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Zwei Grazer Fragmente der "Christherre-Chronik"

Erst-Edition mit Erläuterungen zu Text und Überlieferung

Title: Zwei Grazer Fragmente der "Christherre-Chronik"

Diploma Thesis , 1998 , 105 Pages , Grade: Sehr Gut

Autor:in: Mag.phil. Eva Schwinger (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die hier vorgelegte Erst-Edition greift das neue editionstechnische Verfahren von Prof. Dr. Wernfried Hofmeister auf, welches sich die technischen Errungenschaften des Computerzeitalters zunutze macht. Beim Modell dieser Transponierungssynopse wird anhand der digitalisierten Originalvorlagen auf der ersten synoptischen Stufe ein graphieorientiertes Faksimile erstellt, das dann auf der zweiten Stufe zu einer prädiplomatischen oder ikonographisch-deskriptiven Abschrift zum späteren partiellen Abdruck weiterverarbeitet wird. Die dritte und letzte Stufe stellt dann der diplomatische Lesetext dar.

Ziel dieses Verfahrens ist die möglichst exakte Erfassung und Untersuchung der handschriftlichen Vorlage, die mit den bisherigen Methoden in dieser Art nicht gewährleistet ist, sowie die Gegenüberstellung der drei synoptischen Stufen. Dies soll das editionstechnische Verfahren für den Leser transparent und nachvollziehbar machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

Die Abschriften mit Faksimile der Spalten

Fragment 1.

Fragment 2.

Abb.: 10 r (Ansicht der ganzen Seite)

Faksimile der Blätter

Abb. 1.: Erstes Blatt

Abb. 2.: Zweites Blatt

1. Beschreibung der Hs.

1. 1. Äußere Form, Schreibstoff, Schrift

1. 2. Aufbewahrungsort, Provenienz

1.2.1. Kleiner Exkurs über die Geschichte des St. Pöltener Franziskanerklosters

1. 3. Details zu Graphie, Schreiber und sprachlicher Einordnung

1. 4. Inhalt

1. 5. Exkurs: Die Bedeutung der Christherre-Chronik und ihre Vorlagen

2. Zur Sprache

2. 1. Zur Durchführung der Diphthongierung

2. 2. Eine kleine ‚Reimgrammatik‘

2. 3. Auftretende Kürzel, Suspensionen und Schreibweisen

2. 4. Zu den mundartlichen Besonderheiten

2. 5. Ergebnisse von Vergleichen mit anderen Handschriften.

2. 5. 1. Übereinstimmungen undAbweichungen in der Sprache

2. 5. 2. Übereinstimmungen und Abweichungen in Wortschatz, Stil und Text

2. 5. 3. Zusammenfassung

2. 6. Anhang: Wortliste und Tabelle zum Dialekt

2. 7. Zur Überlieferung: Verzeichnis der Vergleichshandschriften

3. Die Genesis-Darstellung in der „Christherre-Chronik“ und in anderen Bibeldichtungen des Mittelalters im Vergleich

4. Die Untersuchungsergebnisse zu den Grazer Fragmenten im Überblick

5. Anhang: Teilabdruck von Codex 2768 (Wien,Nat.-Bibl.) im Faksimile

6. Bibliographie

6. 1. Kataloge, Lexika,Wörterbücher, Grammatiken

6. 2. Verwendete Sekundärliteratur

7. Abkürzungsverzeichnis

8. Inhaltsangabe

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die philologische Erst-Edition der zwei in Graz aufgefundenen Fragmente der „Christherre-Chronik“. Die Forschungsarbeit untersucht die Handschrift, ihre Einordnung in die Überlieferungstradition der Chronik sowie deren sprachliche und dialektale Besonderheiten, um das Verständnis für die Genesis-Darstellung innerhalb dieses literarischen Werks im Kontext mittelalterlicher Bibeldichtung zu vertiefen.

  • Edition und Kommentierung der zwei Fragmente der „Christherre-Chronik“
  • Paläographische und kodikologische Beschreibung der Handschriften
  • Dialektologische Analyse und Vergleiche mit relevanten Parallelhandschriften
  • Untersuchung der Genesis-Darstellung und ihrer allegorischen Struktur
  • Einbettung des Werks in den literaturhistorischen und sozialgeistigen Kontext

