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Harmonisierung der Konzernbesteuerung in der EU

Titel: Harmonisierung der Konzernbesteuerung in der EU

Seminararbeit , 2007 , 36 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ferda Göktas (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Abbau der wirtschaftlichen, technischen und institutionellen Hindernisse für den grenzübergreifenden Handel ist mit der zunehmenden politischen Integration in der Europäischen Union (EU) deutlich fortgeschritten. Die Steuersysteme jedoch vollzogen diesen Wandel nur äußerst schleppend nach. Vor allem der Grad der Rechtsvereinheitlichung im Bereich der direkten Steuern, insbesondere der Körperschaftsteuer (KSt), konnte damit nicht mithalten. Bisher existiert eine einheitliche Unternehmensbesteuerung in der EU nicht.
Die Unternehmen in der EU sind heute in einem einzigen Wirtschaftsraum mit 27 verschiedenen nationalen Unternehmensteuersystemen konfrontiert. Diese Koexistenz führt zu enormen Befolgungskosten und Unsicherheiten, die mit der Einhaltung derart vieler unterschiedlicher Regelvorschriften und Netzen von Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) verbunden sind. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) werden dadurch möglicherweise ganz von einer grenzüberschreitenden Tätigkeit abgehalten. Hinzu kommen zusätzlich besondere Steuerkosten, Effizienzeinbußen und mangelnde Transparenz. Diese grundlegenden Schwierigkeiten erschweren derzeit noch die grenzübergreifende Wirtschaftstätigkeit im Binnenmarkt und beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Unternehmen. Je größer das zwischen den Mitgliedstaaten (MS) bestehende steuerliche Belastungsgefälle durch Abweichungen bei den effektiven KSt-Sätzen ist, desto größer ist notwendigerweise das Marktversagen, andernfalls werden der EU wirtschaftlich Verluste an potenzieller Wohlfahrt in Form von Wohlfahrtskosten verursacht.
Die von der Zersplitterung der steuerlichen Gewinnermittlung im Binnenmarkt ausgehenden Probleme haben erneut die Frage nach einer Harmonisierung auf europäischer Ebene aufgeworfen. Der EGV sieht zwar in Art. 93 ein Mandat für die Harmonisierung der indirekten Steuern vor, enthält aber keinen entsprechenden Auftrag für die direkten Steuern. Bei ihren Bemühungen wird die Europäische Kommission (EU-Kommission) nur nach Maßgabe des in der EU-Verfassung verankerten Subsidiaritätsprinzips (Art. 5) tätig, wonach Entscheidungen möglichst dezentral und auf der unmittelbar berührten Ebene getroffen werden sollten. Auch mit Blick auf das Subsidiaritätsprinzip und damit ein zentrales Element nationaler Steuersouveränität nicht aufgegeben wird, strebt man zumindest derzeit eine Harmonisierung der KSt-Sätze nicht an.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bestrebungen zur Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung in der EU

21. Ebene der EU-Kommission

22. Ebene der Mitgliedstaaten

3. Methoden zur Konsolidierung der KSt-Bemessungsgrundlage

31. Sitzlandbesteuerung

311. Grundkonzept und Verfahren

312. Pilotprojekt

32. Gemeinsame konsolidierte KSt-Bemessungsgrundlage

321. Konzeptionelle Ausgestaltung

322. Persönlicher Anwendungsbereich und Abgrenzung des Konsolidierungskreises

4. Methoden zur Aufteilung des Steueraufkommens

41. Zerlegungsmodell (Formula Apportionment Method)

42. Zurechnungsmodell auf mikroökonomischer Ebene

43. Zurechnungsformel auf makroökonomischer Ebene

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen einer einheitlichen Unternehmensbesteuerung in der Europäischen Union. Das primäre Ziel ist es, verschiedene methodische Ansätze zur Harmonisierung der Bemessungsgrundlage und zur Aufteilung des Steueraufkommens bei grenzüberschreitend tätigen Konzernen kritisch zu untersuchen und deren Anwendbarkeit zu bewerten.

  • Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung im europäischen Binnenmarkt.
  • Analyse des Modells der Sitzlandbesteuerung (Home State Taxation).
  • Konzeption und Herausforderungen einer Gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB).
  • Vergleich von Modellen zur Aufteilung des Steueraufkommens (Zerlegungs- vs. Zurechnungsmodelle).
  • Politische und ökonomische Rahmenbedingungen für eine europäische Steuerreform.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Der Abbau der wirtschaftlichen, technischen und institutionellen Hindernisse für den grenzübergreifenden Handel ist mit der zunehmenden politischen Integration in der Europäischen Union (EU) deutlich fortgeschritten. Die Steuersysteme jedoch vollzogen diesen Wandel nur äußerst schleppend nach. Vor allem der Grad der Rechtsvereinheitlichung im Bereich der direkten Steuern, insbesondere der Körperschaftsteuer (KSt), konnte damit nicht mithalten. Bisher existiert eine einheitliche Unternehmensbesteuerung in der EU nicht.

