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Das Expressionistische im Werk von Franz Kafka am Beispiel der Erzählung „Das Urteil“

Title: Das Expressionistische im Werk von Franz Kafka am Beispiel der Erzählung „Das Urteil“

Term Paper , 2006 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magistra Artium Julia-Maria Warkentin (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als erstes Kind des Kaufmanns Hermann Kafka (1852-1931) und seiner Frau Julie (1856-1934) im Ghetto Prag V („Josefstadt“) geboren. Sein Vater war der tschechisch erzogene Sohn eines jüdischen Fleischhauers und seine Mutter die deutsch erzogene Tochter eines jüdischen Brauereibesitzers. Die Familie war religiös und der Junge wurde am 10. Juli beschnitten. In seinen Tagebuchaufzeichnungen berichtete Kafka hauptsächlich von seinen mütterlichen Vorfahren, unter denen es viele „fromme, zurückgezogen lebende Gelehrte und Rabbiner, einige Ärzte, zahlreiche Junggesellen und Sonderlinge“ gab. Es war auch die Familie der Mutter, zu der sich Kafka zeit seines Lebens sehr hingezogen fühlte und von der er die meisten Charaktereigenschaften geerbt hatte, so die zarte Konstitution, Empfindlichkeit, die schüchterne, beinahe übermäßig ängstliche Bescheidenheit, die Scheu und eine gewisse Kontaktarmut.
Zu seinem Vater, der von seinen Kindern immer nur das Beste verlangte, hatte Kafka immer ein sehr schwieriges Verhältnis. Kafka hatte fünf Geschwister, von denen zwei Brüder Georg (1885-1887) und Heinrich (1887-1888) früh gestorben waren, und drei Schwestern Gabriele (1889-1941), Valerie (1890-1942) und Ottla (1892-1943), Kafkas Lieblingsschwester.5 Die Kinder wuchsen unter der Obhut der Köchin, des Hausfaktotums Marie Werner, einem Kindermädchen und einer französischen Gouvernante auf. Die Eltern sahen sie selten: Der Vater hatte ständig in seinem Geschäft zu tun und die Mutter musste immer um ihn sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Biographie von Franz Kafka

2. Franz Kafka als Expressionist

2.1. Zum Begriff des Expressionismus

2.2. Das Expressionistisch im Werk von Franz Kafka am Beispiel der Erzählung „Das Urteil“

2.2.1. Zur Entstehungs- und Editionsgeschichte

2.2.2. Zur Kritik und Rezeption

2.2.3. Zum Inhalt

2.2.4. Zur Sprache

2.2.5. Psychoanalytische Literaturinterpretation

2.2.5.1. Kafkas Selbstinterpretation des „Urteils“ in Tagebüchern und Briefen

2.2.5.2. Psychoanalytische Literaturinterpretation am Beispiel von Kafkas Erzählung „Das Urteil“

Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Franz Kafkas frühe Erzählung "Das Urteil" unter dem speziellen Fokus auf expressionistische Stilelemente und wendet dabei die Methode der psychoanalytischen Literaturinterpretation an, um die komplexe Vater-Sohn-Problematik im Text zu beleuchten.

  • Biographische Hintergründe von Franz Kafka
  • Abgrenzung und Einordnung Kafkas in den Expressionismus
  • Analyse der Entstehungsgeschichte und Rezeption von "Das Urteil"
  • Untersuchung der Sprache und des Erzählstils in Kafkas Werken
  • Psychoanalytische Deutung des Vater-Sohn-Konflikts

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Entstehungs- und Editionsgeschichte

Kafkas Erzählung „Das Urteil“ wurde in der Nacht vom 22. auf den 23. September 1912 niedergeschrieben. Unmittelbar darauf trug Kafka in sein Tagebuch ein: „Die fürchterliche Anstrengung und Freude, wie sich die Geschichte vor mir entwickelte, wie ich in einem Gewässer vorwärts kam. Mehrmals in dieser Nacht trug ich mein Gewicht auf dem Rücken. Wie alles gesagt werden kann, wie für alle, für fremdesten Einfälle ein großes Feuer bereitet ist, in dem sie vergehen und aufstehen… Die bestätigte Überzeugung, dass ich mich mit meinem Romanschreiben in schändlichen Niederungen des Schreibens befinde. Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollständigen Öffnung des Leibes und der Seele.“ „Das Urteil“ in acht Stunden niedergeschrieben umfasste zwanzig Manuskriptseiten. Die Niederschrift dieser Erzählung war der Wendepunkt in Kafkas literarischem Schaffen, denn „er fand zum ersten Mal ein schriftstellerisches Selbstbewusstsein.“

Mit der Niederschrift des „Urteils“ sah Kafka also zum ersten Mal seine literarischen Möglichkeiten verwirklicht; die Sicherheit, etwas Gelungenes geschaffen zu haben, stellte sich sofort ein. Gegen alle Gewohnheit las er seine Geschichte gleich im Anschluss an deren Niederschrift aus dem Tagebuch seinen Schwestern vor und am Tag darauf auch seinen Freunden. Auch nahm er die Einladung des Herausgebers der Prager „Herder-Blätter“, Willy Haas, zu einem „Prager Autorenabend“ an und wollte dort ebenfalls das „Urteil“ vortragen. Er sofort zu einer Publikation bereit, obwohl er in der Regel seine kleinen Prosastücke mindestens ein Jahr oder länger zurückhielt, bis er sie zur Publikation freigab.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung thematisiert die literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Kafka und erläutert die Wahl des methodischen Ansatzes sowie die Fokussierung auf die Erzählung "Das Urteil".

1. Biographie von Franz Kafka: Dieses Kapitel zeichnet die Lebensgeschichte Franz Kafkas von seiner Geburt im Prager Ghetto über seine familiäre Prägung bis hin zu seiner beruflichen und schriftstellerischen Entwicklung nach.

2. Franz Kafka als Expressionist: Hier wird der theoretische Rahmen des Expressionismus definiert und Kafkas Position innerhalb dieser Epoche sowie seine sprachliche Eigenständigkeit kritisch hinterfragt.

2.1. Zum Begriff des Expressionismus: Der Abschnitt erläutert die Herkunft und die Merkmale des expressionistischen Stils in der Literatur.

2.2. Das Expressionistisch im Werk von Franz Kafka am Beispiel der Erzählung „Das Urteil“: Es wird untersucht, inwiefern Kafkas Erzählung expressionistische Tendenzen aufweist und sich gleichzeitig durch einen eigenen, unverwechselbaren Stil abhebt.

2.2.1. Zur Entstehungs- und Editionsgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet den Schreibprozess und die Bedeutung des "Urteils" als Wendepunkt in Kafkas literarischer Identitätsfindung.

2.2.2. Zur Kritik und Rezeption: Dieser Abschnitt analysiert die zeitgenössischen Rezensionen und die schwierige Aufnahme der Erzählung durch das damalige Publikum.

2.2.3. Zum Inhalt: Es erfolgt eine detaillierte Inhaltsangabe sowie die Charakterisierung der Hauptfiguren Georg Bendemann und dessen Jugendfreund.

2.2.4. Zur Sprache: Die sprachliche Gestaltung wird in Kontext des "Pragerdeutsch" und Kafkas persönlichem Purismus analysiert.

2.2.5. Psychoanalytische Literaturinterpretation: Das Kapitel führt in die methodische Anwendung psychoanalytischer Konzepte auf literarische Texte ein.

2.2.5.1. Kafkas Selbstinterpretation des „Urteils“ in Tagebüchern und Briefen: Diese Passage untersucht Kafkas eigene Reflexionen zu seiner Erzählung.

2.2.5.2. Psychoanalytische Literaturinterpretation am Beispiel von Kafkas Erzählung „Das Urteil“: Hier wird die Erzählung durch die Brille des Ödipuskomplexes analysiert.

Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Grenzen der methodischen Deutungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Das Urteil, Expressionismus, Psychoanalyse, Ödipuskomplex, Vater-Sohn-Konflikt, Literaturinterpretation, Pragerdeutsch, Schreibstil, Identitätsfindung, Entfremdung, literarische Moderne, Werkdeutung, literarische Analyse, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht Kafkas Erzählung "Das Urteil" unter der spezifischen Fragestellung, inwieweit sich expressionistische Merkmale in der Erzählweise widerspiegeln und welche Bedeutung dabei der psychoanalytische Deutungsansatz einnimmt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die biographischen Einflüsse auf Kafka, die ästhetischen Merkmale des Expressionismus, der Einfluss des Prager Umfelds auf Kafkas Sprache sowie die psychoanalytische Untersuchung zwischenmenschlicher Konflikte im Text.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Autorin geht der Frage nach, wie sich Kafkas Erzählung "Das Urteil" im Kontext des Expressionismus einordnen lässt und warum eine psychoanalytische Literaturinterpretation geeignet ist, die komplexe Dynamik der Vater-Sohn-Beziehung zu erhellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die psychoanalytische Literaturinterpretation, ergänzt durch biographische Analysen und den Vergleich mit zeitgenössischen Literaturgeschichten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Expressionismus, eine detaillierte Analyse der Entstehungsgeschichte, eine sprachkritische Untersuchung und eine tiefgehende psychoanalytische Fallanalyse von "Das Urteil".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Ödipuskomplex, Vater-Sohn-Konflikt, Identitätsfindung, expressionistischer Stil, Entfremdung und literarische Moderne charakterisiert.

Warum wählt die Autorin gerade die psychoanalytische Methode?

Die Entscheidung begründet sich damit, dass Kafka sich selbst intensiv mit Freud und der Psychoanalyse auseinandersetzte und diese Methode es ermöglicht, die verborgenen Dynamiken des Vater-Sohn-Konflikts sowie die Schuldgefühle der Hauptfigur logisch zu erschließen.

Wie bewertet die Autorin Kafkas Verhältnis zum Expressionismus?

Sie kommt zu dem Schluss, dass Kafka zwar expressionistische Elemente nutzt (wie etwa die Traumlogik und den Vater-Sohn-Konflikt), er sich aber durch seine klare, nüchterne Sprache und seine künstlerische Eigenständigkeit deutlich von typischen Vertretern der Epoche abhebt.

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Details

Title
Das Expressionistische im Werk von Franz Kafka am Beispiel der Erzählung „Das Urteil“
College
University of Potsdam  (Universität Potsdam/ Institut für Germanistik/ Literaturwissenschaft)
Course
Hauptseminar "Expressionismus... Für eine neue Welt und eine neue Kunst" (WiSe 2005/2006)
Grade
1,3
Author
Magistra Artium Julia-Maria Warkentin (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V119362
ISBN (eBook)
9783640234653
ISBN (Book)
9783640234332
Language
German
Tags
Expressionistische Werk Franz Kafka Beispiel Erzählung Urteil“ Hauptseminar Expressionismus Welt Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Julia-Maria Warkentin (Author), 2006, Das Expressionistische im Werk von Franz Kafka am Beispiel der Erzählung „Das Urteil“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119362
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