blickwinkel hat, da er ein Repertoire an Bezugswissenschaften (zum Beispiel Pädagogik, Medizin, Psychologie, Soziologie und Sozialarbeit) besitzt, die ihm unterschiedlichste Methoden liefern. Der Sozialarbeiter hat somit also nicht nur einen Blick auf die Gesundheit wie Ärzte und Therapeuten ihn haben, sondern konzentriert sich auf das gesamte Umfeld des Klienten und bezieht auch andere Faktoren mit ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zielgruppe: Erwachsene mit ADHS
3. Theorie: Lebensweltorientierte Sozialarbeit
4. Methode: Psychoedukation
4.1 Ziele der Psychoedukation
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen von Erwachsenen mit ADHS und beleuchtet, wie die Soziale Arbeit durch theoretisch fundierte Ansätze und methodische Interventionen zur Bewältigung des Alltags beitragen kann. Ziel ist es, ein Verständnis für das Störungsbild im Erwachsenenalter sowie für die Bedeutung von Lebensweltorientierung und Psychoedukation als unterstützende Maßnahmen zu vermitteln.
- Symptomwandel von ADHS vom Kindes- zum Erwachsenenalter
- Soziale Folgen und Komorbiditäten bei adultem ADHS
- Theoretische Fundierung durch Lebensweltorientierte Sozialarbeit
- Anwendung und Struktur der Methode Psychoedukation
- Ressourcenorientierte Förderung und Einbeziehung von Angehörigen
Auszug aus dem Buch
4. Methode: Psychoedukation
Methoden haben in der Sozialen Arbeit eine große Bedeutung. Sie liefern Techniken, um mit den Klienten gemeinsam vereinbarte Ziele zu erreichen. Eine solche Methode ist die sogenannte Psychoedukation. Sie kommt ursprünglich aus der kognitiven Verhaltenstherapie, wird meist im Gruppensetting durchgeführt und beinhaltet zum einen den Aspekt der Psychotherapie und zum anderen den Aspekt der Bildung. Die Psychoedukation dient vor allem dazu, dem Klienten Informationen bezüglich seiner vorliegenden Störung oder Erkrankung zu geben. Zudem zielt sie darauf ab, dass der Klient in Bezug auf die Therapie eine höhere Zufriedenheit hat und der Umgang miteinander innerhalb des Hilfesystems sowie der Krankheitsverlauf im Allgemeinen verbessert wird. Im Hinblick auf die ADHS zielt sie vor allem auf die psychosozialen Folgen ab, wie zum Beispiel ein geringes Selbstwertgefühl, berufliche Schwierigkeiten sowie Partnerschaftsprobleme. Diese können in einem rein pharmakologischen Kontext nicht bearbeitet werden – hier kommt die Psychoedukation ins Spiel. Das geringe Selbstwertgefühl der Klienten zeigt sich häufig beim Nichtbestehen von Alltagssituationen – trotz großer Bemühungen und Anstrengungen. Die Methode liefert den Klienten notwendige Hilfestellungen beim Umgang mit möglicherweise auch neuen Aufgaben und Informationen.
Die Durchführung kann in Einzelgesprächen oder im Gruppensetting erfolgen. Psychoedukation erfolgt immer im Austausch mit der zu beratenden Person und dem Beratenden. Es gibt dabei verschiedene Arten der Durchführung, wie zum Beispiel das Vorgehen in drei Stufen im sogenannten KAP-Konzept der Psychoedukation. Dabei erfolgt zuerst eine Konzeption der Problematik, dann eine Aktivierung der Ressourcen und zuletzt die Problemlösung. Im Folgenden wird aber eine andere Art der Durchführung der Psychoedukation vorgestellt. Sie lässt sich in einem stationären, teilstationären aber auch ambulanten Setting umsetzen und erfolgt in einer Gruppe, jedoch ist unter dieser Durchführung auch eine Psychoedukation im Einzelsetting möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ADHS ein, grenzt die Zielgruppe der Erwachsenen von der bekannteren kindlichen Symptomatik ab und definiert die Rolle der Sozialen Arbeit.
