Digitale Unternehmenskultur. Herausforderungen für Führungskräfte und Mitarbeiter


Hausarbeit, 2021

32 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. EINLEITUNG
1.1. Einführung
1.2. Zielsetzung
1.3. AufbauderArbeit

2. MEGATRENDDIGITALISIERUNG
2.1. Digitalisierung der Arbeitswelt
2.2. Eine digitalisierte Arbeitswelt voller Phänomene
2.3. Wechselwirkung zwischen Digitalisierung und Globalisierung

3. FÜHRUNGIMWANDEL
3.1. Neue Führungsverständnisse
3.2. Digitale Führung
3.3. Die Sache mit dem Vertrauen

4. ZUSAMMENFÜHRUNG DIGITALISIERUNG UND UNTERNEHMENSKULTUR
4.1. Zentrale Treiber einer digitalen Unternehmenskultur
4.2. KONKRETE iMPLEMENTIERUNGSMAßNAHMEN EINER DIGITALEN Unternehmenskultur

5. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Einführung

Immer mehr beeinflussen elektronische Medien unsere Beziehungen. Sie ermöglichen sowohl im Privatleben, insbesondere aber im Berufsleben, einen immer schnelleren Informationsaustausch. Teams kommunizieren, koordinieren und kooperieren virtuell, der Zugang zu Wissen wird erleichtert und arbeitsbezogene Ressourcen können effizienter genutzt werden. Aufgrund dieser Entwicklung stehen Führungskräfte vor einer neuen Herausforderung. Die Medienwahl beeinflusst nicht nur die Interaktion von Führungskraft und Geführtem, sondern auch innerhalb derTeams.1

Vor der Corona Pandemie wurde das Homeoffice-Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Führungskräfte waren gegenüber Homeoffice Arbeit äußerst skeptisch, was Studien zufolge am mangelnden Vertrauen in die Mitarbeiter lag, denn Führungskräfte setzten Homeoffice mit Kontrollverlust gleich. Führungskräfte konnten ihre Mitarbeiter weder direkt sehen oder den Arbeitsfortschritt überwachen, noch direkt aufsie zugehen.2

Doch nicht erst die Corona Pandemie zog einen Wandel von Arbeits- und Organisationsformen nach sich. Die weltweiten Produktionsprozesse haben sich bereits in der Vergangenheit verändert und insbesondere die Arbeitswelt stark verändert. Die beiden globalen Megatrends Digitalisierung und Globalisierung bedingen und verstärken sich gegenseitig.3 In digitalen und agilen Zeiten ist Führung zur Herausforderung geworden und bedingt neue Führungsverständnisse und Führungskompetenzen. Insbesondere müssen Führungskräfte die digitale Transformation in Unternehmen vorantreiben und auch das Führen virtueller und verteilterTeams stellt eine Herausforderung dar.4

1.2. Zielsetzung

Die Untersuchung von Einflüssen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt sowie auf Führung in Unternehmen und auf die Unternehmenskultur ist Gegenstand dieserArbeit.

Im Folgenden gilt es, die zentralen Aspekte, Kennzeichen und Herausforderungen einer digitalen Führung genauer zu untersuchen und dabei sowohl aus der Sicht von Führungskräften als auch von Mitarbeitern zu beleuchten.

Hierbei wird insbesondere auf die wesentlichen Kennzeichen und Merkmale einer digitalen Unternehmenskultur eingegangen und herausgearbeitet, welche Voraussetzungen für die Entwicklung einer solchen Kultur gegeben sein müssen. Hierfür werden die zentralen Treiber zur Entwicklung einer solchen Kultur aufgezeigt, sowie Möglichkeiten zur Implementierung dargestellt.

Ziel der Arbeit ist die Formulierung von Maßnahmen zur Umsetzung einer Unternehmenskultur im Zusammenspiel mit der Digitalisierung.

1.3. Aufbau derArbeit

In Kapitel zwei, dem ersten Teil dieser Arbeit, wird ein Überblick über das Thema Digitalisierung verschafft sowie die Bedeutung für Unternehmen und die Arbeitswelt thematisiert und beispielhaft einige Entwicklungen und Phänomene aufgezeigt. Hierfür wird die Digitalisierung kurz definiert und eine Überleitung zur digitalen Transformation in Unternehmen geschlagen. Weiter werden die Zusammenhänge von Digitalisierung und Globalisierung sowie deren Wechselwirkungen thematisiert.

