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Transnationale Care-Arbeit rassismuskritisch betrachtet

Titel: Transnationale Care-Arbeit rassismuskritisch betrachtet

Hausarbeit , 2020 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Hikaru Uhl (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwiefern gründet das Konzept der transnationalen Care-Arbeit auf Rassismen bzw. stärkt diese?

Wer kennt das nicht: Pflegebedürftige Menschen, die von einer 24h-Pflegekraft aus beispielsweise Osteuropa in ihren eigenen vier Wänden betreut werden. Längst ist dies kein Einzelfall mehr, sondern scheint zu einem etablierten Modell zu mutieren. Dieser beschriebene Fall fällt unter anderem unter die Bezeichnung der sogenannten transnationalen Care-Arbeit. Care-Arbeit umfasst sorgende Tätigkeiten, und der Begriff transnational kennzeichnet hierbei, dass Menschen ihre Heimat verlassen, um anderswo, in der Regel in reicheren Ländern, diese Care-Arbeit zu leisten. Aus einer ökonomischen Perspektive finden sich gehäuft Stimmen die diese transnationale Care-Arbeit als eine win-win Situation bezeichnen, da die Care-Arbeiter*innen zum einen finanziell besser dastehen und durch ihre beachtenswerte Summe an Rücküberweisungen in ihr Heimatland eine Art Entwicklungshilfe darstellen. Zum anderen profitieren die Käufer*innen transnationaler Care-Arbeit von den günstigen und flexiblen Arbeitskräften die eine gute Alternative zum deutschen Pflegesystem bieten. Doch darf der Blickwinkel meiner Meinung nach keinesfalls ausschließlich auf dem ökonomischen zum erliegen kommen, denn transnationale Care-Arbeit ist ein Phänomen das in hohem Maße auf verschiedenen gesellschaftlich tief eingebetteten Konstruktionen basiert und diese auch gewissermaßen hervorbringt bzw. sichtbar macht. Meines Erachtens nach sind die Rassekonstruktion und die Geschlechterkonstruktion besonders schwerwiegend dabei, welche Formen die transnationale Care-Arbeit annimmt und hervorbringt. Daher soll hier der Fokus auf die rassismuskritische Perspektive gelegt werden, und die feministische Perspektive zusätzlich mit einbezogen werden. Aufgrund der offensichtlich prekär anmutenden Arbeitsbedingungen und Löhne von Care-Arbeiter*innen die aus dem Ausland kommen um in Deutschland tätig zu sein, lässt sich die Annahme formulieren, dass auch das Konzept der transnationalen Care-Arbeit an Rassekonstruktionen anschließt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die transnationale Care- Arbeit

3. Die rassismuskritische und feministische Perspektive

4. Transnationale Care- Arbeit aus rassismuskritischer und feministischer Perspektive

4.1 Umverteilung sozialer Güter

4.2 Rechtliche Rahmenbedingungen transnationaler Care- Arbeit

4.3 Kulturrassistischer Feminismus in der transnationalen Care- Arbeit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der transnationalen Care-Arbeit aus einer rassismuskritischen und feministischen Perspektive, um zu analysieren, inwiefern dieses Modell auf rassistischen Strukturen gründet oder diese verstärkt.

  • Verhältnis von Care-Arbeit und Migrationsprozessen
  • Rassismuskritische Analyse von Machtverhältnissen und Othering-Prozessen
  • Einfluss rechtlicher Rahmenbedingungen auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse
  • Verschränkung von Geschlechterkonstruktionen und rassistischen Ausgrenzungsmechanismen
  • Kritik an der westlichen Frauenbewegung im Kontext transnationaler Migration

Auszug aus dem Buch

4. 1 Umverteilung sozialer Güter

Betrachtet man nun die transnationale Care- Arbeit aus einem rassismuskritischen Blickwinkel, so rückt zunächst eine Folge von transnationaler Care-Arbeit in den Blick: Das Phänomen des „care drain“ und „care gain“ sowie des „brain drain“ und „brain waste“. Die englischen Begriffe „care drain“ und „care gain“ sind kennzeichnend für die Umverteilung von Care- Kapital. Im Heimatland der Care- Arbeiter*innen entsteht eine Versorgungslücke, es vollzieht sich also durch die Migration der Care- Arbeiter*innen ein Versorgungsabzug aus dem Heimatland. Durch die Wanderung der Care- Arbeiter*innen wird das Versorgungskapital eines Landes in das Zielland der Migrant*innen umgelagert. Dort im Zielland entsteht durch die migrierten Care- Arbeiter*innen indes ein Versorgungsgewinn, dieser wird als „care- gain“ bezeichnet.

