Auswirkungen von Musik auf Selbst und Persönlichkeit von Kindern


Seminararbeit, 2022

16 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entwicklung des Gehirns in Bezug auf akustische Reize
2.1 Vor der Geburt
2.2 Nach der Geburt

3 Langzeitstudie zu Wirkungen von Musik und Musizieren auf die Entwicklung 6- bis 12-Jähriger
3.1 Soziale Kompetenz
3.2 Intelligenzentwicklung
3.3 Konzentration
3.4 Musikalische Begabung/ Leistung/ Kreativität
3.5 Angst - Emotionale Labilität
3.6 Allgemeine Schulleistung
3.7 Fazit

4 Unmusikalität und Musikalität
4.1 Unmusikalität
4.2 Musikalität

5 Das Musikalische Selbstkonzept
5.1 Was ist ein musikalisches Selbstkonzept?
5.2 Die Studie

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an.

E.T.A. Hoffmann, 1776-1822

Musik ist allgegenwärtig. Sei es als Werbemelodie im TV, die Töne, welche unsere Kopfhörer während der Busfahrt von sich geben oder die Kollegin im Büro, welche in Gedanken versunken eine ihr bekannte Melodie pfeift. Doch was ist Musik? Wie wird sie definiert? Eine allgemein gültige Definition zu finden ist schwierig da Musik für jeden Menschen eine andere Bedeutung hat. Einige Begriffe werden jedoch oftmals verwendet: Musik besteht aus Tönen, welche in Kombination mit gesungenem Text und in der Form eines Liedes in einer Melodie einander folgen und oftmals von Instrumenten begleitet werden. (vgl. Ziemer, 2012, S. 4) Um diese Töne auch aufnehmen zu können bedarf es der Unterstützung der drei biologischen Säulen: der kognitiven Leistung des relativen Gehörs, der kognitiv motorischen Leistung und der anatomischen und neuropsychologischen Besonderheiten der menschlichen Stimme. (vgl. Lehmann, 2010, S. 56) Musik ist jedoch nicht ausschließlich durch das Gehör wahrnehmbar. Unsere Augen können beispielsweise die Handbewegungen der Musiker auf ihren Instrumenten beobachten oder die Bewegungen der Lippen bzw. des Mundes und des Kehlkopfes eines Sängers erkennen. Zusammen mit den durch die Ohren wahrgenommenen Klängen bilden sich im Gehirn individuelle Reaktionen. (vgl. Ziemer, 2012, S. 4)

Welche Wirkung hat Musik nun aber auf unsere Persönlichkeitsentwicklung insbesondere im Kindesalter? Dieser Frage wird in den folgenden Kapiteln auf den Grund gegangen.

2 Die Entwicklung des Gehirns in Bezug auf akustische Reize

2.1 Vor der Geburt

Entgegen früherer Annahmen, dass Säuglinge bis etwa 6 Wochen nach der Geburt taub seien, weiß man heute, dass bereits ab der 31. Schwangerschaftswoche Körperbewegungen des Embryos als Reaktion auf akustische Reize geschehen. (vgl. Spitzer, 2002, S. 144) Damit ist eindeutig bewiesen, dass sich das Hörorgan bereits vor der Geburt ausbildet und demnach bereits während der Schwangerschaft akustische Reize an das Gehirn weitergeleitet werden. Die Anzahl der Reize ist bereits in diesem Stadium enorm: Atem- und Darmgeräusche der Mutter sowie ihr Herzschlag und Puls sowie Geräusche, die durch Bewegungen entstehen wirken alle auf das Ungeborene ein. Durch Musik oder Gesang der Mutter kann der durchschnittliche Lärmpegel von 28 Dezibel auf etwa 84 Dezibel ansteigen. Dies ist vergleichbar mit dem Läuten eines Telefons. Aufgrund der tieferen Stimmlage von Männern gelangt deren Stimme deutlicher durch die Bauchdecke als die von Frauen. Da der Embryo bereits während der Schwangerschaft positiv auf akustische Reize durch ihre Eltern reagiert ist es von Vorteil den Embryo möglichst oft anzuregen, wobei hier das Prinzip Quantität vor Qualität wichtig ist. (vgl. Spitzer, 2002, S. 145)