In Kapitel drei geht es um neue Führungsverständnisse aufgrund des Wandels von Arbeits­und Organisationsformen, bedingt durch die unaufhörlich voranschreitende Digitalisierung. Es werden zentrale Aspekte, Kennzeichen und Herausforderungen digitaler Führung behandelt. Insbesondere das Thema Vertrauen spielt hierbei eine wichtige Rolle. Kapitel 3.3 geht dabei insbesondere auf die Herstellung und Aufrechterhaltung von Vertrauen in virtuellen Teams ein.

Im Laufe von Kapitel zwei und drei werden Kriterien der Digitalisierung behandelt, in Kapitel vier werden schließlich die wesentlichen Kennzeichen und Merkmale einer digitalen Unternehmenskultur verdeutlicht. Es werden die Voraussetzungen behandelt, mit welchen eine solche Unternehmenskultur entwickelt werden kann und anschließend aufgezeigt, wie die Digitalisierung und die Unternehmenskultur zusammen geführt werden können, um eine digitale Unternehmenskulturzu bilden.

Im letzten Teil dieser Arbeit, Kapitel fünf, folgt eine Zusammenfassung sowie ein kurzes Fazit.

2. Megatrend Digitalisierung

Vom Papyrus zum Word - Dokument, vom Pferd zum selbstfahrenden Auto. Schon immer stand Technologie für Veränderung und somit für gesellschaftlichen Fortschritt. Das Internet vernetzt und die Technologien treiben den digitalen Strukturwandel rasant voran.5 Unternehmen und Branchen werden durch digitale und vernetzte Technologien beeinflusst. Die Wirkung dieser Technologien auf die Gestaltung von Geschäftsmodellen, Dienstleistungen und Produkte ist allgegenwärtig. Insbesondere auf die Arbeitswelt hat die Digitalisierung große Auswirkung.6

Nicht ohne Grund beschreibt man die Digitalisierung als Megatrend. Diese Trends müssen nicht vorhergesagt werden, denn sie sind schon da. Sie beschreiben Veränderungen, durch welche wir längst geprägt werden und uns noch lange Zeit prägen werden. Sie umfassen als Entwicklungskonstanten der globalen Gesellschaft mehrere Jahrzehnte und wirken in jedem einzelnen Menschen und umfassen alle Gesellschaftsebenen - sie verändern die Welt.7

Durch den Wandel der Wirtschaft verändern sich auch Werte und Lebensstile und somit auch die Anforderungen und Ansprüche an die Arbeit. Alternative Arbeitsmodelle rücken weiter in den Vordergrund.8

2.1. Digitalisierung derArbeitswelt

Digitalisierung findet man in fast allen unserer Lebensbereiche. Von Big Data und Cloudisierung über Anlagenfernwartung und selbstfahrende Autos bis hin zu autonom arbeitenden Geräten wie Staubsauger oder Rasenmäher. Von papierlos bis hin zur völligen Zerschlagung von Geschäftsmodellen. Unternehmen wachsen, vernetzen sich und müssen flexibel bleiben. Zunehmend verbreiten sich digitale Geschäftsplattformen und die IT wird vor neue Herausforderungen gestellt. Für eine erfolgreiche Einführung in der Praxis sollte sich jedes Unternehmen und jede Organisation für eine Formaldefinition entscheiden. Allgemein spricht man von Digitalisierung, wenn analoge Leistungserbringung ganz oder auch nur teilweise durch eine digitale, computergesteuerte Variante ausgetauscht wird.9 Werden analoge Daten, wie beispielsweise Bilder und Texte in digitale Daten umgewandelt, spricht man von Digitalisierung im engeren Sinne. Diese digitalen Daten können dann auf unterschiedlichen Wegen transportiert und wieder abgerufen werden, ohne dabei an das Medium gekoppelt zu sein. Durch diese Art des Digitalisierens konnten Produkte entstehen, wodurch die Lebens- und Arbeitswelt einschneidend verändert wurde. Ursprünglich zur Effizienzsteigerung insbesondere im administrativen Bereich gedacht, liegt der Fokus nun auf derVernetzung von Unternehmen, Kunden und Lieferanten. Die Digitalisierung führtzu strukturellen Veränderungen, es entstehen neue Dienstleistungen, neue Arten von Bildungssystemen und durch die dauerhafte Vernetzung entsteht eine starke Dynamik von Informations- und Interaktionsprozessen. Insbesondere im beruflichen Bereich verändern sich durch die verstärkte Nutzung dieser Anwendungssysteme Arbeits- und Handlungsweisen und Arbeit wird zeit- sowie ortsunabhängig.10

