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Die Bedeutung des sportlichen Vorbilds

RealschülerInnen reflektieren über die ethische Funktion des Vorbilds

Titel: Die Bedeutung des sportlichen Vorbilds

Examensarbeit , 2015 , 204 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dominik Speck (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Vorbilder", um ein Grundverständnis des Begriffs "Vorbild" sowie anhand einer Spezialisierung auf "Sportliche Vorbilder" einen tieferen Einblick in das Thema zu bekommen.

Dabei soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Was ist ein Vorbild? Warum suchen sich Kinder explizit Vorbilder aus und wieso brauchen sie diese als Stütze innerhalb ihres Entwicklungsprozesses? In welcher Form agieren Vorbilder und welche Merkmale müssen sie mitbringen, um als Vorbild definiert zu werden? Wovon kann sich das Vorbild von Helden und Idolen abgrenzen lassen? Wer nimmt die Rolle des Sportlichen Vorbilds ein? Inwiefern nominiert die gesellschaftliche Stellung die Sportler/innen zum Vorbild? Inwieweit führt der sportliche Fortschritt zu einer gleichzeitig stattfindenden Reduktion der Moral einiger Sportlicher Vorbilder? Was passiert, wenn Sportler an ihre absoluten Leistungsgrenzen gehen? Worin liegt die Kritik an Sportlichen Vorbildern?

Ferner soll in der wissenschaftlichen Hausarbeit untersucht werden, welche Relevanz Vorbilder allgemein sowie die Sportlichen Vorbilder für die heutige Generation noch haben. Besonders an Sport interessierte Kinder und Jugendliche nehmen sich "Sportliche Vorbilder" als Orientierung für die Entfaltung und Ausgestaltung ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Auch Erwachsene können Vorbilder haben, jedoch ist diese Gegebenheit bei Kindern und Jugendlichen weiter verbreitet.

Als Einstieg in den Theorieteil wird die Mimesis nach verschiedenen philosophischen Ansätzen sowie die Lerntheorie nach Albert Bandura veranschaulicht. Auch wenn in den Klassenstudien (siehe ab Punkt 3) keine direkten Bezüge auf die Mimesis nach Aristoteles und Banduras Lernmodell genommen werden, ist die Veranschaulichung davon in der Wissenschaftlichen Hausarbeit unabdingbar, da die Mimesis die imitierende Darstellung einer Handlung und Bandura mit seiner Theorie das Lernen am Vorbild aufzeigen.

Um das Thema "Sportliche Vorbilder" zu veranschaulichen, ist zunächst eine genaue Begriffsbestimmung der Wörter "Sport" und "Vorbild" sowie die damit einhergehende Unterscheidung zwischen Vorbildern, Helden und Idolen nötig. Danach wird auf die Frage eingegangen, wer die Rolle des Vorbilds einnimmt, wobei sich der Verfasser bei den Eltern auf primäre Sozialisationsinstanzen bzw. bei Freunden und Gleichaltrigen auf sekundäre Sozialisationsinstanzen stützt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Teil

2.1 Mimesis – Philosophische Ansätze und Lernen am Modell nach Bandura

2.1.1 Mimesis – Philosophische Ansätze

2.1.2 Lernen am Modell nach Albert Bandura

2.2 Was ist ein Vorbild?

2.2.1 Der Begriff „Sport“

2.2.2 Der Begriff „Vorbild“

2.2.3 Vorbilder, Helden und Idole – Eine Unterscheidung

2.3 Wer nimmt die Rolle des Vorbilds ein?

2.3.1 Eltern als Vorbilder

2.3.2 Freunde als Vorbilder

2.3.3 Gleichaltrige als Vorbilder

2.4 Inwiefern nominiert die gesellschaftliche Stellung die Sportler/innen zum Vorbild?

2.4.1 Tugendhaftigkeit und Ziele setzen

2.4.2 Moralisches Bewusstsein

2.4.3 Fairness und Gerechtigkeit

2.4.4 Scheitern

2.4.5 Erfolg

2.5 Beispiele: Die Sportler Manuel Neuer und Regina Halmich als Vorbilder

2.5.1 Respekt

2.5.2 Ehrgeiz und (Leistungs-)Motivation

2.5.3 Perfektionismus

2.6 Ein Zwischenfazit: Kritik an Sportlichen Vorbildern

3 Praktischer Teil

3.1 Meine Intention

3.2 Die Fünf Finger Methode im Paradigma „Philosophieren mit Kindern“

3.3 Die Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“

3.3.1 Ein tabellarischer Unterrichtsentwurf zu der Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“

3.3.2 Unterrichtsmaterialien zu der Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“

3.3.3 Auswertung zu der Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“

3.3.4 Vergleich der Klassenstudie 1 zum Thema „Sportliche Vorbilder“ mit den Klassenstudien 2 und 3 zum „Lebensbezogenen Vorbild“

4 Gesamtfazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen von Vorbildern im Allgemeinen und spezialisiert sich dabei auf „Sportliche Vorbilder“. Das primäre Ziel ist es, ein Grundverständnis für den Begriff Vorbild zu schaffen und zu analysieren, welche Relevanz diese für die heutige Generation, insbesondere für Kinder und Jugendliche, bei der Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit haben.

