Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die Vor- und Nachteile des Ertragswertverfahrens und der DCF-Methode durch einen direkten Vergleich der Verfahren zu identifizieren und unter Berücksichtigung des theoretischen Kontexts die funktionsspezifische Vorteilhaftigkeit festzustellen. Dabei sollen die Ergebnisse stets kritisch analysiert und Werturteile des Verfassers in die Untersuchung integriert werden. Die Arbeit befasst sich in Bezug auf die Gesamtbewertungsmethoden ausschließlich mit dem Ertragswertverfahren und dem DCF-Verfahren. Auf eine ausführliche differenzierte Beschreibung der verschiedenen Ansätze des DCF-Verfahrens wird in dieser Arbeit verzichtet, da für den Vergleich der beiden Gesamtbewertungsverfahren eine möglichst allgemeine Darstellung der DCF-Methode zweckdienlicher ist.
Zu Beginn der Arbeit werden die relevanten Grundlagen der Unternehmensbewertung erläutert (2. Kapitel). Bevor die beiden Verfahren im Hinblick auf deren Aufbau und Funktionsweisen dargestellt werden, soll der Leser zunächst in die Grundlagen der Investitionstheorie eingeführt werden. Anschließend werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Verfahren gegenübergestellt (3. Kapitel). Daraufhin werden die Verfahren auf ihre Vorteilhaftigkeit im situationsspezifischen Kontext unter Einbezug des theoretischen Hintergrunds auf Basis der identifizierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede kritisch analysiert und beurteilt (4. Kapitel). Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und interpretiert (5. Kapitel).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1. Anlässe der Unternehmensbewertung
2.2. Theorien der Unternehmensbewertung
2.2.1. Objektive Unternehmensbewertung
2.2.2. Subjektive Unternehmensbewertung
2.2.3. Funktionale Unternehmensbewertung
2.3. Zusammenhang von Bewertungsanlass und Bewertungsfunktion
2.4. Grundsätze der Unternehmensbewertung
2.5. Werturteile in der Wissenschaft
3. Methodische Darstellung und synoptischer Vergleich der Gesamtbewertungsverfahren
3.1. Vorbemerkung
3.2. Gesamtbewertung als Spezialfall der Investitionsrechnung
3.3. Ertragswertverfahren
3.3.1. Bestandteile und Konzeption
3.3.2. Prognose der finanziellen Überschüsse
3.3.3. Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes
3.4. Discounted Cash-Flow Verfahren
3.4.1. Systematisierung und Konzeption
3.4.2. Ermittlung der Cash-Flows
3.4.3. Ermittlung des gewogenen Kapitalkostensatz
3.5. Synoptischer Vergleich der Gesamtbewertungsverfahren
3.5.1. Gemeinsamkeiten der Verfahren
3.5.2. Unterschiede der Verfahren
4. Wertender Vergleich der Gesamtbewertungsverfahren
4.1 Kritische Analyse verschiedener Bewertungsparameter
4.2 Kritische Würdigung der Gesamtbewertungsverfahren
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Vor- und Nachteile des Ertragswertverfahrens und der DCF-Methode durch einen direkten Vergleich kritisch zu identifizieren und unter Berücksichtigung des theoretischen Kontexts die funktionsspezifische Vorteilhaftigkeit zu bestimmen, wobei Werturteile des Verfassers integriert werden.
- Theoretische Grundlagen der Unternehmensbewertung
- Funktionale Unternehmensbewertung und Werturteile
- Methodische Darstellung der Gesamtbewertungsverfahren (Ertragswert und DCF)
- Synoptischer Vergleich der Verfahrensprinzipien
- Kritische Analyse und wertender Vergleich der Bewertungsparameter
Auszug aus dem Buch
3.1. Vorbemerkung
Zu den Gesamtbewertungsverfahren zählen das Ertragswertverfahren und das DCF-Verfahren. Bei diesen Verfahren wird das Unternehmen als Gesamteinheit mit den zu beachtenden Synergie- und Verbundeffekten bewertet. Der Unternehmenswert, auch als Ertragswert bezeichnet, ergibt sich aus den zukünftigen finanziellen Überschüssen, die aufgrund von Investitionen oder einem günstigen Geschäftsverlauf erwartet werden. Da bei den Gesamtbewertungsverfahren, anders als bei Einzelbewertungsverfahren, auch positive und negative Kombinationseffekte berücksichtigt werden, können ermittelte Ertragswerte von bestehenden Substanzwerten abweichen. Dabei wird die Differenz als Goodwill (Badwill) bezeichnet, sofern der Ertragswert größer (kleiner) als der Substanzwert ist.
