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Das Problem der Normsetzung in der Pädagogik diversitätsbewusst betrachtet

Titel: Das Problem der Normsetzung in der Pädagogik diversitätsbewusst betrachtet

Hausarbeit , 2020 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Hikaru Uhl (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie kann das Problem der Normsetzung in der Pädagogik aus diversitätsbewusster Perspektive bewertet werden, und welche Lösungswege können aus dieser Sicht formuliert werden?

Die Mutter, die ihr fünf Jahre altes Kind in der Straßenbahn stillt, der Junge, der verträumt seine rot lackierten Fingernägel betrachtet und die Person in Anzug, die barfuß unterwegs zum Arbeitsplatz ist. Sie alle haben nicht nur gemeinsam, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit verständnislose, missbilligende oder gar diskriminierende Blicke durch die Öffentlichkeit ernten, sie alle erfahren auch die Bezeichnung als Normbrecher*innen. Wie bunt die Welt und unser Leben sein könnte, wären da nicht die Normen, die einem Vorschriften darüber machen welches Handeln noch im Rahmen, oder besser gesagt in der Norm liegt, und welches nicht, könnte man sich nun denken. Tatsächlich haben Normen die Eigenschaft bzw. Funktion, die individuelle Erlebnisvielfalt auf typisierte Handlungen bzw. Situationen runter zu brechen und somit zu reduzieren.
Normen bzw. Normsetzungen können also in gewissem Sinne als konkurrierend oder gar kontradiktorisch zu Vielfalt oder Diversität gesehen werden, denn sie engen diese gewissermaßen ein.

Doch wo werden diese einengenden Normsetzungen zum Thema bzw. zum Problem? Die Pädagogik als Disziplin scheint dabei eine der vordersten Plätze zu belegen, denn die Pädagogik kommt wie wir sehen werden schlichtweg nicht ohne Normsetzungen aus. Und das nicht nur weil manche Erziehungsziele Normen sind, die tradiert werden sollen. Doch allein diese Tatsache kann schon zur Herausforderung werden: Welche Erziehungsziele sollen gelten und welche Normen sind insofern tradierungswürdig?
[...]
Kaum eine andere Profession bzw. Disziplin als die Pädagogik scheint derart im Zwiespalt zwischen einerseits einer kaum anderswo in der Gesellschaft zu übertreffenden Heterogenität und Diversität (sowohl im Hinblick auf ihre Aufgabenbereiche als auch auf ihre Adressat*innen), und andererseits der Konfrontation mit dem Anspruch sich an (verallgemeinernden) Normsetzungen zu orientieren bzw. diese aufrecht zu erhalten. Wie dieser Balanceakt überhaupt gelingt, ob er gelingt bzw. wie er (besser) gelingen könnte sind die Fragen, die uns durch die folgende Ausarbeitung führen sollen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Problem der Normsetzung in der Pädagogik

3 Die diversitätsbewusste Perspektive

4 Das Problem der Normsetzung in der Pädagogik diversitätsbewusst betrachtet

4.1 Der Othering Prozess – ein Schatten von Normsetzungen?

4.2 Othering vermeiden – die Konstruktion des „Anderen“ professionell gestaltet

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der pädagogischen Notwendigkeit von Normsetzungen und der daraus resultierenden Gefahr der Ausgrenzung durch Othering-Prozesse. Ziel ist es, aus einer diversitätsbewussten Perspektive zu bewerten, wie pädagogische Fachkräfte mit diesem Normativitätsproblem professionell umgehen können, um diskriminierende Wirkungen zu vermeiden.

  • Das Normativitätsproblem in der Pädagogik und Sozialen Arbeit
  • Mechanismen des Othering-Prozesses in der pädagogischen Praxis
  • Bedeutung der diversitätsbewussten Perspektive für den pädagogischen Alltag
  • Intersektionalität als Analyseinstrument für Differenzlinien
  • Professionelle Ansätze zur Vermeidung ungleichheitsgenerierender Strukturen

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Othering Prozess – ein Schatten von Normsetzungen?

Möchte man einen Gegenstand aus einem diversitätsbewussten Blickwinkel heraus bearbeiten, so bietet die Frage danach, ob und wo Othering- Prozesse vorgefunden werden können (die unter Umständen auch sehr versteckt sein können und auf die beispielsweise nur durch das Konstrukt von Großgruppen hingewiesen wird), einen geeigneten Einstieg in die Analyse. Konkret bedeutet das für die vorliegende Fragestellung der Hausarbeit, dass auf das Vorkommen von Othering Prozessen innerhalb bzw. durch Normsetzungen in der Pädagogik die Aufmerksamkeit gerichtet wird.

