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Die sogenannte "Kindereuthanasie" zur Zeit des zweiten Weltkrieges

In Gedenken an Anna, Ernst, Josef und Klärchen

Title: Die sogenannte "Kindereuthanasie" zur Zeit des zweiten Weltkrieges

Term Paper , 2021 , 19 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Anika Pechtold (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Diese Arbeit kann nur einen kleinen Beitrag leisten, indem sie auf die grausamen Taten aufmerksam macht, die geschichtlichen Rahmenbedingungen beleuchtet, den wahren Grund des Tötens erläutert und die Taten hinter den verschlossenen Türen der „Kinderfachabteilungen“ schildert. In Gedenken an die zahlreiche, meist namentlich nicht bekannten, Opfer wurden beispielhaft Kinder ausgewählt, die alle im Zuge der sogenannte „Kindereuthanasie“ ihr Leben lassen mussten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eugenik und Euthanasie

2.1 Eugenik, Euthanasie und Darwinismus

2.2 Geschichtliche Entwicklung bis zum zweiten Weltkrieg

2.3 Eugenik und Euthanasie im Nationalsozialismus

3. Die systematische Vernichtung „lebensunwerten“ Lebens

3. 1 Bestimmungsmerkmale für die Entscheidung über Leben und Tod

3.1.1 Das Kind als zukünftige „Arbeitsmaschine“ und Genanlage

3.1.2 Der behinderte Mensch, eine Belastung für das Volk

3.2 „NS-Kinder- und Jugendlicheneuthanasie“

3.3 „Reichsausschusskinder“ und das Reichsausschussverfahren

3.3.1 Reichsausschussverfahren

3.3.2 Kinderfachabteilungen

4. Gedenken an die Kinder und Opfer

4.1 Stimmen der Eltern und Angehörigen

4.2 Anna, Ernst, Josef und Klärchen

4.3 Gedenken

5. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit beleuchtet die ideologischen Hintergründe und die systematische Durchführung der sogenannten „Kindereuthanasie“ während des Nationalsozialismus, um an die Opfer dieser Verbrechen zu erinnern und die ethischen Rahmenbedingungen kritisch zu hinterfragen.

  • Eugenische Wurzeln und sozialdarwinistische Einflüsse
  • Mechanismen der Selektion „lebensunwerten“ Lebens
  • Strukturen und Arbeitsweisen der „Kinderfachabteilungen“
  • Die Perspektive und das Leid betroffener Familien
  • Notwendigkeit einer aktiven Gedenkkultur in der Gegenwart

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Kinderfachabteilungen

Die ersten kinderpsychiatrischen Abteilungen an Universitätskliniken wurden bereits Anfang des 19. Jahrhundert gegründet, „1911 in Wien, 1920 in Tübingen, 1921 in Berlin, und 1926 in Leipzig, Heidelberg und Hamburg“ (Nedoschill & Castell 2001, S. 195). Dies sollte der Start für die Kinderfachabteilungen sein. Bis zu „10.000 behinderte und kranke Kinder und Jugendliche landeten in den ‚Kinderfachabteilungen‘“ (Schmuhl 2011, S. 12) und geschätzt 5.000 Kinder starben (vgl. ebd.). Benzenhöfer merkt an, dass noch einiges bezüglich der ‚Kinderfachabteilungen‘ unklar sei und auch bleiben werden würde. Er könne jedoch sagen, dass der Unterschied zur Gruppenmordmethode mittels Gases der „Aktion-T4“ sei, dass die Minderjährigen in den Kinderfachabteilungen (zumindest in der Regel) „einzeln getötet wurden, oft mit einem Barbiturat“ (2011, S. 74), zum Beispiel dem Mittel Luminol. Durch die Verabreichung des Medikamentes wurden die Kinder müde und schlapp, was eine Senkung der Atem- und Herzfrequenz mit sich brachte und wiederum zu einer Bronchopneumonie führte, die tödlich war. Der Leiter der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn, Friedrich Knigge, rechtfertigte sich mit folgenden Worten: „Der eigentliche Tod ist in keiner Weise unnötig verzögert worden. Der Tod ist völlig schmerzlos herbeigeführt worden. Auch die Lungenentzündung, die durch die Luminal-Injektion bewirkt wurde, hat infolge der bald einsetzenden Trübung des Bewußsteins [sic!] niemals zu Schmerzempfindung führen können.“ (Knigge, zitiert nach Burlon 2011, S. 77).

