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Geistige Mütterlichkeit. Ein historisches Konzept mit aktuellen Auswirkungen?

Title: Geistige Mütterlichkeit. Ein historisches Konzept mit aktuellen Auswirkungen?

Term Paper , 2021 , 9 Pages

Autor:in: Stephan Jaskolla (Author)

Pedagogy - General
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Die vorliegende Arbeit soll zunächst den Begriff der geistigen Mütterlichkeit ideengeschichtlich erläutern und somit für eine Einschätzung zugänglich machen. Anschließend soll dann geprüft werden, ob und wie grundlegende Prämissen dieses Konzeptes Einfluss auf das heutige Berufsbild insbesondere des Grundschullehrers haben könnten.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der geistigen Mütterlichkeit

2.1 Geistige Mütterlichkeit und Schule

3. Geistige Mütterlichkeit als „Ursache“ für geschlechtsspezifische Berufswahl?

4. Fazit

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historisch-bildungstheoretischen Begriff der „geistigen Mütterlichkeit“ und analysiert dessen potenziellen Einfluss auf die heutige geschlechtsspezifische Prägung pädagogischer Berufe, insbesondere des Grundschullehrers. Dabei soll geklärt werden, inwieweit dieses historische Konstrukt zur modernen Stereotypisierung und zur Unterrepräsentation von Männern im Grundschullehramt beiträgt.

  • Ursprung und Bedeutung des Konzepts der geistigen Mütterlichkeit
  • Historische Rolle des Konzepts im Kontext des Mädchenschulwesens
  • Zusammenhang zwischen historischer Rollenzuweisung und heutiger Berufswahl
  • Einfluss von Geschlechterklischees auf das pädagogische Berufsfeld
  • Reflexion über die Professionalisierung sozialer und pädagogischer Arbeit

Auszug aus dem Buch

Geistige Mütterlichkeit als „Ursache“ für geschlechtsspezifische Berufswahl?

Wie im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, wurde durch das Konzept der geistigen Mütterlichkeit (auch in historischen Bildungsdiskursen) die besondere Eignung von Frauen für pädagogische und soziale Berufe betont. Dies funktionierte durch die Zuschreibung bestimmter Eigenschaften an Frauen, ebenso wie durch die Abgrenzung von einer im pädagogischen Kontext als negativ erachteten Männlichkeit. Diese Männlichkeit wurde dabei als sehr technisch und eher kühl beschrieben, während Frauen Qualitäten im Bereich Interaktion und Empathie zugewiesen wurden. Historisch betrachtet erscheint dies völlig plausibel, da die Frauenbewegung sich so gesellschaftliche Zuschreibungen aneigneten konnte, um diese als Argumente für eine Professionalisierung und verbesserte Bildung von Frauen zu nutzen. „Gleichzeitig führte diese Verknüpfung von sozialen Berufen und Weiblichkeit zu einer ökonomischen und gesellschaftlichen Abwertung des Berufs zur »Semi-Profession« und zu geschlechterspezifischen Stereotypisierungen“ (Ambord & Brunner 2018, S. 127; in Anlehnung an: Brückner 2013).

Unter den rund 200.000 Lehrkräften an Grundschulen in Deutschland befanden sich im Jahr 2018 laut statistischem Bundesamt nur 19.000 Männer, was einem Anteil von etwa 9 % entspricht (Destatis 2019). Stuve und Viola Rieske verweisen in ihrer Handreichung für die GEW mehrfach darauf, dass diese Zahlen auch auf ein geschlechterbezogenes Image des Berufsfeldes zurückzuführen seien: „Jungen und jungen Männern steht die Tatigkeit der Grundschullehrkraft offenbar nicht in derselben Weise offen wie andere Tatigkeiten. Ein (aufkommendes) Interesse an dieser Tätigkeit wird gesellschaftlich marginalisiert, da es nicht mit dem vorherrschenden Ideal von Mannlichkeit vereinbar ist“ (Stuve & Viola Rieske 2018, S. 15; vgl. auch S. 21). Dieser Argumentation folgend, scheint es daher durchaus plausibel anzunehmen, dass die historische Bildungsdebatte in Deutschland einen Einfluss auf noch immer bestehende Vorurteile und Geschlechterzuschreibungen der sozialen und pädagogischen Berufe hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das gesellschaftliche Klischee, dass pädagogische Berufe Frauendomänen seien, und führt das Konzept der geistigen Mütterlichkeit als historische Analysegrundlage ein.

