Die EKD hatte in den letzten Dekaden einen massiven Mitgliederschwund zu verzeichnen. Der Rückgang von Kirchensteuereinnahmen zwingt die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) auch 2006 zu weiteren Haushaltskürzungen. Wohin diese Entwicklung die EKD führen wird, oder vielmehr wohin die EKD geführt werden müsste, scheint unklar. Im Folgenden, wird nach einem kurzen Kapitel über Non Profit Organisationen (NPO) in der Managementlehre, welches die Besonderheiten einer NPO aufzeigt, die derzeitige Situation und Struktur der EKD analysiert. Anschließend wird in Kapitel 4 ein möglicher Lösungsansatz diskutiert um in Kapitel 5 einen ersten konkreten Schritt zur möglichen Problemlösung zu generieren.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. NON PROFIT ORGANISATIONEN IN DER MANAGEMENTLEHRE
3. SITUATIONSANALYSE
3.1. EKD ALS ORGANISATION
3.2. AUFGABEN DER EVANGELISCHEN KIRCHE
3.3. LEISTUNGSPORTFOLIO DER EKD
3.4. ZIELE UND VISION DER EKD
3.5. FINANZ UND MITGLIEDERENTWICKLUNG
3.5.1. Finanzielle Entwicklung der EKD
3.5.2. Mitgliederentwicklung
3.5.3. Mitgliederstruktur – Cluster Analyse
4. DISKURS – MARKTORIENTIERTE STRATEGIE ALS LÖSUNGSANSATZ
4.1. PROBLEMDARSTELLUNG
4.2. MARKETING ALS STRATEGISCHER LÖSUNGSANSATZ
4.3. THEOLOGISCHE ASPEKTE
4.4. KULTURELLE UND ORGANISATORISCHE ASPEKTE
4.5. FAZIT ZUM DISKURS
5. DIE VISION ALS MEDIUM ZUR GEMEINSAMEN STRATEGISCHEN AUSRICHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den signifikanten Mitgliederschwund der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor dem Hintergrund einer veränderten gesellschaftlichen Situation und untersucht, inwieweit eine marktorientierte Strategie als professionelles Führungskonzept zur Bewältigung der strukturellen Probleme beitragen kann.
- Analyse der EKD als Non-Profit-Organisation (NPO)
- Untersuchung der finanziellen und demografischen Entwicklung
- Diskussion von Marketing als strategischem Lösungsansatz
- Reflexion theologischer und organisatorischer Vorbehalte
- Konzeption einer gemeinsamen Vision für die strategische Ausrichtung
Auszug aus dem Buch
3.1. EKD als Organisation
Die EKD besteht aus 23 Gliedkirchen, die teilautonom fungieren. Sie ist somit föderalistisch strukturiert und stellt sich immer wieder, der für föderalistisch organisierte Gebilde typischen Frage nach der Autonomie der Glieder und der Zuständigkeit der gemeinsamen Organe. Die EKD hat keine eigenen Einnahmen, sie finanziert sich über eine Umlage der Gliedkirchen. Laut des Verfassungsrechtes der EKD, besteht die primäre Aufgabe der EKD in der Festigung und Vertiefung der Gemeinschaft unter den Gliedkirchen und der Hilfe bei der Erfüllung ihres Dienstes so wie dem Austausch ihrer Kräfte und Mittel. Der EKD obliegt es hierzu Richtlinien aufzustellen oder Kirchengesetze zu erlassen, die anschließend in landeskirchliches Recht umgesetzt werden können. Somit sind die einzelnen Gliedkirchen die starken Subjekte in der evangelischen Landschaft.
Die EKD wird durch drei demokratisch gewählte Organe geleitet, deren Aufgaben im Kirchengesetz formuliert sind: Die Synode (120 entsandte Vertreter der Gliedkirchen), dem Rat der EKD und der Kirchenkonferenz. Grundsatzentscheidungen werden in der Synode getroffen (Vgl.: Abbildung 1). Somit verfolgt die EKD einen bottom- up Ansatz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemlage durch Mitgliederschwund und Haushaltskürzungen sowie Skizzierung des methodischen Vorgehens.
2. NON PROFIT ORGANISATIONEN IN DER MANAGEMENTLEHRE: Einführung in die Management-Besonderheiten von NPOs hinsichtlich Zielsetzung, Finanzierung, Mitarbeitern und Willensbildung.
3. SITUATIONSANALYSE: Analyse der föderalen Organisationsstruktur der EKD, ihrer Aufgaben, ihres Leistungsportfolios sowie der kritischen finanziellen und demografischen Entwicklung.
4. DISKURS – MARKTORIENTIERTE STRATEGIE ALS LÖSUNGSANSATZ: Diskussion über die Notwendigkeit einer strategischen Ausrichtung sowie die Auseinandersetzung mit theologischen und organisatorischen Konflikten bei der Anwendung von Marketing.
5. DIE VISION ALS MEDIUM ZUR GEMEINSAMEN STRATEGISCHEN AUSRICHTUNG: Plädoyer für die Entwicklung einer gemeinsamen Vision als ersten strategischen Schritt zur Überwindung von Widerständen und zur langfristigen Konsolidierung.
Schlüsselwörter
Evangelische Kirche Deutschland, EKD, Non-Profit-Management, Kirchenmarketing, Mitgliederentwicklung, Haushaltskürzungen, Strategische Ausrichtung, Organisationskultur, Dienstleistungsorganisation, demografischer Wandel, kirchliche Finanzen, Vision, Gliedkirchen, NPO, Marktorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die strategische Lage der EKD und hinterfragt, ob professionelle Managementansätze aus dem Bereich des Non-Profit-Marketings helfen können, die aktuelle Krise zu bewältigen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Organisationsstruktur der EKD, der Mitgliederschwund, die finanzielle Lage der Kirche und die Debatte um die Vereinbarkeit von kirchlichem Auftrag und marktorientierten Führungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die EKD durch eine gemeinsame Vision und eine strategische Neuausrichtung ihre Zukunftsfähigkeit als NPO sichern kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse der aktuellen Situation der EKD unter Einbeziehung betriebswirtschaftlicher Managementtheorien für NPOs sowie einer reflexiven Diskursanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme (Situationsanalyse), die Diskussion eines marktorientierten Strategieansatzes unter theologischen Vorbehalten sowie die Entwicklung von Lösungsansätzen für die strategische Führung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind EKD, Kirchenmarketing, NPO, Mitgliederschwund, strategische Führung und Organisationswandel.
Wie bewertet der Autor die Rolle der EKD-Gliedkirchen?
Der Autor identifiziert die 23 Gliedkirchen als starke, teilautonome Subjekte, deren föderale Struktur zwar demokratisch ist, aber Top-Down-Entscheidungen im Vergleich zu marktwirtschaftlichen Unternehmen erheblich erschwert.
Was sind die wichtigsten Argumente gegen ein klassisches Marketing in der Kirche?
Die theologischen Bedenken umfassen die Sorge, dass eine Kommerzialisierung (z.B. Marketing als "Vermarktung des Evangeliums") den ethischen Kern der Kirche und ihr Selbstverständnis als Dienst am Menschen gefährden könnte.
Welchen Stellenwert räumt der Autor der Entwicklung einer Vision ein?
Die Vision wird als zentrales Medium des Lernprozesses begriffen, das notwendig ist, um die Organisation zu motivieren und eine gemeinsame strategische Ausrichtung zu ermöglichen, die über bloße "Marktmechanismen" hinausgeht.
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- Sebastian Gräbe (Author), 2006, EDK Quo Vadis? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119240