Kryptowährungen. Chancen und Risiken am Beispiel Bitcoin


Hausarbeit, 2020

19 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Geld und Kryptowährung
2.2 Begriffsbestimmung Bitcoin und Funktionsweise Blockchain-Technologie
2.3 Mining als Bitcoin-Entstehungsprozess

3 Chancen
3.1 Dezentralisationschance
3.2 Wertsteigerungschance
3.3 Bitcoin als Zahlungsmittel

4 Risiken
4.1 Risiko des Anonymitätsverlustes
4.2 Verlustrisiko durch Preisvolatilität
4.3 Diebstahlrisiko durch Hacker-Angriffe

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Belohnung für Miningprozess

Abbildung 2: Kursentwicklung Bitcoin Januar 2019 bis Februar 2020

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Alternative Geldanlagen zu traditionellen Investitionsmöglichkeiten wie Anleihen, Währungen und Aktien gibt es mittlerweile reichlich. Der Kauf von Immobilien und Gold sowie die Finanzierung durch Private Equity, Derivate und Hedgefonds sind nur ein paar Beispiele der unterschiedlichen Anlageklassen. Doch der zunehmende Vertrau­ensverlust in das gegenwärtige Finanzsystem, schwankende Währungen sowie der Ein­zug der Niedrig- bzw. Negativzinsphase verstärken die Flucht und steigern das Vertrau­en in alternative Assets, wie das der Kryptowährung.

Seit der Markteinführung von Bitcoin im Jahr 2008 erfreuen sich digitale Währungen und die dahinter stehende Blockchain-Technologie großer medialer Aufmerksamkeit. Insbesondere die Bekanntgabe von Facebook im Juni 2019, eine eigene Kryptowährung namens Libra auf den Markt zu bringen, entfachte einen regelrechten Hype. Libra soll stabil sein und im Gegensatz zu Bitcoin durch Vermögenswerte gedeckt werden.1 Dadurch hätte die Währung des Social-Media-Giganten einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Pionier. Denn Libras Kaufkraft wird nicht durch Angebot und Nachfra­ge selbstbestimmt.2 Die Aktualität dieses Themas wirft die Frage auf, inwieweit Kryp- towährungen wirklich das Potential dazu haben, als alternative Zahlungs- und Anlage­mittel genutzt zu werden. Zudem stellt sich die Frage, wer durch virtuelle Währungen profitiert. Welche Chancen und Risiken ergeben sich durch das Bestehen des Bitcoins im Allgemeinen sowie insbesondere für Investoren und Privatpersonen?

Zum besseren Verständnis wird zu Beginn der Arbeit die Bestimmung des Begriffs Kryptowährung sowie die Entstehungsgeschichte von herkömmlichem Geld und deren Abgrenzung zu virtuellen Währungen vorangestellt. Des Weiteren wird die grundlegen­de Funktionsweise der Blockchain-Technologie näher erklärt, um die Thematik Bitcoin zu verstehen. Da der Schöpfungsprozess von bitcoins ein wesentliches Merkmal der digitalen Währung darstellt, wird im Kapitel 2.3 der sogenannte Mining-Prozess her­ausgearbeitet. Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken, die sich durch den Einsatz von digitalen Währungen sowohl für Investoren als auch für Privatpersonen sowie im Gesamten ergeben. Dies wird anhand der führenden Kryp- towährung Bitcoin vorgenommen. Um den vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, werden ausgewählte Chancen und Risiken näher analysiert. Hierbei wer­den speziell die Dezentralität sowie die Wertsteigerung als positive Effekte beleuchtet. Außerdem wird darauf eingegangen, welche Vorteile Bitcoin als Zahlungsmittel mit sich bringt. Diesen genannten Punkten werden Anonymitätsverlust sowie das Verlustri­siko durch Preisvolatilität als nennenswerte Risiken gegenübergestellt. Als weitere ernstzunehmende Gefahr wird unter Punkt 4.3 das Diebstahlrisiko durch Hackerangriffe analysiert. Abschließend wird das Erarbeitete zusammengefasst und mögliche Zu­kunftsentwicklungen prognostiziert.

