Nicht erst seit der Corona-Pandemie stellt Digitalisierung ein bestimmendes Thema in der gesellschaftlichen Wahrnehmung dar. Die digitale Transformation stellt umfassende Herausforderungen an Organisationen. Beispielsweise kann Unternehmen ein Anreiz gegeben werden, bewährte Geschäftsmodelle gründlich zu überprüfen. Auch Organisationen der öffentlichen Verwaltung können sich der Wirkung eines fortschreitenden digitalen Wandels nicht entziehen. Um sich an die veränderten Bedingungen im Rahmen des digitalen Wandels anzupassen, könnten die Herausbildung neuer Fähigkeiten sowie Flexibilität für Organisationen eine tragende Rolle spielen. Folglich fällt dem Management des digitalen Wandels eine wichtige Bedeutung zu. Aus dieser Perspektive ist von Interesse, ob und inwieweit die digitale Transformation innerhalb einer Organisation gesteuert wird. In den Fokus rückt insbesondere, ob Ansätze der Steuerung in der wissenschaftlichen Literatur behandelt werden. Diese Arbeit soll daher einen Beitrag dazu leisten, geeignete organisationale Modelle zu Steuerung der digitalen Transformation zu identifizieren, zu beschreiben und anhand von festgelegten Kriterien strukturiert zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Vorgehen
2.2 Begriffsbestimmung Digitalisierung
2.3 Begriffsabgrenzung digitale Transformation
3. Methodik zur Auswahl und zum Vergleich der Modelle
3.1 Vorgehen
3.2 Einschränkungen
3.3 Kriterien für einen systematischen Modellvergleich
4. Modelle der digitalen Transformation
4.1 Digital Business Management Modell
4.2 Das Referenz-, Reifegrad- und Vorgehensmodell
4.3 Digital Maturity Model
4.4 Organizational Structure Model
4.5 Digitales Reifegradmodell für die öffentliche Verwaltung
5. Einordnung und Vergleich der Modelle
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, geeignete organisationale Modelle zur Steuerung der digitalen Transformation zu identifizieren, detailliert zu beschreiben und anhand fest definierter Kriterien strukturiert miteinander zu vergleichen, um ein präziseres Verständnis für den digitalen Wandel in Organisationen zu schaffen.
- Systematische Literaturrecherche zu Steuerungsmodellen der digitalen Transformation
- Konzeptionelle Abgrenzung der Begriffe Digitalisierung und digitale Transformation
- Entwicklung und Anwendung von Vergleichskriterien für Transformationsmodelle
- Analyse und Einordnung spezifischer Modelle wie DBM, RRVM, DMM, ORM und DRV
- Gegenüberstellung von Anwendungsbereichen und Modellcharakteristika für Wirtschaft und Verwaltung
Auszug aus dem Buch
4.1 Digital Business Management Modell
Das „Digital Business Management Modell“ (DBM) zeigt einen Steuerungsansatz für Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels auf. Dabei wird unter Anwendung von drei Dimensionen auf ein bestimmtes Begriffsverständnis von Digitalisierung zurückgegriffen (vgl. BAUMÖL 2016: 231). BAUMÖL, et al. (2018: 5) unterscheidet in diesem Kontext die Nutzungsdimension, der Anwendungsdimension und die Technikdimension. Erstere beschreibt „die Gesellschaft und ihre Individuen“, die Anwendungsdimension die „Wirtschaft und ihr Rechtssystem“, während die Technikdimension alle Aspekte des Einsatzes von Technologie erfasst (BAUMÖL, et al. 2018: ebd.). Um einen geeigneten Modellansatz systematisch zu entwickeln, werden die Kategorien „Reichweite“, „inhaltliche Wechselwirkungen“ und „zeitliche Gültigkeit“ verwendet (BAUMÖL 2016: 231). Die Reichweite beschreibt dabei den für das Steuerungsmodell gültigen fachlichen und organisatorischen Rahmen, während die inhaltlichen Wechselwirkungen „die Zusammenhänge zwischen den Steuerungsobjekten ab[bilden]“ und die zeitliche Gültigkeit „[festlegt], wann und für wie lange die Festlegungen in dem Steuerungsmodell genutzt werden sollen“ (BAUMÖL 2016: 231 ff.). Als Vorlage zur Entwicklung des DBM diente das neue St. Galler Management Modell. Folglich teilt sich das DBM in zwei Sphären mit einer äußeren und inneren Ellipse auf. Die äußere Ellipse umfasst externe Einflüsse des Umfeldes, z. B. technische und gesellschaftliche Entwicklungen. Die innere Ellipse baut auf den bekannten Elementen von PORTER‘s „Five Forces“ auf (Kund*innen, Lieferant*innen, neue Mitbewerber*innen, Ersatzprodukte und Wettbewerbsintensität (vgl. PORTER 1998)) und bildet das sogenannte „interne Umfeld“ (BAUMÖL 2016: 232).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der digitalen Transformation in Wirtschaft und Verwaltung und stellt die Forschungsfrage nach geeigneten Steuerungsmodellen.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Systematisierung und Abgrenzung der zentralen Termini Digitalisierung und digitale Transformation.