  • Theoretische Grundlagen zur Mimesis und zum Lernen am Modell nach Bandura
  • Begriffsbestimmung und Unterscheidung von Vorbildern, Helden und Idolen
  • Analyse der Rolle von Eltern, Freunden und Gleichaltrigen als Sozialisationsinstanzen
  • Untersuchung der Bedeutung der gesellschaftlichen Stellung von Sportlern für deren Vorbildfunktion
  • Praktische Erprobung didaktischer Methoden („Philosophieren mit Kindern“) anhand von Fallstudien

Auszug aus dem Buch

Mimesis – Eine Einführung

Wenn der Philosoph Aristoteles in seiner Poetik davon spricht, dass die „Nachahmenden […] handelnde Menschen nach[ahmen]“, bezieht er sich auf die „Mimesis“, die häufig mit „Nachahmung“ übersetzt wird. Auch der Philosoph Prof. Dr. Gunter Gebauer und der Erziehungswissenschaftler und Professor für Anthropologie und Erziehung Christoph Wulf haben sich intensiv mit der Mimesis nach Aristoteles auseinandergesetzt. Das Verhalten der Menschen, das sie in und gegenüber ihrer Welt zeigen, wird laut den beiden Autoren als „Mimesis“ bezeichnet. Die Menschen nehmen die Welt aktiv wahr und reagieren auf die äußeren Einflüsse, die auf sie wirken, mit konstruktiven Handlungen. Die Mimesis setzt ein, wenn die Welt ohne feste Merkmale und Eigenschaften vorgefunden wird. Sie übt lediglich Reize auf das aktiv handelnde Subjekt aus. Durch die von der Welt ausgesandten Wirkungen führen beim Menschen zu individuell gestalteten Formungen und Erfahrungen, die sich durch die Taten der Subjekte herauskristallisieren. Die Welt wird in der Mimesis als vorgeformt und vom Subjekt unabhängig existent festgelegt, die erst durch das oben beschriebene Handeln der Subjekte eine definite Gestalt annimmt.

Dadurch wird die Welt zur Welt des Subjekts, wobei das Subjekt die Welt gleichzeitig mit allen anderen Individuen teilt, die auch darin leben. Wenn Menschen die Welt zu ihrer Welt machen, vollzieht sich dies nicht durch theoretisches Denken, sondern aisthetisch, wodurch sie die materiellen Bestandteile der Welt sowie die Gegenwart der Anderen wahrnehmen. Mimetisch erzeugte Welten implizieren Gemeinsamkeiten, wodurch die Mimesis die Imitation von etwas Gegebenen sowie dessen Formung ist, jedoch unter der Prämisse, dass „es für das Subjekt noch keine festgelegte Gestalt besitzt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit ab, definiert das Thema „Vorbilder“ und „Sportliche Vorbilder“ und nennt die zentralen Forschungsfragen.

2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert philosophische Ansätze der Mimesis und die Lerntheorie nach Albert Bandura, um den Nachahmungsprozess als Basis für die Vorbildfunktion zu verdeutlichen.

3 Praktischer Teil: Hier werden drei durchgeführte Klassenstudien vorgestellt, die sich mit „Sportlichen“ und „Lebensbezogenen“ Vorbildern im Rahmen des didaktischen Paradigmas „Philosophieren mit Kindern“ beschäftigen.

4 Gesamtfazit: Das Fazit führt die theoretischen Überlegungen mit den Erkenntnissen aus dem Praxisteil zusammen und unterstreicht die Bedeutung von Sportlern als (positive oder negative) Vorbilder.

Schlüsselwörter

Vorbilder, Sportliche Vorbilder, Mimesis, Lernen am Modell, Albert Bandura, Persönlichkeitsentwicklung, Philosophie, Sozialisation, Moral, Tugend, Fairness, Zielsetzung, Perfektionismus, Kinderuniversität, Philosophieren mit Kindern

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Vorbilder“ und analysiert deren Funktion und Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung, mit einer spezifischen Vertiefung auf den Sportbereich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind philosophische Lerntheorien, die Begriffsdefinition von Vorbildern im Vergleich zu Helden und Idolen sowie die Rolle von Sportlern als Vorbilder für Kinder und Jugendliche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll ein Grundverständnis für den Begriff des Vorbilds erarbeitet und aufgezeigt werden, wie Sportler durch ihre öffentliche Präsenz als Orientierungspunkte dienen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verknüpft eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisorientierten, empirischen Untersuchung in Form von Klassenstudien nach der Methode des „Philosophierens mit Kindern“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil zur Mimesis und zum Modelllernen sowie einen Praxisteil, der drei Studien mit Kindern und Jugendlichen zu ihren Vorbildern und deren Merkmalen auswertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Vorbilder, Mimesis, Sozialisation, Moral, Tugendhaftigkeit und „Philosophieren mit Kindern“ beschreiben.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Vorbildern und Idolen?

Vorbilder werden als veränderbare, nicht perfekte Wegweiser auf einem individuellen Lebenspfad definiert, während Idole von Medien als perfekte, statische und unerreichbare Projektionsflächen inszeniert werden.

Warum ist das Thema für die „Kinderuniversität“ relevant?

Da Kinder und Jugendliche besonders stark von Vorbildern in ihrer Entwicklung beeinflusst werden, dient die Untersuchung dazu, ihre eigene Urteilsfähigkeit gegenüber Vorbildern, insbesondere im Sport, zu fördern.

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Details

Titel
Die Bedeutung des sportlichen Vorbilds
Untertitel
RealschülerInnen reflektieren über die ethische Funktion des Vorbilds
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Note
1,0
Autor
Dominik Speck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
204
Katalognummer
V1191838
ISBN (PDF)
9783346682468
ISBN (Buch)
9783346682475
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung vorbilds realschülerinnen funktion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Speck (Autor:in), 2015, Die Bedeutung des sportlichen Vorbilds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191838
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