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Ein Einblick in das Welt- und Gottesbild des Manichäismus

Titel: Ein Einblick in das Welt- und Gottesbild des Manichäismus

Seminararbeit , 2006 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Wolfgang Gaßner (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem Beginn seiner Lehrtätigkeit Mitte des dritten Jahrhunderts konnte Mani eine große
Anzahl an Menschen für seine Religion gewinnen. Doch was war so besonders an dieser
Glaubensrichtung, dass sich sogar Augustinus zeitweise zu ihr hingezogen fühlte? Es mag
zum einen daran gelegen haben, dass der Manichäismus eine sehr wandelbare Religion war.
Er konnte sich hervorragend an die örtlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Menschen
anpassen. Beispielsweise wurde im Westen des Römischen Reichs die Person des Dritten
Gesandten nach und nach mit der Person Jesu vereinigt, während im Fernen Osten Jesus als
„Sonne-Mond-Gott“ bezeichnet wurde. Wichtiger ist jedoch, dass diese Religion eine
Antwort auf die damals wie heute aktuelle Frage nach dem Leid in der Welt lieferte. Die
Theodizeeproblematik, auf die das Christentum noch heute zufriedenstellende Antworten
sucht, findet im Manichäismus eine Lösung, die damals für viele Menschen überzeugender als
die des Christentums war. Um diesen Lösungsversuch verstehen zu können muss man aber
erst einen genaueren Blick auf das Welt- und Gottesbild des Manichäismus werfen. In dieser
Arbeit deswegen mit einem Überblick über das Wirken des Religionsgründers, sowie deren
Ausbreitung begonnen. Anschließend wird das Gottesbild beschrieben, wobei aber ein
Schwerpunkt auf den manichäischen Dualismus und die Schöpfungsgeschichte gelegt wird.
Nach einem Antwortversuch auf die Theodizeefrage wird das tägliche Leben eines Anhängers
Manis beschrieben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Der Manichäismus – die bessere Religion?

I Das Leben und Wirken Manis

a) Aus Sicht seiner christlichen Gegner

b) Nach den arabischen Schriften

II Die Verbreitung des Manichäismus

III Ein Einblick in das Gottesbild des Manichäismus

a) Die Gnosis

b) Der manichäische Dualismus

c) Die manichäische Schöpfungsgeschichte

IV Die Theodizeefrage im Manichäismus

V Die Lebensweise der Manichäer

Der Manichäismus – christlich oder nicht?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die fundamentalen Prinzipien des Manichäismus, insbesondere sein Welt- und Gottesbild, um zu analysieren, warum diese Religion zur Zeit ihres Bestehens als überzeugende Antwort auf die Theodizeeproblematik wahrgenommen wurde. Dabei wird der Fokus auf das Leben des Religionsgründers Mani, die Ausbreitung der Lehre sowie den manichäischen Dualismus und die Schöpfungsgeschichte gelegt.

  • Biografische Analyse von Mani aus verschiedenen Quellen
  • Historische Ausbreitung und Wandlung des Manichäismus
  • Die gnostischen Grundlagen und der manichäische Dualismus
  • Die Schöpfungsgeschichte als Erklärung für das Leid in der Welt
  • Ethische Lebensweise der Anhänger (Electi und Auditores)

Auszug aus dem Buch

c) Die manichäische Schöpfungsgeschichte

Die dualistische Sichtweise des Manichäismus kann man am besten an der Schöpfungsgeschichte nachvollziehen, da hier der ständig andauernde Kampf zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkel, sehr ausführlich und eindringlich, wenn auch teilweise recht kompliziert, dargestellt wird. Manis Lehre ist nach einer Darstellungsform der griechischen Philosophie gestaltet, dem Mythos. Dieser hat zugleich eine heilsgeschichtliche Bedeutung. „Denn der Weg zum Heil kann nur so begründet werden, dass man die Vorgeschichte des Unheils, in das wir geraten sind erkennt.“

Der Mythos beginnt in der ersten Phase des manichäischen Dualismus. Die Wesen der Dunkelheit werden vom Begehren erfüllt, an den Freuden des Lichtreichs teilzuhaben. Sie überschreiten deshalb die Grenze zwischen Licht und Finsternis und greifen, angeführt vom Prinzen der Finsternis, das Lichtreich an. „Dieses grundlegende Ereignis bewirkt eine Veränderung innerhalb des Lichtreichs, denn der Vater des Lichts höchstselbst tritt aus seinem Zustand der Selbstvollendung heraus und wechselt über in eine aktive Existenz, da er sein Reich vor diesem Ansturm verteidigen muss.“ Da er aber einerseits seine himmlischen Heerscharen nicht für einen solchen Kampf bestimmt hält, er aber andererseits nicht selbst in den Kampf ziehen kann, da er wesensgleich mit dem Guten ist, erweckt er aus sich selbst heraus ein vermittelndes Wesen mit dem Namen Mutter des Lebens.

