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Die Frauenfigur Belakane in Wolfram von Eschenbachs "Parzival". Stereowerk der Kategorisierung von Hautfarben

Titel: Die Frauenfigur Belakane in Wolfram von Eschenbachs "Parzival". Stereowerk der Kategorisierung von Hautfarben

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Celine Prchal (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als Textgrundlage für diese Arbeit liegt das erste Buch des „Parzival“ vor. Dieser wurde von Wolfram von Eschenbach verfasst und ist eines der drei epischen Werke und neun Liedern, die uns bis heute erhalten geblieben sind. Die Arbeit will unter die Oberfläche der zwei Protagonisten dieser Arbeit schauen, insbesondere Belakanes Rolle in diesem Stück. Sie ist die erste Frau des Protagonisten Gahmuret im ersten Buch. Nicht nur weil sie die erste Frau in der Erzählung ist, kommt ihr eine besondere Rolle zu, sondern weil sie eine dunkle Hautfarbe, welche als ‚Schwarz‘ beschrieben wird, hat.

Somit ist Belakane gleichzeitig eine der ersten Frauenfiguren in höfischen Erzählen, welche eine dunkle Hautfarbe besitzt. Aufgrund der umfangreichen Dichtung, wird nur das Kapitel der ‚Belakane‘ genauer untersucht um herauszukristallisieren, inwiefern sie eine Schlüsselfigur im Stück, wie auch in der höfischen Erzählung darstellt. Hierbei spielt besonders, wie schon am Anfang erwähnt, die Hautfarbe und ihr angeblichen Bezug zur Hölle, sowie ihre sexuelle Attraktivität eine tragende Rolle. Hierfür wird besonders die sprachliche Gestaltung, die Figurenkonstellationen und der historische Kontext näher untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Exkurs zur Forschung und der Thematik der Hautfarbe

3. Einführung und Darstellung der Frauenfigur Belakane

3.1. Die andere Frau in Gahmurets Leben

4. Zusammenfassung und Schlussfazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Königin Belakane im ersten Buch von Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ und analysiert, inwiefern sie als Schlüsselfigur für den literarischen Diskurs über Hautfarbe, Fremdheit und religiöse Differenz im mittelalterlichen höfischen Erzählen fungiert.

  • Die symbolische Verknüpfung von Hautfarben (Schwarz/Weiß) mit moralischen Konzepten (Hölle/Himmel).
  • Die Darstellung Belakanes als komplexe, attraktive und zugleich selbstbestimmte Frauenfigur.
  • Die Untersuchung der sprachlichen Gestaltung und Figurenkonstellationen in Bezug auf die „fremde“ Königin.
  • Ein vergleichender Blick auf die Figur Herzeloyde zur Verdeutlichung von Gahmurets Motivlagen.
  • Die Dekonstruktion mittelalterlicher Stereotype durch Wolframs Erzählweise.

Auszug aus dem Buch

3. Einführung und Darstellung der Frauenfigur Belakane

Der Autor lässt uns an der Liebesgeschichte Gahmurets und Belakane von Anfang an teilhaben. Somit ist eine Analyse Belakes unabdingbar mit der von Gahmuret. Als Gahmuret in das Königreich Zazamanc kommt, wird die aktuelle Situation des Landes erläutert, wobei Belakane zum ersten Mal Teil des Textes wird. Sie wird mit dem Tod des Ritters Isenhart in Verbindung gesetzt, welcher allen Anschein nach ihretwegen gestorben ist, da sie seine Liebe verweigerte. In der ersten Erwähnung wird deutlich, dass Belakane schwer zu erobern ist, was ihre Anziehungskraft Gahmuret gegenüber erhöhen sollte. Jedoch wird im selben Moment auch ihre Schwäche deutlich, da sie von dem gegnerischen Heer, den Verwandten Isenharts, belagert wird und dort ohne Fremde Hilfe scheinbar nicht raus kommt.

