Dieser Beitrag befasst sich mit den Parallelen und Unterschieden des monolingualen Erstspracherwerbs des Deutschen und den verschiedenen ungesteuerten Erwerbstypen des Zweitspracherwerbs. Ich werde auf die deutsche Grammatik mit Fokus auf die Haupt- und Nebensätze eingehen, bevor ich den Erwerbsverlauf für kindliche Erstsprachlernende skizziere. Darauffolgend widme ich mich der Erklärung und Einstufung der Erwerbstypen im groben. Fortlaufend werde ich den Spracherwerb der frühen, späten und erwachsenen Zweitsprachlernenden im Detail mit dem Erwerbsverlauf der monolingualen Kinder, mit Fokus auf die Satzstellung von Haupt- und Nebensätzen vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. SPRACHWISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN DER HAUPT- UND NEBENSÄTZE
2.1 Erwerbsverlauf für monolinguale deutsche Kinder
2.2 Erwerbstypen
2.3 Der frühe Zweitspracherwerb
2.4 Der späte Zweitspracherwerb
2.5 Der Zweitspracherwerb Erwachsener
3. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Parallelen und Unterschiede zwischen dem monolingualen Erstspracherwerb des Deutschen und verschiedenen Typen des ungesteuerten Zweitspracherwerbs, mit einem besonderen Fokus auf der Satzstruktur von Haupt- und Nebensätzen.
- Grammatikalische Grundlagen von Haupt- und Nebensätzen
- Erwerbsverlauf bei monolingualen Kindern anhand der vier Meilensteine
- Differenzierung verschiedener Zweitspracherwerbstypen
- Vergleich der syntaktischen Entwicklung bei frühen, späten und erwachsenen Lernern
- Analyse der Rolle des Alters und individueller Faktoren beim Spracherwerb
Auszug aus dem Buch
2. Sprachwissenschaftliche Grundlagen der Haupt- und Nebensätze
Hauptsätze werden im deutschen Spracherwerb früher produziert als die Nebensätze (Rothweiler 1993: 8). Allerdings zeigen sich Vorläufer in der Sprachentwicklung, da uneingeleitete Sätze, die eine flektierte Verbendstellung aufweisen, produziert werden und deren syntaktische Struktur hinsichtlich des Kontextes als Nebensatz interpretiert werden kann (Kauschke 2012: 92). Bei einem Nebensatz handelt es sich um einen subordinierten Satz, der einem Matrixsatz in „hierarchische[r] Beziehung“ untergeordnet ist (Rothweiler 1993: 6). Somit ist ein Nebensatz „ein in einen anderen Satz (=Matrixsatz) als Satzglied oder Attribut eines Satzgliedes integrierter Satz“, dies lässt sich mit der Formel S über S ausdrücken (Rothweiler 1993: 6). Hierbei wird in die vier Typen Verbzweitsätze, Verberstsätze, Infinitivsätze und eingeleitete Verbletztsätze differenziert (Rothweiler 1993: 6). Signifikant für den Nebensatz ist die Besetzung des finiten Verbs der Verbendposition (Tracy 2002: 7). Kennzeichnend für den Hauptsatz ist wiederum die Verbzweitstellung des finiten Verbs (Tracy 2002: 7). Die einzelnen Stellungsfelder werden mit Hilfe des topologischen Feldermodells sichtbar gemacht:
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieser Abschnitt führt in die Thematik ein und erläutert den Vergleich zwischen monolingualem Erstspracherwerb und verschiedenen Zweitspracherwerbstypen mit Fokus auf der deutschen Syntax.
2. SPRACHWISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN DER HAUPT- UND NEBENSÄTZE: Hier werden die theoretischen Grundlagen der deutschen Satzstruktur sowie die zentralen Unterschiede zwischen Haupt- und Nebensätzen unter Verwendung des topologischen Feldermodells dargelegt.
2.1 Erwerbsverlauf für monolinguale deutsche Kinder: Dieses Kapitel skizziert die vier Meilensteine der Sprachentwicklung bei monolingualen Kindern und erläutert den Aufbau der Syntax bis zum Erwerb komplexer Satzgefüge.
2.2 Erwerbstypen: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen gesteuertem und ungesteuertem Spracherwerb sowie eine Definition der unterschiedlichen Lernertypen wie L1-Lerner, simultan-bilinguale Kinder und Zweitsprachlerner.
2.3 Der frühe Zweitspracherwerb: Dieser Abschnitt untersucht den Spracherwerb bei Kindern zwischen dem 2;0 und 4;0 Lebensjahr und zeigt Parallelen sowie Unterschiede zum monolingualen Erwerb auf.
2.4 Der späte Zweitspracherwerb: Hier wird der Zweitspracherwerb bei Kindern im Grundschulalter analysiert, wobei die Rolle der Erstsprache und die spezifischen Herausforderungen im Grammatikerwerb im Vordergrund stehen.
2.5 Der Zweitspracherwerb Erwachsener: Dieses Kapitel behandelt die Besonderheiten der Wortstellungsentwicklung bei Erwachsenen, die in sechs bzw. sieben Phasen unterteilt wird, und geht auf die Problematik der Fossilierung ein.
3. FAZIT: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Unterschiede zwischen den Erwerbstypen hinsichtlich Geschwindigkeit und zielsprachlichem Niveau.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, deutsche Syntax, Hauptsatz, Nebensatz, Verbzweitstellung, Verbendstellung, Meilensteine, Grammatik, Sprachdiagnostik, Morphologie, Satzklammer, Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der deutschen Satzstruktur bei verschiedenen Lerntypen, indem sie den monolingualen Erstspracherwerb mit ungesteuerten Zweitspracherwerbsprozessen vergleicht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Satzsyntax (Haupt- und Nebensätze), die Einteilung des Spracherwerbs in Meilensteine und der Vergleich zwischen frühkindlichem und erwachsenem Zweitspracherwerb.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedlich verschiedene Gruppen (L1-Kinder, frühe/späte L2-Lerner, Erwachsene) die deutsche Syntax erwerben und welche Rolle der Erwerbsbeginn dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich vorhandener empirischer Studien und Korpusanalysen zur deutschen Grammatikentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die linguistischen Grundlagen geklärt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Erwerbsstufen bei Kindern sowie einer Untersuchung der speziellen Herausforderungen beim Zweitspracherwerb bis hin zum Erwachsenenalter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Syntax, Verbzweitstellung, Haupt- und Nebensatz, Meilensteine sowie die Differenzierung zwischen verschiedenen Erwerbsaltern.
Wie unterscheidet sich der Erwerb bei Kindern von dem bei Erwachsenen?
Während Kinder bei früherem Kontakt oft ähnliche Entwicklungsphasen wie Muttersprachler durchlaufen, haben Erwachsene aufgrund kognitiver Unterschiede größere Schwierigkeiten, die komplexen Regeln der deutschen Syntax vollständig zu rekonstruieren.
Was besagt die Arbeit zur "Fossilierung" bei Erwachsenen?
Es wird festgehalten, dass viele Erwachsene im Prozess des Zweitspracherwerbs stagnieren, ihre Fähigkeiten nicht weiter ausbauen und das muttersprachliche Niveau nur in seltenen Fällen erreichen.
- Arbeit zitieren
- Angelina Marx (Autor:in), 2021, Die Satzstruktur von Haupt- und Nebensätzen im Erst- und Zweitspracherwerb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190895