Diese Arbeit widmet sich dem Kinderbuch "Lisis total verrückte Woche mit Kalli dem Kobold" von Anja Stein. Es wird geprüft, ob und in welchem Maße sich dieses Buch als Material zur Prävention, Intervention/Förderung und zur sozialen Sensibilisierung bei LRS speziell im Deutschunterricht eignet. Dazu werden verschiedene Teilleistungen, welche für den Schriftspracherwerb beziehungsweise das Lesen und (Recht-)Schreiben nötig sind, aufgegriffen und geprüft, ob sich diese mit dem Einsatz besagten Kinderbuches im Deutschunterricht fördern lassen. Außerdem wird untersucht, inwiefern das Buch sich eignet, betroffene Kinder mit LRS sowie deren Mitschüler für das Thema LRS zu sensibilisieren, Mobbing vorzubeugen bzw. zu intervenieren und das Selbstwertgefühl der Kinder mit entsprechenden Problemen zu stärken.
Fünf bis zehn Prozent aller Kinder haben nachweislich gravierende Probleme beim Schriftspracherwerb, wobei vier bis sechs Prozent der Erwachsenen nicht das Niveau von Viertklässlern im Lesen und Schreiben erreichen (Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung (Hrsg.), 2022). Personen mit derartigen Defiziten leiden unter LRS. Das Krankheitsbild LRS umfasst ein breites Spektrum an Begrifflichkeiten, Definitionen, Symptomen, Ursachen, Spezifikationen und Ausprägungen. Dementsprechend existiert eine Vielzahl an Förder- und Interventionsmöglichkeiten, welche individuell auf verschiedenartige Ausprägungen von LRS angepasst sind. LRS ist bei jedem betroffenen Menschen anders ausgeprägt und verursacht unterschiedlichste Folgen. Aus diesem Grund sollte die Förderung von Person mit einer einsprechenden Schwäche im Lesen und Schreiben auch individuell angepasst erfolgen.
Besonders wichtig für die Arbeit mit Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten ist der psychische Faktor. Diese Kinder dürfen nicht das Gefühl entwickeln, anders oder nicht normal zu sein. Aus dem Grund wird in der vorliegenden Arbeit die Intervention und Prävention bei LRS besonders im Hinblick auf die integrative Förderung im Klassenunterricht untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 LRS – Eine Begriffsannäherung
2 Das Kinderbuch „Lisis total verrückte Woche mit Kalli dem Kobold“ von Anja Stein
2.1 Vorstellung des Buches
2.2 Differenzierungspotenzial
3 Prävention von LRS
3.1 Faktoren der Prävention
3.2 Eignung des Kinderbuches zur Prävention von LRS
4 Intervention und Förderung bei LRS
4.1 Eignung des Kinderbuches zur Förderung des basalen Lesens
4.2 Eignung des Kinderbuches zur Förderung der Leseflüssigkeit
4.3 Eignung des Kinderbuches zur Förderung der Lesegeschwindigkeit und des Sichtwortschatzes
4.4 Eignung des Kinderbuches zur Förderung automatisierter Worterkennung
4.5 Eignung des Kinderbuches zur Förderung des Leseverständnisses
4.6 Weitere Förderschwerpunkte
5 Soziale Sensibilisierung für das Thema LRS mithilfe des Buches
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung des Kinderbuches „Lisis total verrückte Woche mit Kalli dem Kobold“ von Anja Stein als differenziertes Unterrichtsmaterial zur Prävention, Intervention und sozialen Sensibilisierung im Kontext von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS).
- Analyse des Kinderbuchs als präventives und intervenierendes Fördermaterial.
- Untersuchung des Differenzierungspotenzials der Textvarianten für leseschwache Schülerinnen und Schüler.
- Bewertung der Eignung zur Förderung spezifischer Leseteilkompetenzen wie Leseflüssigkeit und Leseverständnis.
- Erforschung des Potenzials zur sozialen Sensibilisierung und Stärkung des Selbstwertgefühls bei Kindern mit LRS.
