Es stellt sich einerseits die Frage, ob der Lockdown messbare Auswirkungen auf die motorischen Fähigkeiten von Kindern hatte und andererseits, ob es dann auch noch Unterschiede zwischen den Kindern der Stadt und denen vom Land gibt. Diesen Fragen wird im Zuge dieser Masterarbeit nachgegangen. Dafür werden die Übungen des sportmotorischen Tests CHECK! verwendet. Zwei Grundschulen aus Nordrhein-Westfalen nehmen an der Testung teil. Neben dem Vergleich der Testergebnisse aus dem CHECK! 2018 und den aktuell erhobenen Daten findet auch ein Vergleich zwischen den Schulen statt. Deshalb wurden die Schulen aufgrund ihrer Lage und den entsprechenden Einzugsgebieten ausgewählt. Dabei handelt es sich einmal um eine Schule mit ländlichem Einzugsgebiet und einmal um eine Schule in der Stadt mit weniger natürlichem Raum zum Spielen.
Sport, Spiel und Bewegung zählen zu den wichtigsten Einflüssen für eine gute Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Denn sie beeinflussen das Kind auf körperlicher und seelischer, kognitiver und emotionaler Ebene. Bedeutsam ist dabei die frühe Heranführung der Kinder an den Sport, denn dadurch kann es zu einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung kommen. Heutzutage wachsen Kinder leider des Öfteren in einem Umfeld auf, das durch städtische Bebauung und stetiges Wachstum desselben, immer weniger Freiraum für eigenständiges Spiel und sportliche Herausforderungen lässt. Stattdessen gibt es eine Fülle an sportlichen Angeboten, wie den Schulsport und den Vereinssport. Auch bieten Spielplätze die Möglichkeit der sportlichen Entfaltung.
Nun ist es jedoch so, dass die Bundesregierung aufgrund der Corona- Pandemie den landesweiten Lockdown beschlossen hatte, sodass es zu unzähligen Veränderungen im öffentlichen und privaten Leben kam. Sportliche Angebote in Gruppen fielen aus, Schulen machten zu und auch öffentliche Sport- und Spielplätze durften zeitweise nicht betreten werden. Gleichzeitig bewirkten diese Einschränkungen, dass Kinder mehr Zeit vor dem Bildschirm verbrachten. Experten verzeichneten mit der Abnahme der sportlichen Aktivität von Kindern zugleich einen deutlichen Zuwachs der Bildschirmzeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Begriff der Motorik
2.1 Motorische Fähigkeiten
2.1.1 Konditionelle Fähigkeiten
2.1.2 Koordinative Fähigkeiten
2.2 Motorisches Lernen
2.2.1 Die Entwicklung der Grobkoordination
2.2.2 Die Entwicklung der Feinkoordination
2.2.3 Entwicklung der variablen Verfügbarkeit
2.3 Bedeutung der Motorik in der Entwicklung von Kindern
2.3.1 Motorik im Lehrplan des zweiten Schuljahres (NRW)
2.4 Motorische Fähigkeiten und Defizite bei Grundschulkindern
2.5 Zwei sportmotorische Tests (DMT und DüMo)
2.5.1 Der Deutsche Motorik-Test nach Klaus Bös (DMT)
2.5.2 Das Düsseldorfer Modell der Bewegungs-, Sport- und Talentförderung (DüMo)
2.6 Eine Übersicht der Ergebnisse aus dem CHECK! von 2003 bis 2018
3. Der Wohnraum als Einflussfaktor auf die motorische Entwicklung
3.1 Sportliche Aktivitäten in der Stadt
3.2 Sportliche Aktivitäten auf dem Land
4. Erhebung eigener Daten nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie
4.1 Hintergrund der Erhebung und die Einschränkungen durch die Pandemie
4.1.1 Die sozialräumliche Gliederung
4.2 Die Probandengruppen
4.3 Die Tester
4.4 Der Testaufbau
4.5 Die Durchführung des Tests
5. Die Auswertung der Testergebnisse
5.1 Die erhobenen Daten
5.1.1. Die Daten aus dem städtischen Raum
5.1.2 Die Daten aus dem ländlichen Raum
5.2 Vergleich zwischen städtischem und ländlichem Wohnraum.
5.3 Vergleich mit den Daten aus den Jahren ohne Pandemie
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Lockdowns auf die motorische Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern. Dabei wird analysiert, ob sich zwischen Kindern aus städtischen und ländlichen Wohnräumen Unterschiede in der motorischen Entwicklung zeigen, indem aktuelle Testergebnisse mit Daten aus der Zeit vor der Pandemie verglichen werden.