Musik kann für das ungeborene Kind einerseits eine, wie bereits beschreiben, beruhigende Wirkung haben jedoch andererseits auch eine belebende Wirkung mit sich bringen. Dabei ist entscheidend, ob die Wirkung dabei als angenehm oder unangenehm empfunden wird. Dies ist anhand der Körperbewegungen des Embryos zu erkennen. Eine im Jahr 2000 durchgeführte Studie konnte nachweisen, dass das Ungeborene bereits über ein Kurzzeitgedächtnis von etwa zehn Minuten sowie ein Langzeitgedächtnis von einem Tag und mehr verfügen. Daraus schließt man, dass das Embryo bereits vor der Geburt in der Lage ist Emotionen und Eindrücke abzuspeichern sowie diese mit bereits vorhandenen Informationen zu vergleichen. (vgl. Ziemer, 2012, S. 7)

2.2 Nach der Geburt

Nach der Geburt beginnt der Aufbau der neuronalen Grundstrukturen des Kortexes im Gehirn. Dafür wird jegliche Art von Reizen benötigt, darunter auch akustische. Auch in diesem Stadium ist erkennbar, ob Musik für das Neugeborene angenehm oder unangenehm ist. In einer von Zentner und Kagan durchgeführten Studie zwischen 1996 und 1998 wurden Säuglingen sowohl konsonante als auch dissonante Musikstücke vorgespielt. Dabei konnte aufgrund der Blickrichtung der Säuglinge herausgefunden werden welches Musikstück ihnen besser gefiel. Dabei waren es bei der Mehrheit die konsonanten, also harmonischen Musikstücke, welche eine wohltuende Wirkung auf die Säuglinge hatten. (vgl. Spitzer, 2002, S. 196)

Während Kinder einerseits gerne akustische Reize wahrnehmen, haben sie andererseits auch das dringende Bedürfnis solche von sich zu geben bzw. das Gehörte zu wiederholen. Dieser Drang wird von Daniel Levitin als „Musikinstinkt“ bezeichnet. Oftmals, oder gerade zu Beginn stimmen diese wiedergegebenen akustischen Reize nicht mit dem überein, was wir unter richtigem Singen verstehen. Kinder, welche sich am Beginn ihrer akustischen Eigenwahrnehmung befinden, haben noch kein Gefühl für Töne und deren Beziehungen zueinander, da sich bei ihnen das tonale Zentrum erst mit etwa fünf bis sechs Jahren entwickelt. Trotz oder gerade deshalb sollten Kinder so oft als möglich ihrem Sprechorgan freien Lauf lassen da unter anderem dadurch das sogenannte Belohnungszentrum aktiviert wird. Dieses Belohnungszentrum, bestehend aus verschiedenen Hirnschaltkreisen, lässt Menschen in eine angenehme Gefühlslage gleiten und bringt diese dadurch dazu, die Tätigkeit, welche diesen Zustand herbeigeführt hat, öfter auszuführen. (vgl. Ziemer, 2012, S. 12)

Im vorigen Kapitel wurde die Entwicklung des Gehirns vor der Geburt sowie in den Jahren nach der Geburt beschrieben. Im folgenden Kapitel wird weniger die Entwicklung als vielmehr die Wirkung von Musikerziehung und Musizieren auf das kindliche Gehirn behandelt.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen von Musik auf Selbst und Persönlichkeit von Kindern
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Note
1
Autor
Jahr
2022
Seiten
16
Katalognummer
V1191817
ISBN (Buch)
9783346632159
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musik, Selbst, Persönlichkeit, Didaktik, Pädagogik, Bildungswissenschaften
Arbeit zitieren
Axel Kolbeinsson (Autor:in), 2022, Auswirkungen von Musik auf Selbst und Persönlichkeit von Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191817

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