Sophokles - Antigone - Charakterisierung von Haimon

Aus der Ich-Perspektive


Referat / Aufsatz (Schule), 2007
1 Seiten, Note: 12 MSS-Punkte

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Charakterisierung – Haimon

13. September 2007

Mein Name ist Haimon; ich bin tot. Ich war der Thronfolger Thebens, denn mein Vater ist Kreon, der Herrscher von Theben – und wäre es anders gekommen, hätte ich selbst früher oder später der Herr- scher Thebens sein können. Leite ich einen Menschen, so tu’ ich das den Interessen desjenigen ent- sprechend, denn nur so ernte ich Ruhm; denn nur so ist es des geführten Menschen Glück. Doch leite ich nicht ausschließlich dem Willen dieses Menschen entsprechend, ich führe ihn unter Berücksichti- gung der Gesetze der Götter und der Polis. Ich ehre die göttlichen Gesetze; sie sind mächtiger als sterbliches Wort, denn jeder Gesetzesbruch wird von den Göttern bestraft. Mit mir als Herrscher von Theben würde das Recht der Götter respektiert und die Polis zum Vorteil des Volkes geführt werden, denn ein Staat gehört nicht nur einem allein und kann somit auch nicht zum Wohle eines Einzelnen geführt werden.

Doch so ist es auch mit der Familie… Wär’ ich nicht gestorben, hätte ich später sicher Kinder gehabt, die ich nach den gleichen Grundsätzen erzogen hätte. Meine Familie ist mir sehr wichtig; sie verdient Ehre und Respekt. Auch Antigone hätte bald zu meiner Familie gehört; mein Verhältnis zu ihr war eher distanziert und trotzdem fühle ich mich emotional an sie gebunden. Zwar wurd’ ständig von der Liebe gesprochen, doch fühlte ich, dass sie diese Empfindungen nicht so intensiv hegte wie ich es tue, denn immer, wenn wir zusammen waren, spürte ich sie nicht so, wie man jemanden spürt, der in Reichweite ist: Sie war wie abwesend. Wie sehr der Sinn meines Lebens von meiner Liebe zu ihr ab- hängig war, bemerkte ich erst, als ich direkt mit ihrem Tode konfrontiert wurde. Voller Zorn über all das, stach ich mit eignem Schwerte nach meinem Vater – doch er flüchtete. Im selben Moment wur- de mir dann bewusst, dass ich trotz der Entwicklungen meinen Vater noch liebte. Zerrissen von all den widersprüchlichen Gefühlen, tötete ich mich selbst; auch zum Schutze meines Vaters.

Meine Mutter konnte das Leid, ihren Sohn verloren zu haben, nicht ertragen und folgte uns nach drunten. All das ist nur geschehen, weil mein Vater vom rechten Wege abkam: Er übernahm sich; das war weder weise, noch klug. So ist mir die Familie zwar das Wichtigste, doch macht mich das nicht blind für die rechten Grundsätze; deshalb sollte man versuchen, stets lernbereit und –fähig zu sein und nicht dem Starrsinn zu verfallen, wie es bei meinem Vater der Fall war. Wäre er aufnahmefähiger für andere Denkweisen gewesen und hätte sich dabei von seinen festen Prinzipien gelockert, hätte es nicht so kommen müssen wie es schließlich kam.

1 von 1 Seiten

Details

Titel
Sophokles - Antigone - Charakterisierung von Haimon
Untertitel
Aus der Ich-Perspektive
Note
12 MSS-Punkte
Autor
Jahr
2007
Seiten
1
Katalognummer
V119395
Dateigröße
351 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sophokles, Antigone, Charakterisierung, Haimon
Arbeit zitieren
Ersin Erdem (Autor), 2007, Sophokles - Antigone - Charakterisierung von Haimon, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119395

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