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Die Folgen der großen Säkularisation 1803

Title: Die Folgen der großen Säkularisation 1803

Seminar Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Wolfgang Gaßner (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

Die katholische Kirche war im ausgehenden 18. Jahrhundert ein starker politischer Faktor. Zu
dieser Zeit gab es im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation über zwei Dutzend
Fürstbistümer und das Doppelte an Fürstabteien. Alles in allem belief sich der Besitz auf die
94650 Quadratmeilen mit 3,16 Millionen Einwohnern, was etwa einem Achtel der Reichsbevölkerung
entsprach. Aufgrund des großen Gebietes hatte die Kirche auch großes Mitspracherecht
im Reichstag und stellte selbst drei Kurfürsten, die Bischöfe aus Mainz, Köln und
Trier. Den absolutistischen Staaten der damaligen Zeit waren diese Besitzungen jedoch ein
Dorn im Auge. Durch das zweihundertjährige Jubiläum vor zwei Jahren ist die Säkularisation
wieder mehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Aus diesem Grund, und unter dem
Aspekt der Sonderrolle Regensburgs, beschäftigt sich diese Arbeit mit den Folgen der großen
Säkularisation von 1803. Die Gliederung führt von der Ausgangslage über die Durchführung
zu den Folgen der Säkularisation. Dabei wird bei der Durchführung, aus lokalen Gesichtspunkten,
die Situation in Regensburg beleuchtet. Das Ziel ist, einen möglichst umfassenden
Blick über die Auswirkungen zu gewinnen, soweit es die begrenzte Seitenzahl zulässt.

Excerpt


Gliederung

Die Situation der Kirche vor der Säkularisation

I Die Vorgeschichte der Säkularisation

1. Der politische Auslöser der Säkularisation

2. Die Arbeit der Reichsdeputation

II Die Durchführung der Säkularisation am Beispiel der Sonderrolle Regensburgs

1. Die Sonderrolle Regensburgs

2. Dalbergs Wirken in Regensburg

3. Die Säkularisation in Regensburg

III Die Folgen der großen Säkularisation

1. Politische Folgen

2. Die kulturellen Folgen der Säkularisation

3. Die Folgen für die katholische Kirche

a) Unmittelbare Folgen

b) Mittelbare Folgen

III Die Säkularisation als Chance zum Neubeginn

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historischen Auswirkungen der großen Säkularisation von 1803 auf die katholische Kirche im Heiligen Römischen Reich, wobei insbesondere die Ausnahmesituation des Kurstaates Regensburg unter Carl Theodor von Dalberg analysiert wird, um ein differenziertes Verständnis über den Wandel von Staat, Gesellschaft und kirchlicher Ordnung in dieser Umbruchszeit zu gewinnen.

  • Politische Hintergründe und Ursachen der Säkularisation durch die französische Hegemonie.
  • Die Rolle der Reichsdeputation bei der Durchführung der Kirchengutenteignungen.
  • Besonderheiten der administrativen und kirchenpolitischen Entwicklung in Regensburg.
  • Langfristige Folgen für das politische System, das kulturelle Leben und die Bildungslandschaft.
  • Theologische und institutionelle Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche und der Weg zur modernen Kirchenorganisation.

Auszug aus dem Buch

2. Dalbergs Wirken in Regensburg

Die Situation in Regensburg zu dieser Zeit war erschreckend. Die Bevölkerung war völlig verarmt, die Kassen waren leer und auch das Gebiet des Fürstentums vor der Säkularisation war völlig zersplittert, wodurch eine vernünftige Wirtschaftspolitik zusätzlich erschwert wurde. Dalberg, der sich zu Beginn seiner Herrschaft nur auf die weltliche Herrschaft beschränkte leitete schnellstmöglich Reformen ein, um die Situation der Stadt zu verbessern.

Neben Maßnahmen zur Industrieförderung reformierte er das Bürgerrecht, führte eine Sozialreform durch und modernisierte das Steuerwesen. Durch die Zusammenlegung von Reichsstadt, Hochstift und Reichsabteien zu einer politischen und einer Verwaltungseinheit, konnte zudem die Modernisierung des Fürstentums vorangetrieben werden. Neben seinen wirtschaftlichen Leistungen war Dalberg auch noch ein Gönner und Förderer der Wissenschaft und der Kunst. So entstanden unter seiner Herrschaft beispielsweise das Gesandtschaftspalais am Bismarckplatz oder der Rundtempel des Keplerdenkmals.

