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Chinas neue Rolle in der Welt

Theoretische Perspektiven auf den chinesischen Aufstieg anhand des Einflusses auf die griechische Politik und Wirtschaft im Rahmen der BRI

Titel: Chinas neue Rolle in der Welt

Seminararbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Gabriel Hanrieder (Autor:in)

Politik - Region: Ferner Osten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der folgenden Arbeit soll der Aufstieg Chinas in den letzten Jahrzehnten beleuchtet, die verschiedenen theoretischen Perspektiven darauf dargestellt und anhand der Beziehungen Chinas und Griechenlands analysiert werden, welche Argumente die diversen Theorien stützen oder ihnen widersprechen.

Die Entwicklung Chinas in den letzten Jahrzehnten ist in vielerlei Hinsicht Aufsehen erregend. Besonders die wirtschaftliche Entwicklung des Landes war rasant und wirkt sich längst auf die internationale Politik und den Welthandel aus. Doch dies soll nach Ansicht der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) erst eine Etappe auf einem längeren Weg sein. Spätestens seit der Übernahme des Präsidentenamtes durch Xi Jinping wird deutlich, dass die chinesische Führung das Land wirtschaftlich sowie politisch zu einer globalen Supermacht entwickeln möchte. Die Belt and Road-Initiative, die in Relation zu geographischer Ausdehnung und investierten Ressourcen das wohl größte Wirtschafts- und Entwicklungsprojekt der Menschheitsgeschichte werden soll, stellt dabei ein zentrales Element auf dem Weg zur global führenden (Wirtschafts-) Macht dar. Auch die EU, für die China den größten Handelspartner darstellt, kann sich diesem nicht entziehen. Gerade in Südosteuropa, einer Region, die von starken autoritären Tendenzen und knappen fiskalischen Möglichkeiten bedroht ist, scheint China über Kredite und Investitionen geostrategische und ökonomische Vorteile erlangen zu wollen. Ein sehr bekanntes Beispiel hierfür stellt der Hafen in Piräus dar, dessen Mehrheitseigner ein chinesischer Staatskonzern ist. Einige sehen den dortigen Einfluss Chinas als Grund an, weshalb Griechenland eine gemeinsame EU-Deklaration vor den UN, die die Menschenrechtslage dort kritisieren sollte, verhindert hat. Wie derartige Phänomene in die theoretischen Perspektiven auf den Aufstieg Chinas eingeordnet werden können und welche Anhaltspunkte sie zur Stützung oder Widerlegung dieser diversen Theorien bieten, soll in dieser Arbeit anhand der Einflüsse Chinas auf Griechenlands Wirtschaft und Politik dargelegt werden. Während in der chinesischen Literatur und Debatte die BRI und die damit assoziierten Konzepte und Vorstellungen einer globalen politischen Ordnung breit rezipiert und analysiert werden, sind in der westlichen Literatur nur selten Auseinandersetzungen mit diesen zu sehen. Die Debatte dreht sich hier vor allem um Einzelaspekte und die ökonomische Konkurrenz zu China.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Aufstieg Chinas in der jüngeren Geschichte

2.1 Die Reformen unter Deng Xiaoping und die Go West- und Go Out-Strategien

2.2 Chinas Reaktion auf die Krise von 2008

2.3 Die Belt and Road–Initiative

3 Theoretische Konzeptionen zur Betrachtung der Entwicklung, des Einflusses und der Ziele Chinas

3.1 Weltsystemtheorie und hegemonialer Übergang

3.2 BRI als Re-Globalisierung

3.3 Der Aufstieg Chinas als Wiedererrichtung der alten Ordnung: 天下 (Alles unter dem Himmel)

4 Chinas Einfluss auf die griechische Wirtschaft und Politik

4.1 Die Übernahme des Hafens in Piräus

4.2 Energienetze, Kooperationstreffen und politische Instrumentalisierung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufstieg Chinas zur globalen Supermacht und analysiert dessen Auswirkungen anhand der bilateralen Beziehungen zu Griechenland. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Belt and Road-Initiative (BRI) theoretisch einordnen lässt und inwieweit chinesische Investitionen in Schlüsselindustrien die politische Autonomie europäischer Staaten beeinflussen.

  • Historische Entwicklung der chinesischen Wirtschafts- und Außenpolitik seit Deng Xiaoping.
  • Analyse theoretischer Erklärungsansätze wie der Weltsystemtheorie und des Konzepts der "Wiedererrichtung der alten Ordnung".
  • Untersuchung der Belt and Road-Initiative als Instrument für geostrategische und ökonomische Interessen.
  • Fallstudien zum Einfluss auf Griechenland, insbesondere bezüglich des Hafens in Piräus und der nationalen Politik.
  • Diskussion über die Auswirkungen chinesischer Investitionen auf die europäische Einigkeit und Menschenrechtsstandards.

Auszug aus dem Buch

3.1 Weltsystemtheorie und hegemonialer Übergang

Gerade dieses Streben nach globaler Bedeutung sorgt unterdessen seit einigen Jahren für Aufsehen und Debatten auch außerhalb Chinas, besonders da die KPCh ganz offen mit ihrer Ambition umgeht, das Land bis 2049 in die internationale Führungsrolle leiten zu wollen. Dass dies eine ernstzunehmende Zukunftsvision ist, zeigt sich daran, dass bereits für Mitte der 2020er Jahre eine Ablösung der USA als größte Wirtschaftsnation, gemessen an der realen Wirtschaftsleistung, bevorsteht (vgl. Schmalz, 2010, S. 492). Unterdessen hat das Land seinen Status als „Werkbank der Welt“ abgelegt und etabliert sich immer weiter als unersetzliches Glied der globalen Wertschöpfung.

