Die Arbeit geht der Frage nach, welche Wirkung Musik auf unsere Persönlichkeitsentwicklung insbesondere im Kindesalter hat. Musik ist allgegenwärtig. Sei es als Werbemelodie im TV, die Töne, welche unsere Kopfhörer während der Busfahrt von sich geben oder die Kollegin im Büro, welche in Gedanken versunken eine ihr bekannte Melodie pfeift. Doch was ist Musik? Wie wird sie definiert?
Eine allgemein gültige Definition zu finden ist schwierig da Musik für jeden Menschen eine andere Bedeutung hat. Einige Begriffe werden jedoch oftmals verwendet: Musik besteht aus Tönen, welche in Kombination mit gesungenem Text und in der Form eines Liedes in einer Melodie einander folgen und oftmals von Instrumenten begleitet werden. Um diese Töne auch aufnehmen zu können bedarf es der Unterstützung der drei biologischen Säulen: der kognitiven Leistung des relativen Gehörs, der kognitiv motorischen Leistung und der anatomischen und neuropsychologischen Besonderheiten der menschlichen Stimme.
Musik ist jedoch nicht ausschließlich durch das Gehör wahrnehmbar. Unsere Augen können beispielsweise die Handbewegungen der Musiker auf ihren Instrumenten beobachten oder die Bewegungen der Lippen bzw. des Mundes und des Kehlkopfes eines Sängers erkennen. Zusammen mit den durch die Ohren wahrgenommenen Klängen bilden sich im Gehirn individuelle Reaktionen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Entwicklung des Gehirns in Bezug auf akustische Reize
2.1 Vor der Geburt
2.2 Nach der Geburt
3 Langzeitstudie zu Wirkungen von Musik und Musizieren auf die Entwicklung 6- bis 12-Jähriger
3.1 Soziale Kompetenz
3.2 Intelligenzentwicklung
3.3 Konzentration
3.4 Musikalische Begabung/ Leistung/ Kreativität
3.5 Angst - Emotionale Labilität
3.6 Allgemeine Schulleistung
3.7 Fazit
4 Unmusikalität und Musikalität
4.1 Unmusikalität
4.2 Musikalität
5 Das Musikalische Selbstkonzept
5.1 Was ist ein musikalisches Selbstkonzept?
5.2 Die Studie
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Musik auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern. Ziel ist es, sowohl die neurophysiologischen Grundlagen als auch die messbaren Effekte von Musikerziehung auf soziale Kompetenz, Intelligenz und Schulleistung zu beleuchten.
- Entwicklung des Gehirns in Bezug auf akustische Reize
- Empirische Untersuchung der Auswirkungen von Musikerziehung bei 6- bis 12-Jährigen
- Thematisierung von Unmusikalität und Musikalität
- Analyse des "musikalischen Selbstkonzepts"
- Diskussion über die Relevanz von Musik für die Identitätsfindung
Auszug aus dem Buch
3.1 Soziale Kompetenz
In der Studie wird Musik als die sozialste aller Künste beschrieben. Das Musizieren in einem Ensemble jeglicher Art fördert die zwischenmenschliche Zusammenarbeit, welche notwendig ist, um erfolgreich zusammen zu musizieren. Dies spiegelt sich in den beiden Versuchsgruppen der Studie wider. Bereits mit Anfang des gemeinsamen Musizierens finden sich in der Versuchsgruppe wesentlich mehr Schüler welche von den anderen Schülern als positiv bewertet („Den Schüler/ die Schülerin mag ich“) als in der Kontrollgruppe. Am Ende des Schuljahres liegt die Sympathie-Quote bei etwa 90%. Anders formuliert, in der Musikgruppe gibt es wesentlich weniger Schülerinnen und Schüler, welche von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ausgegrenzt werden.