Auf die im ganzen Reich um sich greifenden Säkularisation der Kirchengüter verzichtete er in seinem Herrschaftsbereich. So hob er das Regensburger Domkapitel nicht auf, „so dass in Bayern allein das Domkapitel zu Regensburg die ganze verworrene Zeit von der Säkularisation bis zum Vollzug des Konkordats von 1817 im ungeschmälerten Besitz seiner Gerechtsame überdauerte.“

Zusammenfassung der Kapitel

Die Situation der Kirche vor der Säkularisation: Beleuchtet die einflussreiche politische Stellung der katholischen Kirche im ausgehenden 18. Jahrhundert sowie die Intention der Arbeit, diese Zeit anhand Regensburgs zu analysieren.

I Die Vorgeschichte der Säkularisation: Analysiert den Einfluss der französischen Revolution und des napoleonischen Hegemonialstrebens auf die deutsche Politik und die daraus resultierende Enteignung von Kirchengut als Entschädigung für weltliche Fürsten.

II Die Durchführung der Säkularisation am Beispiel der Sonderrolle Regensburgs: Beschreibt, wie Carl Theodor von Dalberg durch diplomatisches Geschick eine Sonderstellung für Regensburg bewahrte und dort gezielte Modernisierungsmaßnahmen einleitete.

III Die Folgen der großen Säkularisation: Untersucht die weitreichenden politischen Umwälzungen, den Niedergang des kulturellen Lebens durch Bildungsverluste und die tiefgreifenden ökonomischen wie organisatorischen Einschnitte für die katholische Kirche.

III Die Säkularisation als Chance zum Neubeginn: Reflektiert, wie der Verlust der weltlichen Macht und die Entlastung von politischen Aufgaben zu einer spirituellen Vertiefung und personellen Professionalisierung innerhalb der Kirche führen konnte.

Schlüsselwörter

Säkularisation, Carl Theodor von Dalberg, Reichsdeputationshauptschluss, katholische Kirche, 1803, Regensburg, Kirchengut, napoleonische Kriege, Kirchengeschichte, Reichskirche, Modernisierung, Klerus, Bildungslandschaft, Säkularisierung, Fürstbistum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Folgen der großen Säkularisation von 1803 und analysiert den radikalen Umbruch, den die katholische Kirche im Heiligen Römischen Reich infolge der politischen Neuordnung durch Napoleon erfahren hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die politische Vorgeschichte (Reichsdeputation), die Durchführung der Säkularisation, die Auswirkungen auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben sowie die kircheninternen Folgen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die Auswirkungen der Säkularisation zu gewinnen, wobei die lokale Perspektive der Sonderrolle Regensburgs eine zentrale Rolle bei der Analyse einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historisch-kirchengeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse zeitgenössischer Quellen und kirchengeschichtlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Entstehungsgeschichte, die Sonderrolle des Fürstentums Regensburg unter Dalberg sowie die differenzierte Betrachtung politischer, kultureller und kirchlicher Folgen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Säkularisation, Reichsdeputationshauptschluss, Carl Theodor von Dalberg und Kirchenumbruch charakterisieren.

Welche Rolle spielte Carl Theodor von Dalberg konkret für Regensburg?

Dalberg fungierte als bewahrender Akteur, der durch seine Diplomatie die unmittelbare Säkularisation in seinem Einflussbereich verhinderte und durch Reformen von Bildung und Verwaltung die Region stabilisierte.

Warum konnte sich die katholische Kirche gegen die Säkularisation kaum wehren?

Der Kirche mangelte es an entscheidender Unterstützung durch Kaiser und Papst, da beide Parteien primär an ihren eigenen machtpolitischen Interessen und der Zusammenarbeit mit den neuen weltlichen Herrschern interessiert waren.

Welche positiven Aspekte identifiziert der Autor am Ende?

Der Autor führt an, dass die Befreiung von politischen Ämtern es der Kirche ermöglichte, sich auf ihre geistlichen Aufgaben zu konzentrieren, was zu einer pastoralen und spirituellen Vertiefung führte.

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Details

Title
Die Folgen der großen Säkularisation 1803
College
University of Regensburg  (Katholisch-theologische Fakultät Lehrstuhl für Mittlere und Neue Kirchengeschichte)
Course
Orientierungskurs: Einführung in die elementare Theologie vor den Herausforderungen der modernen Gesellschaft
Grade
1,0
Author
Wolfgang Gaßner (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V119391
ISBN (eBook)
9783640235254
ISBN (Book)
9783640235407
Language
German
Tags
Folgen Säkularisation Orientierungskurs Einführung Theologie Herausforderungen Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Gaßner (Author), 2005, Die Folgen der großen Säkularisation 1803, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119391
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