Da es sich bei Bitcoin um ein schnelllebiges Thema handelt, werden aus Gründen der Aktualität neben Fachliteratur vermehrt digitale Berichte als Quellen für diese Arbeit herangezogen. Es ist wichtig zu wissen, dass zwischen der Schreibweise Bitcoin und bitcoin unterschieden wird. Letzteres bezeichnet die Einheit der Kryptowährung. Bit­coin geschrieben mit dem Großbuchstaben B steht für das dezentrale Peer-to-Peer­Netzwerk im Gesamten.

2 Theoretische Grundlagen

Der theoretische Teil der Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Entstehungsgeschich­te von Geld. Es folgt eine nähere Bestimmung virtueller und herkömmlicher Währun­gen. Daraufhin werden die Funktionsweise der Blockchain-Technologie, die darauf ba­sierende Kryptowährung Bitcoin sowie deren Schöpfungsprozess erläutert.

2.1 Definition Geld und Kryptowährung

Vor der Einführung von Geld als Zahlungsmittel tauschten die Menschen Waren gegen andere entsprechend gleichwertige Rohstoffe sowie Dienstleistungen. Allerdings war diese Art des Handels unpraktisch und aufwendig, da zunächst das passende Tauschob­jekt für den Verkäufer gefunden werden musste. Die Vereinfachung des Tauschge­schäfts erfolgte durch den Wechsel von Natural- zu Münzgeld. Letzteres ließ sich besser zählen, aufbewahren und transportieren.3 Die Anfänge von geprägtem Münzgeld finden sich in der Herrschaftszeit von König Krösus im 6. Jahrhundert vor Christus.4 Durch den Einsatz von Metallgeld gelang es, den Wert eines Gutes näher bestimmen zu kön­nen und den verschiedener Güter zu vergleichen. Erst nach mehreren hundert Jahren, im 10. Jahrhundert, erfanden die Chinesen das Papiergeld. Etwa 400 Jahre später zogen die Europäer nach und schenkten den Papierscheinen ihr Vertrauen. Scheine und Münzen wurden im 19. Jahrhundert um Schecks, Überweisungen und Konten erweitert. Im Zuge der Digitalisierung im 20. Jahrhundert erfuhr das Geld eine Revolution durch das bar­geldlose Bezahlen mit Geld-, EC- und Girokarten. Elektronisches Geld hält seither im­mer größeren Einzug in den Alltag. Die schriftliche Überweisung wurde durch Online­banking ersetzt und wird heutzutage überwiegend an Portable Mobile Devices wie Tab­lets und Smartphones durchgeführt.5 Bei diesem sogenannten Mobile Payment handelt es sich um Micro- und Macropayments, bei denen die Bezahlvorgänge über eine App abgewickelt werden.6 Anerkannte Währungen wie beispielsweise der US-Dollar, japani­scher Yen und der Euro gehören zur Gruppe des Fiatgeldes. Im Gegensatz zu Kryp- towährungen wird Fiatgeld vom Staat herausgegeben.7

In der Stellungnahme der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zu virtuellen Währungen werden Kryptowährungen von gesetzlichen Zahlungsmitteln, dem Fiatgeld sowie von elektronischem Geld abgegrenzt. Die EBA definiert eine virtuelle Währung als eine digitale Abbildung eines Wertes, der nicht in Verbindung mit der Fiatwährung steht. Der Wert wird weder von einer Zentralbank noch von einer Behörde erstellt. Demnach gibt es keine dazwischengeschaltete Kontrollinstanz. Grundprinzip der meis­ten Kryptowährungen ist folglich eine dezentrale Steuerung. Digitale Währungen wer­den von natürlichen sowie juristischen Personen als Tauschmittel für Güter und Dienst­leistungen verwendet. Diese werden elektronisch übertragen und können gehandelt oder verwahrt werden.8 Das ursprüngliche Ziel von Kryptografie liegt in der Verschlüsselung von Informationen und Daten, um diese vor unbefugtem Zugriff zu schützen.9

