Wird die Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen durch Extremismus in den Soziale Medien maßgeblich beeinflusst?
Soziale Medien nehmen einen immer größeren Stellenwert im Leben vieler Menschen ein, insbesondere von Kindern und Jugendlichen. Folglich haben viele Menschen schon während Ihrer Identitätsentwicklung regen Kontakt mit den Sozialen Medien. Heranwachsende entziehen sich hierbei bewusst der Kontrolle ihrer Eltern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition und theoretische Grundlagen
3 Unterschiede zwischen Online- und Offline-Identität?
4 Chancen und extremistische Gefahrenquellen in Sozialen Medien
5 Aktueller Forschungsstand
6 Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von extremistischen Inhalten in sozialen Medien auf die Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die zunehmende Präsenz radikaler Ideologien in digitalen Netzwerken die psychologische Entwicklung Heranwachsender maßgeblich beeinflussen kann.
- Identitätskonstruktion bei Kindern und Jugendlichen
- Mechanismen und Methoden extremistischer Agitation im Netz
- Differenzierung zwischen Online- und Offline-Identität
- Medienkompetenz und deren Rolle bei der Erkennung von Extremismus
- Analyse aktueller empirischer Studien zur Radikalisierungsgefahr
Auszug aus dem Buch
4 Chancen und extremistische Gefahrenquellen in Sozialen Medien
Wie bereits festgestellt, bieten Soziale Medien Jugendlichen sehr viele Chancen, beinhalten aber auch viele Risiken. Doch können die Chancen die extremistischen Gefahrenquellen des Internets wieder aufwiegen? Auf diese Frage wird im Folgenden versucht eine Antwort zu finden.
Einer der größten Vorteile der Sozialen Medien sind Ihre unglaublich vielen Facetten. Stimmen, die in der Offline-Welt bisher ungehört waren, sind im Internet auffindbar und bieten so auch bisher isolierten Interessensgruppen die Möglichkeit sich zu vernetzen (Eisenegger, Udris & Ettinger, 2019, S. 58). Dadurch kann der Nutzer viel mehr neue Denkanstöße gewonnen werden, als dies in der echten Welt der Fall möglich wäre. Diese Denkanstöße können aber natürlich sowohl nützlich, als auch gefährlich sein.
Speziell Kindern und Jugendlichen bieten die digitalen Welten die Möglichkeit, bisher verdeckt gehaltene Identitätsfacetten relativ gefahrlos auszuprobieren und neu zu entdecken, da die emotionalen Reaktionen in einer Online-Umgebung meistens deutlich geringer sind als im direkten Face-to-Face-Kontakt (Schmidt & Taddicken, 2021, S. 74). Manchen bietet diese große Freiheit in der Identitätsentfaltung möglicherweise auch bisher ungeahnte Ziele für die Zukunft, also "man erschafft sich einen Schuh, in den man noch reinwächst“ (Spiegel, 2014).
Andererseits sind Soziale Medien auch dafür bekannt, dass die Inhalte mittels Algorithmus gefiltert werden, sodass nur die Inhalte angezeigt werden, die von Interesse für die Nutzer sind oder für die speziell bezahlt wurde und der User somit schnell in einer Art Filterblase feststecken kann (Eisenegger et al., 2019, S. 61–62). Die Filterung kann dazu führen, dass nach und nach immer krassere und extremere Inhalte angezeigt werden, bis hin zu Fake News und Verschwörungstheorien (Kasraeian Moghaddam, Shirin [BLZ]) und dies nutzen Extremisten auf viele verschiedene Arten zu ihrem Vorteil.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Thematik durch den hohen Stellenwert sozialer Medien im Leben Jugendlicher und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2 Begriffsdefinition und theoretische Grundlagen: Klärung zentraler Begriffe wie Extremismus, soziale Medien und der psychologischen Prozesse der Identitätskonstruktion.
3 Unterschiede zwischen Online- und Offline-Identität?: Analyse der Differenzen und Wechselwirkungen zwischen der im Internet aktiv konstruierten Identität und dem realen Selbst.
4 Chancen und extremistische Gefahrenquellen in Sozialen Medien: Abwägung zwischen den vernetzenden Möglichkeiten digitaler Räume und den Risiken durch algorithmische Filterblasen sowie extremistischer Agitation.
5 Aktueller Forschungsstand: Präsentation einer Studie, die das Nutzungsverhalten Jugendlicher und deren Konfrontation mit extremistischen Inhalten untersucht.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Jugendliche zwar anfällig für Beeinflussung sind, jedoch noch keine direkten kausalen Wirkungsnachweise für Radikalisierung vorliegen.
Schlüsselwörter
Identitätsbildung, Jugendliche, soziale Medien, Extremismus, Radikalisierung, Filterblase, Internetnutzung, Medienkompetenz, Identitätskonstruktion, Online-Identität, Offline-Identität, digitale Medien, politische Einstellung, Gruppenbildung, psychologische Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen den Möglichkeiten der digitalen Selbstentfaltung Jugendlicher und den Risiken, die durch die Verbreitung extremistischer Inhalte in sozialen Medien entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Identitätsbildung, die Funktionsweise sozialer Netzwerke, die Strategien extremistischer Gruppen sowie die empirische Untersuchung der Radikalisierungsanfälligkeit bei Heranwachsenden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob Extremismus in sozialen Medien die Identitätsbildung von Jugendlichen maßgeblich beeinflusst oder ob die Rezeption solcher Inhalte nicht zwangsläufig zu ideologischen Übernahmen führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studienergebnisse, insbesondere einer Untersuchung aus den Jahren 2016 bis 2017 zum Medienverhalten Jugendlicher.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Identitätsbegriffen, die Abgrenzung von Online- und Offline-Identitäten sowie eine detaillierte Betrachtung der Gefahrenquellen wie Fake-Accounts, Hassbotschaften und algorithmische Filterprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Identitätsbildung, soziale Medien, Extremismus, Medienkompetenz, Filterblase und Radikalisierung.
Wie unterscheiden sich "Online-Identität" und "Offline-Identität"?
Die Online-Identität wird aktiv konstruiert und bietet Freiraum für Identitätsversuche, während die Offline-Identität stärker durch äußere Faktoren und soziale Normen des direkten Umfelds geprägt wird.
Was sind die "Gefährdeten" in Bezug auf die Studie im Kapitel 5?
Die "Gefährdeten" sind eine Gruppe Jugendlicher, die sich aktiv mit extremen Inhalten auseinandersetzt und aufgrund geringerer Medienkompetenz und einer stärkeren Offenheit für radikale Botschaften ein erhöhtes Risiko für eine kognitive Radikalisierung aufweist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Extremismus in den Sozialen Medien. Einfluss auf die Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1193396