Das Ziel dieser Hausarbeit ist die Durchführung einer Stakeholder-Analyse anhand eines Fallbeispiels einer fiktiven Projektgruppe zum OZG der Rechtsaufsicht über die Sozialversicherung in Nordrhein-Westfalen. Da das Land bei der Umsetzung des OZG in diesem Bereich nicht die Federführung hat stellt sich die Frage, wie es eigene Interessen durch ein Stakeholder-Management bestmöglich umsetzen kann. Es sollen die diversen internen und externen Interessensgruppen identifiziert, analysiert und anschießend Strategien zum Umgang mit diesen entwickelt werden.
Die Hausarbeit stellt zunächst das Online-Zugangsgesetz vor und beschreibt das Projektbeispiel, anhand dessen die Analyse in dieser Hausarbeit durchgeführt werden soll. Anschließend erfolgt eine Definition des Stakeholder-Begriffes. Sodann wird das Stakeholder-Management theoretisch aufbereitet und die hierbei gewonnen Erkenntnisse in der Analyse angewandt. Ein Resümee der Ergebnisse erfolgt abschließend in einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Projektbeispiel zum Onlinezugangsgesetz
2.1 Das Onlinezugangsgesetz
2.2 Fiktives Projektbeispiel aus der Sicht Nordrhein-Westfalens
3 Der Stakeholder-Begriff
4 Das Stakeholder-Management
4.1 Identifikation
4.2 Analyse
4.3 Strategieentwicklung
5 Anwendung des Stakeholder-Managements auf das Projektbeispiel
5.1 Identifikation
5.2 Analyse
5.3 Strategieentwicklung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Relevanz und Anwendung eines systematischen Stakeholder-Managements am Beispiel eines Digitalisierungsprojekts im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) zu untersuchen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die verschiedenen internen und externen Interessengruppen eines Verwaltungsprojekts identifiziert, analysiert und strategisch in den Projektverlauf eingebunden werden können, um den Projekterfolg zu sichern.
- Theoretische Fundierung des Stakeholder-Begriffs und der Managementmethodik
- Prozessmodell zur Identifikation, Analyse und Strategieentwicklung bei Stakeholdern
- Fallbeispiel: Einführung von Online-Verfahren zur Beschwerde über Sozialversicherungsträger in NRW
- Bewertung von Koalitionsmöglichkeiten und Interessenkonflikten in Verwaltungsprojekten
- Strategien zum Umgang mit einflussreichen Akteuren im föderalen Kontext
Auszug aus dem Buch
4.1 Identifikation
Das Erkennen von betroffenen Stakeholdern ist der erste und gleichzeitig wichtigste Schritt des Stakeholder-Managements (Coudenhove-Kalergi/Faber-Wiener 2016: 86). Bei der Identifikation wird das Projektumfeld nach Interessengruppen abgesucht, die den Projektverlauf positiv, negativ und auch neutral beeinflussen können.
Die Identifikation der Stakeholder kann in drei Stufen unterteilt werden. Auf der ersten Ebene sollten Interessengruppen ausfindig gemacht werden (Krips 2017: 13). Anschließend können auf der zweiten Stufe die Interessen und die Bedürfnisse der verschiedenen Akteure an dem Projekt erhoben werden (ebd.: 15). Hier sollte bereits geschaut werden, welche Stakeholder dem Projekt und dessen Zielen positiv, neutral oder negativ gegenüberstehen (Hölzle 2007: 42).
Im dritten und letzten Schritt der Identifikation können die Eigenschaften der Stakeholder ermittelt werden. Hierbei geht es insbesondere um die Frage der Bedeutung der Stakeholder (Krips 2017: 16). Als Indikatoren können hier der Macht und der Einfluss herangezogen werden. Während Anspruchsgruppen mit geringem Einfluss und geringer Macht den Projektverlauf höchstens marginal beeinflussen können, können einflussreiche Stakeholder den Projekterfolg sowohl stark positiv als auch stark negativ beeinflussen (Melbinger 2014: 614). Abbildung 4 stellt die drei Stufen der Identifikation grafisch dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Relevanz des Stakeholder-Managements für den Erfolg von Digitalisierungsprojekten im Kontext des Onlinezugangsgesetzes.
2 Projektbeispiel zum Onlinezugangsgesetz: Hier wird das OZG sowie der aktuelle Umsetzungsstand und das fiktive Projektbeispiel aus Sicht Nordrhein-Westfalens zur Untersuchung vorgestellt.
3 Der Stakeholder-Begriff: Dieses Kapitel definiert Stakeholder als Personen oder Gruppen, die ein berechtigtes Interesse an einem Projekt haben, und betont die Abhängigkeit des Projekterfolgs vom Projektumfeld.
4 Das Stakeholder-Management: Hier werden die theoretischen Phasen des Managements – Identifikation, Analyse und Strategieentwicklung – detailliert erläutert und wissenschaftlich fundiert.
5 Anwendung des Stakeholder-Managements auf das Projektbeispiel: In diesem Kapitel wird die zuvor beschriebene Theorie praktisch auf das Fallbeispiel angewendet, wobei eine Identifikation, Analyse und Strategieentwicklung für die relevanten Akteure erfolgt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Stakeholder frühzeitig und strukturiert einzubinden, um insbesondere im föderalen Kontext politischen Widerstand zu minimieren.
Schlüsselwörter
Stakeholder-Management, Onlinezugangsgesetz, OZG, Projektmanagement, Identifikation, Analyse, Strategieentwicklung, Interessengruppen, Sozialversicherung, Nordrhein-Westfalen, Verwaltung, Digitalisierung, Stakeholder, Koalitionsanalyse, Projekterfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Stakeholder-Management in Verwaltungsprojekten – konkret am Beispiel der OZG-Umsetzung – eingesetzt wird, um Projekte erfolgreich zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Identifikation von Interessengruppen, deren Analyse hinsichtlich Macht und Einfluss sowie die Entwicklung von Strategien zur zielgerichteten Einbindung dieser Akteure.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein systematisches Vorgehen für das Stakeholder-Management zu demonstrieren, das es ermöglicht, interne und externe Gruppen frühzeitig zu erkennen und Interessenkonflikte proaktiv zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise, bei der theoretische Grundlagen des Stakeholder-Managements auf ein konkretes fiktives Fallbeispiel (Projektgruppe des Landes NRW zur OZG-Umsetzung) angewendet werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Stakeholder-Management-Prozessen und deren praktische Anwendung durch eine strukturierte Identifikations- und Koalitionsanalyse der Beteiligten im OZG-Kontext.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Stakeholder-Management, OZG-Umsetzung, öffentliche Verwaltung, Interessengruppenanalyse und Projektsteuerung.
Warum ist das Stakeholder-Management für die OZG-Umsetzung so kritisch?
Da an der OZG-Umsetzung zahlreiche föderale Ebenen, politische Entscheidungsträger und Verwaltungseinheiten beteiligt sind, besteht ein hohes Konfliktpotenzial, das ohne systematisches Management den Erfolg gefährden könnte.
Welche Rolle spielt die "Koalitionsanalyse" in diesem Projekt?
Sie dient dazu, Beziehungen zwischen einzelnen Stakeholdern zu identifizieren, um Allianzen zu bilden und so die Durchsetzungsfähigkeit der eigenen Projektideen gegenüber mächtigeren Akteuren zu stärken.
- Quote paper
- Simon Winzer (Author), 2021, Stakeholder-Management in einem Projekt zum Onlinezugangsgesetz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190829