Sind erlebnispädagogische Maßnahmen für eine Anwendung in der Eingliederungshilfe geeignet und welche positiven Effekte haben sie auf diese Klientel?
In einem ersten Kapitel sollen dem Leser die theoretischen Grundlagen der Erlebnispädagogik vorgestellt werden.
Hierbei soll explizit auf die Entstehungsgeschichte, die Anwendungsgebiete, die Ziele, der Wirkungsbereich und die Methodik der Erlebnispädagogik eingegangen werden.
Folgend soll in einem weiteren Gliederungspunkt das Hilfesystem der Eingliederungshilfe, anhand ihrer gesetzlichen Einbettung in das SGB IX, näher beschrieben werden und eine Einführung in die durch das BTHG hervorgerufenen Veränderungen gegeben werden.
Darüber hinaus soll untersucht werden inwiefern eine Einbettung der Erlebnispädagogik in das Hilfesystem der Eingliederungshilfe geeignet ist.
Im nachfolgenden praktischen Teil der Arbeit soll in einem Gliederungspunkt Projekt Erlebnispädagogisches Campen, welches mit Klienten der Eingliederungshilfe vollzogen wurde, eine über den Zeitraum von 3 Tagen durchgeführte erlebnispädagogische Maßnahme vorgestellt werden.
Um in diesem Verbund eine strukturierte Vorgehensweise gewährleisten zu können, soll die Vorstellung des Projekts anhand der Projektphasen des Projektmanagementzyklus erfolgen.
Weiterhin kann auf Grundlage der hieraus gewonnenen Erkenntnisse, ein effektives Konzept für die Initialisierung nachfolgender erlebnispädagogischer Maßnahmen im Unternehmen erstellt werden.
Zur Untersuchung der Forschungsfrage soll in einem weiteren Kapitel, Evaluierung, eine Auswertung der durchgeführten Maßnahme vollzogen werden.
Hierbei wird eine differenzierte Auswertung der Eignung und der vermeintlichen positiven Effekte der Maßnahme anhand einer Befragung der Probanden der Aktivität erfolgen.
Abschließend sollen die Ergebnisse der Arbeit hinsichtlich der Forschungsfrage in einem Fazit zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE ERLEBNISPÄDAGOGIK
2.1 Die Geschichte der Erlebnispädagogik
2.2 Die Ziele der Erlebnispädagogik
2.3 Aktionsfelder der Erlebnispädagogik
2.4 Effektives Lernen; zwischen der Komfort- und der Panikzone
2.5 Erlebnispädagogische Reflexionsmodelle/Metaphorisches Lernen
3. DIE EINGLIEDERUNGSHILFE UND DAS BTHG
3.1 Leistungsberechtigter Personenkreis
3.2 Leistungen der Eingliederungshilfe
4. PROJEKT ERLEBNISPÄDAGOGISCHES CAMPEN
5. PLANUNG DES PROJEKTS
5.1 Die Initialisierungsphase
5.2 Die Vorstudie
5.3 Die Konzeptphase
5.4 Die Realisierungsphase
5.5 Die Einführungsphase
6. ANGEWANDTE METHODEN INNERHALB DER MAßNAHME
7. EVALUIERUNG
7.1 Die Eignung der erlebnispädagogischen Maßnahme für die Klientel der Eingliederungshilfe
7.2 Positive Effekte/Wirksamkeit der erlebnispädagogischen Maßnahme
7.3 Kritische Anmerkung zur Evaluierung
8. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob erlebnispädagogische Maßnahmen für die Klientel der Eingliederungshilfe geeignet sind und welche positiven Effekte diese Interventionen im Hinblick auf Selbstbestimmung und Teilhabe erzielen können. Dabei wird insbesondere analysiert, wie erlebnispädagogische Methoden den durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) geforderten Prozess der persönlichen Entwicklung und sozialen Integration unterstützen können.
- Theoretische Grundlagen und Modelle der Erlebnispädagogik
- Rechtliche Einbettung der Eingliederungshilfe durch das BTHG
- Durchführung und Planung eines erlebnispädagogischen Projekts (Campen mit Fahrradtour)
- Evaluierung der Eignung und Wirksamkeit mittels Fragebögen
- Analyse von Persönlichkeitsentwicklung sowie sozialer Interaktion und Kommunikation
Auszug aus dem Buch
Die Archetypen:
Mit der Anführung der Archetypen bezieht sich Bacon auf die Theorie des Kollektiven Unbewussten des aus der Schweiz stammenden Psychiaters Carl Gustav Jung (1875-1961).
Nach Jungs Auffassung bestand die menschliche Psyche aus 3 wesentlichen Bestandteilen: Dem Ich, dem persönlichen Unbewussten und dem kollektiven Unbewussten.
