Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

"Siste parum, viator" - Das Epitaph für Moritz von Donop in Lemgo im Kontext lutherischer Konfessionalisierung

Title: "Siste parum, viator" - Das Epitaph für Moritz von Donop in Lemgo im Kontext lutherischer Konfessionalisierung

Master's Thesis , 2008 , 140 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Christina Warneke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Im Falle der frühneuzeitlichen Konfessionalisierung scheint der Gegenwartsbezug in dem Maße verloren zu gehen, in dem die christlichen Konfessionen im öffentlichen und privaten Leben der europäischen Gesellschaften an Bedeutung verlieren. Doch auch in einem entchristlichten, säkularen oder laizistischen Europa wird die frühneuzeitliche Konfessionalisierung fortwirken und daher weiterhin die Aufmerksamkeit der Historiker finden. Denn in der Frühzeit der europäischen Moderne war sie einer der mächtigsten Motoren politischer und kultureller Differenzierung, und in einem sehr komplexen Geschehen trieb sie längerfristig sogar die Säkularisierung voran. Der durch Rationalität, Säkularität und Toleranz charakterisierte europäische Zivilisationstypus der Gegenwart ist ohne die Konfessionalisierung des 16. und 17. Jahrhunderts nicht vorstellbar.“
Der Aktualitätsbezug der Konfessionalisierungsforschung ist nicht immer augenfällig und versteckt sich unter für den heutigen Betrachter alltäglich gewordenen politischen und sozialen Geschehen. Diese sind jedoch unter anderem Resultate verschiedener frühneuzeitlicher Prozesse. Die Konklusion lautet also, zeitgenössische Zeugnisse dieser Prozesse in den Blickpunkt historischer Forschung zu rücken.
Thema dieser Arbeit ist das Epitaph für Moritz von Donop, welches dem lippischen Ritter zu Ehren 1587 gestiftet wurde und sich in der St. Nicolai-Kirche in Lemgo befindet. Das Erkenntnisinteresse an diesem Epitaph, welches das cranachsche Motiv „Gesetz und Gnade“ aufgreift, basiert auf der Frage nach dem Zusammenhang mit dem und der Bedeutung für den Prozess der lutherischen Konfessionalisierung in Lippe und Lemgo. Die Leitfrage für die folgende Untersuchung soll sein, warum zu diesem späten Zeitpunkt das alte reformatorische Kampfbild wieder aufgegriffen wurde und ob, oder in wie weit, das Epitaph eine Besonderheit darstellt. Daraus resultiert die Frage nach Intention der Gedenktafel und Motivation der Stifter: was sollte das Epitaph aussagen und bezwecken?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Konfessionalisierung und Kunst

2. Das Epitaph für Moritz von Donop

2.1. Epitaphe: von der Antike bis zur Renaissance

2.2. Das Donop-Epitaph

2.3. Aspekte der Gedenksteinsetzung

2.4. Eine Merkwürdigkeit in der Nicolai-Kirche

2.5. Die Eigentümlichkeiten des Epitaphs

3. „Gesetz und Gnade“

3.1. Lucas Cranach d.Ä. , Luther und die „Gesetz und Gnade“ Bilder

3.2. Vorbilder Cranachs

3.3. Die Vorbilder des Epitaphs

3.4. Analogien und Brüche, Bezugspunkte und Abgrenzung

4. Die Familie von Donop

4.1. Aus dem Leben Moritz von Donops und seiner Familie

4.2. Der Achtzigjährige Krieg

4.3. Die letzten Zeugnisse

5. Reformation und Konfessionalisierung

5.1. Konfessionsbildungen und die Confessiones

5.2. Die Reformation in der Grafschaft Lippe

5.3. Die Reformation in der Grafschaft Ravensberg und Herford

6. Fazit: Ein Epitaph und viele Intentionen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das 1587 gestiftete Epitaph für Moritz von Donop in der St. Nicolai-Kirche zu Lemgo. Das Hauptziel ist es, die Intention der Stifter sowie die Bedeutung dieses Werkes innerhalb des Prozesses der lutherischen Konfessionalisierung in Lippe und Lemgo zu analysieren, wobei insbesondere die Verwendung des cranachschen Motivs „Gesetz und Gnade“ im Vordergrund steht.

  • Konfessionalisierung im 16. und 17. Jahrhundert
  • Die ikonographische Bedeutung von Epitaphen
  • Das reformatorische Motiv „Gesetz und Gnade“
  • Die Biografie und das politische Umfeld von Moritz von Donop
  • Die Rolle der Kunst in konfessionellen Konflikten

Auszug aus dem Buch

2.1. Epitaphe: von der Antike bis zur Renaissance

Ein Epitaph bezeichnet eine Art des Totengedächtnisses. Es verbindet die Erinnerung an den Verstorbenen mit einem religiösen oder allegorischen Bilderwerk. Es muss nicht zwangsläufig die Grabstätte kennzeichnen, befindet sich meist aber in dessen Nähe.30

Grabschriften verdanken ihre Existenz dem Verlangen nach Dauer, Überwindung der Zeit und dem Wunsch nach Ewigkeit und in gewisser Weise der Unsterblichkeit. Sie gehören zu den Literaturgattungen, denen der gewöhnliche Mensch kaum aus dem Weg gehen konnte und so zahlreich gelesen wurden.31 Epigramme sollen Zeugnisse von den Tugenden, der Gelehrsamkeit und den Verdiensten des Verstorbenen sein, nach dem die Lebenden ihr Leben und Verhalten ausrichten sollten. Sie preisen die außerordentlichen Taten des Verstorbenen, denen es nachzueifern gelte. Der Betrachter des Epitaphs erlebt den Verstorbenen aus der Nähe und wird für ihn lebendig und zum Vorbild.32 Die Grabschriften sollen dem Betrachter die Angst vor dem Tod nehmen und ihm helfen, den Weg ins (christliche) Paradies zu finden. Der Gedanke an die Auferstehung verheiße bereits Seelenfrieden.33