China tätigt mehr und mehr Investitionen im Ausland, auch in der Europäischen Union, und sichert sich dabei enormen Einfluss und Know-how von Unternehmen wie KUKA und Daimler, oft auch in Schlüsselindustrien. Dass hier jedoch keine Einbahnstraße vorliegt, ist daran erkennbar, dass mit Unternehmen wie Apple auch Unternehmen aus den rivalisierten USA wichtige Forschungszentren nach China verlegen (vgl. ebd., S. 494). Dass sich diese Form der Expansion nicht nur auf Wissen und Technologie beschränkt, zeigt die BRI, die neben ökonomischer Kooperation auch kulturellen Austausch anstrebt.

Wie diese Entwicklungen in einen historischen und politischen Kontext einzubetten sind, ist so auch Gegenstand der Weltsystemtheorie geworden. Zahlreiche Autor*innen befassen sich mit der Frage, ob, wann und wie Chinas Aufstieg zu einer (hegemonialen) Weltmacht gelingt. Nach Ansicht von Ulrich Menzel bedarf es für die chinesische Übernahme der globalen Führung „einer Aufstiegsphase und [eines] hegemonialen Übergangs, der schrittweise und kooperativ oder abrupt und in einem gewaltsamen Ausscheidungskampf erfolgen kann.“ (Menzel, 2019, S. 2 f.). Die Frage scheint für ihn also nicht einmal mehr zu sein, ob, sondern nur noch wie der Übergang vonstattengehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des chinesischen Aufstiegs ein und erläutert die zentrale Fragestellung zur Rolle der Belt and Road-Initiative in Griechenland.

2 Der Aufstieg Chinas in der jüngeren Geschichte: Hier wird die wirtschaftliche und politische Entwicklung Chinas nach Mao Zedong, inklusive der Reformstrategien und der Reaktion auf die Finanzkrise 2008, skizziert.

3 Theoretische Konzeptionen zur Betrachtung der Entwicklung, des Einflusses und der Ziele Chinas: Dieses Kapitel stellt verschiedene wissenschaftliche Perspektiven wie Weltsystemtheorie, Re-Globalisierung und historische chinesische Ordnungskonzepte zur Einordnung der chinesischen Außenpolitik vor.

4 Chinas Einfluss auf die griechische Wirtschaft und Politik: Anhand konkreter Beispiele wie dem Hafen Piräus und Kooperationsforen wird der tatsächliche Einfluss Pekings auf griechische Infrastruktur und politische Entscheidungen untersucht.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass chinesische Investitionen sowohl als Re-Globalisierung als auch als Instrument für eine neue Hegemonie interpretiert werden können und eine stärkere Auseinandersetzung westlicher Akteure erfordern.

Schlüsselwörter

Belt and Road-Initiative, BRI, China, Griechenland, Weltsystemtheorie, Hegemonie, Wirtschaftspolitik, Piräus, Außenpolitik, Systemrivalität, Globalisierung, Infrastruktur, Geopolitik, Investitionen, Tianxia

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Aufstieg Chinas zur globalen Macht und dessen Auswirkungen auf die europäische Politik, wobei der Fokus auf dem griechischen Beispiel liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die chinesische Außen- und Wirtschaftspolitik, die Belt and Road-Initiative, theoretische Konzepte internationaler Ordnung und die politische Beeinflussung von Partnerstaaten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den chinesischen Einfluss auf Griechenland anhand verschiedener theoretischer Perspektiven zu beleuchten und zu bewerten, ob dieser Einfluss eine bloße wirtschaftliche Kooperation oder eine geostrategische Abhängigkeit darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt eine Literaturanalyse, um theoretische Konzepte auf aktuelle Fallbeispiele im Rahmen der bilateralen Beziehungen zwischen China und Griechenland anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Entwicklung Chinas, theoretische Analysen des chinesischen Machtanspruchs sowie eine detaillierte Untersuchung chinesischer Investitionen in Häfen und Energienetze in Griechenland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Belt and Road-Initiative, Hegemonie, Systemrivalität sowie spezifische chinesische Konzepte wie Tianxia.

Welche Bedeutung hat der Hafen von Piräus in diesem Kontext?

Der Hafen fungiert als "Kopf des Drachen" und zentrales Ankerinvestment Chinas in Europa, das sowohl ökonomische Vorteile als auch politischen Druck auf die griechische Regierung ausübt.

Inwiefern beeinflusst China politische Entscheidungen in Griechenland?

Laut der Arbeit nutzen chinesische Investitionen und Kooperationsforen Mechanismen, die teils zu einem vorauseilenden Gehorsam führen, wie beispielsweise die Verhinderung gemeinsamer EU-Deklarationen zu Menschenrechten in China.

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Details

Titel
Chinas neue Rolle in der Welt
Untertitel
Theoretische Perspektiven auf den chinesischen Aufstieg anhand des Einflusses auf die griechische Politik und Wirtschaft im Rahmen der BRI
Hochschule
Universität Passau
Veranstaltung
PS Die Belt and Road-Initiative in Südostasien und Europa
Note
1,0
Autor
Gabriel Hanrieder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1193047
ISBN (PDF)
9783346636263
ISBN (Buch)
9783346636270
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Belt-and-Road Initiative China Afrika EU Europäische Union BRI Neue Seidenstraßen Initiative Griechenland Piräus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gabriel Hanrieder (Autor:in), 2021, Chinas neue Rolle in der Welt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193047
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Leseprobe aus  17  Seiten
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