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Darstellung von Migranten in den Medien

Title: Darstellung von Migranten in den Medien

Term Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Johannes Tiegel (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Das Thema Migranten und Migration ist immer wieder Teil unserer täglichen
Berichterstattung. Der Prozess der Globalisierung und der damit verbundene Anstieg
von Migration hat diese zu einem globalen Thema gemacht. Medien beeinflussen
den Öffnungsprozess der einzelnen Länder stark durch ihre Informationspolitik und
können damit aktiv unser Einfluss auf unseren Meinungsbildungsprozess nehmen.
Medien können nicht unabhängig von der Gesellschaft betrachtet werden. Sie greifen
Normalitätsvorstellungen aus der Gesellschaft auf. Medien erfinden keine
Wirklichkeit, sondern vermitteln gesellschaftliche Konstruktionen. Deshalb können
Medien auch als Bild der öffentlichen Meinung gesehen werden. Sie treten als
Transportmittel zur Verbreitung bestimmter Deutungen und Bilder auf. Dadurch
stellt sich die Frage ob sie ein adäquates, ein kritisches oder ein dramatisiertes und
skandalisiertes Bild der Einwanderungsrealität übertragen (Yildiz, 2006, S. 37ff.).
Spiegeln sie also die Realität wieder, wie es die Reflektionsthese aussagt oder geben
sie ein verzerrtes Bild der Realität wieder, wie es die Kontrollhypothese darstellt.
Niklas Luhmann fasst dies treffend in folgenden Zitat zusammen:
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt in der wir leben, wissen, wissen
wir durch die Massenmedien“ (Luhmann, 1996, S. 9)
In dieser Arbeit wir dargestellt, wie Medien über Migranten berichten und welche
Auswirkungen sie damit auf unser Meinungsbild haben. Hierzu soll zunächst ein
Überblick über die polarisierenden Ansätze von Medien und deren Wirkung auf
unsere Meinung dargestellt werde. Danach wird die heutzutage am häufigsten
vertretene Meinung zur Medienwirkung vorgestellt. Hieran anschließend soll ein
allgemeiner Überblick gegeben werden, wie Medien sich mit der Wirklichkeit
auseinander setzen. Im dem sich anschließenden Hauptteil der Arbeit soll sich mit
dem Thema befasst werden wie Medien in Deutschland über das Thema Migration
berichten. Ob sie Wirklichkeit verzerren oder ob sie neutral über dieses Thema
berichten. Hierzu werden einige Studie zu diesem Thema ausgewertet und deren
Ergebnisse beschrieben. Abschließend werden die möglichen Gefahren und Risiken
dieser Darstellung angesprochen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Ansätze der Medienwirkungsforschung

3 Die Wirklichkeit der Medien

4 Migranten in den Medien

4.1 Bisherige Studien

4.2 Berichterstattung über Migrant/-innen in den Medien

5 Resümee: Die Darstellung und deren Folgen

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Migranten in deutschen Massenmedien dargestellt werden und welche Auswirkungen diese Berichterstattung auf das öffentliche Meinungsbild sowie den Integrationsprozess hat. Dabei wird analysiert, inwieweit Medien die Realität neutral abbilden oder konstruierte, oft verzerrte Bilder vermitteln, die Vorurteile verfestigen können.

  • Rolle der Medien bei der Konstruktion sozialer Wirklichkeit
  • Theoretische Grundlagen der Medienwirkungsforschung
  • Analyse bisheriger inhaltsanalytischer Studien zur Migrationsberichterstattung
  • Zusammenhang zwischen Berichterstattung und Stigmatisierung von Minderheiten
  • Einfluss der medialen Darstellung auf den gesellschaftlichen Integrationsprozess

Auszug aus dem Buch

4.2 Berichterstattung über Migranten in den Medien

Zunächst soll nun auf die Themenauswahl der Medien eingegangen werden. Hierbei lässt sich ein klares Ergebnis erkennen. Medien berichten überproportional häufig über straffällig gewordene Migranten. Ruhrmann stellt in seiner Studie fest, dass in Artikeln über Migranten am häufigsten (22,9 %) in Verbindung mit kriminellen Aktivitäten berichtet wird. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch vorherige Studien, bei denen auch Kriminalität das favorisierteste Thema war. In Ruhrmanns Studie ist zudem auffällig, dass ausländische Straftäter oft mit organisierter Kriminalität, Drogenschmuggel und Bandenkriminalität in Verbindung gebracht werden. Im Gegensatz zu vorherigen Studien, nimmt in dieser Studie die Kategorie „Aktivität von Ausländern“ mit 13,7% den zweiten Platz ein. Hierbei zeigt sich eine Zunahme der Berichterstattung über das öffentliche Engagement von Ausländern im Vergleich zu vorherigen Studien. Themen wie Abschiebung, Aufenthaltserlaubnis und Migration folgen auf den nachfolgenden Plätzen (Ruhrmann, 2002, S. 110).

