Für Unternehmen der Immobilienwirtschaft besteht eine schwierige Markt- und Wettbewerbssituation. Eine stetige Wandlung von Konjunktur, Marktumfeld und -strukturen, wachsende Kundenbedürfnisse an Produkte und Dienstleistungen sowie spezifische und komplexe Entwicklungsprozesse fordern die Immobilienunternehmen in zunehmendem Masse.
Auf der einen Seite sind die Immobilienunternehmen bzw. deren Organisations- und Ablaufgestaltungen den hohen Anforderungen an Flexibilität, Effektivität und Effizienz zur Bewältigung der schwierigen Situation häufig nicht gewachsen.
Auf der anderen Seite kann Unflexibilität, Ineffektivität und Ineffizienz in der Organisation und in den Abläufen zu Marktanteilsverlusten, Umsatz- und Ergebniseinbussen sowie Unternehmenskrisen und -schließungen führen.
Da die Immobilien-Projektentwicklung am Anfang des Lebenszyklus einer Immobilie steht, besitzt sie vergleichsweise einen enormen Stellenwert für den ökonomischen Erfolg eines Immobilienobjektes und somit für die Immobilienwirtschaft.
Folglich gewinnt eine Optimierung von Prozessabläufen in der Immobilienwirtschaft und insbesondere in der Immobilien-Projektentwicklung zunehmend an Bedeutung.
Die vorliegende Arbeit setzt genau hier an und befasst sich mit der Fragestellung einer unternehmensspezifischen Prozessoptimierung, resp. mit der methodischen Messung und Verbesserung von Prozessen der Immobilien-Projektentwicklung.
Darüber hinaus ist die vorliegende Arbeit ein inhaltlicher Bestandteil der vom Verfasser an der Czech Technical University Prague bereits erfolgreich verteidigten Dissertation mit dem Titel „Strategisches Prozessmanagement der Immobilien-Projektentwicklung - Methodische Analyse und Verbesserung wertschöpfender Kernprozesse im Rahmen eines ganzheitlichen Modellkonzepts zur Ablauf- und Organisationsgestaltung“.
Inhaltsverzeichnis
1. Problematik
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Grundlagen der Prozessmessung
2.2. Grundlagen der Prozessverbesserung
3. Methodische Messung und Verbesserung von Projektentwicklungsprozessen
3.1. Messung der Projektentwicklungsprozesse
3.1.1. Definition der Prozessmessung
3.1.2. Kontrolle des Prozesserfolges
3.2. Verbesserung der Projektentwicklungsprozesse
3.2.1. Auswahl der Prozesse
3.2.1.1. Qualitative Prozessanalyse
3.2.1.2. Quantitative Prozessanalyse
3.2.2. Anwendung der spezifisch ablauforganisatorischen Maßnahmen zur Prozesseffizienzsteigerung
4. Zusammenfassendes Ergebnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Studie ist die Entwicklung einer Methodik zur unternehmensspezifischen Prozessoptimierung in der Immobilien-Projektentwicklung, um die Effektivität und Effizienz der Abläufe messbar zu machen und nachhaltig zu verbessern. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie wertschöpfende Kernprozesse durch die Anwendung qualitativer und quantitativer Analyseverfahren in einem ganzheitlichen Modellkonzept optimiert werden können, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.
- Grundlagen der Prozessmessung und -verbesserung in der Immobilienwirtschaft
- Messsysteme zur Überwachung von Projektentwicklungsprozessen
- Methoden der Prozessauswahl (qualitative Analyse mittels Electre III sowie quantitative Prozessreports)
- Ablauforganisatorische Maßnahmen zur Steigerung der Prozesseffizienz
- Praxisorientierte Optimierungsansätze für Immobilien-Projektentwickler
Auszug aus dem Buch
1. Problematik
Nach der allgemeinen Wirtschaftslehre können strategische Unternehmensziele monetärer Art wie Gewinnmaximierung oder Erfolgsorientierung sowie nicht monetärer Art wie Marktpositionierung oder Unternehmenspräsenz langfristig nur sichergestellt werden, wenn das Unternehmen die Fähigkeit besitzt, über Veränderungen oder Verbesserungen in der Organisation und in den Abläufen nachhaltige Wettbewerbsvorteile aufzubauen.