2.2 Begriffsbestimmung Bitcoin und Funktionsweise Blockchain-Technologie

Bitcoin ist der Pionier der Kryptowährungen. Es ist die bekannteste und größte digitale Währung mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von rund $160 Milliarden US- Dollar.10 Das Wort Bitcoin ist zusammengesetzt aus der Maßeinheit einer Datenmenge, dem „Bit“ sowie dem englischen Wort für Münze, „Coin“. Durch die Einführung der digitalen Währung im Jahr 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, einer bis heute unbekannten Person, stand die dazugehörige Blockchain-Technologie im Fokus der Öffentlichkeit. Die kleinste bitcoin-Einheit sind 100 Millionen Satoshi, welche dem Wert eines bitcoins entsprechen.11 Daraufhin wurden viele weitere Kryptowährungen entwickelt, wie beispielsweise Ethereum, XRP und Tether. Vereinzelt nutzen diese eine eigene Technologie, die Mehrheit der digitalen Währungen greift jedoch auf die Bit- coin-Blockchain zurück.12 Diese zählt zu den Distributed Ledger Technologien (DLT), bei denen es sich um dezentral geleitete, digitale Register von Transaktionen und Ei­gentumsrechten handelt. In der Blockchain können „Informationen in einer Datenstruk­tur aus mit Hashwerten verketteten Blöcken abgespeichert werden.“13 Durch einen vor­her errechneten Hashwert kann ein Datensatz genauestens analysiert und bestimmt so­wie seine Echtheit überprüft werden. Des Weiteren sorgen diese kryptografischen Hashwerte für die Verschlüsselung von Daten sowie von Datenübertragungen.14 Folg­lich werden mehrere Transaktionen als Transaktionsgruppen zusammengefasst und in einem Block dokumentiert. Anschließend werden mehrere dieser Blöcke chronologisch in einer Kette aneinandergereiht, einer Blockkette, der sogenannten Blockchain. Bei der Übertragung eines bitcoins - von einem Computer zu einem anderen - werden Transak­tionsdaten gespeichert. Diese funktioniert ähnlich wie bei dem Online-Banking des re­gulären Bankensystems, mit einem wesentlichen Unterschied. Es liegen keine Konto­nummern bzw. Namen der Sender und Empfänger vor. Die Transaktionen finden ano­nym statt und der gebuchte Vorgang kann lediglich als eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die durch Algorithmen berechnet wird, der hinterlegten Bitcoin­Adresse zugeordnet werden. Diese mathematische Generierung ist zusammengesetzt aus einem öffentlichem sowie einem privaten Schlüssel. Der Public Key bezieht sich auf die Bitcoin-Adresse, der Private Key schreibt einer Person den eindeutigen Besitz eines bitcoins zu.15 Einsicht in diese Werte, die nicht verändert werden können, haben alle, die ebenfalls mit dieser Blockchain-Plattform verbunden sind.16 Jegliche Personen, die einen Internetzugang haben, sind somit potentielle Teilnehmer. Da die Werte für alle Beteiligten, die sogenannten Peers, transparent sind, handelt es sich bei der Blockchain um eine Art offenes Transaktionsbuch. Es stellt eine Technik für Peer-to-Peer­Transaktionen dar.17

2.3 Mining als Bitcoin-Entstehungsprozess

Bitcoins entstehen, im Gegensatz zu herkömmlichem Geld, nicht durch den klassischen Geldschöpfungsprozess, sondern durch das sogenannte Mining. Mining beschreibt ei­nen Vorgang im Bitcoin-System, bei dem durch getätigte Transaktionen neue Blöcke entstehen, die mit der Blockchain verknüpft werden müssen. Hierbei besteht eine wech­selseitige Verbindung zwischen allen Minern. Dies bedeutet, dass das Bitcoin­Transaktionsbuch erst um den neu generierten Block erweitert wird, wenn die Korrekt­heit und Vollständigkeit des Datensatzes von anderen Minern verifiziert wurde. Nur Nutzer, die eine spezielle Hardware für die mathematischen Berechnungen auf Krypto- grafie-Basis besitzen, haben die Möglichkeit Datensätze zu generieren und der Block­chain hinzuzufügen.18 Gelingt die Lösung dieser komplexen Rechenaufgaben, werden für die vollzogene Kreierung und Aneinanderreihung der Blöcke bitcoins als Gegenleis­tung an die Miner des Rechenleistungspools ausgeschüttet. Diese werden auf ihren je­weiligen Wallets gutgeschrieben.19 Aktuell werden pro veranlassten Datenblock 12,5 bitcoins an den Miner ausgegeben. Im Idealfall soll etwa alle 10 Minuten einer neuer Datenblock erstellt werden.20 Abbildung 1 zeigt die Höhe der Miner-Belohnung in bit­coins und in welchen Zeitabschnitten sich die Menge der Ausschüttung verändert. Alle 4 Jahre halbiert sich diese.21