Im umgekehrten Fall, also der Negativbewertung („Den Schüler/ die Schülerin mag ich nicht“), ist die Quote bei der Versuchsgruppe über die Jahre durchgehend niedriger als bei der Kontrollgruppe. Dies bedeutet, dass auch wesentlich weniger Schülerinnen und Schüler ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ablehnen. Beispielsweise bekamen 62% der Versuchsgruppe in der 4. Klasse keine Ablehnung während in der Kontrollgruppe 34% mit „mag ich nicht“ bewertet wurden. (vgl. Bastian, 2007)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Musik als komplexes Zusammenspiel biologischer und kognitiver Faktoren und stellt die Kernfrage nach der Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung im Kindesalter.
2 Die Entwicklung des Gehirns in Bezug auf akustische Reize: Dieses Kapitel erläutert die pränatale und postnatale neurologische Entwicklung und zeigt auf, wie frühe akustische Erfahrungen die Grundlage für emotionales Erleben legen.
3 Langzeitstudie zu Wirkungen von Musik und Musizieren auf die Entwicklung 6- bis 12-Jähriger: Das Kapitel analysiert die empirischen Ergebnisse von Prof. Bastian zur positiven Beeinflussung von sozialen Fähigkeiten, Konzentration und Schulleistung durch aktive Musikerziehung.
4 Unmusikalität und Musikalität: Hier wird die Frage erörtert, ob Unmusikalität ein gesellschaftliches Konstrukt ist und inwieweit das musikalische Potenzial durch Förderung oder soziale Einflüsse bestimmt wird.
5 Das Musikalische Selbstkonzept: Dieses Kapitel stellt ein Messinstrument vor, das individuelle musikalische Selbstbilder erfasst und deren Bedeutung für die eigene Persönlichkeit darlegt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, würdigt die wissenschaftliche Kontroverse um die zitierten Studien und unterstreicht die Wichtigkeit der musikalischen Frühförderung.
Schlüsselwörter
Musik, Persönlichkeitsentwicklung, Musikerziehung, Gehirnentwicklung, soziale Kompetenz, Intelligenzentwicklung, Konzentration, Unmusikalität, Musikalität, musikalisches Selbstkonzept, Bastian, frühkindliche Förderung, akustische Reize, Schulleistung, Identitätsfindung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Musik und aktivem Musizieren auf die Persönlichkeitsentwicklung und kognitive Fähigkeiten von Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gehirnentwicklung durch akustische Reize, der Analyse einer Langzeitstudie zu Musikerziehung sowie dem psychologischen Konzept des musikalischen Selbstbildes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch die Analyse wissenschaftlicher Quellen und Studien aufzuzeigen, dass musikalische Betätigung einen nachweislich positiven Beitrag zur Entwicklung von Kindern leistet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf empirischen Ergebnissen von Fachstudien (insbesondere von Prof. Bastian) basiert, um Zusammenhänge zwischen Musik und kindlicher Entwicklung zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die neurologische Entwicklung, die Wirkungen von Musik auf soziale und schulische Kompetenzen, die Debatte um angeborene Musikalität und die Analyse eines Fragebogens zum musikalischen Selbstkonzept.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Musik, Persönlichkeitsentwicklung, Musikerziehung, soziale Kompetenz, Intelligenz und musikalisches Selbstkonzept.
Können auch unmusikalische Menschen von Musik profitieren?
Der Autor argumentiert, dass der Begriff der "Unmusikalität" oft ein erlerntes Konstrukt ist und jeder Mensch durch das bewusste Hören oder die Beschäftigung mit Musik positive Effekte für die Entspannung und Persönlichkeit erzielen kann.
Welche Rolle spielt die Studie von Hans Günther Bastian in der Arbeit?
Die Studie dient als zentrales Beispiel für die positive Korrelation zwischen intensiver Musikerziehung in der Grundschulzeit und einer verbesserten sozialen sowie schulischen Kompetenz, wird aber auch kritisch hinsichtlich ihrer methodischen Umsetzung betrachtet.
- Arbeit zitieren
- Axel Kolbeinsson (Autor:in), 2022, Auswirkungen von Musik auf Selbst und Persönlichkeit von Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191817