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Neue Armut in der Bundesrepublik

Was sind die Risikofaktoren für Kinderarmut? Eine Studie auf Grundlage des sozioökonomischen Panels

Titel: Neue Armut in der Bundesrepublik

Projektarbeit , 2008 , 42 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marcus Grän (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...]So lieferte die SPD im Juni 2008 einen “Aktionsplan für gleiche Lebenschancen: 10 Maßnahmen der SPD gegen Kinderarmut“. Die CDU antwortete kurz darauf mit einer “Erklärung der familienpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Kinderarmut ist Elternarmut“. Diese verstärkte Aufmerksamkeit liegt nicht zuletzt darin begründet, dass die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung medienwirksam aufzeigen, dass die Kinderarmutsrate in den letzten Jahren gestiegen ist. Kinder sind jedoch diejenigen in der Gesellschaft, die am wenigsten Einfluss auf die eigene Einkommenssituation und Lebenssituation haben. Sie stehen immer in Abhängigkeit zu anderen. Kinder können ihre Lebenssituation nicht in die eigenen Hände nehmen. Hier entsteht das Bild des “unschuldigen Kindes“ und wahrscheinlich gerade deshalb schockiert der Umstand, dass es Kinderarmut in Deutschland gibt, die Menschen umso mehr. Aber woher kommt dieses Phänomen? Kinderarmut ist eine Begleiterscheinung der zunehmenden Verarmung von Familien. Da Kinder über kein eigenes Einkommen verfügen, sind sie von den Einkünften ihrer Eltern abhängig. Somit ist die Armutslage einer Familie auch gleichbedeutend mit der Armutssituation der Kinder, die in armen Haushalten leben. Um einen Haushalt (im Sinne der relativen Armut) als “arm“ zu definieren, gibt es verschiedene Ansätze.
Da unsere Auswertung auf der Grundlage von Haushaltsdaten beruht, werden wir das Konzept der Einkommensarmut und den OECD-Standart für unsere Untersuchung zugrunde legen. Im Rahmen dieser Arbeit möchten wir näher auf das Thema “Kinderarmut in Deutschland“ eingehen und mit Hilfe der Erhebungswelle des SOEP 2006 Armutsrisiken speziell von Kindern in deutschen Haushalten ausmachen. Dabei werden wir die Einkommenssituation von Haushalten mit Kindern analysieren.
In diesem Zusammenhang gehen wir zunächst auf die theoretischen Grundlagen der Armutsforschung und insbesondere der Kinderarmut ein. Im Weiteren haben wir Hypothesen entwickelt, die mit Hilfe des sozioökonomische Panel (SOEP) und speziell des Datensatzes der Erhebungswelle 2006, der von uns zur Analyse verwendet wurde, kommentiert werden sollen. Zudem werden wir unsere Ergebnisse vorstellen und abschließend eine kurze Schlussbetrachtung mit einem Ausblick auf weiterführende Ansatzpunkte in der Forschung geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gegenstand und Fragestellung

2.1 Begriffsdefinition, Armutskonzept und Hypothesen

2.2 Erscheinungsformen und Folgen von Kinderarmut

2.3 Ursachen von Kinderarmut

2.4 Hypothesen

2.4.1 Die Auflösung der “Normalfamilie“

2.4.2 Kinderreichtum = Kinderarmut?

2.4.3 Bildungsarmut = Einkommensarmut

2.4.4 Weitere Risikofaktoren

3 Daten und Operationalisierung, Methodisches Vorgehen

3.1 Herkunft der Daten: Das sozioökonomische Panel

3.1.1 Art der Befragung im sozioökonomischen Panel

3.1.2 Die Entwicklung des sozioökonomischen Panel

3.1.3 Kinder im sozioökonomischen Panel

3.1.4 Bedeutung der unterschiedlichen Stichproben für die Untersuchung von Kinderarmut

3.2 Die Variablen: Skalentyp und Messniveau

3.3 Operationalisierung und Codierung der Variablen

3.4 Methodisches Vorgehen

3.4.1 Modellgüte

3.5 Statistische Auswertung

4 Univariate Beschreibung der Daten

5 Empirische Hypothesenüberprüfung und Interpretation

5.1 Vergleich nach Haushaltstyp

5.2 Armutsquote nach Anzahl der Kinder im Haushalt

5.3 Bildungsniveau und Bildungsgrad

6 Schlussbetrachtung/Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die spezifischen Risikofaktoren für Kinderarmut in Deutschland auf Basis von Haushaltsdaten des sozioökonomischen Panels (SOEP) aus dem Jahr 2006, um zu analysieren, welche familiären Bedingungen die Einkommenssituation von Kindern maßgeblich beeinflussen.

  • Analyse des Einflusses der Familienstruktur (Alleinerziehende vs. Paare) auf das Armutsrisiko.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Anzahl der Kinder im Haushalt und der Armutsgefährdung.
  • Evaluierung der Bedeutung des Bildungsstandes der Eltern als Indikator für die materielle Lebenslage.
  • Anwendung der binären logistischen Regression zur Identifikation signifikanter Risikofaktoren.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Die Auflösung der “Normalfamilie“

Als Normalfamilie wird die traditionelle Hausfrauenehe mit zwei Kindern bezeichnet. Diesen Modell entstand in den 50er Jahren und geht von einer bürgerlichen Kernfamilie aus, in der in der Regel der Vater für die finanzielle Versorgung der Familie aufkommt, während die Mutter für die Betreuung und Erziehung der Kinder sowie für die Haushaltsführung verantwortlich ist.

Sicher braucht es an dieser Stelle keine umfassende Beweisführung, um festzustellen, dass dieses Modell heute weitgehend ausgedient hat und nicht mehr den realen Lebenswelten entspricht. Dennoch ist dieses Modell nicht nur als Idealvorstellung in den Köpfen vieler Menschen präsent, es wird auch immer noch von staatlicher Seite gefördert wie beispielsweise durch das umstrittene Ehegattensplitting bei der Berechnung der Einkommenssteuer. Faktisch bedeutet das eine größere finanzielle Sicherheit von Kindern, die in einer bürgerlichen “Normalfamilie“ leben. Allerdings treten neben diese klassische Familienform zunehmend Lebens- und Liebesformen, die diese materielle Sicherheit weniger gewährleisten.

Zum Einen bestehen einmal gegründete Familien nicht mehr ein Leben lang. Diese werden in den letzten Jahrzehnten immer häufiger durch Scheidungen der Ehepartner aufgelöst. Von jeder zweiten Scheidung sind Kinder betroffen (Andreß/Lohmann 2000). Das führt dazu, dass Kinder häufiger bei nur noch einem Elterteil oder in neu zusammengefügten Familienverbünden, den so genannten Patchwork- Familien, aufwachsen. Hier werden oft Kinder aus zwei Familien versorgt oder es entsteht eine zusätzliche Belastung durch Alimente für Kinder aus vorhergegangenen Partnerschaften.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert Kinderarmut im Kontext westlicher Industriegesellschaften als relative Armut und thematisiert die zunehmende mediale und politische Aufmerksamkeit für dieses Phänomen in Deutschland.

2 Gegenstand und Fragestellung: Dieses Kapitel verortet das Forschungsthema im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs und stellt die Relevanz der Untersuchung von Armutsrisiken für Kinder unter Verwendung des SOEP-Datensatzes dar.

3 Daten und Operationalisierung, Methodisches Vorgehen: Das Kapitel erläutert die Datengrundlage (SOEP 2006) sowie die methodische Vorgehensweise, insbesondere die Nutzung der logistischen Regression zur Analyse der Armutsfaktoren.

4 Univariate Beschreibung der Daten: Hier werden die Verteilungen der untersuchten Variablen innerhalb der Grundgesamtheit der Haushalte mit Kindern dargestellt.

5 Empirische Hypothesenüberprüfung und Interpretation: In diesem Hauptteil werden die Hypothesen anhand der Daten geprüft und die Ergebnisse hinsichtlich Familienstruktur, Kinderzahl und Bildungsgrad analysiert.

6 Schlussbetrachtung/Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, bestätigt den Einfluss der Familienstruktur und Bildung, widerlegt jedoch die Hypothese zum erhöhten Armutsrisiko durch steigende Kinderzahlen.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, sozioökonomisches Panel, SOEP, relative Armut, Einkommensarmut, Normalfamilie, Alleinerziehende, Bildungsarmut, Risikofaktoren, Familienstruktur, logistische Regression, Deutschland, Sozialstaatsumbau, materielle Lebenslage, Bildungsgrad.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sozialen Risikofaktoren, die dazu führen, dass Kinder in deutschen Haushalten in Armut aufwachsen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Familienstruktur, der Anzahl der Kinder im Haushalt sowie dem Einfluss der elterlichen Bildung auf das finanzielle Armutsrisiko.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, auf Basis des SOEP 2006 zu identifizieren, welche spezifischen Risikofaktoren maßgeblich für die Entstehung von Kinderarmut verantwortlich sind.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Zur statistischen Auswertung der dichotom kodierten Armutsvariable wird die binäre logistische Regression eingesetzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die methodische Vorgehensweise, die deskriptive Datenbeschreibung sowie die empirische Überprüfung und Interpretation der aufgestellten Hypothesen zu Familienmodell, Kinderanzahl und Bildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kinderarmut, SOEP, relative Armut, Alleinerziehende, Bildungsgrad und soziale Vererbung.

Welche Rolle spielt die "Normalfamilie" in der Analyse?

Die Abweichung von der klassischen Normalfamilie wird als ein zentraler Risikofaktor für Kinderarmut betrachtet, wobei insbesondere Alleinerziehende eine stark gefährdete Gruppe bilden.

Wie beeinflusst die Anzahl der Kinder das Armutsrisiko laut der Studie?

Überraschenderweise zeigte sich, dass das Armutsrisiko mit der Kinderzahl nicht steigt, sondern ab dem dritten Kind sinkt, was teilweise durch staatliche Leistungen und Anpassungen im Konsumverhalten erklärt wird.

Warum ist der Bildungsgrad der Eltern ein entscheidender Faktor?

Der Bildungsgrad gilt als essenziell für die Arbeitsmarktchancen; Haushalte mit geringer Bildung unterliegen einem deutlich höheren Armutsrisiko, da sie prekäre Arbeitsverhältnisse nicht verlassen können.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Neue Armut in der Bundesrepublik
Untertitel
Was sind die Risikofaktoren für Kinderarmut? Eine Studie auf Grundlage des sozioökonomischen Panels
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Neue Armut in der Bundesrepublik
Note
1,3
Autor
Marcus Grän (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
42
Katalognummer
V119205
ISBN (eBook)
9783640231874
ISBN (Buch)
9783640232031
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neue Armut Bundesrepublik Neue Armut Bundesrepublik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Grän (Autor:in), 2008, Neue Armut in der Bundesrepublik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119205
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Leseprobe aus  42  Seiten
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