Als Hannibal im Jahre 219 v. Chr. die iberische Stadt Sagunt belagerte und acht Monate später eroberte, war dies der Auslöser für den „denkwürdigsten aller Kriege“ , den das römische Volk in seiner Geschichte geführt hatte.
Im Folgenden wird dieser Saguntkonflikt, der zum Zweiten Punischen Krieg führte, näher betrachtet werden. Die vorliegende Arbeit soll die Entwicklung der barkidischen Herrschaft in Spanien nach Hannibals Machtübernahme nachzeichnen und die Ursachen für die Belagerung Sagunts und die darauffolgende römische Kriegserklärung darstellen. Einen Schwerpunkt bildet der zweite Teil der Arbeit, der sich mit der Kriegsschuldfrage befasst. Es wird zunächst auf die beiden letzten Verträge zwischen Rom und Karthago und auf die fides-Beziehung zwischen Rom und Sagunt eingegangen. Im Anschluss werden verschiedene Forschermeinungen zur Kriegsschuldfrage präsentiert. Die Schuldzuweisungen sind sehr unterschiedlich und eine endgültige Klärung der Frage scheint aufgrund der unklaren Quellenlage nicht möglich zu sein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I. Der Saguntkonflikt
- 1. Die Vorgeschichte
- 2. Die Belagerung von Sagunt
- 3. Die römische Kriegserklärung
- II. Die Kriegsschuldfrage
- 1. Der Lutatius- und der Hasdrubalvertrag
- 2. Die fides-Beziehung zwischen Rom und Sagunt
- 3. Unterschiedliche Schuldzuweisungen
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Saguntkonflikt als Auslöser des Zweiten Punischen Krieges. Sie verfolgt die Entwicklung der barkidischen Herrschaft in Spanien nach Hannibals Machtübernahme und beleuchtet die Ursachen für die Belagerung Sagunts und die darauf folgende römische Kriegserklärung. Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Kriegsschuldfrage, unter Berücksichtigung unterschiedlicher historischer Interpretationen.
- Die barkidische Herrschaft in Spanien
- Die Ursachen der Belagerung Sagunts
- Die römische Kriegserklärung
- Der Hasdrubalvertrag und die fides-Beziehung
- Unterschiedliche Perspektiven auf die Kriegsschuld
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beschreibt den Saguntkonflikt als Auslöser des Zweiten Punischen Krieges und benennt die Ziele der Arbeit. Der erste Teil beleuchtet die Vorgeschichte, beginnend mit Hannibals Machtübernahme in Spanien und seinen Feldzügen, die zur Konfrontation mit Sagunt führten. Die Rolle des Hasdrubalvertrages und die Beziehungen zwischen Rom, Karthago und Sagunt werden dargestellt. Der zweite Teil befasst sich mit der komplexen Kriegsschuldfrage, analysiert die bestehenden Verträge und die unterschiedlichen Deutungen der Ereignisse durch verschiedene Historiker.
Schlüsselwörter
Saguntkonflikt, Zweiter Punischer Krieg, Hannibal, Hasdrubalvertrag, barkidische Herrschaft, Spanien, Rom, Karthago, fides, Kriegsschuldfrage, Polybios, Livius, Quellenkritik.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Auslöser für den Zweiten Punischen Krieg?
Die Belagerung und anschließende Eroberung der Stadt Sagunt durch den karthagischen Feldherrn Hannibal im Jahr 219 v. Chr. gilt als der unmittelbare Auslöser des Krieges.
Was war der Hasdrubalvertrag?
Ein Vertrag zwischen Rom und Karthago, der den Fluss Ebro als Grenze der karthagischen Einflusssphäre in Spanien festlegte.
Warum fühlte sich Rom für Sagunt verantwortlich?
Zwischen Rom und Sagunt bestand eine sogenannte fides-Beziehung (ein Treueverhältnis), obwohl die Stadt südlich des Ebros und damit eigentlich im karthagischen Gebiet lag.
Wer trug die Schuld am Ausbruch des Krieges?
Die Kriegsschuldfrage ist umstritten. Während römische Quellen Hannibal die Schuld geben, argumentieren andere, dass Roms Einmischung in Sagunt karthagische Rechte verletzte.
Wie lange dauerte die Belagerung von Sagunt?
Hannibal belagerte die Stadt insgesamt acht Monate lang, bevor sie fiel.
- Quote paper
- Markus Friedrich (Author), 2003, Der Saguntkonflikt und seine Bedeutung für die Kriegsschuldfrage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119259