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Übersetzerschule von Toledo

Title: Übersetzerschule von Toledo

Term Paper , 2006 , 10 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Eveline Podgorski (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Die Einnahme der Stadt Toledo im Jahre 1085 im Rahmen der Reconquista war ein wichtiges Ereignis sowohl für die sprachliche Zusammenarbeit zwischen den drei großen Religionen der Iberischen Halbinsel als auch für den kulturellen Austausch zwischen den Völkern. Der Aufstieg Toledos zum kulturellen Zentrum und zur Hauptstadt des Kastilischen Königreiches im Jahre 1086 war vor allem geprägt durch die Übersetzertätigkeiten vieler Gelehrter, die mehrere Jahrhunderte überdauerte. Unter Alfons X., genannt el Sabio („der Weise“), erfuhr die Übersetzerschule von Toledo ihren Höhepunkt - auch wenn sie diese Bezeichnung, die erst später üblich wurde, damals noch gar nicht trug. Die Tätigkeiten in der Übersetzerschule nahmen nicht nur Einfluss auf das kulturelle Zusammenwirken von Juden, Moslems und Christen, sondern waren eine Bereicherung für ganz Europa, da durch die Übersetzungen arabischer Schriften das Wissen weiter verbreitet werden konnte. Zudem wurde an diesem Ort im 13. Jahrhundert das von Alfons X. das während seiner Regierungszeit fortwährend propagierte castellano drecho („das richtige Kastilisch“) niedergeschrieben und somit für die Nachwelt gesichert. In meiner Ausarbeitung, bei der es sich um die schriftliche Bearbeitung des Referats, das ich am 16. Mai 2006 im Rahmen des Proseminars „Español medieval“ gehalten habe, handelt, werde ich zunächst einen Einblick in die kulturellen Begebenheiten des 11. und 12. Jahrhunderts der Stadt Toledo geben, um anschließend die Übersetzertätigkeiten in der Übersetzerschule und ihre Differenzen unter dem Gründer Raimundo de Salvetat und dem kastilischen König Alfons X. aufzuzeigen. Dies wird gefolgt von der Herausstellung einiger wichtiger Übersetzer und ihrer Werke, sowie einem Ausblick auf die Übersetzerschule von Toledo heutzutage. In einer Zusammenfassung werde ich abschließend die Kernpunkte hervorheben und ihre Bedeutung im Hinblick auf das Thema des Pro-Seminars “Español medieval“ reflektieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Inhalt und Struktur der Ausarbeitung

2. Die Convivencia und die Übersetzerschule von Toledo

3. Die Übersetzungen unter Erzbischof Raimundo de Salvetat und Alfonso X.

4. Wichtige Übersetzer und ihre Werke

5. Die gegenwärtige Situation der Übersetzerschule

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung der Übersetzerschule von Toledo als Zentrum des Wissenstransfers zwischen Orient und Okzident sowie ihren prägenden Einfluss auf die Entwicklung der spanischen Sprache. Der Fokus liegt dabei auf der methodischen Evolution der Übersetzungstätigkeiten von der Ära Raimundo de Salvetat bis hin zur Regierungszeit von Alfons X. dem Weisen.

  • Kulturelle Rahmenbedingungen der Convivencia in Toledo
  • Methoden der Übersetzung: Von der mündlichen Vorlage zur schriftlichen Fixierung
  • Die Etablierung des castellano drecho unter Alfons X.
  • Biografische und werkbezogene Profile bedeutender Übersetzer
  • Der Wandel der Institution vom mittelalterlichen Wissenszentrum zur heutigen Forschungseinrichtung

Auszug aus dem Buch

3. Die Übersetzungen unter Erzbischof Raimundo de Salvetat und Alfonso X.

In der Übersetzerschule von Toledo wurden in zwei Phasen die Übersetzungen ausgeführt. Unter Erzbischof Raimundo de Salvetat diente das Romanische als lengua intermedia, also als so genannte „Zwischensprache“, da über sie die Übersetzung ins Lateinische erfolgte. Es gab zwei Übersetzer, die miteinander korrespondierten. Der eine - häufig handelte es sich um einen Juden - war der arabischen Sprache - der „Ausgangssprache“ - mächtig, während der andere - ein Christ - die lateinische Sprache - die „Zielsprache“ - beherrschte. Voraussetzung war, dass beide Kenner der lengua vulgar („Vulgärsprache“), also des Romanischen, waren. Der erste Übersetzer fertigte demnach eine mündliche Übersetzung des arabischen Textes ins Romanische an, die er dem Zweiten mitteilte. Dieser übertrug sie anschließend ins Lateinische und verschriftlichte sie.

