Die Arbeit analysiert, inwiefern die veränderte Kommunikation und Kollaboration im Homeoffice zur Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden beitragen können. Hierzu wird zunächst eine Literaturanalyse durchgeführt, welche die Bedingungen und Kriterien der Kompetenzentwicklung sowie des Lernens in der Arbeit, mit dem Fokus auf das Lernen in Communities of Practice, herausstellt. Daran anschließend wird das Arbeitsmodell Homeoffice näher betrachtet und analysiert, wie die Veränderungen der Kommunikation sowie Zusammenarbeit unter Arbeitnehmenden aussehen und inwiefern diese zur Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden beitragen können.
Die digitale Transformation verändert die Arbeitswelt tiefgreifend, indem sie die Ausbreitung flexibler Arbeitsmodelle mithilfe neuer Technologien fördert. Besonders in der Zeit der Corona-Pandemie hat das Arbeitsmodell Homeoffice an Bedeutung gewonnen und findet in immer mehr Unternehmen Anwendung. Der Einsatz von Homeoffice ist dabei mit bestimmten Strukturveränderungen des Büroalltags verbunden, die sich auf das Arbeiten und Lernen auswirken können.
Diese Veränderungen zeigen sich insbesondere in der arbeitsbezogenen Kommunikation und Kollaboration unter Mitarbeiter:innen, die ein wichtiges Kriterium der lern- und kompetenzförderlichen Arbeitsgestaltung darstellen. Diese sind im Homeoffice digital verankert und stellen eine entsprechend andersartige Herausforderung dar, erfolgreich zu kommunizieren, zusammenzuarbeiten, voneinander und miteinander zu lernen sowie die berufliche Handlungskompetenz weiterzuentwickeln.
Das informelle Lernen wie u.a. durch spontane Fragen an den Kollegen bzw. die Kollegin sowie das situierte und soziale Lernen in Gemeinschaften, dass in Form von Communities of Practice einen bedeutenden Vorteil für Arbeitnehmende bezüglich ihrer Kompetenzentwicklung durch einen regelmäßigen Wissensaustausch sowie Hilfestellungen bei alltäglichen Arbeitsaufgaben haben können, unterliegen durch die räumliche Trennung anderen Bedingungen sowie Herausforderungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Berufliche Kompetenz und ihre Entwicklung in der Arbeit
2.1 Berufliche Handlungskompetenz und Kompetenzentwicklung
2.2 Kriterien der lern- und kompetenzförderlichen Arbeitsgestaltung
2.3 Informelles Lernen in der Arbeit
3 Förderung der Kompetenzentwicklung in Communities of Practice
3.1 Situiertes Lernen am Arbeitsplatz: Wie wird gelernt?
3.2 Communities of Practice: Kollaboratives Lernen in einer sozialen Struktur
4 Analyse der Kompetenzentwicklung in der digitalen Arbeitswelt
4.1 Kommunikation und Kollaboration im Homeoffice
4.2 Chancen und Grenzen der digitalen Kommunikation und Kollaboration bezüglich der Kompetenzentwicklung im Homeoffice
5 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit veränderte Kommunikations- und Kollaborationsformen im Homeoffice die berufliche Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden beeinflussen können. Dabei wird analysiert, wie informelles sowie situiertes Lernen in digitalen Arbeitsumgebungen und Communities of Practice realisiert werden kann.
- Berufliche Handlungskompetenz und Kompetenzentwicklung
- Lern- und kompetenzförderliche Arbeitsgestaltung
- Informelles Lernen als wesentlicher Faktor der Kompetenzentwicklung
- Bedeutung von Communities of Practice für kollaboratives Lernen
- Chancen und Herausforderungen digitaler Kommunikationswerkzeuge
Auszug aus dem Buch
4.1 Kommunikation und Kollaboration im Homeoffice
Besonders zur Zeit der Corona-Pandemie hat das Arbeitsmodell Homeoffice an Bedeutung gewonnen. Eine rechtlich bindende Definition liegt allerdings nicht vor, sodass Homeoffice oftmals als Synonym für den Begriff der Telearbeit verwendet wird (Kunze et al. 2021: 23). Dessen Definition sieht einen fest eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich des Arbeitnehmers bzw. der Arbeitnehmerin vor, der vom Arbeitgeber hinsichtlich des Mobiliars und der Technik ausgestattet worden und vertraglich verankert ist (Deutscher Bundestag 2017: 4). Ein weiterer Begriff, der ebenfalls eng mit dem Homeoffice in Verbindung steht, ist das Mobile Arbeiten. Auch diese Begrifflichkeit besitzt derzeit noch keine rechtlich bindende Definition, wird aber als Arbeiten verstanden, dass von überall aus stattfinden kann. Das heißt, dass das Arbeiten weder an ein Büro noch an einen fest eingerichteten Platz im Zuhause gebunden ist (Deutscher Bundestag 2017: 5). Für die vorliegende Arbeit wird das Homeoffice „als das gelegentliche oder ständige Arbeiten in privaten Räumlichkeiten verstanden“ (Kunze et al. 2021: 23), dass mittels Bildschirmarbeit durchgeführt wird. Die zu leistende Arbeit erfolgt entsprechend zum Großteil am Computer (Meyerhuber 2021: 13).