In der Tat finden sich hierbei einige Ansatzpunkte. Geht man erstens davon aus, dass Normen bzw. Normbrecher*innen durch die Gruppenöffentlichkeit kontrolliert und generiert werden, und dabei die Gruppenöffentlichkeit auch durch ihre Autoritäten und Instanzen aktiv wird, was wiederum ganz offensichtlich pädagogische Fachkräfte sowie pädagogische Einrichtungen einschließt, und zweitens als Prämisse das Merkmal von Othering Prozessen wonach die Konstrukteur*innen stets unsichtbar im Hintergrund bleiben betrachtet, so zeigt sich bereits, dass das Phänomen des Othering Prozess potenziell mit großer Wahrscheinlichkeit im Schnittbereich zwischen dem Problem der Normsetzung in der Pädagogik und auf der anderen Seite einer diversitätsbewussten Perspektive bzw. diversitätsbewussten Pädagogik liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Normativitätsproblems in der Pädagogik ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich einer diversitätsbewussten Perspektive.

2 Das Problem der Normsetzung in der Pädagogik: Dieses Kapitel definiert den Normbegriff und verdeutlicht, dass die Pädagogik als Disziplin auf Normen angewiesen ist, was unweigerlich zu Sanktionen bei deren Bruch führt.

3 Die diversitätsbewusste Perspektive: Hier wird der Ansatz der Diversität vorgestellt, der Menschen als Individuen in den Fokus rückt und mit Instrumenten wie der Intersektionalität arbeitet.

4 Das Problem der Normsetzung in der Pädagogik diversitätsbewusst betrachtet: In diesem Kapitel wird das Verhältnis von Normsetzung und Othering-Prozessen analysiert und an einem Beispiel aus dem Grundschulalltag veranschaulicht.

4.1 Der Othering Prozess – ein Schatten von Normsetzungen?: Dieser Abschnitt untersucht, inwiefern pädagogische Normsetzungen potenziell Othering-Prozesse begünstigen.

4.2 Othering vermeiden – die Konstruktion des „Anderen“ professionell gestaltet: Hier werden Lösungsansätze diskutiert, wie ein professioneller Umgang mit Diversität und Andersheit gelingen kann.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein professioneller Umgang mit dem "Anderen" essenziell ist, um den Balanceakt zwischen Normdurchsetzung und diversitätsbewusster Haltung zu meistern.

Schlüsselwörter

Normsetzung, Pädagogik, Diversität, Othering, Normativitätsproblem, Soziale Arbeit, Intersektionalität, Differenz, Ungleichheit, Diskriminierung, Professionelles Handeln, Normbrecher, Erziehungsziele.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das grundlegende Problem, dass die Pädagogik auf Normen angewiesen ist, diese jedoch zwangsläufig "Normbrecher" erzeugen und so diskriminierende Othering-Prozesse auslösen können.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind das pädagogische Normativitätsproblem, die diversitätsbewusste Perspektive, der Othering-Prozess und die professionelle Gestaltung des Umgangs mit Andersheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wie das Problem der Normsetzung aus einer diversitätsbewussten Perspektive bewertet werden kann und welche Lösungswege sich daraus für die pädagogische Praxis ableiten lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis erziehungswissenschaftlicher Fachliteratur sowie eine Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf konkrete praxisorientierte Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Normbegriff und zur Diversitätsperspektive, gefolgt von einer Analyse des Zusammenspiels von Normsetzungen und Othering-Prozessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Normsetzung, Othering, Diversität, Intersektionalität, professionelles pädagogisches Handeln und der Umgang mit Ungleichheit.

Welche Rolle spielt die Gruppenöffentlichkeit bei Normbrüchen?

Die Gruppenöffentlichkeit fungiert laut Text als Kontrollinstanz, die durch ihre Reaktionen (z. B. Missbilligung oder Sanktion) Normen stabilisiert oder durch Ignoranz deren Dekonstruktion einleiten kann.

Warum wird das Beispiel des Matheunterrichts herangezogen?

Das Beispiel veranschaulicht, wie eine eigentlich harmlose Abweichung von einer "direktiven Norm" durch die Reaktion einer Lehrkraft in einen ausgrenzenden Othering-Prozess eskalieren kann.

Was bedeutet ein professioneller Umgang mit dem "Anderen" im Fazit?

Ein professioneller Umgang erfordert laut Autor den Balanceakt, Differenzen anzuerkennen, ohne dabei strukturelle Ungleichheiten zu zementieren oder diese "schönzureden".

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Details

Titel
Das Problem der Normsetzung in der Pädagogik diversitätsbewusst betrachtet
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Pädagogik)
Veranstaltung
päd021 Geschichte und Theorien der Pädagogik
Note
1,0
Autor
Hikaru Uhl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V1192281
ISBN (PDF)
9783346632821
ISBN (Buch)
9783346632838
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Normen Diversität Diversity Diversitätsbewusste Pädagogik Pädagogik Othering
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hikaru Uhl (Autor:in), 2020, Das Problem der Normsetzung in der Pädagogik diversitätsbewusst betrachtet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192281
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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