Diese Neugestaltung von Unternehmen wird als digitale Transformation bezeichnet. Sie entsteht durch die Vernetzung moderner IT und den vielen Möglichkeiten der Digitalisierung. Viele Unternehmen hoffen, hierdurch ihre Geschäftsmodelle, Produkte und Services neu zu gestalten und somit ihre Wettbewerbsposition am Markt zu sichern und zu stärken. Eine entscheidende Rolle hierbei nehmen die Mitarbeitenden von Unternehmen ein. Diese müssen die Fähigkeit besitzen, nicht nur ihre Denkweise in Richtung Innovation zu lenken, sondern auch digital zu arbeiten, zu entscheiden und zu handeln. Durch die vollkommene Vernetzung eines Unternehmens und der Mitarbeiter mit Maschinen, Objekten, Produkten und Dienstleistungen zeigt sich das Streben nach digitaler Transformation. Die transformative Wirkung beeinflusst demnach unvermeidlich auch die Fähigkeit der Unternehmensführung und -gestaltung. Um zu einem zentralen Erfolgsfaktor für Unternehmen zu werden, müssen Voraussetzungen wie digitales Selbstmanagement der Führungskräfte und digitale Führung erfüllt sein. Nur so kann die digitale Transformation erfolgreich sein.11

2.2. Eine digitalisierte Arbeitswelt voller Phänomene

Unser tägliches Handeln wird durch die fortschreitende Digitalisierung von Arbeitsabläufen und Prozessen beeinflusst. Digitalisierung beeinflusst unseren sozialen Umgang, wie wir kommunizieren und die Art und Weise wie wirwirtschaften und arbeiten.12

Arbeitsweisen müssen an die Möglichkeiten und Herausforderungen der digitalen Welt angepasst werden. Neue Arbeitsformen und -Verhältnisse weichen vom Normalarbeitsverhältnis ab, insbesondere im Hinblick auf Arbeitszeit, Arbeitsort und der Mitarbeiterbeteiligung.

Die Entwicklung atypischer Arbeitsverhältnisse in Form von befristeten Arbeitsverhältnissen, Teilzeitarbeit und Arbeitskräfteüberlassung nimmt bereits seit Jahrzehnten kontinuierlich zu. Insbesondere aufgrund informationstechnischer Fortschritte folgten weitere atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Telearbeit, Gleitzeitarbeit und die 4-Tage-Woche.13

Trends auf dem Arbeitsmarkt werden durch die Digitalisierung vorangetrieben. Insbesondere flexibel und individuell zugeschnittene Zeit- und Werkarbeitsverträge, multiple Jobs und Solo-Selbständigkeit verdrängen immer mehr klassische Normalarbeitsverhältnisse. Durch die Digitalisierung können Aufgaben und Tätigkeitsprofile zergliedert und benötigte Arbeitsmodule bei Bedarf kurzfristig extern zugekauft werden.14 Im Folgenden werden einige Arbeits- und Organisationsformen aufgezeigt, die durch die Digitalisierung der Arbeitswelt neu entstanden sind oder erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben:

Mit Hilfe agiler Organisation sollen die Innovationskraft und Flexibilität in Unternehmen erhöht werden. Man unterscheidet dabei agile Primärorganisation, in welcher Aufbau, Ablauf und Arbeitsmethoden durch Agilität bestimmt werden und agile Sekundärorganisation. Hierbei werden agile Organisations- und Arbeitsformen sowie Arbeitsmethoden innerhalb einer klassischen Organisation eingesetzt. Kennzeichen agiler Organisationen sind unter anderem:

