Diese Studie versucht mithilfe der Methode "Beobachtung und Zählung" an zwei Cafés in Heidelberg die Wissensökonomie zu erfassen, um so Merkmale und Ausstattungscharakteristika von Arbeitssorten herauszubilden und den dabei wichtigen Wissenstransfer zu detektieren. Die dabei verfolgte Hypothese lautet: Die Besucher der Cafés suchen speziell den öffentlichen Ort der Cafés zum Arbeiten auf.
Im Vordergrund der Arbeit steht aber nicht nur die Theorie der Wissensökonomie mit städtischem Kontext Heidelbergs, in der vorliegenden Arbeit wird ein besonderer Fokus auf die Methodik und auch ihrer Theorie gesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. WISSENSÖKONOMIE
2.1 Theorie der Wissensökonomie
2.2 Orte von Wissensökonomie
3. METHODEN
3.1 Methoden der empirischen Sozialforschung
3.2 Beobachtung
3.2.1 Subgruppen
3.2.2 Teilnehmende Beobachtung
3.3 Zählung
4. FELDVERSUCHE
4.1 Vorbereitungsphase der Beobachtung
4.2 Durchführung der Methode Beobachtung
4.3 Auswertung & Ergebnisse der Beobachtung
4.4 Feldversuch mit der Methode Zählung
4.5 Schlussfolgerungen aus den Methoden
5. REFLEKTIONEN
5.1 Reflektion der Methoden
5.2 Persönliche Reflexion des Feldversuchs
6. FAZIT
7. QUELLEN
8. ANHANG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich die Wissensökonomie an zwei ausgewählten Cafés in Heidelberg anhand von Arbeitsorten methodisch mittels Beobachtung und Zählung erfassen lässt und wie sich diese dort äußert.
- Theorie der Wissensökonomie und ihre räumliche Ausprägung
- Methoden der empirischen Sozialforschung (Beobachtung und Zählung)
- Feldversuch in Heidelberger Cafés zur Erhebung von Arbeitsorten
- Analyse von Besucherverhalten, Wissenswerkzeugen und Café-Ausstattung
- Reflektion der methodischen Vorgehensweise und deren Grenzen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Teilnehmende Beobachtung
"Will man etwas über andere Menschen herausfinden, geht man einfach zu ihnen, bleibt eine Weile, macht das mit, was diese Menschen dort normalerweise treiben, und lernt sie so durch eigene Erfahrung besser kennen" (BACHMANN 2009, S. 248).
Bei der teilnehmenden Beobachtung, welche in der vorliegenden Arbeit angewendet werden soll, handelt es sich um eine Methode, die auch als Feldforschung bezeichnet wird. Dabei wird in dieser Feldforschung das Geschehen beobachtet. Die Beobachtenden agieren im Beobachtungsfeld wie diejenigen, die beobachtet werden (WEISCHER & GEHRAU 2017, S. 30). So wird der Prozess auch als „going native“ bezeichnet (BAUR & BLASIUS 2014, S. 856). Der Gegenstand der teilnehmenden Beobachtung ist die Konstruktion einer sozialen Wirklichkeit und das Ziel ist es, bestimmte Handlungsmuster und Verhaltensweisen in unterschiedlichen soziokulturellen Kontexten zu erkennen und zu verstehen und das Geschehen durch die eigene Teilnahme möglichst wenig zu stören und einen möglichst authentischen Eindruck vom Geschehen zu erhalten, um das Beobachtet verstehen und nachvollziehen zu können (REUBER ET AL. 2005, S.120 f. & WEISCHER & GEHRAU 2017, S. 30).
Anders wie bei der nicht-teilnehmenden Beobachtung, nimmt der Beobachter an den von den Beobachteten ausgeführten Tätigkeiten teil und interagiert mit ihnen, oder der Situation. Hierdurch kann ein besseres Verständnis und eine bessere Nachvollziehbarkeit des Geschehens gewährleistet werden. Die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Geschehen läuft meist über einen längeren Zeitraum, hierbei spielt auch eine Gewöhnungsphase der zu beobachtenden mit hinein. Je mehr eine Beobachterin im Feld involviert ist und je stärker sie sich mit den Beforschten identifiziert, desto mehr kann sie die wissenschaftliche Distanz verlieren (BAUR & BLASIUS 2014, S. 856). Aus diesem Grund sollte eine kritische Distanz zum Objekt gewahrt werden und die Rolle im Feld sollte regelmäßig reflektiert werden. Generell sollte man eine Balance zwischen Nähe und Distanz finden, wobei in der Praxis, phasenweise das eine oder das andere dominieren kann (BAUR & BLASIUS 2014, S. 856).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema Wissensökonomie im städtischen Kontext und Vorstellung der Forschungsfrage zur methodischen Erfassung von Arbeitsorten in Heidelberger Cafés.
