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Suizidalität bei Frauen und deren soziologische Ursachen

Ein Vergleich der Studie Emile Durkheims mit der modernen Selbstmordforschung

Title: Suizidalität bei Frauen und deren soziologische Ursachen

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sara Weber (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Im Rahmen des Proseminars „Einführung in die Klassiker der soziologischen Theorie“ bei Herrn Jörg Oberthür wurde der Inhalt der dazugehörigen Vorlesung vertieft. Thematisiert wurden die „Gründer“ der Soziologie – Marx, Weber, Durkheim und Simmel – in Hinblick auf deren Struktur- und Entwicklungspläne sowie ihre je verschiedenen methodischen Vorangehensweisen, welche bis heute für die soziologische Theorie von großer Bedeutung sind. Im Verlauf des Seminars erwies sich die Studie von Emile Durkheim (1858-1917) über den Selbstmord als interessantes Thema für eine detailliertere Betrachtung, vor allem im Vergleich zur modernen Suizidforschung. Nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Thematik fiel auf, dass Frauen nur wenig Beachtung, in der wissenschaftlichen Betrachtungsweise finden. Denn „Ansätze zur Theoriebildung bestehen so gut wie keine, obwohl die elementarsten Veränderungen im suizidalen Geschehen auf das Konto weiblicher Personen gehen“ (Rachor 1995, S. 9). Somit erschien dieser Aspekt als besonders reizvoll.
Im ersten Kapitel der Arbeit wird versucht den Begriff „Suizidalität“ näher zu beschreiben. Dabei wird versucht die Phänomene Selbstmord und Selbstmordversuch zu definieren und gegenüberzustellen.
Anschließend wird ein allgemeiner Überblick über Durkheims Studie gegeben und aufbauend darauf genauer auf seine vier Formen des Suizides eingegangen. Des weiteren folgt eine statistische Übersicht zum Thema generell, aber auch hinsichtlich der weiblichen Suizidalität, um im folgenden die sozialen Ursachen zu untersuchen. Dabei wurden die Ergebnisse Durkheims und die Erkenntnisse der modernen Selbstmordforschung getrennt analysiert und auch auf die soziale Bedeutung wird eingegangen.
Zuletzt befasst sich diese Ausarbeitung mit der Rolle der Frau im suizidalen Geschehen und deren Gründe für solch eine Handlung, bevor alle Ergebnisse noch einmal zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Überblick über Suizidalität – Suizid vs. Suizidversuch

3 Emile Durkheims Studie

3.1 Allgemeines

3.2 Die vier Typen des Selbstmordes

4 Die sozialen Ursachen bezogen auf Frauen

4.1 Statistischer Überblick

4.2 Die sozialen Ursachen

4.2.1 Durkheims Studienergebnisse

4.2.2 Erkenntnisse aus der modernen Suizidforschung

4.2.3 Die soziale Bedeutung der Suizidalität am Beispiel des Appells

4.3 Frauen und der Suizid

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziologischen Ursachen der weiblichen Suizidalität und vergleicht dabei die klassischen theoretischen Ansätze von Emile Durkheim mit Erkenntnissen der modernen Selbstmordforschung, um die spezifische Rolle der Frau in diesem gesellschaftlichen Phänomen zu beleuchten.

  • Soziologische Differenzierung zwischen Suizid und Suizidversuch
  • Analyse der vier Selbstmordtypen nach Durkheim
  • Untersuchung geschlechtsspezifischer Rollenbilder und deren Einfluss auf suizidales Verhalten
  • Vergleich von sozialen Integrationsfaktoren (Familie, Beruf, Religion) bei Frauen und Männern
  • Rezeption und Kritik an Durkheims Integrationsthese in der modernen Forschung

Auszug aus dem Buch

4.3 Frauen und der Suizid

In jeder Gesellschaft werden Männer und Frauen unterschieden. Daraus entstehen Geschlechterrollen, welche die zentralen Funktionselemente einer Sozialstruktur sind (Hillmann 2007). Gender, also das soziale Geschlecht, benennt diese „soziokulturell ausgeprägten Unterschiede zwischen den Rollen, Selbstauffassungen (...), Erscheinungsbildern und Verhaltensweisen von Frauen und Männern“ (ebd., S. 273). Genau diese Rollen oder wie Christina Rachor (1995, S. 137) schreibt „Geschlechterklischees“ haben bestimmte Erwartungshaltungen zur Folge, welche in das Verhalten von Frauen und Männern einfließen. Sie haben also „handlungsorientierende und handlungsanleitende Wirkung“ (ebd. S. 143).

