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Antisemitismus im Tivoli-Programm

Title: Antisemitismus im Tivoli-Programm

Essay , 2005 , 6 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Philipp vom Stein (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Sechzehn Jahre lang stellte der Gründungsaufruf vom 7.Juni 1876 das Programm der Deutsch-Konservativen Partei dar. Erst am 8. Dezember 1892 gab sich die Partei auf dem Parteitag in der Berliner Tivoli-Brauerei eine umfassendere programmatische Grundlage – das Tivoli-Programm. Der im Gründungsaufruf noch fehlende Antisemitismus wird im Tivoli-Programm gleich im ersten Paragraphen aufgeführt („Wir bekämpfen den vielfach sich vordrängenden und zersetzenden jüdischen Einfluss auf unser Volksleben.“) Das Referat will der Frage nach der Ursache für die Integration dieses antisemitischen Gedankens in das Programm nachgehen. Dafür soll zunächst kurz auf den Antisemitismus im Kaiserreich eingegangen werden, danach der populistische Aspekt beleuchtet werden, um dann einen Abriss der Biografie Stoeckers zu geben, dessen Einfluss auf das Tivoli-Programm gerade in der antisemitischen Note sichtbar wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Antisemitismus im Kaiserreich

3. Antisemitismus als Popularitätsfaktor

4. Adolf Stoecker

5. Quintessenz

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Ursachen für die Integration antisemitischer Gedankengänge in das 1892 verabschiedete Tivoli-Programm der Deutsch-Konservativen Partei, wobei insbesondere der Einfluss des Hofpredigers Adolf Stoecker und der zeitgenössische politische Kontext analysiert werden.

  • Entwicklung des Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich
  • Die Rolle des Antisemitismus als Instrument zur Wählermobilisierung
  • Biografische Analyse von Adolf Stoecker und sein politisches Wirken
  • Der Zusammenhang zwischen Nationalismus und judenfeindlichen Tendenzen
  • Transformation der konservativen Parteiprogrammatik

Auszug aus dem Buch

Adolf Stoecker

Am 11. Dezember 1835 wurde Stoecker in Halberstadt geboren. Nach dem Besuch eines Gymnasiums studierte er ab dem Sommer 1854 an der Universität Halle Theologie. Sein Studium musste er allerdings aufgrund eines nächtlichen Fehlverhaltens in Berlin abschließen. Es folgte die damals übliche Tätigkeit des Hauslehrers. Nach einer Romreise, wo er eine Pfarrerstelle ablehnte, entschied er sich 1863 für das Pfarreramt in dem Dorf Seggerd. Nach drei Jahren folgte er einem Ruf nach Hamersleben, wo er die Denk- und Lebensweise des Industrieproletariats kennen lernte, bevor er Divisionspfarrer in Metz wurde.

1874 wurde er nach Berlin gerufen, um dort die vierte Hofpredigerstelle anzunehmen. Dort erlebte er den Kulturkampf, wobei er sich auf die Seite Bismarcks schlug. Allerdings sah er in den vorbereiteten Gesetzen des Ministers Falk die Gefahr, das der Liberalismus in kirchliche Verantwortungsbereiche eindringt. Als Gegenmaßnahme gründete er mit Rudolf Kögel, dem Hauptsprecher der orthodox-konservativen Gruppen, die Positive Union, war an kirchenpolitischen Vorgängen allerdings nur indirekt beteiligt. Seine Aufgabe sah er in dem Elend der wachsenden Reichshauptstadt und übernahm so eine der zwei bestehenden Stadtmissionen, die er dann fusionierte. Nach der Gründung eines weiteren Vereines („Zentralverein für Sozialreform auf religiöser und konstitutioneller Grundlage“), der jedoch wenig Beachtung fand, konstituierte er die „Christlich-Soziale Arbeiterpartei“. Hier zeigt sich schon in dem Namen eine für Stoecker unauflösliche Einheit zwischen christlichem Glauben und Vaterlandsliebe. Doch das zu wenig attraktive Programm brachte bei den Reichtagswahlen vom 30. Juli 1878 eine starke Niederlage. Nach Volkov war es Stoecker, der als erster den Antisemitismus zum zentralen Credo einer modernen politischen Partei machte: „Der christlich-soziale Speer, mit dem Stoecker seinen neuen Feldzug begann, trug eine antisemitische Spitze.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der Parteiprogrammatik der Deutsch-Konservativen Partei und Vorstellung der Fragestellung zur Integration antisemitischer Inhalte.