3. Methodik zur Auswahl und zum Vergleich der Modelle: Hier wird das methodische Vorgehen der Literaturrecherche sowie der Kriterienkatalog für den nachfolgenden Modellvergleich dargelegt.
4. Modelle der digitalen Transformation: In diesem Hauptteil werden fünf ausgewählte Steuerungsmodelle einzeln vorgestellt und hinsichtlich ihrer spezifischen Dimensionen analysiert.
5. Einordnung und Vergleich der Modelle: Die Modelle werden anhand der in Kapitel 3 entwickelten Kriterien I bis VII strukturiert miteinander verglichen und eingeordnet.
6. Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Impulse für zukünftige Forschungsarbeiten hinsichtlich der Wirksamkeit und Weiterentwicklung von Steuerungsmodellen.
Schlüsselwörter
Digitale Transformation, Digitalisierung, Steuerungsmodelle, Organisationswandel, Digital Business Management, Reifegradmodell, Unternehmenssteuerung, öffentliche Verwaltung, Digital Maturity Model, Strategieorientierung, Organisationskultur, Prozessorientierung, Transformationsmanagement, Wertschöpfungskette, Modellvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Evaluierung verschiedener Modelle, die Organisationen dabei unterstützen, den Prozess der digitalen Transformation gezielt zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Begriffsdefinition von Digitalisierung und digitaler Transformation, die Analyse von Steuerungsmodellen sowie den systematischen Vergleich dieser Modelle für unterschiedliche Organisationsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Identifikation, Beschreibung und ein strukturierter Vergleich geeigneter organisationaler Modelle zur Steuerung der digitalen Transformation auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Literatur.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Evaluierung unter Nutzung wissenschaftlicher Datenbanken, wobei die Auswahl der Modelle anhand festgelegter Kriterien (z. B. wissenschaftliche Entwicklung, Dimensionierung, Einbeziehung externer Faktoren) erfolgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung und Analyse von fünf spezifischen Modellen, darunter das Digital Business Management Modell, verschiedene Reifegradmodelle sowie das Organizational Structure Model, gefolgt von einer vergleichenden Gegenüberstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digitale Transformation, Steuerungsmodelle, Reifegradmessung, Organisationsentwicklung und Literaturanalyse charakterisiert.
Was unterscheidet das Modell für die öffentliche Verwaltung (DRV) von den anderen Modellen?
Das DRV ist im Gegensatz zu den primär unternehmerisch orientierten Modellen domänenspezifisch auf die öffentliche Verwaltung zugeschnitten und legt einen besonderen Fokus auf Organisationskultur und spezifische Verwaltungsprozesse.
Welchen Vorteil bietet das Organizational Structure Model (ORM) gegenüber den anderen untersuchten Modellen?
Das ORM zeichnet sich dadurch aus, dass es unabhängig von der spezifischen Organisationsart oder dem Organisationszweck angewendet werden kann, was es zu einem sehr flexiblen Referenzrahmen macht.
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- Oliver Gobert (Author), 2021, Steuerungsmodelle der digitalen Transformation in Organisationen. Literaturbasierte Evaluierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192285