In dieser Arbeit werden der Zürcher Lesetest und der Salzburger Lese- und Rechtschreibtest miteinander verglichen. Dafür werden sie zunächst einzeln vorgestellt und im Anschluss bezüglich des Testaufbaus, der Testdurchführung, der Testauswertung sowie ihrer Objektivität, Reliabilität und Validität miteinander verglichen und in Beziehung gesetzt.
Aufgrund der heute vorherrschenden Heterogenität, werden in den meisten Schulklassen Kinder mit Problemen beim Lesen und Schreiben vorzufinden sein. Um diese identifizieren und in den jeweiligen Bereichen fördern zu können, ist es mit Hilfe von Lese- und Rechtschreibtests möglich deren Fähigkeiten zu beurteilen. Die hier vorliegende Arbeit vergleicht zwei ebendieser Diagnoseverfahren miteinander: den Zürcher Lesetest und den Salzburger Lese- und Rechtschreibtest. Dabei wurde sich auf die Frage konzentriert, welches der beiden Diagnoseverfahren eine bessere Grundlage bietet, um darauf aufbauend differenzierte, auf die individuellen Defizite des Kindes abgestimmte Förderungsmaßnahmen der Lesefähigkeit auszuwählen. Zu Beginn der Arbeit wird jedoch zunächst auf Diagnoseverfahren im Allgemeinen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Diagnoseverfahren
2.1 Diagnose des Lesens
2.2 Diagnose des Schreibens
3 Zürcher Lesetest
4 Salzburger Lese- und Rechtschreibtest
5 Vergleich
5.1 Testaufbau
5.1.1 Zürcher Lesetest
5.1.2 Salzburger Lese- und Rechtschreibtest
5.1.3 Vergleich Testaufbau
5.2 Testdurchführung
5.2.1 Zürcher Lesetest
5.2.2 Salzburger Lese- und Rechtschreibtest
5.2.3 Vergleich Testdurchführung
5.3 Testauswertung
5.3.1 Zürcher Lesetest
5.3.2 Salzburger Lese- und Rechtschreibtest
5.3.3 Vergleich Testauswertung
5.4 Objektivität, Reliabilität, Validität
5.4.1 Zürcher Lesetest
5.4.2 Salzburger Lese- und Rechtschreibtest
6 Konkrete Testdurchführung
7 Unterschiede
7.1 SLRT: Erstellung eines Förderprogramms
7.2 ZL: psycholinguistische Verlesungsanalyse im Textlesen
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht den Zürcher Lesetest (ZL) und den Salzburger Lese- und Rechtschreibtest (SLRT), um zu ermitteln, welches Verfahren eine geeignetere Grundlage für die Ableitung individueller Fördermaßnahmen bei Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bietet.
- Vergleich des Testaufbaus und der Testdurchführung beider Diagnoseverfahren.
- Analyse der Auswertungsmethoden und Kriterien zur Leistungsbewertung.
- Untersuchung der Möglichkeiten zur Ableitung spezifischer Förderprogramme.
- Gegenüberstellung der Validität und diagnostischen Tiefe im Hinblick auf Teilfertigkeiten des Lesens.
- Erprobung der Praxistauglichkeit anhand von Fallbeispielen.
Auszug aus dem Buch
5.2.3 Vergleich Testdurchführung
In den grundlegenden Elementen verlaufen die Durchführung des Salzburger Lesetests und die des Zürcher Lesetests ähnlich ab, ebenso wie sich beide Diagnoseverfahren an der Fehleranzahl und der Lesezeit als Kriterien der Beurteilung orientieren. Ein Unterschied ist in der Betonung des entspannten Ankommens des Kindes beim Zürcher Lesetest zu finden, welches beim SLRT nicht thematisiert wird. Außerdem kann beim ZL eine beliebige Reihenfolge der einzelnen Aufgaben gewählt werden, da jeder Subtest auf eine eigene Karte gedruckt ist. Beim Salzburger Lese- und Rechtschreibtest wird die Reihenfolge der einzelnen Subtests vorgegeben, indem diese als kleines Heft vorzufinden sind.
