In der Arbeit wird sich mit der Entwicklung der Sozialen Arbeit im 20 .Jahrhundert unter dem Aspekt des altenpflegerischen Kontextes beschäftigt. Hierbei stellt sich die Frage: Welche Bedeutung hatte der Begriff des „Alters“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland und inwieweit veränderte sich dieser? Diese Zeitspanne soll sich auf die Zeitspanne von 1900 bis 1945 beschränken, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Reflexion der Historie
2.1. Erste Wurzeln der heutigen Altenheime
2.2. 19. Jahrhundert
3. Der Begriff des Alterns im 20. Jahrhundert
3.1. Erster Weltkrieg/ Ende des deutschen Kaiserreichs
3.2. Beginn Weimarer Republik (1918-1933)
3.3. Beginn der NS-Zeit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Sozialen Arbeit im altenpflegerischen Kontext in Deutschland während der Zeitspanne von 1900 bis 1945. Ziel ist es, die tiefgreifenden Veränderungen des Begriffs „Alter“ und die damit einhergehende Wandlung der gesellschaftlichen Wahrnehmung sowie der institutionellen Altenversorgung unter den verschiedenen politischen Systemen kritisch zu analysieren.
- Historische Wurzeln der Altenpflege von der Neuzeit bis zum 19. Jahrhundert.
- Einfluss von Industrialisierung, Erstem Weltkrieg und Inflation auf die Lebenssituation älterer Menschen.
- Entwicklung der Altenpolitik und der Institution „Altenheim“ in der Weimarer Republik.
- Soziale Arbeit und Altenfürsorge unter dem Nationalsozialismus und deren Entprofessionalisierung.
- Kritische Reflexion über den Verlust professioneller Standards und die Instrumentalisierung der Wohlfahrtspflege.
Auszug aus dem Buch
3.3 Beginn der NS-Zeit
Vor der „Machtergreifung“ der Nationalsozialistischen Arbeiter Partei (NSDAP), sahen die Programme dieser einen umfangreichen Ausbau der bestehenden Altersversorgung vor. Die Rentenkassen sollten saniert und der Leistungsbereich ausgebaut werden. Jedoch spielte das Alter an sich im dritten Reich nur eine sehr untergeordnete Rolle, obwohl gerade die älteren aktive Wähler der NSDAP waren. Gehörte man als älterer Mensch der Partei an, so genoss man hohes Ansehen, war man nicht eng verbunden mit der Partei oder konnte man sich nicht durch eigene Arbeitskraft als „nützlich“ erweisen, so viel man der Einteilung der Nationalsozialisten in „lebenswert“ und „lebensunwert“ zu opfern. Als „lebensunwert“ galten jene, welche ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft aufbringen konnten.
Die sogenannte „Volkspflege“ kümmerte sich zwar um „[…] durch äußere Umstände (Arbeitslosigkeit) verarmte[n] ‚Volksgenossen‘, bzw. ‚deutsche[n]‘ Mütter[n] und Kinder[n], v.a. im ländlichen Raum[…]“ (Kuhlmann:2008;S.87), jedoch muss hier erwähnt werden, dass sich in der Zeit des Nationalsozialismus vor allem die Medizin als neue Leitdisziplin durchsetzte und dies untermauert wurde durch Thomas Robert Malthus‘ Antwort auf die Soziale Frage.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Entwicklung der Sozialen Arbeit im altenpflegerischen Kontext zwischen 1900 und 1945 und legt die methodische Vorgehensweise fest.
2. Reflexion der Historie: Dieses Kapitel skizziert die Anfänge der Altenversorgung von der Neuzeit bis zum 19. Jahrhundert und beleuchtet die Auswirkungen der Industrialisierung auf die ältere Generation.
2.1. Erste Wurzeln der heutigen Altenheime: Hier wird die Entstehung der frühen Spitäler und die Entwicklung des Pfündnervertrags als erste Ansätze institutioneller Altersversorgung analysiert.
2.2. 19. Jahrhundert: Das Kapitel thematisiert den gesellschaftlichen Wandel und die Notlage der Arbeiterklasse, die zur Etablierung privater Armenpflege und erster Alteneinrichtungen führte.
3. Der Begriff des Alterns im 20. Jahrhundert: Ein umfassender Blick auf die politische und soziale Lage der älteren Generation im 20. Jahrhundert, unterteilt in die Zäsur durch Krieg, Republik und NS-Diktatur.
3.1. Erster Weltkrieg/ Ende des deutschen Kaiserreichs: Analysiert wird die prekäre wirtschaftliche Lage durch Inflation und den Verlust des sozialen Prestiges für die ältere Bevölkerung.
3.2. Beginn Weimarer Republik (1918-1933): Fokus auf die Förderung der Altenheime, die Versuche individuellerer Lebensführung in den „Musteranlagen“ und die rechtlichen Reformbemühungen der damaligen Zeit.
3.3. Beginn der NS-Zeit: Beleuchtung der ideologischen Instrumentalisierung der Wohlfahrtspflege, der medizinischen Leitdisziplin und der folgenschweren Entprofessionalisierung der Sozialen Arbeit.
4. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zeit des Nationalsozialismus als einen massiven Rückfall und Bruch in der professionellen Entwicklung der Altenhilfe.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Altenpflege, Alter, 20. Jahrhundert, Nationalsozialismus, Weimarer Republik, Wohlfahrtspflege, Industrialisierung, Altenpolitik, Entprofessionalisierung, Sozialhygiene, Geschichte, Altersvorsorge, Altenheim, Erbgesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der Sozialen Arbeit im altenpflegerischen Kontext in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die Wandlungen des Altersbegriffs, die Auswirkungen politischer Umbrüche wie der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus auf die Altenfürsorge sowie die Professionalisierungsgeschichte der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welche Bedeutung der Begriff „Alter“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland hatte und wie sich dieser Begriff in der Zeit von 1900 bis 1945 veränderte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung fachwissenschaftlicher Quellen zur Sozialen Arbeit und Altenpolitik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: Von den historischen Wurzeln des Altenheims über die Herausforderungen der Weimarer Zeit bis hin zur massiven Entprofessionalisierung und ideologischen Umgestaltung während der NS-Diktatur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Altenpflege, Sozialgeschichte, Nationalsozialismus, Wohlfahrtspflege, Alter und Professionalisierung.
Welche Rolle spielten „Musteranlagen“ in der Weimarer Republik?
Sie ermöglichten erstmals eine individuellere Lebensführung für ärmere ältere Menschen und markierten einen Fortschritt gegenüber der bescheidenen Versorgung in herkömmlichen Masseneinrichtungen.
Warum wird im Kontext der NS-Zeit von einer „Entprofessionalisierung“ gesprochen?
Aufgrund der starren Ausrichtung an Rassenbiologie, der Entlassung fachlich qualifizierter Kräfte und der Übernahme durch Medizinbeamte verloren die analytischen und methodischen Standards der Sozialen Arbeit massiv an Qualität.
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- Lena Wendelmuth (Autor:in), 2018, Die Entwicklung der Sozialen Arbeit im altenpflegerischen Kontext zu Beginn des 20. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192529