Auszug aus dem Buch
2.1 Vorstellung des Buches
Das Buch „Lisis total verrückte Woche mit Kalli dem Kobold“ ist ein Kinderbuch für LeserInnen ab sieben Jahren. Die Geschichte handelt von Elisabeth „Lisi“ Wolkenheimer, welche Probleme mit dem Lesen und Schreiben hat. Sie ist nicht dumm, liebt das Aufklären von Rätseln und hat viele Interessen. Aber das Lesen und Schreiben fällt ihr schwer. Ihr negatives Gefühl im Deutschunterricht aufgrund ihrer Defizite wird zusätzlich durch das Gelächter und die Hänseleien der MitschülerInnen und ein gemeines, benachteiligendes, herablassendes und einschüchterndes Verhalten der Deutschlehrerin, welche Lisis Probleme nicht verstehen will und ihr unterstellt, lediglich faul zu sein, verstärkt. Lisi ist verzweifelt und wünscht sich einen zauberhaften Helfer, der alles, was mit Deutsch zu tun hat, für sie erledigt. Auf einem Dachboden lernt Lisi Kalli den Kobold kennen. Er kann einfach alles und erklärt sich aufgrund chronischer Langeweile bereit, alle Aufgaben in Deutsch für sie zu machen. Er schreibt nun Lisis Aufsätze und Diktate, flüstert ihr im Unterricht, wenn sie laut vorlesen muss den Text ins Ohr und führt ihre Hand beim Schreiben. Plötzlich ist Lisi die Klassenbeste in Deutsch. Nach ein paar Tagen merkt das Mädchen aber, wie anstrengend es ist, wenn einem den ganzen Tag über jemand etwas ins Ohr flüstert und ständig alles korrigiert oder vorsagt. Lisi beschließt, dass sie so nicht weitermachen kann und entbindet Kalli von seinen Aufgaben. Letztendlich erfährt Lisi, dass es nicht schlimm ist, Schwächen zu haben – jeder hat Schwächen. Doch auch jeder hat seine Stärken. Und die gilt es im Leben zu finden und zu nutzen. Lisi konzentriert sich nun auf die Dinge, die ihr Spaß machen und gibt sich auch im Deutschunterricht mehr Mühe. Sie wird wohl nie die Klassenbeste in diesem Fach sein, aber das macht ihr nichts mehr aus, weil sie weiß, dass sie dafür andere Stärken hat (Stein, 2021, S. 4 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 LRS – Eine Begriffsannäherung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Definitionen und medizinisch-pädagogischen Fachbegriffe rund um das Thema Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten.
2 Das Kinderbuch „Lisis total verrückte Woche mit Kalli dem Kobold“ von Anja Stein: Hier erfolgt eine inhaltliche Vorstellung des untersuchten Kinderbuches sowie eine Prüfung dessen Differenzierungspotenzials basierend auf didaktischen Kriterien.
3 Prävention von LRS: Dieses Kapitel diskutiert Faktoren, die der Entstehung von Lernproblemen vorbeugen können, und bewertet die Eignung des Buches für den Anfangsunterricht.
4 Intervention und Förderung bei LRS: Es wird detailliert geprüft, inwieweit das Buch zur Förderung von Basiskompetenzen wie Leseflüssigkeit, Sichtwortschatz und Leseverständnis eingesetzt werden kann.
5 Soziale Sensibilisierung für das Thema LRS mithilfe des Buches: Dieses Kapitel thematisiert die psychischen Belastungen von Kindern mit LRS und zeigt auf, wie das Buch zur Aufklärung und sozialen Akzeptanz in der Klassengemeinschaft beitragen kann.
Schlüsselwörter
Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, LRS, Leseförderung, Inklusion, Differenzierung, Schriftspracherwerb, Leseverständnis, Leseflüssigkeit, soziale Sensibilisierung, Prävention, Intervention, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Unterrichtsmaterial, Selbstwertgefühl, Grundschule.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Eignung eines spezifischen Kinderbuches als Hilfsmittel für Kinder, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben, im schulischen Unterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Hauptfelder sind die Möglichkeiten der Prävention von LRS, die gezielte Förderung von Lesekompetenzen sowie die Förderung des sozialen Miteinanders und der psychischen Stabilität betroffener Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu belegen, ob das Buch „Lisis total verrückte Woche mit Kalli dem Kobold“ im Deutschunterricht sinnvoll genutzt werden kann, um LRS entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Beurteilung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender didaktischer und sonderpädagogischer Konzepte sowie auf eine systematische Prüfung des Materials anhand anerkannter Förderkriterien.
Welche Teilaspekte der Förderung werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Eignung des Buches für das basale Lesen, die Steigerung der Leseflüssigkeit, den Aufbau des Sichtwortschatzes, die automatisierte Worterkennung und das Leseverständnis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind LRS, inklusive Leseförderung, Differenzierung und soziale Sensibilisierung.
Warum wird im Buch zwischen verschiedenen Lese-Ausgaben unterschieden?
Die Autorin bietet eine „Leichter-Lesen“-Version an, die grafische Anpassungen für Kinder mit LRS vornimmt, um individuelle Lernziele leichter erreichbar zu machen.
Welche Rolle spielen die Mitschülerinnen und Mitschüler im untersuchten Buch?
Das Buch thematisiert Mobbing und Ausgrenzung, bietet jedoch durch die Identifikation mit der Protagonistin eine Möglichkeit, das gegenseitige Verständnis und die soziale Integration im Klassenzimmer zu verbessern.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, LRS im integrierten Deutschunterricht. Prävention, Intervention und sozialen Sensibilisierung mit dem Buch "Lisis total verrückte Woche mit Kalli dem Kobold" von Anja Stein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189927