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Die Weiße Decke. Eine qualitative Studie zu den Ursachen der Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung

Titel: Die Weiße Decke. Eine qualitative Studie zu den Ursachen der Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung

Masterarbeit , 2021 , 64 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Yasemin Kotra (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der vorliegenden empirischen Arbeit soll eine rassismuskritische Auseinandersetzung mit den Ursachen der Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung erfolgen. Es wird versucht, die für selbstverständlich genommenen Überzeugungen und Praktiken innerhalb der öffentlichen Verwaltung in Frage zu stellen. Dabei konzentriert sich die Arbeit auf mögliche Ursachen innerhalber der öffentlichen Verwaltung und nicht auf biographische und soziökonomische Merkmale. Das Ziel ist es also zu untersuchen, ob eine Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund durch die öffentliche Verwaltung vorliegt und welche Faktoren für die vertikale Segregation verantwortlich sind.

Mit der Zieldefinition der vorliegenden Arbeit bietet sich die folgende Fragestellung an: Was sind die Ursachen für die Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung? Weshalb steigt ihr Anteil trotz der Diversitätsbemühungen nur langsam an? Welche Rolle spielt Rassismus innerhalb der öffentlichen Verwaltung dabei?

Nach der Einleitung folgt in Kapitel 2 eine kurze Einführung in den Stand der Forschung und das Erkenntnisinteresse der vorliegenden Arbeit. In Kapitel 3 wird im Rahmen der theoretischen Vorannahmen für ein besseres Verständnis zunächst in das Phänomen Rassismus und das Konzept Weißsein eingeführt. Danach folgt eine Auseinandersetzung mit der Reproduktion rassifizierter Hierarchien innerhalb von Organisationen. Bei der Betrachtung der Zugangschancen von Personen mit Migrationshintergrund in den höheren Dienst und insbesondere in Leitungspositionen eignet sich dabei die bourdieusche Perspektive. Ausgehend von diesen Grundlagen wird in Kapitel 4 auf das Diversitätsmanagement der öffentlichen Verwaltung eingegangen. Nachdem die Interkulturelle Öffnung als Bestandteil des Diversitätsmanagements und die Gründe dafür vorgestellt werden, folgt eine Skizzierung der aktuellen Strategien und Maßnahmen. Gleichzeitig werden erste Lücken im Diversitätsmanagement aufgezeigt. In Kapitel 5 wird zunächst die Methodik und das methodologische Vorgehen beschrieben. Dabei werden die Verfahren der Datenerhebung und -auswertung sowie die Datengrundlage selbst vorgestellt. Kapitel 6 widmet sich der Darstellung der Ergebnisse. Abschließend werden in Kapitel 7 die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage

1.2 Ziel der Arbeit

1.3 Fragestellung

1.4 Aufbau der Arbeit

2 Stand der empirischen Forschung und Erkenntnisinteresse

3 Theoretische Vorannahmen

3.1 Rassismus

3.2 Weißsein als Privileg

3.3 Reproduktion rassifizierter Hierarchien im Kontext der Theorie Bourdieus

4 Diversitätsmanagement der öffentlichen Verwaltung

4.1 Interkulturelle Öffnung als Bestandteil des Diversitätsmanagements

4.2 Gründe für die Interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltung

4.3 Strategien und Maßnahmen

4.4 Leerstellen

5 Methode und Datengrundlage

5.1 Grounded Theory

5.2 Datenerhebung und Interviews

6 Ergebnisse

6.1 Rassismus

6.2 Fehlende Unterstützungssysteme

6.3 Unzureichendes Diversitätsmanagement

6.4 Ineffizientes Personalmanagement

7 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung. Es wird erforscht, inwiefern struktureller Rassismus und institutionelle Hürden diesen Aufstiegsprozess behindern und wie bestehende Diversitätskonzepte in der Verwaltung wirken.

  • Rassismuskritische Analyse von Organisationsstrukturen in der öffentlichen Verwaltung
  • Untersuchung von Barrieren beim beruflichen Aufstieg und Karriereentwicklung
  • Bewertung des Diversitätsmanagements und der interkulturellen Öffnung
  • Bedeutung von Machtverhältnissen und Privilegien (Weißsein) im Arbeitskontext
  • Qualitative Erkenntnisse aus Interviews mit Beschäftigten mit Migrationshintergrund

Auszug aus dem Buch

3.1 Rassismus

Bis zum 21. Jahrhundert war der Rassismusbegriff in Deutschland im gesellschaftlichem Diskurs tabu. Nach Ende der nationalsozialistischen Herrschaft 1945 herrschte der Glaube, der Schock über den faschistischen Rassenwahn säße so tief, dass darüber nicht mehr gesprochen werden müsse (Tißberger, 2020). Heute wird der Rassismusbegriff in der alltagssprachlichen Verwendung als ein Problem am Rande der Gesellschaft gesehen und auf Neonazis und eine irrationale Ideologie reduziert (Bonilla-Silva, 1997). Dabei ist der Begriff nicht nur eine Frage der Einstellung oder Verhaltensweisen, sondern meint nach sozialwissenschaftlicher Definition ein gesellschaftliches Verhältnis, von dem eine Vielzahl Beteiligter strukturell profitiert und bei der faktische Diskriminierung und Benachteiligung gerechtfertigt wird (Rommelspacher, 2002).