Unter Alfons X. gab es vorwiegend nur einen Übersetzer, der mehrere Sprachen beherrschte, auch wenn bei einigen Übersetzungen auch eine Kooperation zwischen mehreren Übersetzern, sowohl Christen als auch Juden, stattfand. Eine weitere Neuheit war hierbei, dass die Übersetzung ins Romanische schriftlich festgehalten wurde, bis im Laufe der Zeit die lateinische Fassung gänzlich entfiel. Durch die neue Vorgehensweise bei der Übertragung der wissenschaftlichen Literatur entstanden neue Ämter: Es gab den capitulador, der das Werk gliederte, den Glossator, der den Originaltext mit Randbemerkungen und eigenem Wissen versah, und den emendador („Korrektor“), dessen Aufgabe es war zu überprüfen, dass der übersetzte Text dem castellano drecho entsprach.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Inhalt und Struktur der Ausarbeitung: Diese Einleitung skizziert den historischen Kontext der Reconquista und definiert die Zielsetzung der Arbeit, den kulturellen und sprachlichen Einfluss der Übersetzerschule zu untersuchen.

2. Die Convivencia und die Übersetzerschule von Toledo: Das Kapitel erläutert das friedliche Zusammenleben der drei Religionen (Convivencia) als Grundlage für die Entstehung Toledos als bedeutendes Übersetzungszentrum.

3. Die Übersetzungen unter Erzbischof Raimundo de Salvetat und Alfonso X.: Hier wird der methodische Wandel der Übersetzungspraxis von einer mündlichen Zwischenstufen-Methode hin zur schriftlichen Fixierung und die Etablierung des castellano drecho detailliert beschrieben.

4. Wichtige Übersetzer und ihre Werke: Dieses Kapitel stellt zentrale Akteure und deren bedeutende wissenschaftliche und philosophische Übersetzungsleistungen vor.

5. Die gegenwärtige Situation der Übersetzerschule: Es beschreibt die heutige Rolle der Institution als Forschungseinrichtung und Bildungsforum im modernen universitären Kontext.

6. Zusammenfassung: Das Fazit reflektiert die Rolle Toledos als Brücke zwischen den Kulturen und die nachhaltige Bedeutung für die Entwicklung der spanischen Sprache.

Schlüsselwörter

Übersetzerschule von Toledo, Convivencia, Reconquista, Alfons X. der Weise, Raimundo de Salvetat, castellano drecho, lengua intermedia, Wissensvermittlung, Mittelalter, arabische Schriften, Übersetzungstheorie, Sprachgeschichte, Iohannes Avendehut Hispanus, Dominicus Gundissalinus, Kulturkontakt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Bedeutung und dem methodischen Wirken der Übersetzerschule von Toledo während des Mittelalters.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die kulturelle Koexistenz der Völker, die philologische Entwicklung der spanischen Sprache und die wissenschaftliche Überlieferung arabischer Texte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Beitrag der Schule von Toledo zur Verbreitung antiken und arabischen Wissens in Europa sowie zur Standardisierung des Kastilischen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse der historischen Gegebenheiten und der verschiedenen Übersetzungspraktiken der jeweiligen Epochen.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die kulturhistorischen Hintergründe, die methodischen Phasen der Übersetzung und die Vorstellung bedeutender Übersetzerpersönlichkeiten.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Convivencia, castellano drecho, Wissenstransfer und Übersetzungskultur geprägt.

Wie unterschied sich die Arbeitsweise unter Raimundo de Salvetat von der unter Alfons X.?

Unter Raimundo de Salvetat war die Arbeit ein mehrstufiger, korrespondenzbasierter Prozess über eine romanische Zwischensprache, während unter Alfons X. vermehrt schriftliche Fassungen direkt ins Kastilische erstellt wurden.

Warum war die Etablierung des castellano drecho so bedeutsam?

Es markierte einen Meilenstein in der Entstehung der kastilischen Prosa und verdrängte das Lateinische als exklusive Sprache der Wissenschaft und Justiz.

Welche Rolle spielten jüdische Gelehrte in Toledo?

Aufgrund ihres bilingualen Hintergrunds und ihrer Vertrautheit mit der arabischen Ausgangssprache fungierten sie als essenzielle Akteure bei der Übersetzung schwieriger philosophischer und wissenschaftlicher Texte.

Was ist die heutige Funktion der Übersetzerschule in Toledo?

Heute dient die Schule als Diskussionsforum für Übersetzungswissenschaft und bietet universitäre Seminare sowie Intensivkurse an.

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Details

Title
Übersetzerschule von Toledo
College
University of Paderborn
Course
Espanol Medieval
Grade
2,3
Author
Eveline Podgorski (Author)
Publication Year
2006
Pages
10
Catalog Number
V119439
ISBN (eBook)
9783640231928
ISBN (Book)
9783640232079
Language
German
Tags
Toledo Espanol Medieval
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eveline Podgorski (Author), 2006, Übersetzerschule von Toledo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119439
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