Essentiell für eine Optimierung von Organisation und Abläufen sind in diesem Zusammenhang die systematische Messung und nachhaltige Verbesserung der Unternehmensprozesse und hier die strategischen Wettbewerbsfaktoren, die eine differenzierte Messbarkeit erlauben. In der aktuellen Diskussion haben sich Kosten, Qualität und Zeit als wesentliche Erfolgsfaktoren bzw. Leistungsparameter herauskristallisiert. Die in einem Unternehmen vorhandenen zahlreichen Ineffizienzen sollen durch eine Verbesserung dieser Faktoren beseitigt werden, wobei die Erreichung bzw. Steigerung von Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit anzustreben ist. Daher ist die kontinuierliche Optimierung der Prozesse ein wichtiges strategisches Element.
Doch was in der nicht-immobilienbezogenen Industrie, beispielsweise und insbesondere in der Automobilindustrie, als selbstverständliche Voraussetzung jeder rationellen Produktion angesehen wird, ist in der Immobilienwirtschaft scheinbar nicht ohne weiteres anwendbar. Insgesamt befindet sich zwar die Immobilienwirtschaft, d. h. sowohl die Lehre als auch viele Unternehmen, in einer Phase der Neuorientierung, was nicht zuletzt Befragungsergebnisse zeigen. Hierbei stellt die Restrukturierung und Anpassung der Unternehmensprozesse jedoch eine große Herausforderung dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problematik: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit der Prozessoptimierung in der Immobilienwirtschaft, da Unternehmen häufig mit komplexen Marktbedingungen und Ineffizienzen konfrontiert sind.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente der Prozessmessung und -verbesserung gelegt, wobei insbesondere Methoden wie die Scorecard und Benchmarking zur Ableitung von Prozesszielen vorgestellt werden.
3. Methodische Messung und Verbesserung von Projektentwicklungsprozessen: Dieses Kernkapitel führt spezifische Methoden für den Projektentwicklungsprozess ein, darunter Messsysteme, quantitative Prozessreports und das Outranking-Verfahren Electre III zur Prozessauswahl.
4. Zusammenfassendes Ergebnis: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass die entwickelte Methodik Immobilienunternehmen dabei unterstützt, ihre Abläufe kontinuierlich messbar und effizienter zu gestalten.
Schlüsselwörter
Immobilien-Projektentwicklung, Prozessoptimierung, Prozessmanagement, Prozessmessung, Prozessverbesserung, Ablauforganisation, Electre III, Prozessleistung, Qualitätsmanagement, Immobilienwirtschaft, Effizienzsteigerung, Wettbewerbsvorteile, Prozessreporting, Projektmanagement, Unternehmenskrisen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studie befasst sich mit der Optimierung von Geschäftsprozessen speziell für Unternehmen in der Immobilien-Projektentwicklung, um deren Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Prozessmessung, die Identifizierung von Leistungsparametern wie Kosten, Qualität und Zeit sowie die Umsetzung organisatorischer Verbesserungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Bereitstellung einer methodischen Grundlage, die es Unternehmen ermöglicht, ihre unternehmensspezifischen Prozesse systematisch zu messen, zu bewerten und durch gezielte Maßnahmen zu optimieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt unter anderem das Outranking-Verfahren "Electre III" für qualitative Analysen sowie quantitative Ansätze wie den "Soll-Ist-Abgleich" mittels Prozessreports.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Projektentwicklungsprozess in einer hierarchischen Struktur dargestellt, Kennzahlensysteme für die Erfolgsüberwachung definiert und konkrete ablauforganisatorische Verbesserungsmaßnahmen erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Immobilien-Projektentwicklung, Prozessoptimierung, Prozessmessung, Effizienzsteigerung und das strategische Prozessmanagement.
Wie unterscheidet sich die Immobilienbranche laut Autor von anderen Industrien bei der Prozessoptimierung?
Der Autor stellt fest, dass Prozessorientierung in anderen Industrien wie der Automobilbranche als Standard gilt, während in der Immobilienwirtschaft ein massiver Rückstand und ein hohes Verbesserungspotenzial existieren.
Welche Bedeutung hat das Verfahren "Electre III" in dieser Studie?
Es dient als beispielhaftes Instrument zur multikriteriellen Entscheidungsunterstützung bei der Prozessauswahl, insbesondere wenn keine direkt messbaren Daten vorliegen.
- Quote paper
- Dipl.-Ing. Torsten Held (Author), 2008, Prozessoptimierung in der Immobilien-Projektentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119254