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Eine kritische Betrachtung von Kriminalitätstheorien und ihren Implikationen

Title: Eine kritische Betrachtung von Kriminalitätstheorien und ihren Implikationen

Term Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Carsten Bobe (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Aufgrund der großen Vielfalt an Kriminalitätstheorien soll sich die
vor vorliegende Hausarbeit mit einigen ausgewählten Theorien
beschäftigen. Dabei sollen speziell die soziologische Anomietheorie,
die sozialpsychologische Kontrolltheorien sowie der
interaktionistische labeling approach und die ökonomische
riminalitätstheorie ratioalen Wahlhandelns nänher beleuchtet werden. Insbesondere sollen ihre Aussagekraft, ihre methodischen
Annahmen und letztendlich ihre Relevanz für die Erklärung von
Kriminalität kritisch untersucht werden. Biologische
Krimina nalitätsthe heor orien sollen aufgrund und ihrer gegenwärtig eher geringen Bedeutung in der wissenchaftlichen Diskussion keine
Rolle spielen, auch wenn an dieser Stelle darauf hingewiesen sei,
dass genetische Anlagen generell natürlich kein komplett zu
vernachlässigender Einflussfaktor für die Erklärung von Kriminalität
sind (vgl. Kunz 2001: 116 ff.; s.a. Schmitt 2001: 18). Bevor nun
jedoch die einzelnen Kriminalitätstheorien dargestellt werden, muss
zunächst ihr genauer Bezugspunkt, nämlich der Begriff der
Kriminalität selbst, definiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verschiedene Kriminalitätsbegriffe

2.1. Der strafrechtliche/formelle Kriminalitätsbegriff

2.2. Der ‚natürliche’ Kriminalitätsbegriff

2.3. Der soziologische/materielle Kriminalitätsbegriff

2.4. Zusammenfassung und Ausblick

3. Darstellung verschiedener Kriminalitätstheorien

3.1. Die Anomietheorie

3.1.1. Durkheims Grundlegung

3.1.2. Mertons Weiterentwicklung

3.1.3. Clowards und Ohlins Erweiterung

3.1.4. Die institutionelle Anomietheorie

3.1.5. Die allgemeine Drucktheorie

3.2. Die Kontrolltheorien

3.2.1. Die Halttheorie von Reiss und Reckless

3.2.2. Die soziale Bindungstheorie von Hirschi

3.2.3. Die Theorie der Selbstkontrolle

3.2.4. Die Theorie der Kontrollbalance

3.3. Der labeling approach

3.4. Die ökonomische Kriminalitätstheorie des rationalen Wahlhandelns

4. Kritische Betrachtung der einzelnen Kriminalitätstheorien

4.1. Relevanz der Anomietheorie

4.2. Relevanz der Kontrolltheorien

4.3. Relevanz des labeling approach

4.4. Relevanz der ökonomischen Kriminalitätstheorie des rationalen Wahlhandelns

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit verfolgt das Ziel, ausgewählte soziologische, sozialpsychologische und ökonomische Kriminalitätstheorien kritisch zu beleuchten, um deren Aussagekraft, methodische Annahmen und Relevanz für die Erklärung von Kriminalität fundiert zu bewerten.

  • Analyse der soziologischen Anomietheorie in verschiedenen Ausprägungen.
  • Untersuchung sozialpsychologischer Kontrolltheorien hinsichtlich ihrer Erklärungskraft für konformes Verhalten.
  • Diskussion des interaktionistischen labeling approach und dessen Auswirkungen durch Selektionsprozesse.
  • Evaluation der ökonomischen Kriminalitätstheorie des rationalen Wahlhandelns und ihrer praktischen Anwendbarkeit.
  • Kritische Würdigung der Theorien sowie der Herausforderung einer interdisziplinären Zusammenführung in einem Mehrfaktorenansatz.

Auszug aus dem Buch

3.3. Der labeling approach

Der labeling approach weicht von der herkömmlichen täterorientierten Sichtweise der Kriminalitätstheorien ab und versucht stattdessen Kriminalität aus interaktionistischer Sicht zu erklären.

