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Buchrezension zu Didier Eribons "Rückkehr nach Reims"

Titel: Buchrezension zu Didier Eribons "Rückkehr nach Reims"

Rezension / Literaturbericht , 2021 , 5 Seiten

Autor:in: Theresa Melnyk (Autor:in)

Didaktik für das Fach Französisch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

2009 erschien Didier Eribons "Retour á Reims", welches 2016 in der deutschen Übersetzung als "Rückkehr nach Reims" im Suhrkamp Verlag veröffentlicht wurde. Didier Eribon (geboren 1953) ist Journalist beim Wochenmagazin "Le Nouvel Observateur", Autor zahlreicher Bücher sowie Philosoph und Soziologe. Von 200 bis 2017 war er Professor an der Université de Picardie Jules Verne sowie Gastprofessor an der University of California in Berkeley und am Institure for Advanced Studies in Princeton. 2021 folgte eine Gastprofessur an der Eidgenössichen Technischen Hochschule Zürich im Fachbereich Französische Literatur.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis der Buchrezension

1. Einleitung: Anlass und Kontext der Buchrezension

2. Die soziologische Milieuanalyse bei Eribon

2.1 Die Verschränkung von Autobiographie und Theorie

2.2 Der Ausstieg aus der Arbeiter:innenklasse und Homosexualität

3. Familiäre Prägungen und die Konstruktion der Identität

3.1 Reflektionen über das Elternhaus und die Geschwister

3.2 Soziale Verdikte und das Schulsystem

4. Das Kreativitätsdispositiv im Umgang mit Prekarität

5. Fazit und abschließende Leseempfehlung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Didier Eribons Werk "Rückkehr nach Reims" auseinander und untersucht die Verknüpfung von persönlicher Identitätsentwicklung mit soziologischen Fragestellungen zur Klassenherkunft und Prekarität.

  • Analyse der Schnittmenge zwischen Autobiographie und wissenschaftlicher Milieustudie.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Homosexualität und proletarischer Herkunft.
  • Reflektion über die Rolle von Bildung und sozialen Verdikten im Klassenaufstieg.
  • Diskussion des Konzepts eines potenziellen "Kreativitätsdispositivs" im Umgang mit schwierigen Lebensumständen.

Auszug aus dem Buch

Die Verschränkung von Autobiographie und Theorie

Subjekt in mein Schreiben zu verwickeln, nicht die andere, ja, ich schloss die andere regelrecht aus. Damit fand ich nicht nur eine bestimmte Weise, mich selbst in der Gegenwart zu definieren und zu subjektivieren, ich legte mir auch eine bestimmte Vergangenheit, Kindheit und Jugend zurecht: „Ein schwules Kind sei ich gewesen, ein schwuler Heranwachsender, kein Arbeiterkind. Und doch!“ (Eribon 2016:26). Diese Passagen der persönlichen Reflexion wechseln sich ab mit Abschnitten, in denen Eribon seine Kindheit und Jugend beschreibt. Er thematisiert das Verhältnis zu seiner Familie, seiner Mutter, seinem Vater, seinen Brüdern. Darüber hinaus gibt er Erzählungen seiner Mutter über deren Mutter wieder und gibt so einen Einblick in seine Familiengeschichte. Er beschreibt die Klassenkämpferischen Parolen seines Großvaters, erzählt von Spannungen zwischen Mutter und Großmutter sowie vom Kennenlernen von Mutter und Vater. Dadurch, dass er nicht die Perspektive eines Außenstehenden wählt, sondern aus der Ich-Perspektive berichtet, wird der junge Eribon sehr nahbar, wenn er z.B. davon erzählt, dass die Beziehung seiner Eltern „eine permanente Ehekrise [war], sie [seine Eltern] schienen nicht in der Lage zu sein, ohne verletzende oder beleidigende Untertöne miteinander umzugehen.“ (Eribon 2016: 74) Es folgen weitere Schilderungen des Ehelebens, Schilderungen davon, wie Mutter und Vater mit dem Junge Didier umgingen sowie Ausführungen über seine Lieblingsliteratur, seine Interessen und Hobbys. Diese persönlichen Geschichten lassen tief in Eribons Jugend blicken. Auf der Basis der eigenen Erlebnisse beginnt Eribon zu analysieren, warum die Arbeiter:innenklasse, ja seine eigene Familie, begonnen hat den Front National, eine rechte Partei, zu wählen, obwohl sie eigentlich immer Kommunistisch gewählt hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Anlass und Kontext der Buchrezension: Dieses Kapitel stellt das Werk vor und erläutert den Anlass für Eribons Rückkehr in seine Heimatstadt.

