Was macht die digitale Partnersuche so attraktiv und inwiefern unterscheidet sie sich von der traditionellen Methode der Partnerwahl?
Im Zusammenhang dieser Fragestellung ist es das Ziel dieser Arbeit, auf eine vergleichende Herangehensweise der digitalen Partnersuche mit der traditionellen, Erstere in ihren Besonderheiten hervorzuheben und näher zu beleuchten. Inhaltlich wird der Fokus auf die Bildung von Liebesbeziehungen beziehungsweise Partnerbeziehungen gelegt, statt auf Beziehungen mit Flüchtigkeitscharakter und rein sexueller Motivation, wenngleich jene der Vollständigkeit wegen Erwähnung finden.
Es wird zunächst auf das allgemeingültige Verständnis der Begriffe Partnerbeziehung und Partnerwahl eingegangen, um daraufhin mit den Erläuterungen einer konventionellen Partnerwahl fortzufahren. Daran anschließend findet die digitale Partnerwahl, Bezug nehmend zur konventionellen, in ihren Facetten nähere Betrachtung. Der Stellenwert der Selbstdarstellung wird hierbei als Faktor besonders hervorgehoben. Das Fazit, mit u.a. einer Prognose der Autorin, bildet den Abschluss vorliegender Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Partnerbeziehung und Partnerwahl
2.1 Definition Partnerbeziehung u. Partnerwahl
2.2 Der Partnermarkt
3. Die Datingrahmen
3.1 Definition: Offline-Dating
3.2 Definition: Online-Dating
4. Vergleich nach Kategorien
4.1 Die Partnermärkte
4.2 Die Selbstdarstellung
4.3 Kontaktaufnahme: Der erste Schritt
4.4 Beziehungsaufbau- & vertiefung
4.5 Beziehungserfolg & -stabilität
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist eine vergleichende Analyse der digitalen Partnersuche gegenüber der traditionellen (Offline-)Partnersuche, wobei die Besonderheiten und Mechanismen der digitalen Variante detailliert herausgearbeitet und in ihren soziologischen Kontext eingeordnet werden.
- Grundlagen der Partnerwahl und die Theorie des Partnermarktes
- Strukturelle Unterschiede zwischen Offline- und Online-Dating
- Die Rolle der Selbstdarstellung und des Konkurrenzdrucks im digitalen Raum
- Prozesse der Kontaktaufnahme und Beziehungsbildung
- Einfluss der Digitalisierung auf Beziehungserfolg und -stabilität
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Selbstdarstellung
Auf beiden Partnermärkten ist es für einen Suchenden notwendig, sich mit seinen Qualitäten zu präsentieren, um das Interesse potentieller Partner zu wecken und so die Chance auf einen erfolgreichen Erstkontakt zu erhöhen (Zillmann, Schmitz, & Blossfeld, 2011). Es findet eine (Erst-) Informationsvermittlung über die eigene Person zwischen den Akteuren ohne direkte soziale Interaktion statt, um sich ein Bild über die jeweils andere zu verschaffen und diese anhand ihres Erscheinungsbilds zu bewerten (Goffman, 2002).
Das Aussehen ist ein wichtiger Anhaltspunkt, durch den auf mehr oder minder präferierte (Persönlichkeits-) Eigenschaften geschlossen wird (Dion, Berscheid, & Walser, 1972). In Abhängig von diesen Kenntnissen wird eine potentielle Interaktion als lohnend angesehen und somit die soziale Situation mit den Handlungsentwürfen und Handlungen definiert. Mit der Selbstdarstellung möchte man als Sender das Handeln des anderen gegenüber sich selbst beeinflussen, weshalb (mehr oder minder) gezielt Informationen bereitgestellt werden. Anhand derer führen der/die Empfänger, in unserem Fall die potentiellen Partner, ihre Handlungen aus oder unterlassen sie ggf. (Goffman, 2002). Partnersuchende möchten ihren Wert auf dem Partnermarkt möglichst hoch halten, um dadurch mehr Kontaktchancen zu gewinnen. Sofern sie in ein oder mehreren Attributen Defizite aufweisen, versuchen sie diese entweder durch andere positive zu kompensieren (Franzen & Hartmann, 2001) oder wählen eine zum Positiven verzerrte Selbstdarstellung (Zillmann et al., 2011). Eine solche Täuschung wird umso wahrscheinlicher vorgenommen, je stärker die Konkurrenz und je höher die Zielkongruenz ist (Zillmann et al., 2011, S. 297).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende gesellschaftliche Bedeutung des Online-Datings ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Attraktivität und den Unterschieden im Vergleich zur traditionellen Partnerwahl.