Die Vertreter des labeling approach sehen sozial abweichendes Verhalten nicht durch soziales Versagen von Menschen, sondern durch spezielle Definitions- und Zuschreibungsprozesse der Instanzen sozialer Kontrolle verursacht. So schrieb Tannenbaum (1953: 17): „The young delinquent becomes bad, because he is defined as bad.“ Der Zuschreibungs- und Definitionsprozess erfolgt dabei in zwei Stufen:

1. Durch die Normsetzung, die das Werk spezifischer gesellschaftlicher Gruppen ist, werden bereits die Voraussetzungen für die Möglichkeit abweichenden Verhaltens geschaffen.

2. Durch die Normanwendung werden die Normverletzer schließlich als Abweichende definiert.

Obwohl nun Normsetzung und Normanwendung als unabhängig voneinander erscheinen, glaubt der labeling approach an ein einheitliches Determinationsprinzip der Selektion (vgl. Lamnek 1977: 72 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das Ziel, ausgewählte Kriminalitätstheorien unter Ausschluss biologischer Ansätze kritisch auf ihre Aussagekraft und Relevanz hin zu untersuchen.

2. Verschiedene Kriminalitätsbegriffe: Es werden der strafrechtliche, der ‚natürliche’ und der soziologische Kriminalitätsbegriff gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer Eignung und Schwächen für die Kriminologie erörtert.

3. Darstellung verschiedener Kriminalitätstheorien: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte historische Darstellung der Anomietheorie, der Kontrolltheorien, des labeling approach sowie der ökonomischen Theorie rationalen Wahlhandelns.

4. Kritische Betrachtung der einzelnen Kriminalitätstheorien: Die zuvor dargestellten Theorien werden einer kritischen Prüfung ihrer theoretischen Reichweite, empirischen Bewährtheit und praktischen Implikationen unterzogen.

5. Fazit: Die abschließende Würdigung kommt zu dem Ergebnis, dass keine Theorie für sich allein die Entstehung von Kriminalität umfassend erklären kann und plädiert für die Berücksichtigung von Mehrfaktorenansätzen.

Schlüsselwörter

Kriminalitätstheorien, Anomietheorie, Kontrolltheorien, labeling approach, rational choice, Kriminalität, Normsetzung, Normanwendung, Selektion, Kriminalpolitik, Strafe, Prävention, Soziologie, Kriminologie, Mehrfaktorenansatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen theoretischen Auseinandersetzung verschiedener Kriminalitätstheorien und deren Eignung zur Erklärung abweichenden Verhaltens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Anomietheorie, Kontrolltheorien, dem labeling approach sowie ökonomischen Modellen rationalen Wahlhandelns.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die Analyse der Aussagekraft und Relevanz dieser Theorien, um zu bewerten, wie valide sie zur Erklärung von Kriminalität beitragen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der bestehende Ansätze in ihrer historischen Entwicklung dargestellt und kritisch auf Basis wissenschaftlicher Kriterien bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Theorien detailliert erläutert und anschließend einer kritischen Reflexion unterzogen, wobei auch deren empirische Bewährbarkeit thematisiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kriminalitätstheorien, Anomietheorie, labeling approach, rationale Wahl, Selektionsprozesse und empirische Bewährung sind zentrale Begriffe der Arbeit.

Wie bewertet der Autor den labeling approach?

Der Autor stuft den labeling approach als sinnvolle Erweiterung ein, die insbesondere die Bedeutung von Selektionsprozessen hervorhebt, betont aber, dass er in radikaler Form die Ursachenforschung vernachlässigt.

Warum hält der Autor einen Mehrfaktorenansatz für notwendig?

Da keine der einzelnen Theorien die Entstehung von Kriminalität vollständig erklären kann, sieht der Autor in der Integration verschiedener Einflussfaktoren den Weg zu einer realistischeren Betrachtung.

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Details

Title
Eine kritische Betrachtung von Kriminalitätstheorien und ihren Implikationen
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Politikfeldanalyse Innere Sicherheit: Sicherheit in der Stadt
Grade
2,0
Author
M.A. Carsten Bobe (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V119096
ISBN (eBook)
9783640225910
Language
German
Tags
Eine Betrachtung Kriminalitätstheorien Implikationen Politikfeldanalyse Innere Sicherheit Stadt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Carsten Bobe (Author), 2006, Eine kritische Betrachtung von Kriminalitätstheorien und ihren Implikationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119096
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