- Hohe Kommunikationsintensivität
- Selbst organisiert
- Reaktionsschnelligkeit
- Hierarchiefreiheit
- Markt- und Kundenorientierung

um nur einige Beispiele aufzuzeigen. Nicht zu verwechseln ist die agile Organisation mit flexiblen Organisationen. Wenn auch oftmals synonym verwendet, kennzeichnen flexible Organisationen insbesondere Vereinbarkeit, Selbstbestimmtheit und zeit- und ortsunabhängige Arbeitserbringung. Unter bestimmten Voraussetzungen können agile Organisationsformen und flexible Arbeitsformen nebeneinander existieren.15

Jobsharing bedeutet Arbeitsplatzteilung und handelt sich um ein Teilzeitarbeitsverhältnis. Der Arbeitgeber schließt hierbei mit zwei oder mehreren Arbeitnehmern einen Vertrag über einen Vollarbeitsplatz, den diese sich dann teilen. Somit sind die einzelnen Arbeitsnehmer sehr flexibel im Umgang mit ihrer Arbeitszeit, für den Arbeitgeber liegt der Vorteil darin, dass während der gesamten Arbeitszeit derArbeitsplatz besetzt ist.16

Als Pendant zu Jobsharing erbringen beim Employee sharing einzelne Arbeitskräfte innerhalb eines Arbeitsverhältnisses rotierend für mehrere Arbeitgeber ihre Arbeitsleistung, wodurch für sie selbst eine Vollzeitstelle entsteht. Die Verantwortung für das Arbeitsverhältnis tragen dabei die Arbeitnehmer gemeinsam. Insbesondere in Konzernen ist diese Art des Arbeitsverhältnisses anzutreffen.17

Beim Interim Management wird die Zusammenarbeit flexibilisiert. Ein Interim Manager muss hohe fachliche und methodische Kompetenzen vorweisen, da er lediglich projektbezogen rekrutiert wird und somit zeitlich befristet ein Projektteam anleitet. Aufgrund dieser zeitlichen Befristung benötigt ein Interim Manager indes ebenfalls stark ausgeprägte kommunikative und soziale Fähigkeiten. Oftmals besteht die Gefahr, dass auf Grund der geringen Zeit zu Beginn zu schnell an sachliche Aufgaben herangegangen wird, ohne jedoch wesentlich Zeit in den Aufbau der Beziehung zu investieren.18

[...]


1 Vgl. Mühlfelder (2016), S. 87

2 Vgl. Sackmann (2020)

3 Vgl. Petersen (2015), S. 1

4 Vgl. Hasenbein (2020), S. 126

5 Vgl. Bundesministerium fürArbeit und Soziales (2017), S. 19

6 Vgl. Lemke (2020), S. 17

7 Vgl. Zukunftsinstitut (2020)

8 Vgl. Bundesministerium fürArbeit und Soziales (2017), S. 27-28

9 Vgl. Wolf/Strohschen (2018), S. 58-59

10 Vgl. Bengler/Schmauder (2016), S. 75-76

11 Vgl. Lemke (2020), S. 24-25

12 Vgl. Eichhorst/Hinte/Rinne/Tobsch (2016), S. 1

13 Vgl. Bundesministerium fürArbeit und Soziales (2017),S. 18-50

14 Vgl. Eichhorst et al (2016),S.4

15 Vgl. Rump/Eilers (2020), S. 9-10

16 Vgl. Nissen (o.J.)

17 Vgl. Bürgi Nägeli Rechtsanwälte (o.J.)

18 Vgl. Mühlfelder (2016), S. 80

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Digitale Unternehmenskultur. Herausforderungen für Führungskräfte und Mitarbeiter
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
32
Katalognummer
V1191671
ISBN (Buch)
9783346629296
Sprache
Deutsch
Schlagworte
digitale, unternehmenskultur, herausforderungen, führungskräfte, mitarbeiter
Arbeit zitieren
M.Sc. Jana Breitenberger (Autor:in), 2021, Digitale Unternehmenskultur. Herausforderungen für Führungskräfte und Mitarbeiter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191671

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