Antisemitismus im Kaiserreich: Historische Herleitung der Judenfeindlichkeit von der Spätantike bis zum „modernen Antisemitismus“ im Kontext von Nationalismus und Kolonialbewegung.

Antisemitismus als Popularitätsfaktor: Analyse der Funktion des Antisemitismus als ideologische Heimat und Mobilisierungsinstrument für konservative Schichten in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs.

Adolf Stoecker: Biografische Darstellung des Hofpredigers und seine Rolle als prägende Figur beim Aufbau der Christlich-Sozialen Arbeiterpartei sowie sein Einfluss auf die antisemitische Ausrichtung der Konservativen.

Quintessenz: Zusammenfassende Antwort auf die Ausgangsfrage unter Berücksichtigung von Zeitgeist und individuellem Wirken Stoeckers.

Schlüsselwörter

Tivoli-Programm, Deutsch-Konservative Partei, Antisemitismus, Kaiserreich, Adolf Stoecker, Nationalismus, Christlich-Soziale Arbeiterpartei, Moderne, Politikgeschichte, Parteiprogramm, Wahlkampf, Konservatismus, Sozialreform, Hofprediger.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Prozess, der dazu führte, dass die Deutsch-Konservative Partei im Jahr 1892 in ihr Tivoli-Programm explizit antisemitische Forderungen aufnahm.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die Geschichte des Antisemitismus im deutschen Kaiserreich, die soziologische Rolle des Antisemitismus als „psychischer Anker“ für bestimmte Bevölkerungsschichten sowie die Biografie und politische Agitation von Adolf Stoecker.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für die Integration antisemitischer Gedanken in das Parteiprogramm der Konservativen zu identifizieren und zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftlich-historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und historischen Quellen basiert, um politische Entwicklungen und individuelle Einflüsse zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des allgemeinen antisemitischen Klimas im Kaiserreich, die Funktion des Antisemitismus als Mittel zur Stimmgewinnung und eine detaillierte Betrachtung des Wirkens von Adolf Stoecker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Tivoli-Programm, Antisemitismus, Kaiserreich, Adolf Stoecker und Parteiprogrammatik.

Welche Rolle spielte Adolf Stoecker bei der inhaltlichen Ausrichtung der Partei?

Stoecker fungierte als maßgeblicher Impulsgeber, der Antisemitismus als zentrales Element in das Programm einer modernen politischen Partei integrierte und die Verbindung zwischen christlicher Soziallehre und völkischem Denken schuf.

Wie bewertet der Autor den Erfolg von Stoeckers „christlich-sozialer“ Politik?

Der Autor konstatiert, dass Stoeckers ursprüngliches Programm bei Wahlen oft scheiterte, er jedoch durch seine Agitation und seine Allianz mit den Konservativen den politischen Diskurs nachhaltig beeinflusste und den Antisemitismus als „Zweck-Instrument“ salonfähig machte.

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Details

Title
Antisemitismus im Tivoli-Programm
College
University of Wuppertal
Course
Die Parteien im Kaiserreich und in der Weimarer Republik
Grade
2,0
Author
Philipp vom Stein (Author)
Publication Year
2005
Pages
6
Catalog Number
V119192
ISBN (eBook)
9783640228362
Language
German
Tags
Antisemitismus Tivoli-Programm Parteien Kaiserreich Weimarer Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp vom Stein (Author), 2005, Antisemitismus im Tivoli-Programm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119192
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