Die Schwäche der Frau wird hier einmal deutlich. Für von Eschenbach typisch, denn überall wo eine Frau als Herrscherin in Vorschein tritt, wird diese sofort als schwach im Gegenzug, oder als nicht allein herrschend fähig, eingestuft. Und an dieser Stelle tritt Gahmuret hervor. Er soll dieser ‚hilflosen‘ Königin helfen, die Belagerung zu bezwingen. Ganz Stereotypisch erscheint an dieser Stelle der Held, welcher der armen Königin hilft. Ihr Name wird in den ersten Zügen direkt erwähnt, „süße Belakane“ (16,6f.), was wiederum zu einer Vertrautheit des Lesers zur Figur führen soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung legt den Fokus auf die erste Begegnung zwischen Gahmuret und der schwarzen Königin Belakane und erläutert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Darstellung dieser Frauenfigur.

2. Exkurs zur Forschung und der Thematik der Hautfarbe: Das Kapitel beleuchtet die mittelalterliche Symbolik von Weiß und Schwarz sowie die wissenschaftliche Debatte darüber, wie diese Farben mit religiösen und moralischen Zuschreibungen verknüpft wurden.

3. Einführung und Darstellung der Frauenfigur Belakane: Hier wird Belakanes Rolle als komplexe Schlüsselfigur analysiert, die einerseits typischen Klischees unterliegt, diese jedoch durch ihre Charaktertiefe und ihre Interaktion mit Gahmuret aufbricht.

3.1. Die andere Frau in Gahmurets Leben: Dieser Abschnitt vergleicht Belakane mit der Figur der Herzeloyde, um die unterschiedlichen Dynamiken der ritterlichen Liebesbeziehungen und Gahmurets Sehnsüchte herauszuarbeiten.

4. Zusammenfassung und Schlussfazit: Das Fazit resümiert, dass Wolfram von Eschenbach die starre Ablehnung des „Fremden“ überwindet und durch Belakane ein Ideal der Kulturbegegnung schafft, das die Vielfalt menschlicher Identität betont.

Schlüsselwörter

Parzival, Wolfram von Eschenbach, Belakane, Gahmuret, Hautfarbe, Mittelalter, Höfische Epik, Fremdheit, Literaturwissenschaft, Identitätsbildung, Religion, Herzeloyde, Stereotypen, Kulturkontakt, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der schwarzen Königin Belakane in Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ und untersucht, wie die Erzählung den Umgang mit Hautfarbe und Fremdheit thematisiert.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der symbolischen Bedeutung von Hautfarben im Mittelalter, der komplexen Charakterisierung Belakanes und dem Spannungsfeld zwischen christlicher Welt und dem Orient.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, herauszukristallisieren, inwiefern Belakane als Schlüsselfigur fungiert, die konservative mittelalterliche Ansichten über Hautfarbe und Religion gezielt sprengt oder herausfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des ersten Buchs des „Parzival“, unter Einbeziehung des historischen Kontextes und aktueller Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben dem Forschungsstand zur Hautfarbe die erzählerische Einführung Belakanes, ihre Charakterentwicklung sowie ein Vergleich mit der Figur Herzeloyde detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Parzival, Belakane, Hautfarbe, Fremdheit, Identitätsbildung und der höfische Diskurs des Mittelalters.

Warum wird Belakane als "Schlüsselfigur" bezeichnet?

Sie gilt als Schlüsselfigur, da sie die gängige Assoziation von „Schwarz“ mit dem Bösen oder der Hölle durch eine positive, differenzierte Darstellung unterwandert und somit einen Gegenentwurf zu zeitgenössischen Stereotypen bietet.

Wie unterscheidet sich die Beziehung zu Herzeloyde von der zu Belakane?

Während die Beziehung zu Belakane durch eine starke emotionale Anziehung und Selbstbestimmtheit der Königin geprägt ist, erscheint das Verhältnis zu Herzeloyde für den Protagonisten als erzwungen und unfreiwillig, was die Unterschiede in der jeweiligen narrativen Konstruktion der Frauenfiguren verdeutlicht.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Frauenfigur Belakane in Wolfram von Eschenbachs "Parzival". Stereowerk der Kategorisierung von Hautfarben
Note
1,3
Autor
Celine Prchal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V1195076
ISBN (PDF)
9783346638496
ISBN (Buch)
9783346638502
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frauenfigur belakane wolfram eschenbachs parzival stereowerk kategorisierung hautfarben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Celine Prchal (Autor:in), 2021, Die Frauenfigur Belakane in Wolfram von Eschenbachs "Parzival". Stereowerk der Kategorisierung von Hautfarben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195076
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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