2. Zielgruppe: Erwachsene mit ADHS: Dieses Kapitel erläutert den Symptomwandel von ADHS, die damit verbundenen Komorbiditäten sowie die vielfältigen sozialen Folgen, die eine professionelle sozialarbeiterische Begleitung notwendig machen.
3. Theorie: Lebensweltorientierte Sozialarbeit: Hier wird der theoretische Rahmen der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch vorgestellt, der darauf abzielt, Alltagshandeln, Ressourcen und gesellschaftliche Strukturen gleichermaßen zu berücksichtigen.
4. Methode: Psychoedukation: Dieses Kapitel beschreibt die Psychoedukation als wichtige Methode der Sozialen Arbeit, die Wissen vermittelt, den Umgang mit der Störung verbessert und den Betroffenen hilft, ihren Alltag durch gezielte Techniken besser zu strukturieren.
4.1 Ziele der Psychoedukation: Dieser Abschnitt konkretisiert die Ziele der Methode, insbesondere die Wissensvermittlung, Bewältigungsstrategien, Ressourcenförderung und die Einbeziehung des sozialen Umfelds.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentrale Bedeutung der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Erwachsenen mit ADHS zusammen und betont die Relevanz des Fachwissens über das Störungsbild für eine gelingende Praxis.
Schlüsselwörter
ADHS, Erwachsene, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Psychoedukation, Symptomwandel, Komorbidität, psychosoziale Folgen, Ressourcenorientierung, Beratung, Bewältigungsstrategien, Empowerment, Klienten, soziale Integration, Gesundheitsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation und den spezifischen Bedürfnissen von Erwachsenen, die von ADHS betroffen sind, und erörtert, wie Soziale Arbeit hier unterstützend tätig werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen das klinische Verständnis von adultem ADHS, die lebensweltorientierte Theoriebildung sowie die methodische Umsetzung der Psychoedukation zur Lebensbewältigung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Einblick in sozialarbeiterische Methoden zu geben, die Erwachsenen mit ADHS helfen, ihren Alltag strukturierter zu gestalten und die Störung besser zu kontrollieren.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Theorie der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit nach Hans Thiersch sowie auf die Methode der Psychoedukation als multimodalen Ansatz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zielgruppe und ihrer spezifischen Herausforderungen, die theoretische Verankerung durch die Lebensweltorientierung sowie eine detaillierte Ausarbeitung der psychoedukativen Methode und ihrer Ziele.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind ADHS bei Erwachsenen, Symptomwandel, Psychoedukation, Ressourcenorientierung und lebensweltorientierte Soziale Arbeit.
Was genau bedeutet der Begriff „Symptomwandel“ im Kontext von ADHS?
Der Symptomwandel beschreibt, dass sich die ADHS-Symptome von der Kindheit zum Erwachsenenalter verändern; statt kindlicher Unruhe zeigen Erwachsene beispielsweise eine höhere Ablenkbarkeit, Konzentrationsprobleme oder risikoreiches Verhalten.
Warum ist die Psychoedukation bei ADHS so wichtig für Sozialarbeiter?
Sie ermöglicht es, den Klienten jenseits rein pharmakologischer Ansätze durch Wissensvermittlung und Selbsthilfestrategien zu befähigen, ihre Stärken zu nutzen und Schwächen in der Lebensführung besser zu kompensieren.
Welche Rolle spielen Angehörige in der Psychoedukation laut der Arbeit?
Angehörige werden aktiv einbezogen, da der Austausch in Gruppen ihr Verständnis für die Störung erhöht, die eigene Lebensqualität verbessert und dadurch das soziale Umfeld des Klienten stabilisiert.
Kann die Psychoedukation auch außerhalb von Gruppensettings stattfinden?
Ja, laut der Autorin ist die Methode flexibel einsetzbar und kann durchaus auch in einem Einzelsetting umgesetzt werden, sofern die strukturellen Vorgaben der Psychoedukation gewahrt bleiben.
- Quote paper
- Leonie Staudenecker (Author), 2019, ADHS bei Erwachsenen. Klinische Sozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189899