Care- Kapital wird also wie eine Ware von den Ländern die es sich leisten können eingekauft. Dadurch verstärkt sich eine bestehende Ungleichheit entlang der finanziellen Mächtigkeit der Länder. (vgl. Lutz & Amelina, S.100) „brain drain“ bezeichnet dagegen den Verlust von Bildungskapital im Herkunftsland der transnationalen Beschäftigten der Care- Arbeit. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Care- Arbeiter*innen in ihren Herkunftsländern größtenteils eine berufliche Ausbildung bzw. akademische Bildung genossen haben. Wenn diese Fachkräfte nun um Care- Arbeit zu leisten ins Ausland abwandern, geht dem Herkunftsland der auswandernden Personen Bildungskapital verloren. Im Gegensatz zum Phänomen der Umverteilung von Care- Kapital entsteht dabei auf der gegenüberliegenden Seite von „brain drain“ kein „brain- gain“, da die Migrant*innen in den meisten Fällen nicht ihre berufliche Qualifikation im Zielland nutzen können sondern in der Care- Arbeit als unqualifizierte Arbeiter*innen gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der transnationalen Care-Arbeit ein und formuliert die Forschungsfrage, inwiefern dieses Konzept auf Rassismen gründet oder diese verstärkt.

2. Die transnationale Care- Arbeit: Dieses Kapitel definiert Care-Arbeit als stark feminisierten Sektor und beleuchtet die ökonomischen und sozialen Ursachen sowie die Migrationsbewegungen hinter diesem Phänomen.

3. Die rassismuskritische und feministische Perspektive: Hier werden theoretische Grundlagen für eine rassismuskritische Analyse sowie feministische Ansätze zur Dekonstruktion von Machtverhältnissen erarbeitet.

4. Transnationale Care- Arbeit aus rassismuskritischer und feministischer Perspektive: Das Hauptkapitel untersucht die Auswirkungen der Migration auf soziale Güter (Care-Kapital) sowie die rechtlichen Barrieren, die das Handeln von Migrantinnen strukturell einschränken.

4.1 Umverteilung sozialer Güter: Es wird analysiert, wie durch Care-Migration Kapital von strukturschwachen in reichere Länder abfließt und bestehende globale Ungleichheiten zementiert werden.

4.2 Rechtliche Rahmenbedingungen transnationaler Care- Arbeit: Das Kapitel beleuchtet die bürokratischen Hürden und restriktiven Gesetze, die den Arbeitsmarktzugang für Migrantinnen regeln und institutionellen Rassismus widerspiegeln.

4.3 Kulturrassistischer Feminismus in der transnationalen Care- Arbeit: Es wird kritisch diskutiert, wie westliche feministische Diskurse rassistische Kategorisierungen nutzen, um die eigene Emanzipation auf Kosten von Migrantinnen zu sichern.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass transnationale Care-Arbeit tief in rassistischen Strukturen verwurzelt ist und fordert eine dekonstruktive Neuorientierung der sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Transnationale Care-Arbeit, Rassismuskritik, Migration, Care Drain, Feminismus, Institutioneller Rassismus, Kulturrassismus, Geschlechterverhältnisse, Arbeitsmigration, Doing Gender, Machtverhältnisse, Othering, Soziale Ungleichheit, Arbeitsrecht, Humanressourcen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den transnationalen Care-Arbeitsverhältnissen und untersucht deren Verwobenheit mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen sowie rassistischen Diskursen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Care-Migration, die Analyse institutioneller Diskriminierung, die Verschränkung von Rassismus und Feminismus sowie die ökonomische Ausbeutung von Humanressourcen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern das Konzept der transnationalen Care-Arbeit auf Rassismen gründet bzw. diese durch strukturelle und diskursive Mechanismen stärkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein rassismuskritischer und feministischer Analyserahmen genutzt, um bestehende Gesetze und gesellschaftliche Praktiken auf ihre dekonstruktiven Potenziale hin zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Umverteilung von Care-Kapital, die rechtlichen Rahmenbedingungen für migrantische Arbeitskräfte aus den MOE-Staaten sowie die Rolle des Kulturrassismus innerhalb feministischer Debatten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Transnationale Care-Arbeit, Rassismuskritik, Othering, Care Drain und Institutionalisierter Rassismus geprägt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Staates?

Die Autorin sieht den Staat als Akteur, der durch Gesetze und die Bevorzugung bestimmter Arbeitnehmergruppen institutionellen Rassismus legitimiert und reproduziert.

Warum wird Care-Arbeit als "Versagen der westlichen Frauenbewegung" bezeichnet?

Weil es der westlichen Frauenbewegung nicht gelungen ist, Care-Arbeit geschlechtergerecht aufzuteilen, wodurch die Last stattdessen an migrantische Frauen delegiert wurde, anstatt das System grundsätzlich zu verändern.

Was ist mit dem Begriff "Kulturrassismus" gemeint?

Es handelt sich um einen "modernen Rassismus", der keine biologischen Merkmale mehr nutzt, sondern kulturelle Unterschiede behauptet, um Ausgrenzung und Ungleichbehandlung zu rechtfertigen.

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Details

Titel
Transnationale Care-Arbeit rassismuskritisch betrachtet
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Pädagogik)
Veranstaltung
päd223 Studienrichtung III Migrationspädagogik
Note
1,7
Autor
Hikaru Uhl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1192274
ISBN (PDF)
9783346632807
ISBN (Buch)
9783346632814
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassismuskritische Perspektive Care Arbeit Transnationale Care- Arbeit Migration Gastarbeiter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hikaru Uhl (Autor:in), 2020, Transnationale Care-Arbeit rassismuskritisch betrachtet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192274
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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