Die Entstehung „rassischer“ Kategorien ist in der Zeit des Kolonialismus und der Sklaverei zu suchen. Die zu der Zeit gezogenen Linien von Kategorien sind der Ursprung dafür, dass auch heute noch Menschen sich selbst und andere als Mitglieder von Gruppen identifizieren und sich voneinander abgrenzen (Scherschel, 2006). Zunächst einmal wird immer eine Seite der Unterscheidung gegenüber der anderen bevorzugt, wie beispielsweise zwischen „oben“ und „unten“, „aktiv“ und „passiv“ oder „Mann“ und „Frau“, was somit unabhängig vom Kontext zu einer Asymmetrie führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund in der öffentlichen Verwaltung ein und benennt Zielsetzung sowie Fragestellung.

2 Stand der empirischen Forschung und Erkenntnisinteresse: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Diskriminierung und Diversität in Arbeitskontexten und begründet die Relevanz der Arbeit für den öffentlichen Sektor.

3 Theoretische Vorannahmen: Hier werden zentrale Konzepte wie Rassismus, Weißsein als Privileg und Bourdieus Theorie sozialer Felder für die Analyse der Organisationsstrukturen eingeführt.

4 Diversitätsmanagement der öffentlichen Verwaltung: Dieses Kapitel erläutert aktuelle Strategien zur interkulturellen Öffnung und beleuchtet bestehende Leerstellen in der praktischen Umsetzung.

5 Methode und Datengrundlage: Hier wird der methodische Ansatz der Grounded-Theory-Methodologie sowie die Durchführung und Auswahl der Leitfadeninterviews beschrieben.

6 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die durch den Kodierprozess identifizierten Kernursachen für die Unterrepräsentanz, unterteilt in Rassismus, Unterstützungssysteme, Diversitätsmanagement und Personalmanagement.

7 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen, diskutiert diese im Lichte der Fragestellung und leitet praktische Implikationen für die Verwaltung ab.

Schlüsselwörter

Öffentliche Verwaltung, Migrationshintergrund, Rassismus, Diversitätsmanagement, Interkulturelle Öffnung, Höherer Dienst, Leitungspositionen, Bourdieus Theorie, Sozialkapital, Institutionelle Diskriminierung, Unterrepräsentanz, Arbeitsmarktintegration, Rassismuskritik, Führungskräfte, Personalmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen, warum Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung deutlich unterrepräsentiert sind.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind institutioneller Rassismus, die Wirksamkeit von Diversitätsmanagement sowie die Bedeutung von Netzwerken und Vorbildern in bürokratischen Organisationen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, warum der Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund in Führungspositionen trotz offizieller Diversitätsbemühungen nur langsam steigt und welche Rolle dabei rassistische Strukturen innerhalb der Verwaltung spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es wurde eine qualitative empirische Studie auf Basis der Grounded-Theory-Methodologie durchgeführt, für die elf leitfadengestützte Interviews mit Beschäftigten mit Migrationshintergrund ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte (Rassismus, Privilegien), beschreibt das aktuelle Diversitätsmanagement und stellt anhand der Interviewergebnisse Hindernisse wie Stereotype, fehlende Netzwerke und ineffiziente Personalentscheidungen dar.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Interkulturelle Öffnung, Symbolpolitik, symbolische Macht, Habitus, Gläserne Decke und rassifizierte Hierarchien.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Kapitalsorten nach Bourdieu?

Die Arbeit überträgt Bourdieus Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial, symbolisch) auf den Verwaltungskontext, um zu erklären, wie strukturelle Vorteile (Weißsein) den Zugang zu höheren Ämtern begünstigen.

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die Praxis der Verwaltung?

Die Arbeit kritisiert, dass bestehende Maßnahmen oft Symbolpolitik sind, und empfiehlt verpflichtende Fortbildungen für Führungskräfte sowie verbindliche Quotenregelungen zur echten Chancengleichheit.

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Details

Titel
Die Weiße Decke. Eine qualitative Studie zu den Ursachen der Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,0
Autor
Yasemin Kotra (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
64
Katalognummer
V1195203
ISBN (PDF)
9783346640420
ISBN (Buch)
9783346640437
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Öffentliche Verwaltung Migrationshintergrund Leitungsposition Diversität kulturelle Diversität Diversitätsmanagement Rassismus soziale Ungleichheit Pierre Bourdieu
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yasemin Kotra (Autor:in), 2021, Die Weiße Decke. Eine qualitative Studie zu den Ursachen der Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund im höheren Dienst und in Leitungspositionen der öffentlichen Verwaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195203
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Leseprobe aus  64  Seiten
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