Die Gedenktafeln mit ihren Inschriften dienten der Verewigung des Gedenkens und der Erinnerung an den Toten. Die Orientierung erfolgte dabei während des Humanismus der Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert an antiken Vorbildern. Das Adjektiv „beliebt“ war auf römischen Grabsteinen ein häufig verwendetes Wort.34 Entlang der Straßen außerhalb der Städte war auf ihnen die Aufforderung „siste, viator“ weit verbreitet. Selbst Fremde wurden aufgefordert, die Schriften zu lesen und über das Geschriebene nachzudenken. Die Epigramme sprachen zu Ehren des Verstorbenen. In christlicher Zeit stellten sie zusätzlich eine Ermahnung dar, über den Glauben, Auferstehung, Erlösung und die Gnade Christi nachzudenken.35

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Konfessionalisierung und Kunst: Einführung in die Thematik der Konfessionalisierungsforschung sowie die Relevanz des Donop-Epitaphs als historische Quelle.

2. Das Epitaph für Moritz von Donop: Detaillierte Beschreibung des Epitaphs, seiner Entstehung, künstlerischen Gestaltung sowie der Memorialkultur dieser Zeit.

3. „Gesetz und Gnade“: Analyse des Bildthemas „Gesetz und Gnade“ bei Lucas Cranach d.Ä. und dessen Vorbildfunktion für das Donop-Epitaph.

4. Die Familie von Donop: Darstellung der Biografie von Moritz von Donop, seiner militärischen Laufbahn im Achtzigjährigen Krieg und der Bedeutung seiner Familie.

5. Reformation und Konfessionalisierung: Untersuchung des Konfessionalisierungsprozesses in Lippe, Ravensberg und Herford im Vergleich.

6. Fazit: Ein Epitaph und viele Intentionen: Zusammenführung der Ergebnisse, um die zentrale Bedeutung des Epitaphs als lutherisches Bekenntnisbild zu verdeutlichen.

Schlüsselwörter

Donop-Epitaph, Konfessionalisierung, Luthertum, Gesetz und Gnade, St. Nicolai-Kirche, Lemgo, Memorialkultur, Reformation, Moritz von Donop, Rechtfertigungslehre, Ikonographie, Glaubensbekenntnis, Achtzigjähriger Krieg, christliche Kunst, Sozialdisziplinierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht das 1587 gestiftete Epitaph für Moritz von Donop in der St. Nicolai-Kirche in Lemgo und dessen Funktion als Ausdruck lutherischer Konfessionalisierung.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Zentral sind die Themenbereiche der frühneuzeitlichen Konfessionalisierungsgeschichte, die kunsthistorische Analyse des Epitaphs, die Bedeutung des lutherischen Lehrbildes sowie die Biografie des Verstorbenen Moritz von Donop.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt nach der Motivation der Stifter und der Bedeutung des Epitaphs für den Prozess der lutherischen Konfessionalisierung in Lippe und Lemgo, insbesondere unter Berücksichtigung des gewählten „Gesetz und Gnade“-Motivs.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Die Autorin folgt einem kulturgeschichtlichen Ansatz, der Kunstwerke als Quellen begreift und diese in ihren sozio-politischen und religiösen Kontext einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Epitaphs, die Analyse der „Gesetz und Gnade“-Allegorie, die biografische Einordnung von Moritz von Donop und einen regionalgeschichtlichen Vergleich der Konfessionalisierungsprozesse in der Region.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Epitaph, Konfessionalisierung, Gesetz und Gnade, Reformation, Luthertum, Bild als Quelle und Lemgo charakterisieren.

Welche Rolle spielt der Papagei auf dem Donop-Epitaph?

Die Bedeutung des Papageis ist nicht abschließend geklärt; er wird in der Forschung als Mariensymbol, Symbol der Klugheit oder als bloßes dekoratives Element diskutiert, wobei ein Bezug zu lutherischen Vorstellungen wahrscheinlich ist.

Warum war das „Gesetz und Gnade“-Motiv für die Stifter von Bedeutung?

Es diente als Bekenntnisbild zur lutherischen Rechtfertigungslehre und half dabei, sich nach innen und außen konfessionell zu verorten sowie eine identitätsstiftende Funktion im Kontext der Bedrohung durch äußere Einflüsse zu erfüllen.

Excerpt out of 140 pages  - scroll top

Details

Title
"Siste parum, viator" - Das Epitaph für Moritz von Donop in Lemgo im Kontext lutherischer Konfessionalisierung
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie)
Grade
1,5
Author
Christina Warneke (Author)
Publication Year
2008
Pages
140
Catalog Number
V119280
ISBN (eBook)
9783640222414
ISBN (Book)
9783640506163
Language
German
Tags
Siste Epitaph Moritz Donop Lemgo Kontext Konfessionalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Warneke (Author), 2008, "Siste parum, viator" - Das Epitaph für Moritz von Donop in Lemgo im Kontext lutherischer Konfessionalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119280
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  140  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint