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Symbole als ideografische Codes. Bedeutung für eine inklusive Bildsymbolkommunikation

Titel: Symbole als ideografische Codes. Bedeutung für eine inklusive Bildsymbolkommunikation

Seminararbeit , 2019 , 24 Seiten , Note: Sehr Gut

Autor:in: Sabine Oberneder (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit dem Schuljahr 2018/19 ist das Kollegium meiner Schule verpflichtet, in Inklusions- und Schwerstbehindertenklassen Metacomsymbole auf IPads und in "Ich-Büchern" einzusetzen. Auch das Schulgebäude ist mit diesen Bildsymbolen bespickt, die Handlungsanweisungen oder Hinweise auf Personen, Räumlichkeiten und dergleichen geben. Die technologische Ausstattung hinsichtlich Kommunikationsanbahnung mit deprivilegierten Kindern wurde großartig aufgestockt. Im Anhang findet sich eine Aufzählung für Interessierte. Anhand der an die LehrerInnen-schaft herangetragenen Dringlichkeit des Einsatzes dieser Technologien ergibt sich folgende These: Eine Symbolsprache als Kommunikationsunterstützung kann Inklusion deprivilegierter Kinder vorantreiben.

Gleich vorweg gehört das Verstörende, das diese These in sich trägt zum Ausdruck gebracht, wenn mit Kantner/ Schaufler darauf verwiesen wird, dass ideographische Codes, was einer Symbolsprache entspricht, nicht wie das Alphabet, das, den Sprachcode abbildend, vermittelnd zwischen Denken und Schreiben agiert (und dadurch emotional geladen ist, Anm. S.O.), arbeiten, sondern als getrennt von der gesprochenen Sprache zu betrachten sind, die rein den Inhalt einer Aussage abbilden. Dennoch: Eine Betrachtung der ideografischen Codes und ihre konstruktiven Nuancen hinsichtlich Inklusion lohnt sich, denn nach Kantner/ Schaufler sind Codes als Symbolisierungsebene für zwischenmenschliche Kommunikation unabdingbar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

These, Fragestellung und die Bedeutung verwendeter Termini

2 Hauptteil

2.1 Zur Etymologie des Begriffs Symbol

2.2 Zur Genealogie des Begriffs Symbol

2.3 Der Symbolbegriff bei Cassirer in Bezug auf seine Bedeutung für inklusive Bildsymbolkommunikation

2.4 Grenzen und Kritik am Einsatz von Symbolen als inklusives Kommunikationsmittel unter Bedachtnahme der ästhetischen und seelischen Relevanz mit besonderer Berücksichtigung der Sichtweisen von Cassirer (1923), Damasio (2007) und Mahr (2003)

2.4.1 Die Körper- Geist- Dimension des Menschlichen bei Damasio

2.4.2 Die ästhetische Dimension des Menschlichen nach Mahr

3 Fazit

4 Nachwort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Nutzbarkeit von Bildsymbolen als Kommunikationsunterstützung für deprivilegierte Kinder mit dem Status „mentale Behinderung und ohne Lautsprache“ und beleuchtet kritisch, inwiefern dabei wesentliche menschliche, insbesondere sinnlich-leibliche und ästhetische Dimensionen verloren gehen können.

  • Die Etymologie und Genealogie des Symbolbegriffs.
  • Die Analyse der Rolle von Symbolen bei Ernst Cassirer im Hinblick auf inklusive Kommunikation.
  • Die Bedeutung von Körper-Geist-Dimensionen nach Damasio für Kommunikationsprozesse.
  • Die Untersuchung der ästhetischen Dimension des Menschlichen bei Mahr als Grundlage für individuellen Ausdruck.
  • Die Grenzen technologisierte Symbolkommunikation gegenüber natürlicher, gebärdenunterstützter Ausdrucksformen.

Auszug aus dem Buch

2.4 Grenzen und Kritik am Einsatz von Symbolen als inklusives Kommunikationsmittel unter Bedachtnahme der ästhetischen und seelischen Relevanz mit besonderer Berücksichtigung der Sichtweisen von Cassirer (1923), Damasio (2007) und Mahr (2003)

Diesem Kapitel liegt folgende Frage, die hauptsächlich mit Cassirer (1923), Damasio (2007) und Mahr (2003) diskutiert wird, zugrunde: Gibt es Faktoren hinsichtlich der ästhetischen und seelischen Relevanz, des Menschlichen, die durch eine Kommunikation mit einer Bildsymbolsprache verloren gehen? Die Frage wird in zwei Unterkapiteln beantwortet, in denen einerseits die Körper- Geist- Dimension und andererseits die ästhetische Dimension hinsichtlich einer Kommunikation mit einer Bildsymbolsprache einer genaueren Betrachtung unterzogen werden.