2. Die soziologische Milieuanalyse bei Eribon: Hier wird der methodische Ansatz der Verbindung von Lebensgeschichte und soziologischer Theorie erörtert.

3. Familiäre Prägungen und die Konstruktion der Identität: Dieses Kapitel beleuchtet Eribons Aufarbeitung der familiären Dynamiken und die Auswirkungen sozialer Schranken auf seinen Bildungsweg.

4. Das Kreativitätsdispositiv im Umgang mit Prekarität: Die Analyse konzentriert sich auf die kreativen Bewältigungsstrategien Eribons angesichts seiner prekären Lebenslage als Homosexueller aus der Arbeiterschicht.

5. Fazit und abschließende Leseempfehlung: Die Rezension schließt mit einer Bewertung der Bedeutung des Buches und einer expliziten Empfehlung zur Lektüre.

Schlüsselwörter

Didier Eribon, Rückkehr nach Reims, Soziologie, Milieustudie, Autobiographie, Arbeiterklasse, Prekarität, Homosexualität, Identität, Kreativitätsdispositiv, Klassenherkunft, Front National, soziale Verdikte, Lebensgeschichte, Klassenkampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Rezension grundsätzlich?

Die Rezension befasst sich mit dem Buch "Rückkehr nach Reims" von Didier Eribon und analysiert, wie der Autor seine persönliche Identitätsfindung mit soziologischen Analysen seiner Klassenherkunft verbindet.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die soziale Herkunft, die Erfahrung von Homosexualität im Arbeitermilieu, der Einfluss von Bildung auf soziale Mobilität und die politische Entfremdung der Arbeiterklasse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die narrative Kraft der Verbindung von persönlicher Biografie und soziologischer Milieuanalyse im Werk Eribons aufzuzeigen und den Lesern die Relevanz dieser Synthese nahezubringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und kulturanthropologische Buchrezension, die durch eine reflektierte Analyse von Inhalten und narrativen Strukturen methodisch geleitet wird.

Was wird im Hauptteil der Rezension behandelt?

Der Hauptteil untersucht Eribons persönliche Familiengeschichte, seine Erfahrungen als homosexueller Heranwachsender in Reims und wie er diese Erlebnisse nutzt, um soziologische Phänomene der Klassengesellschaft zu dekonstruieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Prekarität, Milieuanalyse, Klassengesellschaft, autobiografische Literatur und Identitätskonstruktion charakterisieren.

Wie bewertet die Rezension die Verknüpfung von Gattungen im Buch?

Die Arbeit lobt die Mischung aus Autobiographie und Soziologie als "gelungene Synthese", die das Werk besonders lesenswert macht und komplexe Sachverhalte greifbar werden lässt.

Welchen Stellenwert nimmt die Frage nach dem "Kreativitätsdispositiv" ein?

Dies ist ein zentraler diskursiver Aspekt der Rezension, in dem hinterfragt wird, ob Eribons Homosexualität einen Zwang zur kreativen Lebensgestaltung auslöste, der sich als roter Faden durch sein Werk zieht.

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Details

Titel
Buchrezension zu Didier Eribons "Rückkehr nach Reims"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Kulturwissenschafliches Institut)
Autor
Theresa Melnyk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
5
Katalognummer
V1195250
ISBN (PDF)
9783346640444
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rückkehr nach Reims
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theresa Melnyk (Autor:in), 2021, Buchrezension zu Didier Eribons "Rückkehr nach Reims", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195250
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Leseprobe aus  5  Seiten
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