Nicht selten wählten die Ärzte auch den Weg des Nahrungsentzug und ließen die Kinder jämmerlich verhungern. (vgl. Dahl 2001, S. 179; vgl. Benzenhöfer, S. 74), oder führten an ihnen in manchen Abteilungen medizinische Versuche durch (Klee 2011, S. 367), wie die absichtliche Ansteckung mit der schlimmsten Malariavariante, die schlimme Qualen mit sich brachte und schlussendlich zum Tode führte (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Arbeit im Kontext der Vergangenheitsbewältigung und verdeutlicht das Ziel, die grausamen Verbrechen der NS-„Kindereuthanasie“ wissenschaftlich aufzuarbeiten.

2. Eugenik und Euthanasie: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Wurzeln der Eugenik, insbesondere den Sozialdarwinismus, und beschreibt deren perverse Transformation im Nationalsozialismus.

3. Die systematische Vernichtung „lebensunwerten“ Lebens: Hier werden die Kriterien der Selektion sowie die organisatorischen Abläufe des Reichsausschussverfahrens und der Tötungen in Kinderfachabteilungen detailliert analysiert.

4. Gedenken an die Kinder und Opfer: Dieser Teil dokumentiert das Leid der betroffenen Familien durch Zeitzeugenaussagen und schildert beispielhafte Einzelschicksale sowie Ansätze einer aktiven Gedenkkultur.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und stellt einen aktuellen Bezug zur Pränataldiagnostik und modernen Genetik her, um die Wichtigkeit der historischen Erinnerung zu betonen.

Schlüsselwörter

Eugenik, Euthanasie, Nationalsozialismus, Kinderfachabteilungen, Reichsausschussverfahren, Sozialdarwinismus, Selektion, Lebensunwertes Leben, Gedenkkultur, Vergangenheitsbewältigung, Rassenhygiene, NS-Verbrechen, Pränataldiagnostik, Opfer, Erinnerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Ermordung behinderter Kinder und Jugendlicher durch das nationalsozialistische Regime im Zeitraum von 1939 bis 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Aspekte sind die eugenische Ideologie, die bürokratischen Mechanismen der Tötung, die Rolle von Medizinern und die Auswirkungen auf betroffene Familien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die geschichtlichen Rahmenbedingungen aufzudecken, die Taten hinter den „Kinderfachabteilungen“ zu schildern und ein würdiges Gedenken an die Opfer zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und Berichten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Selektionskriterien für die Tötungen, die Funktionsweise der Tarnorganisation „Reichsausschuss“ und die konkreten Methoden des Mordes in spezialisierten Anstalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Eugenik, Euthanasie, Nationalsozialismus, Kinderfachabteilungen und Gedenkkultur.

Was macht das „Reichsausschussverfahren“ zu einem speziellen Fall innerhalb der NS-Verbrechen?

Es war ein gezieltes, oft bürokratisch verschleiertes Programm zur Ermordung von Neugeborenen und Kindern, die aufgrund pseudowissenschaftlicher Diagnosen als „lebensunwert“ eingestuft wurden.

Warum ist das Gedenken an Opfer wie „Anna, Ernst, Josef und Klärchen“ für die Autorin so bedeutsam?

Durch die Nennung und Schilderung konkreter Einzelschicksale soll die abstrakte Opferzahl menschlich greifbar gemacht und das Gedenken aus der Anonymität geholt werden.

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Details

Title
Die sogenannte "Kindereuthanasie" zur Zeit des zweiten Weltkrieges
Subtitle
In Gedenken an Anna, Ernst, Josef und Klärchen
College
University of Koblenz-Landau
Grade
1,2
Author
Anika Pechtold (Author)
Publication Year
2021
Pages
19
Catalog Number
V1192639
ISBN (PDF)
9783346633620
ISBN (Book)
9783346633637
Language
German
Tags
Euthanasie Kindereuthanasie Kinderfachabteilung Drittes Reich zweiter Weltkrieg Tötung von behinderten Menschen Eugenik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anika Pechtold (Author), 2021, Die sogenannte "Kindereuthanasie" zur Zeit des zweiten Weltkrieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192639
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