2. WISSENSÖKONOMIE: Theoretische Grundlagen der Wissensökonomie sowie die Bedeutung von Orten und sogenannten „Third Places“ für den Wissensaustausch.
3. METHODEN: Darstellung der Methoden der empirischen Sozialforschung mit Fokus auf die Beobachtung (inklusive ihrer Unterformen) sowie die Methode der Zählung.
4. FELDVERSUCHE: Beschreibung des konkreten Feldversuchs, der Datenerhebung durch Beobachtung und Zählung sowie der Auswertung der Ergebnisse in zwei Cafés.
5. REFLEKTIONEN: Kritische Auseinandersetzung mit den angewandten Methoden, Darstellung von Vor- und Nachteilen sowie eine persönliche Reflexion des Feldversuchs.
6. FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der gewonnenen Erkenntnisse zur Rolle der Cafés als Orte des Wissens.
7. QUELLEN: Auflistung der im Text verwendeten Literatur und Quellen.
8. ANHANG: Beigefügte Dokumente, bestehend aus Beobachtungs- und Zählbögen, Zeitplänen und Fotos des Feldversuchs.
Schlüsselwörter
Wissensökonomie, Empirische Sozialforschung, Teilnehmende Beobachtung, Zählung, Arbeitsorte, Third Places, Wissensaustausch, Feldversuch, Café Botanik, Café Mildners, Sozialverhalten, Intersubjektivität, Wissenswerkzeuge, Methodik, Heidelberg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Wissensökonomie im kleinräumigen Maßstab an zwei ausgewählten Cafés in Heidelberg zeigt, indem diese als Orte des Wissensaustauschs und der Arbeit betrachtet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Theorie der Wissensökonomie, die Anwendungsmethoden der empirischen Sozialforschung sowie die Untersuchung von Arbeitsatmosphäre, Besucherverhalten und Nutzung von Wissenswerkzeugen in Cafés.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Lässt sich die Wissensökonomie in Form von Arbeitsorten an zwei ausgewählten Cafés in Heidelberg, methodisch mit Beobachtung sowie Zählung erheben und wie äußert sie sich?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden zwei primäre Methoden angewandt: Die teilnehmende Beobachtung zur Erfassung von Verhaltensweisen und Atmosphäre sowie die Zählung als quantitative Ergänzung zur Erhebung von Daten über Besucherströme und Nutzungshäufigkeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Wissensökonomie, eine methodische Erläuterung der Beobachtung und Zählung sowie einen umfassenden Feldversuch, in dem diese Methoden praktisch angewendet und ausgewertet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensökonomie, Empirische Sozialforschung, Beobachtung, Arbeitsorte, Third Places, Wissensaustausch und Feldversuch sind die maßgeblichen Begriffe.
Warum wurden gerade Cafés für die Untersuchung gewählt?
Die Cafés fungieren als „Third Places“ (dritte Orte), die im Gegensatz zu Arbeitsplatz und Zuhause informelle Räume für Kommunikation und Austausch bieten, was sie zu relevanten Untersuchungsgegenständen für die Wissensökonomie macht.
Welche Rolle spielt die „teilnehmende Beobachtung“ in dieser Arbeit?
Sie ermöglicht es den Forschenden, direkt im Feld soziale Wirklichkeit zu konstruieren und Handlungsmuster zu beobachten, während sie versuchen, den natürlichen Ablauf so wenig wie möglich zu beeinflussen („going native“).
Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor?
Der Autor schlussfolgert, dass die Cafés tatsächlich als Orte des Wissensaustauschs und Arbeitsorte fungieren, da sie durch Ausstattung und Umgebung die Wissensarbeit (z.B. durch Laptops) unterstützen und informellen Wissenstransfer fördern.
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- Anonym (Author), 2020, Wissensökonomie als Methode der empirischen Sozialforschung. Beobachtung und Zählung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190792