Die Merkmale der Geschlechterrollen sind dichotom, d.h. zweigeteilt. Frauen werden die Eigenschaften zugeteilt, welche mit Emotionalität in Verbindung zu bringen sind, und Männer werden mit Rationalität assoziiert. Grund dafür ist die unterschiedliche soziale Prägung der Geschlechter (Chodorow 1985).

Begriffe wie Unlogik, Irrationalität, Subjektivität werden Frauen im kognitiven; Schwäche, Unselbständigkeit, Abhängigkeit, Anhänglichkeit im verhaltensbeschreibenden Bereich zugeordnet und psychisch gesehen werden sie als emotional, affektiv, labil, empfindlich, masochistisch und narzisstisch gesehen (Gerhardt 1988). Gerade diese Wesenszüge, also eine Negativausgabe der Frau, werden krankmachenden Verhaltensweisen zugeordnet, (Rachor 1995). Vor allem Emotionalität und Affektivität werden oft zu schnell in „Richtung Anormalität bzw. Krankheit verortet“ (ebd., S. 147) gerade auch weil „Gefühle und Bedürftigkeit zu zeigen, in unserer Kultur als schwach, weiblich“ und „anormal und krank“ gilt (ebd., S. 148). Männliche Eigenschaften, wie Rationalität und Objektivität, werden jedoch nicht umgewertet, auch nicht diejenigen, die weniger geschätzt werden, wie beispielsweise Aggressivität und Dominanz, obwohl diese auch stark für Gewaltverbrechen empfänglich machen können (Gerhardt 1988).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den theoretischen Kontext des Seminars und begründet die Wahl des Themas Suizidalität bei Frauen als unterrepräsentiertes Forschungsfeld.

2 Überblick über Suizidalität – Suizid vs. Suizidversuch: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Suizid und Suizidversuch und stellt deren unterschiedliche soziale und psychische Hintergründe gegenüber.

3 Emile Durkheims Studie: Hier werden die methodischen Ansätze Durkheims sowie seine Typologie der vier Selbstmordformen (egoistisch, altruistisch, anomisch, fatalistisch) dargelegt.

4 Die sozialen Ursachen bezogen auf Frauen: Das Hauptkapitel analysiert die Suizidstatistik, diskutiert die Integrationsthese kritisch und untersucht den Zusammenhang zwischen Geschlechterrollen, Kommunikation und dem Suizidgeschehen bei Frauen.

Schlüsselwörter

Suizidalität, Suizid, Suizidversuch, Emile Durkheim, soziale Integration, Geschlechterrollen, Frauen, Soziologie, Selbstmordrate, soziale Ursachen, Kommunikation, Anomie, Egoismus, moderne Suizidforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung suizidalen Verhaltens bei Frauen, wobei ein Fokus auf die Ursachenforschung und den Vergleich mit klassischen Theorien gelegt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Suizid und Suizidversuch, die Anwendung von Durkheims soziologischem Erklärungsmodell und der Einfluss gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen auf weibliches Suizidverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Forschungsstand zur weiblichen Suizidalität zu analysieren und zu klären, warum das Phänomen durch den Wandel der Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Strukturen anders zu bewerten ist als bei Durkheim.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische soziologische Konzepte (v.a. von Emile Durkheim) mit empirischen statistischen Daten und neueren Forschungsergebnissen vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Durkheims Ergebnisse, moderne Kritik daran, der Einfluss sozialer Isolation sowie die Bedeutung des Suizidversuchs als kommunikative Strategie („Appell“) ausführlich diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Suizidalität, soziale Integration, Geschlechterrollen, Anomie, Egoismus und die soziologische Unterscheidung von Suizid und Suizidversuch.

Welche Rolle spielt der „Appell“ bei Suizidversuchen?

Der Suizidversuch wird oft als „strategische“ Kommunikation oder Hilferuf interpretiert, um Zuwendung und Aufmerksamkeit in einem sozialen Umfeld zu erzwingen, das den Betroffenen isoliert erscheinen lässt.

Warum spielt die Integration laut Durkheim eine zentrale Rolle?

Durkheim argumentiert, dass eine zu schwache (Egoismus) oder zu starke (Altruismus) soziale Integration das Individuum in den Suizid treiben kann, da die Gesellschaft die ordnende moralische Kraft darstellt.

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Details

Title
Suizidalität bei Frauen und deren soziologische Ursachen
Subtitle
Ein Vergleich der Studie Emile Durkheims mit der modernen Selbstmordforschung
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Einführung in die Klassiker der soziologischen Theorie
Grade
2,3
Author
Sara Weber (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V119235
ISBN (eBook)
9783640233342
ISBN (Book)
9783640235933
Language
German
Tags
Suizidalität Frauen Ursachen Einführung Klassiker Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sara Weber (Author), 2007, Suizidalität bei Frauen und deren soziologische Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119235
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