2.4.1 Die Körper- Geist- Dimension des Menschlichen bei Damasio

Um das Menschliche fassen zu können ziehe ich Damasios Ausführungen über Körper und Geist heran, in der er einen Perspektivenwechsel, weg von der Geist- Gehirn- Einheit und dem Körper, hin zur Körper- Gehirn- Einheit und dem Geist, der aus beziehungsweise in diesem Körper entsteht und mit diesem kommuniziert, vollzieht. Dieser Perspektivenwechsel erscheint logisch, zumal neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse und Damasios beschriebene Beobachtungen diesen Entschluss belegbar machen (vgl. Damasio 2007, S. 220- 224).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Einsatzes von Bildsymbolen in der schulischen Inklusion ein und formuliert die zentrale These, dass eine Symbolsprache Inklusion vorantreiben kann, während sie gleichzeitig die Notwendigkeit einer kritischen Begriffsbestimmung unterstreicht.

2 Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine etymologische und genealogische Herleitung des Symbolbegriffs, analysiert diesen bei Cassirer, Damasio und Mahr und diskutiert die Grenzen sowie die Kritik am Einsatz von Bildsymbolkarten unter Berücksichtigung körperlicher und ästhetischer Aspekte.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Bildsymbole allein nicht ausreichen, um den individuellen, sinnlich-leiblichen Ausdruck eines Menschen abzubilden, und plädiert stattdessen für eine gebärdenunterstützte, individuelle Kommunikation.

4 Nachwort: Das Nachwort illustriert anhand eines konkreten Fallbeispiels eines Schülers, warum die ausschließliche Fokussierung auf symbolgestützte Kommunikation fatale Folgen für die individuelle Ausdrucksfähigkeit haben kann.

Schlüsselwörter

Inklusion, Bildsymbolkommunikation, Symbolbegriff, Ernst Cassirer, Antonio Damasio, Peter Mahr, Ideografische Codes, Körper-Geist-Dimension, Ästhetik, Deprivilegierung, Mentale Behinderung, Kommunikation, Ausdruck, Aisthesis, Sensorische Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von Bildsymbolen (Metacomsymbole) in der inklusiven Pädagogik und hinterfragt, ob diese technischen Hilfsmittel tatsächlich eine umfassende Kommunikation ermöglichen oder menschliche Anteile ausschließen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die theoretische Herleitung des Symbolbegriffs, die Philosophie der symbolischen Formen, neurowissenschaftliche Erkenntnisse zur Körper-Geist-Einheit sowie ästhetische Theorien zum Ausdruckserleben.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit Bildsymbole für eine inklusive Kommunikation nutzbar sind und welche Faktoren des Menschlichen, insbesondere ästhetische und seelische Aspekte, durch eine solche Technologisierung verloren gehen könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Autorin wählt einen bildungswissenschaftlichen Ansatz, der etymologische und genealogische Analysen mit diskursiven Betrachtungen namhafter Philosophen und Neurowissenschaftler (Cassirer, Damasio, Mahr) verknüpft, ergänzt durch Reflexionen aus der eigenen Schulpraxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Begriffsanalyse, eine Auseinandersetzung mit Cassirers Philosophie der symbolischen Formen sowie eine kritische Untersuchung der körperlichen und ästhetischen Voraussetzungen von Kommunikation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inklusion, Symbolbegriff, ästhetische Dimension, Körper-Geist-Dimension und den Ausdrucksbedarf deprivilegierter Menschen definiert.

Was bedeutet das "Paradox des Ausdrucks" in Bezug auf Bildsymbole?

Das Selbst bleibt laut der Arbeit im "Paradox des Ausdrucks" gefangen, solange es nur auf das Gesagte reduziert wird; Bildsymbole können das "Wie" der individuellen, singulären Äußerung nicht abbilden.

Warum ist das Fallbeispiel des Schülers F. für die Argumentation wichtig?

Das Beispiel zeigt, dass die Hoffnung, ein Kind könne "stille" Symbole lernen, eine Gefahr für seine Identität und seinen authentischen Ausdruck darstellt, da sein eigenes "Sprechen" in einer sinnlich-leiblichen Weise erfolgt.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Symbole als ideografische Codes. Bedeutung für eine inklusive Bildsymbolkommunikation
Hochschule
Universität Wien  (Bildungswissenschaft)
Note
Sehr Gut
Autor
Sabine Oberneder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
24
Katalognummer
V1193128
ISBN (PDF)
9783346641182
ISBN (Buch)
9783346641199
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Symbol Cassirer Bildsymbolkommunikation Metacom Inklusion Ästhetik Seele Körper-Gesit Damasio Mahr Bildercodes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabine Oberneder (Autor:in), 2019, Symbole als ideografische Codes. Bedeutung für eine inklusive Bildsymbolkommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193128
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Leseprobe aus  24  Seiten
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