In dieser Arbeit wird behandelt, inwiefern es geschlechtsspezifische Unterschiede innerhalb der Altersarmut gibt. Um die geschlechtsspezifischen Unterschiede und Risiken für Altersarmut aufzuzeigen, werden vor allem die Erwerbsbiografien von Frauen in den Blick genommen, um zu verstehen, wie diese das Thema Altersarmut prägen.
Um im Alter selbstbestimmt, gleichberechtigt und selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können, ist ein ausreichendes Einkommen die Grundlage. Ein Einkommen spielt ebenso eine Rolle bei der Wohnsituation, in der Mobilität und Gesundheit, bei sozialen Kontakten sowie in der Freizeitgestaltung.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. METHODE
1.2. THEORETISCHER RAHMEN
1.3. BEGRIFFSDEFINITIONEN
2. ALTERSSICHERUNG IN DEUTSCHLAND
3. ALTERSARMUT
4. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE IN ERWERBSKARRIEREN
5. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ARMUTSRISIKEN
5.1. GESCHLECHTSSPEZFISCHE ARBEITSTEILUNG
5.2. ALLEINERZIEHENDE FRAUEN
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der geschlechtsspezifischen Altersarmut in Deutschland und analysiert, inwiefern Frauen aufgrund ihrer spezifischen Lebens- und Erwerbsbiografien einem erhöhten Risiko für Armut im Alter ausgesetzt sind.
- Analyse von geschlechtsspezifischen Unterschieden in Erwerbsbiografien
- Bedeutung der traditionellen Arbeitsteilung für die Alterssicherung
- Einfluss von Teilzeitbeschäftigung und Erwerbsunterbrechungen auf das Alterseinkommen
- Die spezifische Gefährdungslage von alleinerziehenden Frauen
Auszug aus dem Buch
4. Geschlechtsspezifische Unterschiede in Erwerbskarrieren
Erwerbstätigkeit kann als Form einer gesellschaftlichen Teilhabe verstanden werden, zudem ist sie für einen großen Teil der Bevölkerung die Haupteinkommensquelle und folglich stellt sie die Absicherung im Rentenalter dar. Frauen ist es allerdings erst seit 1977 gestattet, sich ohne Zustimmung ihres Ehemannes für eine Erwerbstätigkeit zu entscheiden, davor zählte zu ihrer Hauptaufgabe die Kindererziehung und der Haushalt.
Die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht prägt nicht nur die körperlichen und biologischen Merkmale eines Menschen (sex) sondern auch die sozialen Erwartungen und Zuschreibungen innerhalb der Gesellschaft an das jeweilige Geschlecht (gender), wie bestimmte Verhaltensweisen, Rollenvorstellungen und Normen die für das zugeschriebene Geschlecht gelten (Vogel, Wettstein, Tesch-Römer, 2018, S. 4). Demzufolge wird auch die Erwerbsbiografie eines Menschen durch die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht geprägt.
„Arbeitsmärkte und Arbeitsplatze sind nicht geschlechterneutral, sondern reproduzieren mehr oder weniger implizit geschlechtertypische Stereotype von Fähigkeiten sowie Machtverhältnisse“ (Hübger, 2020, S.41).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des demografischen Wandels und dessen Auswirkungen auf die Altersvorsorge, sowie Darlegung der Forschungsfrage.
1.1. METHODE: Erläuterung des methodischen Vorgehens mittels Literaturrecherche und Analyse empirischer Daten, insbesondere Berichte der Bundesagentur für Arbeit.
1.2. THEORETISCHER RAHMEN: Überblick über das Alterssicherungssystem in Deutschland und die Relevanz geschlechtsspezifischer Erwerbsbiografien.
1.3. BEGRIFFSDEFINITIONEN: Definition zentraler Begriffe wie Armut, relative Armut, absolute Armut und Armutsgefährdungsquote.
2. ALTERSSICHERUNG IN DEUTSCHLAND: Darstellung der Strukturen des sozialen Sicherungssystems, insbesondere des Umlageverfahrens und der Herausforderungen durch den demografischen Wandel.