Infolge der räumlichen Trennung von Mitarbeitenden im Homeoffice entstehen besondere Anforderungen an die Kommunikation sowie Kollaboration untereinander, da der Kontakt nicht persönlich (Face-To-Face), sondern digital bzw. computervermittelt stattfindet (Meyerhuber 2021: 13). Im folgenden Abschnitt werden entsprechende Optionen der digitalen Kommunikation und Kollaboration im Homeoffice herausgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz des Homeoffice-Modells durch die digitale Transformation und definiert das Ziel der Arbeit, die Kompetenzentwicklung unter veränderten Arbeitsbedingungen zu untersuchen.
2 Berufliche Kompetenz und ihre Entwicklung in der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der beruflichen Handlungskompetenz, lernförderliche Arbeitsbedingungen sowie die Bedeutung informeller Lernprozesse.
3 Förderung der Kompetenzentwicklung in Communities of Practice: Hier wird das Konzept des situierten Lernens beleuchtet und die Funktion von Communities of Practice als kollaborative soziale Struktur für das Lernen und den Wissensaustausch dargestellt.
4 Analyse der Kompetenzentwicklung in der digitalen Arbeitswelt: Das Kapitel analysiert die digitale Kommunikation und Kollaboration im Homeoffice sowie deren Chancen und Grenzen in Bezug auf die Kompetenzentwicklung der Mitarbeitenden.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Kompetenzentwicklung im Homeoffice durch den gezielten Einsatz geeigneter Tools und eine unterstützende Unternehmenskultur weiterhin erfolgreich möglich ist.
Schlüsselwörter
Homeoffice, Kompetenzentwicklung, berufliche Handlungskompetenz, informelles Lernen, situierte Lernprozesse, Communities of Practice, digitale Kommunikation, Kollaboration, Arbeitsgestaltung, Wissensaustausch, digitale Transformation, soziale Unterstützung, kollaboratives Lernen, Arbeitsmodell, berufliche Bildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie sich die veränderte, digital vermittelte Kommunikation und Kollaboration im Homeoffice auf die berufliche Kompetenzentwicklung von Arbeitnehmenden auswirkt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen beruflicher Kompetenz, Kriterien für lernförderliche Arbeitsgestaltung, das informelle Lernen am Arbeitsplatz sowie die Bedeutung von Communities of Practice.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die durch räumliche Trennung veränderte Kommunikation im Homeoffice zur Kompetenzentwicklung beitragen kann und welche digitalen Werkzeuge diesen Prozess unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die zentrale Lernkonzepte und aktuelle Erkenntnisse zur digitalen Arbeitswelt zusammenführt und kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Kompetenzentwicklung und Lernformen (Kapitel 2 und 3) sowie eine spezifische Analyse der Kommunikations- und Kollaborationsbedingungen im Homeoffice (Kapitel 4).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Homeoffice, Kompetenzentwicklung, informelles Lernen, Communities of Practice sowie digitale Kollaboration.
Wie bewertet die Autorin die Rolle informellen Lernens im Homeoffice?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass informelles Lernen im Homeoffice zwar erschwert ist, da der zufällige Austausch wegfällt, aber durch gezielte digitale Formate und eine bewusste Kommunikationskultur weiterhin effektiv umsetzbar bleibt.
Warum sind Communities of Practice für die Kompetenzentwicklung so wichtig?
Communities of Practice ermöglichen einen kollaborativen und sozialen Austausch, der über formale Wissensvermittlung hinausgeht und den Erwerb von Erfahrungswissen sowie die Ausbildung einer professionellen Identität fördert.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Hegenberg (Autor:in), 2022, Digitale Kommunikation und Kollaboration im Homeoffice. Förderung der beruflichen Kompetenzentwicklung in Communities of Practice, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191129