2. Das Konzept der geistigen Mütterlichkeit: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Begriffs im 18. und 19. Jahrhundert als Instrument der Frauenbewegung zur Erweiterung weiblicher Erwerbstätigkeit im Fürsorgebereich.

2.1 Geistige Mütterlichkeit und Schule: Hier wird der bildungshistorische Kampf um das Mädchenschulwesen und der Widerstand des ADLV gegen männliche Dominanz analysiert.

3. Geistige Mütterlichkeit als „Ursache“ für geschlechtsspezifische Berufswahl?: Das Kapitel verknüpft historische Zuschreibungen mit der heutigen Unterrepräsentation von Männern im Grundschullehramt und reflektiert deren Einfluss auf das Berufsimage.

4. Fazit: Das Fazit resümiert die Komplexität der Thematik und betont, dass historische Konzepte zwar prägend sind, aber nur eine Facette bei der Erklärung aktueller Geschlechterverhältnisse in pädagogischen Berufen darstellen.

5. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Dokumente auf.

Schlüsselwörter

Geistige Mütterlichkeit, Frauenbewegung, Grundschullehrer, Geschlechterklischees, Berufswahl, Pädagogische Berufe, Profession, Soziale Arbeit, Geschlechterdifferenz, Rollenbilder, Bildungsgeschichte, Lehrberuf, Stereotypisierung, Emanzipation, Männerdominanz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Begriff der „geistigen Mütterlichkeit“ und dessen Einfluss auf die heutige geschlechtsspezifische Besetzung pädagogischer Berufe in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Zentrale Themen sind die Bildungsgeschichte, die Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts, die soziologische Betrachtung von Geschlechterrollen in der Pädagogik sowie die Professionalisierung sozialer Berufe.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung?

Das Ziel ist zu prüfen, ob die grundlegenden Prämissen des historischen Konzepts der geistigen Mütterlichkeit das heutige Berufsbild des Grundschullehrers sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung dieses Berufs als „Frauendomäne“ beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine ideengeschichtliche Analyse, die Fachliteratur und historische Diskursdaten nutzt, um den Zusammenhang zwischen dem Begriff der geistigen Mütterlichkeit und aktuellen Berufsstatistiken herzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Konzepts als Emanzipationsstrategie, seine Anwendung im schulischen Kontext durch den Lehrerinnenverein sowie die heutigen Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis an Grundschulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Geistige Mütterlichkeit, Geschlechterklischees, Grundschullehramt, Profession, Frauenbewegung, Soziale Arbeit und Rollenbilder sind die maßgeblichen Begriffe.

Wie definiert der Autor das Konzept der geistigen Mütterlichkeit?

Es wird als historischer Begriff verstanden, der die spezifisch-weibliche „Inkarnation von Emotionalität und Wärme“ als Argument für die Eignung von Frauen in qualifizierten pädagogischen Berufen nutzte.

Warum wird im Fazit von einer „monokausalen“ Erklärung abgeraten?

Der Autor warnt davor, das Konzept der geistigen Mütterlichkeit allein für das heutige Geschlechterungleichgewicht verantwortlich zu machen, da dies die komplexen soziologischen Hintergründe der Berufswahl wissenschaftlich zu stark vereinfachen würde.

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Details

Title
Geistige Mütterlichkeit. Ein historisches Konzept mit aktuellen Auswirkungen?
College
University of Hamburg
Author
Stephan Jaskolla (Author)
Publication Year
2021
Pages
9
Catalog Number
V1193176
ISBN (PDF)
9783346637901
Language
German
Tags
geistige mütterlichkeit historisches konzept auswirkungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Jaskolla (Author), 2021, Geistige Mütterlichkeit. Ein historisches Konzept mit aktuellen Auswirkungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193176
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