2. Partnerbeziehung und Partnerwahl: Das Kapitel erläutert soziologische Grundlagen wie das Verständnis von Partnerbeziehungen sowie die Dynamik von Partnermärkten und Kosten-Nutzen-Abwägungen nach der Rational-Choice-Theory.
3. Die Datingrahmen: Hier werden die beiden Vorgehensweisen „Offline-Dating“ als eher zufällige, alltägliche Suche und „Online-Dating“ als organisierte, mediatisierte Form der Partnerwahl definiert.
4. Vergleich nach Kategorien: In diesem Hauptteil werden beide Dating-Formen systematisch in den Bereichen Partnermärkte, Selbstdarstellung, Kontaktaufnahme, Beziehungsaufbau sowie Erfolg und Stabilität gegenübergestellt.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt insbesondere die Effizienz und die weiten Partnermärkte des Online-Datings hervor, während gleichzeitig die Bedeutung der reellen Begegnung für den Emotionalisierungsprozess betont wird.
Schlüsselwörter
Online-Dating, Offline-Partnersuche, Partnerwahl, Soziologie, Partnermarkt, Selbstdarstellung, Rational-Choice-Theory, Beziehungserfolg, Kontaktanbahnung, Emotionalisierung, Liebesbeziehung, Soziale Interaktion, Partnervermittlung, Beziehungsstabilität, Dating-Plattformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht soziologisch, wie Menschen in der heutigen Zeit Partner suchen und inwiefern sich die digitale Online-Partnersuche von der traditionellen Offline-Partnersuche unterscheidet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die Dynamiken auf dem Partnermarkt, die Mechanismen der Selbstdarstellung in digitalen Profilen sowie der Einfluss von Internetplattformen auf den gesamten Prozess der Beziehungsanbahnung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist ein systematischer Vergleich beider Dating-Methoden, um die spezifischen Vor- und Nachteile sowie die Auswirkungen auf die Stabilität resultierender Partnerschaften zu beleuchten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt einen soziologischen Theorievergleich und wertet bestehende empirische Studien und Forschungsdaten zur Partnerwahl und zum Partnerverhalten aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil findet eine detaillierte Gegenüberstellung anhand von sechs Kategorien statt, darunter die Struktur der Partnermärkte, die strategische Selbstdarstellung und die Faktoren, die zum Erfolg einer Partnerschaft führen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Partnerwahl, Online-Dating, Partnermarkt, Rational-Choice-Theory, Authentizität und Beziehungsstabilität.
Welche Rolle spielt die Anonymität beim Online-Dating?
Die Anonymität ermöglicht eine strategischere Selbstpräsentation im Profil, bringt jedoch laut der Arbeit auch ein Vertrauens- oder Misstrauensproblem mit sich, da die Authentizität der Angaben erst im direkten Kontakt überprüft werden kann.
Wie beeinflusst das Geschlecht die Partnerwahl laut den Ergebnissen?
Die Studie stellt geschlechtsspezifische Unterschiede fest, etwa dass Männer öfter ihre online angegebenen Eigenschaften optimieren und Frauen tendenziell höhere Anforderungen an einen Partner stellen.
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- Andrea Kern (Author), 2019, Digitale Partnersuche. Eine vergleichende Darstellung zur Offline-Partnersuche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191003