Als objektive Theorie dominierte, waren Verfahren zur Berechnung eines Substanzwertes am meisten verbreitet. Mit dem Übergang zur subjektiven Theorie trat die Bewertung von Unternehmen anhand eines Ertragswertes in den Vordergrund. Aufgrund der gegenwärtigen Überlegenheit der funktionalen Theorie ist man sich heute einig, dass es kein „richtiges“ bzw. allgemeingültiges Bewertungsverfahren gibt, sondern der Zweck der Bewertung die Auswahl des Verfahrens definieren sollte. Da die Gesamtbewertungsverfahren neben dem namensgebenden Prinzip der Gesamtbewertung zudem das Prinzip der Zukunftsbezogenheit erfüllen, entsprechen die Verfahren weitestgehend den Anforderungen der funktionalen Theorie. Das IDW fügte mit dem Standard IDW S1 weitere Grundsätze hinzu und hat damit die Anwendung dieser Verfahren durch das Prinzip der Zweckbezogenheit und einer zweistufigen Wertermittlung konkretisiert. Zudem konnte in den letzten Jahren eine wachsende Bedeutung des DCF-Verfahrens, vor allem im internationalen Kontext, beobachtet werden. Den Gesamtbewertungsverfahren wird folglich in der Praxis grundsätzlich die größte Bedeutung beigemessen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Rolle der Unternehmensbewertung und steckt das Ziel der Arbeit ab: einen wertenden Vergleich zwischen Ertragswertverfahren und DCF-Methode.
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung: Behandelt Anlässe, theoretische Ansätze (objektiv, subjektiv, funktional), Bewertungsfunktionen und Grundsätze der Bewertung.
3. Methodische Darstellung und synoptischer Vergleich der Gesamtbewertungsverfahren: Detaillierte Darstellung beider Methoden inklusive Konzepten zur Ermittlung von Überschüssen und Zinssätzen sowie ein direkter Vergleich.
4. Wertender Vergleich der Gesamtbewertungsverfahren: Kritische Analyse der Bewertungsparameter und abschließende Würdigung der Verfahren im Kontext der funktionalen Theorie.
5. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse des Vergleichs zusammen und bewertet die Eignung der Verfahren für verschiedene Bewertungsanlässe und -funktionen.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, Discounted Cash-Flow, DCF-Verfahren, Gesamtbewertungsverfahren, funktionale Theorie, Kapitalisierungszinssatz, Bewertungsanlass, Bewertungsfunktion, Werturteile, Investitionsrechnung, WACC, Cash-Flow, Substanzwert, IDW S1
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit einem wertenden Vergleich der beiden zentralen Gesamtbewertungsverfahren: dem Ertragswertverfahren und dem Discounted Cash-Flow-Verfahren (DCF).
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Neben der theoretischen Einordnung der Unternehmensbewertung stehen die methodische Darstellung beider Verfahren, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die kritische Würdigung im Vordergrund.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der beiden Methoden in einem direkten Vergleich zu identifizieren und ihre Vorteilhaftigkeit in verschiedenen funktionalen Kontexten zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und einen synoptischen Vergleich, um die Methoden methodisch darzustellen und kritisch zu hinterfragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erläutert, gefolgt von der detaillierten methodischen Darstellung beider Verfahren und schließlich dem wertenden Vergleich der Bewertungsparameter.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, funktionale Theorie und Bewertungsanlass.
Wie unterscheidet sich das DCF-Verfahren aus Sicht des Autors bei der Berücksichtigung der Kapitalstruktur?
Das DCF-Verfahren ermöglicht eine Differenzierung in Equity- und Entity-Ansätze und berücksichtigt somit Kapitalstruktureffekte expliziter, während das Ertragswertverfahren primär auf den Ertrag fokussiert.
Warum spielt die funktionale Theorie eine so wichtige Rolle für das Fazit der Arbeit?
Die funktionale Theorie dient als theoretischer Rahmen, um zu begründen, warum kein allgemeingültiges Verfahren existiert und warum die Eignung eines Verfahrens immer vom spezifischen Bewertungszweck abhängt.
- Quote paper
- Tobias Bönsch (Author), 2018, Ertragswertverfahren und Discounted Cash-Flow (DCF) Verfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192829