Das kollektive Unbewusste stellt in diesem Verbund einen nicht erlernten urmenschlichen Erfahrungspool dar, den jeder Mensch von seiner Geburt an in sich trägt.
Die Inhalte dieses Erfahrungspools werden von Jung als Archetypen bezeichnet.
(vgl. Boeree 2006)
Jung postuliert in seinem Buch Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewußten: „Es handelt sich um einen wiederbelebten Archetypus, wie ich diese Urbilder anderorts bezeichnet habe. Es ist die primitive, analogische Denkweise des Traumes, die diese alten Bilder wieder herstellt. Es handelt sich nicht um vererbte Vorstellungen, sondern um vererbte Bahnungen.“ (Jung 2005: S.21)
Zu den Archetypen zählen u.a. die Mutter, die Natur, der Held und der Weise. Der Einsatz dieser begünstigt in Bacons Modell die Gestaltung eines nachhaltigen Lernprozess. So kann beispielsweise bei einer erlebnispädagogischen Bergwanderung der Ausblick vom Berg ins Tal als Archetyp dienen und den Teilnehmern so unterbewusst eine Eingebung von einer Übersicht, Vision und Weitblick in ihr Leben vermitteln. (vgl. Michl 2020: S. 77f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Reform der Eingliederungshilfe durch das BTHG und Vorstellung der Forschungsfrage hinsichtlich der Eignung erlebnispädagogischer Methoden.
2. DIE ERLEBNISPÄDAGOGIK: Vermittlung der theoretischen Grundlagen, Ziele und historischen Wurzeln sowie Darstellung der drei wesentlichen Reflexionsmodelle.
3. DIE EINGLIEDERUNGSHILFE UND DAS BTHG: Beschreibung des Hilfesystems, der rechtlichen Rahmenbedingungen und der für die Erlebnispädagogik relevanten Leistungsbereiche.
4. PROJEKT ERLEBNISPÄDAGOGISCHES CAMPEN: Dokumentation der praktischen Umsetzung einer dreitägigen erlebnispädagogischen Maßnahme mit Klienten des Sozialwerks.
5. PLANUNG DES PROJEKTS: Anwendung des Projektmanagementzyklus zur strukturierten Planung, von der Initialisierung bis zur Einführungsphase.
6. ANGEWANDTE METHODEN INNERHALB DER MAßNAHME: Vorstellung der eingesetzten pädagogischen Spiele wie Blind Parcours und die praktische Anwendung der Reflexionsmodelle.
7. EVALUIERUNG: Wissenschaftliche Auswertung der Eignung und Wirksamkeit der Maßnahme anhand von Pretest, Posttest und Follow-up Befragungen.
8. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Bestätigung der Wirksamkeit der erlebnispädagogischen Maßnahme.
Schlüsselwörter
Erlebnispädagogik, Eingliederungshilfe, BTHG, Soziale Teilhabe, Projektmanagementzyklus, Persönlichkeitsentwicklung, Alltagstransfer, Reflexion, Metaphorisches Lernen, Isomorphie, Outdoor-Pädagogik, Selbsterfahrung, Behindertenhilfe, Wirksamkeitsprüfung, Soziale Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwieweit erlebnispädagogische Maßnahmen geeignet sind, die Ziele des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) in der Eingliederungshilfe zu unterstützen und welche positiven Effekte dabei für die Klienten entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Erlebnispädagogik, das moderne Hilfesystem der Eingliederungshilfe sowie die praktische Umsetzung und Evaluation eines erlebnispädagogischen Projekts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob erlebnispädagogische Interventionen zur Stärkung von Selbstbestimmung und Teilhabe bei Menschen mit Behinderungen beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praktischen Projektstudie, die mittels Fragebögen in einem Pre-Post-Follow-up-Design quantitativ evaluiert wurde.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die methodische Planung des Projekts anhand des Projektmanagementzyklus sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der erlebnispädagogischen Maßnahmen und Methoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die zentralen Begriffe sind Erlebnispädagogik, Eingliederungshilfe, Soziale Teilhabe, Projektmanagement, Alltagstransfer und Wirksamkeitsprüfung.
Wie wurde das Problem der physischen Belastung bei der Klientel gelöst?
Das Projektteam nutzte eine individuelle Anpassung der Anforderungen (z.B. Pausenregelung) und hielt ein Begleitfahrzeug bereit, um bei drohender Überforderung (Panikzone) sofort reagieren zu können.
Welche Rolle spielt die Metapher in der Erlebnispädagogik laut Autor?
Metaphern dienen dazu, das in der Natur Erlebte auf den Alltag zu übertragen. Durch "isomorphe Metaphern" wird eine Strukturähnlichkeit zwischen der pädagogischen Aktion und dem Alltag geschaffen, die den Lernerfolg für die Teilnehmer greifbar macht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Erlebnispädagogische Maßnahmen in der Eingliederungshilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192133