Die Unternehmen in der EU sind heute in einem einzigen Wirtschaftsraum mit 27 verschiedenen nationalen Unternehmensteuersystemen konfrontiert. Diese Koexistenz führt zu enormen Befolgungskosten und Unsicherheiten, die mit der Einhaltung derart vieler unterschiedlicher Regelvorschriften und Netzen von Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) verbunden sind. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) werden dadurch möglicherweise ganz von einer grenzüberschreitenden Tätigkeit abgehalten. Hinzu kommen zusätzlich besondere Steuerkosten, Effizienzeinbußen und mangelnde Transparenz. Diese grundlegenden Schwierigkeiten erschweren derzeit noch die grenzübergreifende Wirtschaftstätigkeit im Binnenmarkt und beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Unternehmen. Je größer das zwischen den Mitgliedstaaten (MS) bestehende steuerliche Belastungsgefälle durch Abweichungen bei den effektiven KSt-Sätzen ist, desto größer ist notwendigerweise das Marktversagen, andernfalls werden der EU wirtschaftlich Verluste an potenzieller Wohlfahrt in Form von Wohlfahrtskosten verursacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der steuerlichen Zersplitterung im EU-Binnenmarkt und die daraus resultierenden Wettbewerbsnachteile für Unternehmen.

2. Bestrebungen zur Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung in der EU: Dieses Kapitel erläutert die Initiativen der EU-Kommission sowie die unterschiedlichen Positionen der Mitgliedstaaten hinsichtlich einer Harmonisierung.

3. Methoden zur Konsolidierung der KSt-Bemessungsgrundlage: Hier werden das Modell der Sitzlandbesteuerung und das Konzept der Gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) detailliert gegenübergestellt.

4. Methoden zur Aufteilung des Steueraufkommens: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Ansätze zur Verteilung von Steuereinnahmen auf Mitgliedstaaten, darunter Zerlegungsmodelle und makroökonomische Zurechnungsverfahren.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung der Machbarkeit und der logischen Verknüpfung der vorgestellten Harmonisierungsschritte ab.

Schlüsselwörter

Unternehmensbesteuerung, EU, Harmonisierung, Körperschaftsteuer, Bemessungsgrundlage, GKKB, Sitzlandbesteuerung, Konsolidierung, Steuerwettbewerb, Binnenmarkt, Gewinnaufteilung, KMU, Doppelbesteuerung, Steuerharmonisierung, Steueraufkommen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Harmonisierung der steuerlichen Gewinnermittlung für Unternehmen innerhalb der Europäischen Union, um Hindernisse im grenzüberschreitenden Handel abzubauen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Sitzlandbesteuerung, die Einführung einer Gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) und verschiedene Verfahren zur Aufteilung des Steueraufkommens auf die beteiligten Mitgliedstaaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Analyse, wie durch einheitliche europäische Steuervorschriften steuerliche Belastungen reduziert und der Binnenmarkt effizienter gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Dokumentenanalyse der aktuellen Vorschläge der EU-Kommission sowie auf eine betriebswirtschaftliche Analyse verschiedener Steuerkonzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die Ansätze zur Konsolidierung der Bemessungsgrundlage als auch die Techniken zur Aufteilung der Gewinne auf einzelne Mitgliedstaaten ausführlich untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Harmonisierung, Körperschaftsteuer, GKKB, Sitzlandbesteuerung und Gewinnaufteilung im EU-Kontext.

Wie unterscheidet sich die Sitzlandbesteuerung von der GKKB?

Die Sitzlandbesteuerung basiert auf einer gegenseitigen Anerkennung nationaler Regeln, während die GKKB eine tatsächliche Harmonisierung und ein einheitliches europäisches Regelwerk anstrebt.

Warum stellt die Aufteilung des Steueraufkommens eine Herausforderung dar?

Die Aufteilung ist politisch sensibel, da sie direkt das Steueraufkommen der einzelnen Mitgliedstaaten beeinflusst und daher auf eine breite Zustimmung aller Staaten angewiesen ist.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Harmonisierung der Konzernbesteuerung in der EU
Hochschule
Universität Siegen  (Lehrstuhl BWL II - Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Prüfungswesen des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht)
Veranstaltung
Seminar zur Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre im Sommersemester 2007
Note
1,7
Autor
Ferda Göktas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
36
Katalognummer
V119400
ISBN (eBook)
9783640235285
ISBN (Buch)
9783640235421
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Harmonisierung Konzernbesteuerung Seminar Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre Sommersemester
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ferda Göktas (Autor:in), 2007, Harmonisierung der Konzernbesteuerung in der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119400
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Leseprobe aus  36  Seiten
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