Diese öffentliche Wahrnehmung des Themas Kriminalität und die Verbindung von Ausländern beziehungsweise Migranten mit Kriminalität, wird jedoch in den meisten Fällen der Kriminalstatistiken nicht bestätigt (Ruhrmann & Sommer, 2005, S. 6). Im Bereich der audio- visuelle Medien stellt Ursula Neumann fest, dass es zwar Unterschiede zwischen den einzelnen Sendern gibt, dass jedoch auch hier eindeutig das Thema „Kriminalität“ in der Berichterstattung dominiert. Weiterhin zeigt sich, dass die Darstellung von Migranten meist ereignisbezogen und problemorientiert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und verdeutlicht die Rolle der Medien als Vermittler gesellschaftlicher Konstruktionen und deren Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess bezüglich Migration.

2 Ansätze der Medienwirkungsforschung: Hier werden die theoretischen Konzepte der Medienwirkung, von der „Medien-Allmacht“ bis hin zu neueren, interaktiven und dynamisch-transaktionalen Modellen, erläutert.

3 Die Wirklichkeit der Medien: Das Kapitel behandelt die Multiplikatorfunktion der Medien und erörtert, wie Nachrichtenauswahl und Reduktion von Informationen Wirklichkeitsentwürfe prägen, die oft nicht die vollständige Realität abbilden.

4 Migranten in den Medien: Dieser Hauptteil wertet verschiedene Studien aus, die belegen, dass die Berichterstattung über Migranten stark durch Kriminalisierung, Problemorientierung und stereotype Rollenbilder geprägt ist.

5 Resümee: Die Darstellung und deren Folgen: Abschließend wird festgehalten, dass eine negative mediale Darstellung zur Ausgrenzung und Stigmatisierung von Migranten beiträgt, weshalb ein Perspektivwechsel hin zu einer ausgewogenen Berichterstattung notwendig ist.

Schlüsselwörter

Medienwirkung, Migration, Berichterstattung, Kriminalität, Stigmatisierung, Integrationsprozess, Wirklichkeitskonstruktion, Massenmedien, Stereotype, Meinungsbildung, Minderheiten, Diskriminierung, Medienanalyse, Ethnitisierung, Inhaltsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung von Migranten in Deutschland und analysiert, wie diese Berichterstattung die öffentliche Wahrnehmung von Migration beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Rolle der Medien bei der Konstruktion sozialer Wirklichkeit, die psychologischen und soziologischen Grundlagen der Medienwirkung sowie die in Studien nachgewiesenen Verzerrungen in der Berichterstattung über Migranten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob die Berichterstattung über Migration objektiv ist oder ob sie durch eine einseitige Themenauswahl, wie die überproportionale Verknüpfung mit Kriminalität, zu Vorurteilen und gesellschaftlicher Stigmatisierung führt.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung verschiedener inhaltsanalytischer Studien zur Medienberichterstattung über Migranten und Ausländergruppen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Ergebnisse empirischer Studien, die belegen, dass Migranten häufig als „Problem“ oder „Straftäter“ dargestellt werden, was die reale Situation in Deutschland nur verzerrt wiederspiegelt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen gehören Medienwirkung, Kriminalisierung, Integration, Stigmatisierung und die Konstruktion sozialer Wirklichkeit.

Inwiefern beeinflusst die „Multiplikatorfunktion“ der Medien die Wahrnehmung von Migranten?

Da Medien Informationen für die breite Masse filtern und aufbereiten, bestimmen sie maßgeblich, welche Wirklichkeitsentwürfe beim Rezipienten ankommen. Wenn diese Entwürfe einseitig negativ sind, prägt dies langfristig das Bild, das die Mehrheitsgesellschaft von Migranten hat.

Welche Rolle spielt die „kulturelle Distanz“ laut den zitierten Studien bei der Berichterstattung?

Die Studien legen nahe, dass die Berichterstattung negativer ausfällt, je größer die empfundene kulturelle Distanz zwischen der einheimischen Bevölkerung und der jeweiligen Migrantengruppe eingeschätzt wird.

Welchen Einfluss hat die Sprache der Medien auf die Integration?

Die Verwendung von Begriffen wie „Asylantenflut“ oder „Überfremdung“ trägt zur Stigmatisierung bei, schafft Feindbilder und erschwert den gesellschaftlichen Integrationsprozess, anstatt eine sachliche Auseinandersetzung zu fördern.

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Details

Title
Darstellung von Migranten in den Medien
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Einführung in die Migrationssoziologie
Grade
1,3
Author
Johannes Tiegel (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V119324
ISBN (eBook)
9783640228669
ISBN (Book)
9783640230426
Language
German
Tags
Darstellung Migranten Medien Einführung Migrationssoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Tiegel (Author), 2008, Darstellung von Migranten in den Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119324
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