Wie bestimmen Kommunikationsmedien die zeitlichen Abläufe unseres Alltags und welche Rolle spielen dabei digitale Medien?
Zu Beginn wird ein Überblick über grundsätzliche Annahmen über Massenmedien und Zeitkonstruktion geliefert, auf denen sich die weiteren Ausführungen aufbauen. Daraufhin werden Medien auf ihre (zeitlichen) Strukturen hin untersucht, wobei an dieser Stelle die Literatur von Beck (1994) maßgeblich als Grundlage verwendet wurde. Nach der genaueren Erläuterung von Medienhandeln als Zeithandeln wird auf Medienhandeln mit digitalen Medien und ihre zeitlichen Auswirkungen eingegangen, um mit einem Fazit und einem darin verorteten Ausblick abzuschließen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Grundsätzliche Annahmen
1.1 Massenmedien und Medienwirklichkeit
1.2 Zeitverständnis der Postmoderne und Alltagszeit
2. Medien und ihre Struktur
2.1 Medien(formen) und ihre zeitlichen Qualitäten
3. Medienhandeln
3.1 Medienhandeln der Nutzer als Zeithandeln/ Medienbezogenes Zeit-Handeln
3.2 Medienhandeln und die digitale Medienplattform
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Kommunikationsmedien bei der Gestaltung zeitlicher Abläufe im menschlichen Alltag und analysiert insbesondere den Einfluss digitaler Medien auf die Zeitwahrnehmung und das individuelle Medienhandeln.
- Massenmedien als Konstrukteure von Wirklichkeit und Zeitstrukturen.
- Veränderung des Zeitverständnisses in der Postmoderne durch Digitalisierung und Globalisierung.
- Medienhandeln als Zeithandeln und Instrument der Alltagsstrukturierung.
- Auswirkungen digitaler Medienplattformen auf die soziale Interaktion und Zeitnutzung.
Auszug aus dem Buch
Medienhandeln und die digitale Medienplattform
Bereits Fernsehen und Radio als Massenmedien sowie das Telefon als Medium interpersonaler Kommunikation (Malaka, Butz, & Hußmann, 2009) verbreiteten die Annahme eines medialen Zeitalters. Durch sie wurden überregionale Vernetzungen und Kommunikationen auf auditive oder sogar audio-visuelle Weise möglich, dies jedoch weiterhin gebunden an das jeweilige Endgerät. Dieser Nutzungs-Zwang mehrerer Geräte entfällt durch die Einführung und globalen Verbreitung des Computers im Zusammenspiel mit dem Internet. Letzteres dient als gemeinsame digitale Plattform mehrerer und verschiedener Medien (Holly, 2000). Jene digitale Plattform oder auch Social Media kann als ein Sammelbegriff unterschiedlicher Angebotsformen digital vernetzter Medien genutzt werden. Zu ihnen gehören neben digitalisierten Varianten der Printmedien oder des Fernsehens auch Möglichkeiten der Beziehungspflege und die erleichterte Interaktion zwischen Individuen (Schmidt, 2013). Explizite mediale Internet-Plattformen haben sich darüber hinaus etabliert, wie: Internet-Videoportale (bspw. YouTube oder TikTok), Kurznachrichtendienste (Twitter), Direktnachrichtendienste (WhatsApp), Videokonferenzdienste (Zoom) und soziale Netzwerkmedien als Mischform aus Microblog und audiovisuellen Aspekten (Instagram).
Mit der Entwicklung des Smartphones hat sich die Palette wesentlich erweitert, da über dieses Endgerät die Internet- und somit eine umfassende Mediennutzung an Mobilität gewonnen hat (in Anl.: Köster & Schubert, 2009). Nicht nur eine tagesbegleitende Nutzung (Beck, 1994) unterschiedlichster Medien ist dadurch gegeben, sondern grundsätzlich ebenso eine raumunabhängige.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der zeitstrukturierenden Funktion von Medien im Alltag ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Rolle digitaler Medien.
1. Grundsätzliche Annahmen: Dieses Kapitel erläutert die medienwissenschaftlichen Grundlagen zur Konstruktion von Wirklichkeit und analysiert, wie sich das menschliche Zeitverständnis unter dem Einfluss der Postmoderne gewandelt hat.
2. Medien und ihre Struktur: Hier werden Medien als Akteure in der Sinnvermittlung betrachtet und die spezifischen temporalen Qualitäten von Medieninhalten, wie Dauer und Aktualität, untersucht.
3. Medienhandeln: Dieses Kapitel beleuchtet das Medienhandeln als soziales Zeithandeln und untersucht sowohl das Nutzerverhalten als auch die spezifischen Dynamiken digitaler Plattformen und soziale Vernetzung.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Medienhandeln als Zeithandeln zu begreifen ist, und wirft weiterführende Fragen zur komplexitätsreduzierenden Wirkung von Social Media auf.
Schlüsselwörter
Medienhandeln, Zeithandeln, Zeitkonstruktion, Massenmedien, digitale Medienplattform, Postmoderne, Medienwirklichkeit, Zeitstrukturierung, Beschleunigung, Interaktion, Sozialisation, Social Media, Rezeptionsverhalten, Mediennutzung, Alltagszeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen Kommunikationsmedien und der alltäglichen Wahrnehmung sowie Konstruktion von Zeit durch den Nutzer.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Zeitstrukturierung durch Medien, dem Medienhandeln als Zeithandeln und der Transformation von Kommunikationsprozessen durch digitale Plattformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Medien unsere zeitlichen Alltagsabläufe bestimmen und welche spezifische Rolle dabei moderne, digitale Medien einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse mediensoziologischer Ansätze, insbesondere unter Rückgriff auf die medientheoretische Literatur von Klaus Beck.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Annahmen zu Medienwirklichkeiten, die strukturelle Analyse von Medien hinsichtlich ihrer zeitlichen Qualitäten und eine detaillierte Erläuterung des Medienhandelns im digitalen Zeitalter.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Medienhandeln, Zeithandeln, Zeitkonstruktion, Beschleunigung, digitale Medienplattform und Medienwirklichkeit.
Welche Bedeutung kommt der "Dauer" im Kontext der Medienrezeption zu?
Die Dauer wird als Indikator für Relevanz gewertet; je mehr Zeit Kommunikatoren für ein Thema aufwenden, desto höher ist die wahrgenommene Bedeutungszuschreibung beim Rezipienten.
Wie verändert die Digitalisierung die Raum-Zeit-Struktur des Alltags?
Die Digitalisierung ermöglicht eine räumliche Ausdehnung der Gegenwart und eine zeitliche Synchronisation, die den Alltag beschleunigt und gleichzeitig neue Möglichkeiten der raumunabhängigen Interaktion schafft.
- Arbeit zitieren
- Andrea Kern (Autor:in), 2020, Kommunikationsmedien und ihr Einfluss auf die Zeitkonstruktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190995