Zusammenfassung der Kapitel

Der Manichäismus – die bessere Religion?: Einleitung in die Fragestellung, warum der Manichäismus eine so große Anziehungskraft ausübte und wie er das Problem des Leides in der Welt adressierte.

I Das Leben und Wirken Manis: Darstellung des Lebenslaufs von Mani basierend auf gegnerischen christlichen Quellen und glaubwürdigeren arabischen Schriften.

II Die Verbreitung des Manichäismus: Analyse der Ausbreitung der Lehre, zunächst in Zentralasien und später bis nach China, trotz fortwährender Unterdrückung.

III Ein Einblick in das Gottesbild des Manichäismus: Untersuchung der Grundlagen des manichäischen Systems durch die Linse der Gnosis, des Dualismus und der detaillierten Schöpfungsgeschichte.

IV Die Theodizeefrage im Manichäismus: Erörterung der manichäischen Antwort auf die Frage nach dem Leid, die auf der radikalen Trennung von Gut und Böse beruht.

V Die Lebensweise der Manichäer: Beschreibung der ethischen Anforderungen an die Gläubigen und der strengen Unterscheidung zwischen den Auserwählten (Electi) und den Hörern (Auditores).

Der Manichäismus – christlich oder nicht?: Kritische Gegenüberstellung von Argumenten, die den Manichäismus als christlich oder als eine eigenständige, synkretistische Lehre interpretieren.

Schlüsselwörter

Manichäismus, Mani, Gnosis, Dualismus, Theodizee, Lichtreich, Finsternis, Schöpfungsgeschichte, Electi, Auditores, Religionsgeschichte, Erlösung, Weltbild, Gotteserkenntnis, Synkretismus.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Welt- und Gottesbild des Manichäismus und untersucht, warum diese Religion eine solch starke Faszination auf Zeitgenossen ausübte, insbesondere als Antwort auf die Theodizeefrage.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Biografie von Mani, die historische Expansion, die dualistische Kosmologie, die Schöpfungsgeschichte sowie die daraus abgeleitete ethische Lebensweise der Gläubigen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, den manichäischen Lösungsversuch für das Problem des Leides in der Welt verständlich zu machen und dessen Wirkung im Vergleich zum zeitgenössischen Christentum aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine historisch-theologische Methode durch die Auswertung und kritische Analyse verschiedener Quellengattungen, darunter christliche Polemiken und arabische Schriften.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die metaphysischen Grundlagen (Dualismus/Gnosis), den komplexen Schöpfungsmythos, die spezifische Theodizee-Antwort und den sozioreligiösen Aufbau der manichäischen Gemeinde.

Welche Schlüsselbegriffe definieren den Inhalt?

Die Kernbegriffe umfassen Dualismus, Lichtreich, Finsternis, Gnosis, Theodizee, Electi und Auditores.

Wie unterscheidet sich das manichäische Gottesbild vom trinitarischen Christentum?

Während das Christentum einen trinitarischen Gott lehrt, folgt der Manichäismus einem strikten dualistischen System, das eine fundamentale Trennung zwischen einem guten Gott (Licht) und einem bösen Prinzip (Finsternis/Materie) vorsieht.

Warum war die strikte Lebensweise der Electi im Alltag so schwierig umzusetzen?

Die Electi mussten laut Lehre jedes Licht schädigen vermeiden, was praktisch jede handwerkliche Arbeit oder landwirtschaftliche Tätigkeit, da diese das in der Natur gebundene Licht verletzen würde, untersagte.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein Einblick in das Welt- und Gottesbild des Manichäismus
Hochschule
Universität Regensburg  (Katholisch-theologische Fakultät, Lehrstuhl für Fundamentaltheologie)
Veranstaltung
Fels des Atheismus oder Frömmigkeit der Theologie? Die Theodizeefrage
Note
2,0
Autor
Wolfgang Gaßner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V119387
ISBN (eBook)
9783640234110
ISBN (Buch)
9783640234424
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einblick Welt- Gottesbild Manichäismus Fels Atheismus Frömmigkeit Theologie Theodizeefrage
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Wolfgang Gaßner (Autor:in), 2006, Ein Einblick in das Welt- und Gottesbild des Manichäismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119387
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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