Dies ist eine schriftliche Lehrprobenausarbeitung an einer Berufsfachschule für Pflege zum Thema "Plegerische Versorgung bei erworbenen Hirnschädigungen - Schädel-Hirn-Trauma". Sie enthält eine Bedingungsanalyse, eine Einordnung des bisherigen Unterrichts, eine Sachanalyse, die Beschreibung der didaktisch-methodischen Struktur, eine Erläuterung der Ziele der Lehrprobe sowie das Artikulationsschema.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
1.1 Lernende
1.2 Lehrende
1.3 Schule
1.4 Beziehung zur Lerngruppe
2. Bisheriger Unterricht
2.1 Einordnung der Unterrichtseinheit im Lehrplan und Curriculum
2.2 Überblick über die curriculare Einheit und Überleitung zur Lehrprobe
3. Sachanalyse
4. Didaktisch-methodische Struktur
4.1 Didaktische Analyse nach Wolfgang Klafki
4.2 Konsequenzen für die methodische Gestaltung der Unterrichtseinheit
4.3 Auswahl der einzelnen Lehr-Lern-Methoden
4.4 Wichtige Scharnierstellen und Übergänge
5. Ziele der Lehrprobe
6. Artikulationsschema
7. Reflexion
7.1 Zu den Lernsituationen
7.2 Zur Person der Lehrenden
7.3 Zu den Lernenden
7.4 Zeitplanung
7.5 Verständnis/ Transfer
7.6 Methoden und Medien
7.7 Für das nächste Mal
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, den Auszubildenden ein fundiertes Verständnis für das Krankheitsbild des Schädel-Hirn-Traumas zu vermitteln sowie pflegerische Interventionen und Assessments für diesen Patientenkreis ableitbar zu machen.
- Pathophysiologie und Schweregrade des Schädel-Hirn-Traumas
- Anwendung der Glasgow Coma Scale (GCS) in der neurologischen Überwachung
- Pflegerische Besonderheiten (Mund-, Nasen-, Augenpflege, Lagerung)
- Kommunikationsstrategien bei neurologischen Störungen
Auszug aus dem Buch
3 Sachanalyse
Jedes Jahr erleiden etwa 270.000 Menschen in Deutschland ein Schädel-Hirn-Trauma. Soweit bekannt, sind Personen mit über 65 Jahren anfälliger für traumatische Hirnverletzungen. Deutlich wird auch, dass immer mehr Stürze im häuslichen Umfeld der häufigste Auslöser für ein Schädel-Hirn-Trauma sind und nicht mehr Unfälle im Straßenverkehr (Schwenkreis, Gonschorek, Berg, Meier et al., 2021). Die Verkehrsunfälle sind mittlerweile deutlich geringer ausgeprägt, durch die bessere Prävention und die Weiterentwicklung von Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr (z.B. Sicherheitsgurte, Helmpflicht) (Rieckels, 2016).
Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist das Ergebnis von Gewalt- oder Krafteinwirkung auf den Schädel und das darunter liegende Gewebe. Dadurch kann es zu Schädigungen am Schädel, an den Hirn- und Rückenmarkshäuten, den Blutgefäßen aber auch im Gehirngewebe selbst kommen (Freude, Mauer, Gässler & Datzmann, 2017). Ein zentrales Symptom ist die Bewusstseinsveränderung, die mit Hilfe der Glasgow Coma Scale (GCS) beurteilt und in Schweregrade eingeteilt werden kann (Hagebusch, Pingel, Kandziora, Hoffmann & Schweigkofler, 2020). Der klinische Zustand kann sich jeder Zeit verändern bzw. verschlechtern, aus diesem Grund ist es wichtig den Status der PatientInnen regelmäßig anhand der Glasgow Coma Scale einzuschätzen (Firsching, Rieckels, Mauer, Sokowitz & Messing-Jünger et al, 2015).
