Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Pflegeberufen im Wandel. Insbesondere versucht sie die Frage zu beantworten, ob man von einer Entwicklung zur Profession sprechen kann.
Die anhaltende Krise der Pflegeberufe kann auf fehlende Fort-, Weiter- und Ausbildungsbereiche zurückgeführt werden. Der Beruf wird traditionell mit frauenspezifischen Tätigkeiten und hohen Belastungen verbunden, sodass eine Reform notwendig wäre. Andere Faktoren wie die Zunahme von chronischen Krankheiten, steigende Versorgungsansprüche, Rückgang von familiären beziehungsweise Laien-Pflegekräften führen zu einem erhöhten Bedarf an Pflegekräften.
Die Ausweitung von pflegerischen Aufgaben, wie die Prävention oder die Beratung, sowie technische und pflegewissenschaftliche Innovationen führen zu neuen Anforderungen im Berufsfeld. In den letzten Jahren haben Pflegeberufe an gesellschaftlicher Relevanz gewonnen, dennoch gibt es Diskussionen für eine anerkannte Profession. An den Merkmalen der klassischen Profession gemessen wird den Pflegeberufen meist der Status eines voll professionalisierten Berufes aberkannt. Die Reformbestrebungen werden seit Beginn der 90er Jahre mit der einhergehenden Akademisierung und dem Begriff der „Professionalisierung“ konfrontiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Pflegeausbildung im Wandel
2.1 Entwicklung zur Profession
2.2 Akademisierung der Pflegeberufe
3. Theoretische Ansätze
3.1 Professionalisierung
3.2 Profession
3.3 Professionalität
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Status und die zukünftige Entwicklung der Pflegeberufe unter der zentralen Forschungsfrage: Pflegeberufe im Wandel – Entwicklung zur Profession? Ziel ist es, die Prozesse der Professionalisierung, Akademisierung und die theoretischen Hintergründe zu beleuchten, um den aktuellen Stand der Pflege als Profession kritisch einzuordnen.
- Aktuelle Krisenphänomene und Anforderungen an Pflegeberufe
- Prozess der Akademisierung in der Pflege
- Theoretische Abgrenzung von Profession, Professionalisierung und Professionalität
- Identifikation von Barrieren auf dem Weg zur Profession
- Anforderungen an Forschung und wissenschaftliche Fundierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Professionalisierung
Ein Beruf kann sich professionalisieren, indem ein spezifisches Tätigkeitsfeld erschlossen wird und es von der Gesellschaft als besondere Aufgabe anerkannt wird. Es handelt sich hierbei um einen Prozess, der als Professionalisierung bezeichnet wird. Dazu muss der Expertenberuf mit dem Status einer Profession durchlaufen werden. Es können zusätzliche Qualifikationen innerhalb eines Berufes erworben werden, was ebenfalls als Professionalisierung bezeichnet wird.
Hesse und Hartmann nutzen prozessuale Ansätze, um die Professionalisierung zu analysieren. Nach Hesse umfasst Professionalisierung verschiedene Bedeutungen. Dazu zählen beispielsweise die Veränderung eines Berufes zu einer „Profession“ und die Veränderung einer theoretischen Wissenschaft zur angewandten Wissenschaft. Das Ziel der Professionalisierung ist die Einkommenssteigerung, das mit einem autonomen Berufsverband erreicht wird. Der Berufsverband soll das Arbeitsgebiet klar definieren und die Ausbildung in Bezug auf die Dauer, Spezialisierung und Theoretisierung kontrollieren. Die Einkommenssteigerung führt gleichzeitig zu hohem sozialen Prestige.
Hartmann unterscheidet zwei Dimensionen in Bezug auf die Professionalisierung. Der Übergang von einer Arbeit zu einem Beruf bezeichnet er als Verberuflichung, den Übergang von Beruf zur Profession als Professionalisierung. Als erstes nennt er die Dimension des Wissens, dazu zählen Funktionalität von Fertigkeiten, Leistungen und Wissensgebiete. Die Professionalisierung führt dazu, dass sich Wissenskombinationen von einfachen Mustern zu Theorien entwickeln. Hartmann nennt dies Verwissenschaftlichung. Der wachsende Umfang von Ausbildung ist nicht ausschlaggebend, sondern der „wachsende Anteil der Forschung, genauer: die wachsende Ausrichtung auf die Ergebnisse der Forschung. Diese Beteiligung der Forschung an der Systematisierung des Wissens läge im Bereich einzelner Arbeitsverrichtungen relativ niedrig, im Feld der Berufe merklich darüber und bei Professionen ausgesprochen hoch“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beschreibt die Krise in der Pflege aufgrund von Personalmangel und wachsenden Anforderungen und leitet daraus die Forschungsfrage zur möglichen Professionalisierung der Pflegeberufe ab.
2. Pflegeausbildung im Wandel: Dieses Kapitel analysiert die Veränderung der Pflegeausbildung, insbesondere die Entwicklung zur Profession sowie den komplexen Prozess der Akademisierung.
3. Theoretische Ansätze: Hier werden theoretische Konzepte zu Professionalisierung, Profession und Professionalität diskutiert, um den Status der Pflegeberufe im gesellschaftlichen und berufstheoretischen Kontext einzuordnen.
4. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die Pflege zwar Professionalisierungsfortschritte gemacht hat, aber für den Status als voll anerkannte Profession noch wesentliche Schritte in der Forschung, Autonomie und wissenschaftlichen Disziplinierung fehlen.
Schlüsselwörter
Pflegeberufe, Professionalisierung, Profession, Akademisierung, Pflegewissenschaft, Handlungsautonomie, Kompetenzprofil, Gesundheitswesen, Berufsidentität, Pflegeausbildung, Professionalität, Handlungskompetenz, Strukturwandel, Forschungsbedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation der Pflegeberufe im aktuellen Wandel und der Frage, ob diese sich zu einer anerkannten Profession entwickeln können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen von Reformen in der Ausbildung, die Bedeutung der Akademisierung sowie die theoretischen Voraussetzungen für Professionalität und professionelles Handeln.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Analyse der Entwicklungen im Pflegebereich, um festzustellen, inwieweit die Pflegeberufe die Kriterien einer Profession erfüllen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse verschiedener fachwissenschaftlicher Ansätze sowie Literaturdiskussionen zur Professionalisierungsforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Entwicklung der Pflegeausbildung, die Rolle der Akademisierung und theoretische Konzepte wie Professionalisierung und Professionalität detailliert ausgeführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Professionalisierung, Akademisierung, Pflegewissenschaft und Handlungsautonomie geprägt.
Warum wird die Pflege derzeit oft als "Semiprofession" bezeichnet?
Laut den Ausführungen der Arbeit liegt dies an der noch fehlenden eigenständigen wissenschaftlichen Disziplin und der mangelnden Autonomie gegenüber ärztlichen Weisungen.
Welche Rolle spielt die Akademisierung für die Pflege?
Die Akademisierung wird als wichtiger Prozess zur Aufwertung der Qualifikationen und zur Etablierung einer wissenschaftlichen Basis gesehen, auch wenn der Mehrwert in der Praxis noch weiter untersucht werden muss.
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- Aileen Hoffmann (Author), 2018, Pflegeberufe im Wandel. Akademisierung und Professionalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191478