Auszug aus dem Buch

[10ra] Vnd ez da mit erlæuhtet ist

zu minnerz schuef do gotis list·

D[ie s]chinen sol der naht

div zwai liht hat gestaht

An dem himel an ir zil·

vnd bei den lihten sterne vil

Di dez nahtes ouch gebent schin

do sach got div geschefte sin

Daz si guet waz sazestunt

tet sich der morgen chunt

Vnd der abent do wart gach

dem vierden tage der schin danach

Der tach gelichet sich her abe

dem tage do got von deme grabe

Erstunt mensch vnd got

vnd durch der gothait gebot·

Von der læiden helle pine

erlost got di sine

Di vor manigen iaren

in dem tode waren·

Vnd hetet da trostez niht

daz merer vnd daz minner lieht

Div got di erde erlovhten hiez

vnd in durch daz di chraft liez

Daz si belouhten mit ir chraft

di werld vnd alle ir geschaft

Mit dem schine den si tunt

ist bezaichent daz got erstunt

Gewærer mensch rehter got

als ez wolt sin gebot

Nach dem tod den er lait

vnd daz er nach der menschait

Vnd in der gothait disen zwain

leuten ouf der erd erschain

Den sinen di dez waren wert

vnd sin mit dinsten haten gert

Daz in daz hail solte geschehen

daz si musten vnd solden sehen·

Mit vleischleichen ougen

hie ist sunder lougen

Div vierde soul der weishait

vf geriht vnd ouf gelait

Daz hous daz di weishait

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung erläutert das methodische Verfahren der Edition und die Auffindungsgeschichte der Fragmente.

1. Beschreibung der Hs.: Dieser Abschnitt widmet sich der physischen Beschaffenheit der Pergament-Doppelblätter sowie deren Provenienz aus dem St. Pöltener Franziskanerkloster.

2. Zur Sprache: Die sprachliche Analyse untersucht die Diphthongierung, reimgrammatische Merkmale und mundartliche Besonderheiten der Fragmente im Vergleich mit anderen Handschriften.

3. Die Genesis-Darstellung in der „Christherre-Chronik“ und in anderen Bibeldichtungen des Mittelalters im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die Genesis-Darstellung der Chronik in den größeren Zusammenhang mittelalterlicher Bibeldichtung und Zahlensymbolik.

4. Die Untersuchungsergebnisse zu den Grazer Fragmenten im Überblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Datierung, Herkunft und die textliche Bedeutung der Fragmente.

5. Anhang: Teilabdruck von Codex 2768 (Wien,Nat.-Bibl.) im Faksimile: Der Anhang bietet ergänzendes Material zum Vergleich mit anderen Überlieferungen.

6. Bibliographie: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Kataloge, Lexika und Sekundärliteratur.

7. Abkürzungsverzeichnis: Auflistung der verwendeten Abkürzungen.

8. Inhaltsangabe: Eine zusammenfassende Inhaltsangabe des Werks.

Schlüsselwörter

Christherre-Chronik, Grazer Fragmente, Erst-Edition, Bibeldichtung, Mittelalter, Genesis, Schöpfung, Handschriftenanalyse, Philologie, Weltchronik, Alemannisch, Bairisch, Codex, Exegese, Zahlensymbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Es handelt sich um eine Erst-Edition von zwei Grazer Fragmenten der mittelalterlichen „Christherre-Chronik“ inklusive einer ausführlichen wissenschaftlichen Analyse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Beschreibung der Pergament-Handschrift, eine linguistische dialektologische Analyse sowie die Erforschung der Genesis-Darstellung innerhalb des Werks.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Fragmente textlich zu erschließen, ihre sprachliche Einordnung vorzunehmen und sie durch Vergleiche mit anderen Codices besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Transponierungssynopse, um Faksimile, deskriptive Abschrift und diplomatischen Lesetext synoptisch gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Handschrift, eine umfassende Untersuchung der Sprache und Dialekte sowie eine literaturgeschichtliche Einordnung der Genesis-Darstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie „Christherre-Chronik“, „Fragmente“, „Genesis-Darstellung“, „Mittelalter“ und „Dialektanalyse“.

Wie gelangten die Fragmente nach Graz?

Die Blätter stammen ursprünglich aus dem Franziskanerkloster St. Pölten und gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg in Zuge einer Zentralisierung von Beständen nach Graz.

Warum gibt es keine Gesamtedition der Chronik?

Wegen des enormen Umfangs und der sehr komplexen, variablen Überlieferungsgeschichte in über 100 Handschriften existiert bisher keine kritische Gesamtedition.

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Details

Title
Zwei Grazer Fragmente der "Christherre-Chronik"
Subtitle
Erst-Edition mit Erläuterungen zu Text und Überlieferung
College
University of Graz
Grade
Sehr Gut
Author
Mag.phil. Eva Schwinger (Author)
Publication Year
1998
Pages
105
Catalog Number
V119345
ISBN (eBook)
9783640239306
ISBN (Book)
9783640239498
Language
German
Tags
Zwei Grazer Fragmente Christherre-Chronik Weltchronik Mediävistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag.phil. Eva Schwinger (Author), 1998, Zwei Grazer Fragmente der "Christherre-Chronik", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119345
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