Abbildung 1: Belohnung für Miningprozess

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Rosenberger, P., Revolution Bitcoin, 2018, S. 20.

Daraus lässt sich folgern, dass ein bitcoin vom Miner dezentral erzeugt wird. Nur noch etwa 23% der Bitcoins können geschürft werden bis die maximale Anzahl erreicht ist. Dies entspricht einer Restmenge von ungefähr 5 Millionen BTC.22 Durch die Festle­gung der gesamten Geldmenge auf insgesamt 21 Millionen sowie die Halbierung der Bitcoins alle vier Jahre sollte das Inflationsrisiko so gering wie möglich gehalten wer- den.23

3 Chancen

In folgendem Kapitel werden mögliche Chancen von Bitcoin analysiert. Es wird erör­tert, inwieweit virtuelle Währungen das Handeln von Investoren und Privatpersonen beeinflusst und sich im Gesamten auswirkt.

3.1 Dezentralisationschance

Eine wesentliche Eigenschaft der Kryptowährung Bitcoin liegt in der Dezentralität.

[...]


1 Vgl. Hoelste, B., Mayer T., Libra, 2019, S. 567.

2 Vgl. ebd .

3 Vgl. Rosenberger, P., Revolution Bitcoin, 2018, S. 5f.

4 Vgl. MDM, Münzwelt, 2020, o. S.

5 Vgl. Rosenberger, P., Revolution Bitcoin, 2018, S. 7.ff.

6 Vgl. MDM, Münzwelt, 2020, o. S.; Rosenberger, P., Revolution Bitcoin, 2018, S. 8f.

7 Vgl. Wirtschaftswoche, Fiatgeld, 2017, S. 2.

8 Vgl. EBA, Virtuelle Währungen, 2014, S. 11f.

9 Vgl. Pohlmann, N., Cyber-Sicherheit, 2019, S. 44.

10 Vgl. CoinMarketCap, Bitcoin Börsenwerte, 2020, o. S.

11 Vgl. Rosenberger, P., Revolution Bitcoin, 2018, S. 9.

12 Vgl. Sixt, E., dezentrale Transaktionssysteme, 2017, S. 8.

13 Hinckeldeyn, J., Blockchain-Technologie, 2019, S. 5.

14 Vgl. ebd. S. 6.

15 Vgl. Sixt, E., dezentrale Transaktionssysteme, 2017, S. 37.

16 Vgl. Rosenberger, P., Revolution Bitcoin, 2018, S. 9

17 Vgl. Sixt, E., dezentrale Transaktionssysteme, 2017, S. 8ff.

18 Vgl. Rosenberger, P., Bitcoin-Revolution, 2019, S. 19; FinanceFWD, Entwicklung Bitcoin, 2019, o. S.

19 Vgl. Sixt, E., dezentrale Transaktionssysteme, 2017, S. 9.

20 Vgl. BitcoinMag, Bitcoin Mining, o. S.

21 Vgl. Rosenberger, P., Bitcoin-Revolution, 2019, S. 20.

22 Vgl. BitcoinMag, Bitcoin Mining, 2020, o. S.

23 Vgl. FinanceFWD, Entwicklung Bitcoin, 2019, o. S.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Kryptowährungen. Chancen und Risiken am Beispiel Bitcoin
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Veranstaltung
Business Administration
Note
1,3
Jahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V1191116
ISBN (Buch)
9783346631275
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Crypto, Kryptowährung, Bitcoin, Blockchain, Mining, Dezentralität
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Kryptowährungen. Chancen und Risiken am Beispiel Bitcoin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191116

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