Die Festlegung der Reihenfolge der Subtests des SLRT wird damit begründet, dass der Text bewusst zwischen die Wort- und Pseudowortlisten platziert wurde, um die beiden, einander ähnlichen Subtests der Wort- und Pseudowortlisten zeitlich voneinander abzugrenzen. Ein letzter Unterschied ist in den, ausschließlich beim SLRT enthaltenen, Übungsblättern zu finden, durch welche der Schüler das Aufgabenformat kennenlernen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Heterogenität in Schulklassen als Ausgangspunkt für die Notwendigkeit von Lese- und Rechtschreibtests dar und definiert das Ziel des Vergleichs von ZL und SLRT.
2 Diagnoseverfahren: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Diagnostik, einschließlich der Unterscheidung zwischen Status- und Verlaufsdiagnostik sowie zwischen inter- und intraindividuellen Vergleichen.
3 Zürcher Lesetest: Der Zürcher Lesetest wird als Einstiegsdiagnose beschrieben, die den Leistungsstand der Leseflüssigkeit misst und seit 1963 durch mehrere Standardisierungen weiterentwickelt wurde.
4 Salzburger Lese- und Rechtschreibtest: Dieses Kapitel stellt den SLRT als differenziertes Instrument vor, das speziell darauf ausgerichtet ist, Schwächen in Teilfertigkeiten des Lesens und Schreibens bei Grundschulkindern zu identifizieren.
5 Vergleich: Die Sektion vergleicht systematisch Aufbau, Durchführung, Auswertung sowie die testtheoretischen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität beider Testverfahren.
6 Konkrete Testdurchführung: Anhand praktischer Fallbeispiele (ein Viertklässler und eine Zweitklässlerin) wird die Anwendung der Tests reflektiert und die Ergebnisse diskutiert.
7 Unterschiede: Hier werden die spezifischen Besonderheiten beleuchtet, namentlich die Förderprogramm-Erstellung beim SLRT und die psycholinguistische Verlesungsanalyse beim ZL.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu einer bevorzugten Empfehlung des SLRT aufgrund seiner direkten Förderempfehlungen.
Schlüsselwörter
Diagnoseverfahren, Zürcher Lesetest, Salzburger Lese- und Rechtschreibtest, Leseflüssigkeit, Förderdiagnostik, Leseverständnis, Schriftspracherwerb, Testauswertung, Worterkennung, Pseudowörter, Fehleranalyse, Lesezeit, Statusdiagnostik, Verlaufsdiagnostik, Legasthenie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit vergleicht zwei etablierte Diagnoseverfahren für Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bei Kindern, den Zürcher Lesetest und den Salzburger Lese- und Rechtschreibtest, um deren Eignung für die Förderplanung zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf den Testaufbau, die Durchführungspraxis, die Auswertungsmethodik sowie die diagnostische Qualität in Bezug auf die Differenzierung von Lese- und Schreibteilkompetenzen.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welches der beiden Testverfahren eine bessere Grundlage für die Ableitung individueller, auf die Defizite des Kindes abgestimmter Fördermaßnahmen bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Literaturanalyse der Testmanuale ergänzt durch eine praktische Erprobung beider Tests an zwei Fallbeispielen, um die theoretischen Erkenntnisse zu validieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die beiden Tests gegenübergestellt, wobei Aspekte wie Testaufbau, Kriterien der Fehlerbewertung, Normierungstabellen und die jeweiligen spezifischen Zusatzanalysen wie die psycholinguistische Verlesungsanalyse detailliert erörtert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Diagnoseverfahren, Leseflüssigkeit, Förderdiagnostik, Worterkennung, Pseudowörter und Testauswertung.
Wie unterscheidet sich die Fehlerwertung beim Zürcher Lesetest vom SLRT?
Der Zürcher Lesetest weist eine strengere Fehlerauffassung auf, da er jeden Fehler einzeln wertet und auch Selbstkorrekturen als Fehler einbezieht, während der SLRT bei einem Wort nur einen Fehler zählt und Selbstkorrekturen unberücksichtigt lässt.
Warum ist laut Fazit der SLRT für die Förderplanung vorteilhafter?
Der SLRT bietet nicht nur eine differenziertere Diagnose von Teilfertigkeiten, sondern liefert auch konkrete Vorschläge für Fördermaßnahmen und verweist auf entsprechende Übungsmaterialien, was beim ZL in dieser Form nicht gegeben ist.
- Arbeit zitieren
- Marleen Hinderer (Autor:in), 2017, Zürcher Lesetests und Salzburger Lese- und Rechtschreibtest. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190848