Stottern in der heutigen Gesellschaft – Wie wird das Stottern im Wohlfahrtsstaat gesehen?
Die Frage drängt sich auf, wie das Stottern in der heutigen Gesellschaft gesehen wird und wie das Stottern im Wohlfahrtsstaat gesehen wird. Anfangs bedarf es eine genaue Begriffsbestimmung bevor wir in die Ätiologie gehen. Anschließend wird die UN-Behindertenrechtskonvention erläutert und das Stottern in der Gesellschaft beschrieben. In der Familie, der Schule und der Gesellschaft wird der Fokus gesetzt und die unterschiedlichen Lebenslagen sowie Perspektiven diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 Behinderung
2.2 Stottern
2.3 Wohlfahrtsstaat
3. Ätiologie
4. UN-Behindertenrechtskonvention
5. Exkurs: ICF-Modell
6. Exklusion im Wohlfahrtsstaat durch das Stottern
7. Stottern in der heutigen Gesellschaft
7.1 Familie
7.2 Schule und Arbeit
7.3. Gesellschaftliches Leben
8. Staatliche Hilfen
9. Möglichkeiten der barrierefreien Teilhabe von Stotterern am Wohlfahrtsstaat
10. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahrnehmung und gesellschaftliche Situation von Stotternden innerhalb des deutschen Wohlfahrtsstaates und beleuchtet die damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich Teilhabe und Diskriminierung.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen (Behinderung, Stottern, Wohlfahrtsstaat)
- Die UN-Behindertenrechtskonvention und ihre Bedeutung für Stotternde
- Soziale Exklusionsmechanismen und Stigmatisierung in der Gesellschaft
- Herausforderungen in den Lebensbereichen Familie, Schule und Beruf
- Staatliche Unterstützungsmöglichkeiten und Barrieren für Teilhabe
Auszug aus dem Buch
7.1 Familie
„Es besteht kein Grund zur Panik, wenn Ihr Kind stottert“ (Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V., 2012, S. 9).
„Häufig trifft man auf die Theorie, dass Stottern ausschließlich durch belastende Familiensituationen verursacht wird. Die bisherigen Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass das nicht zutrifft“ (Sandrieser & Schneider, 2008, S. 47). Dennoch machen sich viele Familien diesbezüglich Vorwürfe, besonders weil die aktuelle Forschung davon ausgeht, dass das Stottern genetisch verursacht wird (vgl. ebd., 2008, S. 47).
Stottern zeigt sich für die meisten Familien als Belastung, auf die unterschiedlich reagiert wird. Meist wollen die Eltern nicht wahrhaben oder sie verneinen, dass ihr Kind stottert. Sie finden die kuriosesten Argumente, um das Stottern ihres Kindes zu erklären. Auch machen sie sich Vorwürfe bezüglich ihrer Erziehung. Dies ist allerdings der falsche Ansatz. Die Familien müssen sich bewusst werden, dass das Stottern keine gravierende Behinderung ist, sondern nur eine Sprechstörung. Leider wird dies häufig ignoriert. Es gibt genügend Beispiele, die belegen, dass die Eltern eines stotternden Kindes beispielsweise im Restaurant für ihr Kind bestellen, obwohl das Kind selbst bestellen möchte, oder dem Kind beim Bestellen geholfen wird. Ein anderes Beispiel wäre, dass ein Kind bei einer Bestellung stottert und der Kellner die Eltern fragt, was das Kind gerne haben möchte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Stotterns als Sprachstörung und die Relevanz der Untersuchung im gesellschaftlichen Kontext.
2. Begriffserklärung: Definition der zentralen Begriffe Behinderung, Stottern und Wohlfahrtsstaat unter Berücksichtigung rechtlicher und fachwissenschaftlicher Aspekte.
3. Ätiologie: Darstellung des aktuellen Wissensstandes zu Ursachen und Entstehungsweisen des Stotterns.
4. UN-Behindertenrechtskonvention: Erläuterung der Bedeutung der Konvention für die Rechte behinderter Menschen und die Situation in Deutschland.
5. Exkurs: ICF-Modell: Beschreibung der Internationalen Klassifizierung der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit als bio-psycho-soziales Modell.
6. Exklusion im Wohlfahrtsstaat durch das Stottern: Analyse von Ausgrenzungsprozessen, die stotternde Menschen aufgrund ihrer Sprechweise in der Gesellschaft erfahren.
7. Stottern in der heutigen Gesellschaft: Detaillierte Betrachtung der Auswirkungen auf die Bereiche Familie, Schule/Arbeit und das allgemeine gesellschaftliche Leben.
8. Staatliche Hilfen: Überblick über therapeutische Unterstützungsmöglichkeiten und die Rolle der Sozialhilfe.
9. Möglichkeiten der barrierefreien Teilhabe von Stotterern am Wohlfahrtsstaat: Untersuchung von Barrieren in der alltäglichen Kommunikation und Ansätze für eine inklusivere Teilhabe.
10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der gesellschaftlichen Wahrnehmung und der Notwendigkeit eines offeneren Umgangs mit dem Phänomen Stottern.
Schlüsselwörter
Stottern, Sprachbehinderung, Wohlfahrtsstaat, Inklusion, Exklusion, Behindertenrechtskonvention, ICF-Modell, Diskriminierung, Stigmatisierung, Teilhabe, Sozialisation, Therapie, Sprechstörung, Gesellschaftliche Wahrnehmung, Barrierefreiheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie stotternde Menschen in der heutigen Gesellschaft und insbesondere im deutschen Wohlfahrtsstaat wahrgenommen werden und mit welchen Barrieren sie konfrontiert sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Stottern als Behinderung, die UN-Behindertenrechtskonvention, soziale Ausgrenzungsmechanismen sowie die Herausforderungen in Familie, Bildung und Beruf.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stotternde in den Wohlfahrtsstaat integriert werden können und welche gesellschaftlichen Vorurteile den Prozess der Teilhabe behindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer, soziologischer und rechtlicher Quellen sowie theoretischer Konzepte zum Thema Stottern und Behinderung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die rechtliche Einordnung durch die UN-Konvention, die Analyse von Exklusionsrisiken sowie die Diskussion spezifischer Lebenslagen in Familie und Schule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stottern, Teilhabe, Stigmatisierung, Inklusion, Wohlfahrtsstaat und soziale Ausgrenzung charakterisiert.
Warum wird Stottern im Kontext des Wohlfahrtsstaates problematisiert?
Da der Wohlfahrtsstaat auf Leistungsfähigkeit ausgelegt ist, erleben stotternde Menschen aufgrund der längeren Kommunikationszeit oft Ausgrenzung und eine mangelnde Anerkennung ihrer Behinderung.
Welche Rolle spielt die Scham bei Stotternden?
Die Scham wird als zentraler Faktor für emotionale Belastung identifiziert, die häufig zur Selbstisolation führt, da Betroffene soziale Situationen meiden, um negatives Feedback oder Vorurteile zu vermeiden.
- Quote paper
- Felix Girst (Author), 2022, Stottern in der heutigen Gesellschaft – Wie wird das Stottern im Wohlfahrtsstaat gesehen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192272