Mit Hilfe der GCS kann sich in der Ersteinschätzung ein guter Überblick über den PatientInnen-Zustand eingeholt werden. Des Weiteren ist auch für den zeitlichen Verlauf eine Einschätzung über die Funktion Augenöffnen, beste verbale und beste motorische Reaktion notwendig (Sollmann, 2015). Das leichte Schädel-Hirn-Trauma umfasst einen GCS-Score von 15-13 Punkten, das mittlere SHT von 12-9 Punkten und das schwere SHT einen Score von 8 Punkten und weniger. Die Reliabilität und Validität sind bei der Glasgow Coma Scale gering, da durch eine Sedierung, Analgesie bzw. Intubation die Einschätzung nur schwer durchführbar bzw. unmöglich ist (Mayer & Siems, 2011; Thóme, 2003; Knipfer & Kochs, 2017). Die GCS erfasst nicht die Pupillenlichtreaktion oder Pupillenungleichheiten, diese werden zusätzlich beurteilt. Lichtstarre Pupillen geben Hinweis auf eine Schädigung des Gehirns oder eine Blutung im Kopf. (Firsching, et al, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die Zielgruppe, das schulisches Umfeld und die bestehende Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden.
2. Bisheriger Unterricht: Hier erfolgt die Einordnung in den Lehrplan sowie die curriculare Herleitung der Unterrichtseinheit.
3. Sachanalyse: Das Kapitel bietet eine medizinische Fachgrundlage zum Schädel-Hirn-Trauma, inkl. Epidemiologie und Diagnostik.
4. Didaktisch-methodische Struktur: Es werden die didaktische Analyse nach Klafki sowie die methodischen Entscheidungen für die Lehrprobe begründet.
5. Ziele der Lehrprobe: Festlegung der übergeordneten Lernziele und spezifischen Kompetenzen für die Auszubildenden.
6. Artikulationsschema: Eine detaillierte zeitliche und methodische Planung der Unterrichtssequenz.
7. Reflexion: Eine kritische Auseinandersetzung mit der durchgeführten Lehrprobe hinsichtlich Lernsituation, Zeitmanagement und eigener Rolle.
Schlüsselwörter
Schädel-Hirn-Trauma, SHT, Glasgow Coma Scale, neurologische Überwachung, Pflegeausbildung, Intensivpflege, Pädagogik, Fallbeispiel, Pflegediagnostik, Lagerungsmanagement, Kommunikation, Kompetenzorientierung, Pflegewissenschaft, interdisziplinäre Versorgung, neurochirurgische Pflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit umfasst eine schriftliche Lehrprobenausarbeitung für den Studiengang Pflegepädagogik zum Thema "Pflege bei erworbenen Hirnschäden - Schädel-Hirn-Trauma".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die medizinischen Grundlagen des Schädel-Hirn-Traumas, deren pflegerische Versorgung sowie die didaktische Aufbereitung dieses Stoffes für Auszubildende.
Was ist das primäre Ziel?
Die Auszubildenden sollen ein Grundverständnis für das Krankheitsbild und die dazugehörigen grundlegenden pflegerischen Interventionen erlangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden u.a. die didaktische Analyse nach Wolfgang Klafki sowie eine strukturierte Reflexion nach Reiber angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Bedingungs- und Sachanalyse, die didaktisch-methodische Struktur sowie das Artikulationsschema der 90-minütigen Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schädel-Hirn-Trauma, GCS, Pflegeausbildung und Kompetenzorientierung charakterisiert.
Welches Fallbeispiel wird genutzt?
Es wird das Fallbeispiel von "Herrn Reiter" (26) genutzt, der nach einem Motorradunfall mit Polytrauma und schwerem SHT auf der Intensivstation liegt.
Wie erfolgt die pflegerische Versorgung in der Akutphase?
Der Fokus liegt auf der neurologischen Überwachung, der ICP-Vermeidung durch Positionierung, Temperaturmanagement sowie spezifischen Pflegemaßnahmen wie Mund-, Nasen- und Augenpflege.
Warum spielt die Glasgow Coma Scale eine wichtige Rolle?
Sie ist der Standard zur Beurteilung der Bewusstseinslage und Schweregradeinstufung, dient als Referenz für Verlaufsbeobachtungen und hilft, intrakranielle Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
- Arbeit zitieren
- Vivien Fankhänel (Autor:in), 2022, Pflegerische Versorgung bei erworbenen Hirnschädigungen. Schriftliche Lehrprobenausarbeitung an einer Berufsfachschule für Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190557