- Motorische Entwicklung bei Grundschulkindern
- Einfluss des Wohnumfelds (Stadt vs. Land) auf sportliche Aktivität
- Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Bewegungsalltag und motorische Fähigkeiten
- Vergleich aktueller Testdaten mit Längsschnittdaten (CHECK! 2003-2018)
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Sport, Spiel und Bewegung zählen zu den wichtigsten Einflüssen für eine gute Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Denn sie beeinflussen das Kind auf körperlicher und seelischer, kognitiver und emotionaler Ebene. „Dabei wurden die Zusammenhänge zwischen sportlicher Aktivität und Gesundheit einer Person bereits zahlreich thematisiert und interpretiert“ (Becker, 2014, S.13).
Bedeutsam ist dabei, die frühe Heranführung der Kinder an den Sport, denn dadurch kann es zu einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung kommen (vgl. Prien, Garg & Tiessen, 2018). Heutzutage wachsen Kinder leider des Öfteren in einem Umfeld auf, das durch städtische Bebauung und stetiges Wachstum desselben, immer weniger Freiraum für eigenständiges Spiel und sportliche Herausforderungen lässt. Stattdessen gibt es eine Fülle an sportlichen Angeboten, wie den Schulsport und den Vereinssport. Auch bieten Spielplätze die Möglichkeit der sportlichen Entfaltung. Nun ist es jedoch so, dass die Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie den landesweiten Lockdown beschlossen hatte, sodass es zu unzähligen Veränderungen im öffentlichen und privaten Leben kam. Sportliche Angebote in Gruppen fielen aus, Schulen machten zu und auch öffentliche Sport- und Spielplätze durften zeitweise nicht betreten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der motorischen Entwicklung von Kindern unter Berücksichtigung der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.
2. Zum Begriff der Motorik: Definition der Grundlagen von Motorik und Bewegung sowie Erläuterung motorischer Fähigkeiten, Lernphasen und relevanter sportmotorischer Testverfahren.
3. Der Wohnraum als Einflussfaktor auf die motorische Entwicklung: Analyse der Unterschiede in den Bewegungsmöglichkeiten für Kinder in städtischen gegenüber ländlichen Lebensräumen.
4. Erhebung eigener Daten nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie: Dokumentation der eigenen Datenerhebung unter Berücksichtigung der pandemiebedingten Einschränkungen und der sozialräumlichen Gegebenheiten der Testgruppen.
5. Die Auswertung der Testergebnisse: Darstellung und Analyse der gewonnenen Daten sowie Vergleich zwischen städtischen und ländlichen Gruppen und den Werten vor der Pandemie.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage unter Einbeziehung der erhobenen Ergebnisse und Ableitung weiterer Empfehlungen.
Schlüsselwörter
Motorik, Grundschulkinder, Corona-Pandemie, Lockdown, Sportmotorik, motorische Fähigkeiten, Bewegung, CHECK!, Düsseldorfer Modell, Sozialraum, städtischer Wohnraum, ländlicher Wohnraum, Ausdauer, Koordination, Bewegungsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss der Corona-Pandemie auf die motorische Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern unter Berücksichtigung ihres Wohnumfelds.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die motorische Entwicklung, den Einfluss von städtischen versus ländlichen Lebensräumen auf die Bewegung sowie die Auswirkungen von Lockdown-Maßnahmen auf die körperliche Fitness von Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, messbare Veränderungen in der motorischen Leistungsfähigkeit bei Zweitklässlern nach 18 Monaten Pandemie festzustellen und mit historischen Daten zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt, die sich auf die Testverfahren des "CHECK!"-Projekts stützt, um aktuelle Daten mit Normwerten aus den Jahren 2003 bis 2018 zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Motorik, die Bedeutung des Wohnumfelds, die Darstellung des eigenen Testaufbaus sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Testergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind unter anderem Motorik, Grundschulkinder, Corona-Pandemie, Bewegungsförderung, Sozialraum und motorische Fähigkeiten.
Gibt es einen Unterschied zwischen Stadt- und Landkindern bei den Ergebnissen?
Ja, die Studie deutet darauf hin, dass Kinder in ländlichen Räumen durch bessere natürliche Spielmöglichkeiten teils weniger stark motorisch eingeschränkt waren als Kinder in engen städtischen Wohngebieten.
Welchen Einfluss hatte der Lockdown konkret auf die Testergebnisse?
Die Ergebnisse zeigen insbesondere bei der Ausdauer und Koordination deutliche Einbußen im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau, was auf den Mangel an intensiver Bewegung während der Lockdown-Phasen zurückgeführt wird.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die motorische Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern. Ein Vergleich zwischen ländlichem und städtischem Lebensraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191479