3. ALTERSARMUT: Analyse der Ursachen von Altersarmut und Darstellung der Entwicklung der Armutsgefährdungsquote bei älteren Menschen.
4. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE IN ERWERBSKARRIEREN: Untersuchung der Einflüsse von Geschlechterrollen auf Erwerbsbiografien, inklusive Gender Lifetime Earnings Gap und Teilzeitquoten.
5. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ARMUTSRISIKEN: Beleuchtung der Risikofaktoren für Frauen, wie stereotype Persönlichkeitsmerkmale und frauenfeindliche Strukturen in der Arbeitswelt.
5.1. GESCHLECHTSSPEZFISCHE ARBEITSTEILUNG: Diskussion der Auswirkungen der traditionellen Arbeitsteilung auf das Alterseinkommen von Frauen.
5.2. ALLEINERZIEHENDE FRAUEN: Untersuchung der spezifischen Armutsrisiken für alleinerziehende Mütter aufgrund von Erwerbsbeschränkungen.
6. FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage zur geschlechtsspezifischen Altersarmut.
Schlüsselwörter
Altersarmut, Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Erwerbsbiografie, Teilzeitarbeit, Gender Lifetime Earnings Gap, Grundsicherung im Alter, demografischer Wandel, Rentenversicherung, Alleinerziehende, Armutsgefährdungsquote, soziale Absicherung, Alterseinkommen, Gleichstellung, Gender Pay Gap, Erwerbsunterbrechung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die geschlechtsspezifische Altersarmut in Deutschland und untersucht, warum Frauen im Ruhestand statistisch häufiger von Armut betroffen sind als Männer.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Alterssicherungssysteme, die Auswirkungen von Erwerbsbiografien auf Rentenansprüche, die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Stereotype.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern sind Frauen in Deutschland einem erhöhten Risiko für Altersarmut ausgesetzt?“ Ziel ist es, dieses Risiko anhand von Lebens- und Erwerbsverläufen zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturrecherche, der Auswertung aktueller Studien sowie der Analyse empirischer Forschungsergebnisse, insbesondere des Berichts der Bundesagentur für Arbeit von 2020.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Strukturen der Alterssicherung, die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Erwerbskarrieren, das Phänomen des Gender Lifetime Earnings Gaps und die Auswirkungen von Kindererziehung und Alleinerziehung auf das Alterseinkommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Altersarmut, Erwerbsbiografie, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Teilzeitquote, Grundsicherung und Gender Pay Gap.
Warum spielt die Kindererziehung eine so große Rolle für die Altersarmut von Frauen?
Kindererziehung führt häufig zu Erwerbsunterbrechungen oder zur Aufnahme von Teilzeitarbeit. Dies reduziert die Beitragsjahre und die Höhe des erworbenen Rentenanspruchs massiv, was im Alter das Armutsrisiko erhöht.
Welche Rolle spielt die „Grundsicherung im Alter“ laut der Arbeit?
Die Grundsicherung dient als Auffangnetz für Rentnerinnen und Rentner, deren eigene Alterssicherung nicht ausreicht. Die Arbeit betont, dass dies für Betroffene oft einen Endzustand darstellt, aus dem sie sich kaum noch durch eigene Erwerbstätigkeit befreien können.
Wie beeinflusst das „traditionelle Bild der geschlechtlichen Arbeitsteilung“ die Rentensituation?
Dieses Leitbild sieht oft den Mann als Hauptverdiener und die Frau als für Haushalt und Kinder zuständig. Dies führt dazu, dass Frauen seltener vollzeiterwerbstätig sind und somit weniger eigene Rentenansprüche erwerben, wodurch sie in finanzielle Abhängigkeit von Partnern geraten.
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- Elisa Draheim (Author), 2021, Geschlechtsspezifische Altersarmut. Inwiefern sind Frauen in Deutschland einem erhöhten Risiko für Altersarmut ausgesetzt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191705